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Über dieses Buch

Die Autoren untersuchen in diesem Sammelband die Alltagsarrangements einer Berufsgruppe, bei der der Umgang mit Mobilität seit jeher gängige Praxis ist. Am Beispiel von Offizieren wird gezeigt, mit welchen Strategien diese das Spannungsfeld zwischen beruflicher Mobilität und der Netzwerkpflege erfolgreich bearbeiten. Die Frage, wie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mobilitätsanforderungen und den Erwartungen privater Bezugspersonen erreicht werden kann, ist ein hoch aktuelles Thema.

In den Medien meist problematisiert zeichnet die Soziologie ein ambivalentes Bild der Mobilität: Negativszenarien heben ihre gemeinschaftszerstörenden Tendenzen hervor. Gleichzeitig gilt sie als unentbehrliche Ressource für individuelle Lebensgestaltung, die über soziale Positionen und gesellschaftliche Integration entscheidet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Berufsbedingte Mobilität und Sozialbeziehungen: Wie kann ihr Spannungsverhältnis im Alltag erfolgreich gemanagt werden?

Diese im Zuge stetig steigender beruflicher Mobilitätserfordernisse sich immer drängender stellende Frage sollte im Rahmen einer empirisch-qualitativ orientierten Untersuchung bearbeitet werden. Den Ausgangspunkt bildete die in zeitdiagnostischen Debatten gängige Annahme, dass Mobilität in Zeiten von Individualisierung und Globalisierung sowohl gesellschaftstransformierende Kraft entfaltet als auch auf Individualebene einschneidende Wirkungen hinterlässt.
Helga Pelizäus-Hoffmeister

Theoretische Rahmung

Frontmatter

Mobilität: Schlüsselphänomen der Moderne

Mobil zu sein heißt heutzutage erfolgreich zu sein. Diese Faustformel scheint eine breite Zustimmung in Politik und Wirtschaft zu besitzen, was sich darin widerspiegelt, dass Pendeln keineswegs mehr eine exotische Randerscheinung in der Berufswelt ist. Was heute als selbstverständlich gilt, war jedoch lange Zeit weder ein Zeichen besonderer Flexibilität noch Merkmal beruflichen Erfolgs. Die Tatsache, dass Mobilität in der Vergangenheit vielmehr negativ konnotiert war und sich ein Wandel hin zur positiven Deutung, wie wir sie heute kennen, erst im Laufe der Jahrhunderte entwickelte, ist das erste Thema dieses Kapitels.
Anna Heller, Cornelius Riembauer

Arbeit und Leben: Alltagspraxis als Forschungsgegenstand

Vermutlich hat jeder eine Vorstellung davon, was mit den schillernden Begriffen Arbeit und Leben gemeint sein kann und auch, dass deren Vereinbarkeit im Alltag mit größeren Herausforderungen verbunden sein kann. Eine ausgewogene Work-Life-Balance (Haunschild 2013) ist auch in den Medien ein viel diskutiertes Thema. Denn die optimale Abstimmung privater und beruflicher Bedürfnisse scheint heute nicht mehr leicht. Um deren Wechselwirkungen einer genaueren soziologischen Untersuchung unterziehen zu können, müssen die Begrifflichkeiten allerdings präzisiert werden.
Thomas Pichl, Bastian Wild, Christina Wolter

Das Sample: Offiziere

Offiziere sind geradezu prädestiniert, für diese Forschungsfrage herangezogen zu werden, denn ihr Beruf ist seit jeher mit großen Mobilitätsanforderungen verbunden. Insofern kann einerseits davon ausgegangen werden, dass sie die mobilitätsbedingten Herausforderungen bei ihrer Berufswahl mit im Blick hatten. Andererseits werden sie im Laufe ihrer Berufstätigkeit individuelle Lebens- und Beziehungsarrangements herausgebildet haben, die aus ihrer Sicht mit den Mobilitätsanforderungen kompatibel sind.
Lena Schmitt, Jonas Strittmatter

Empirische Untersuchung

Frontmatter

Das Forschungsdesign

Vor dem Hintergrund der Erläuterungen zur Bundeswehr-Mobilitätsstudie aus dem Jahre 2016 im letzten Kapitel, die sich die Erfassung der Mobilitätssituation Angehöriger der Bundeswehr zum Ziel gesetzt hatte, könnte man fragen, ob eine zweite Studie notwendig ist. Denn schon der existierenden Untersuchung konnte man entnehmen, welche Formen von Mobilitätserfordernissen Soldaten zu bewältigen haben.
Hasan Dalkaya, Vito Martin, Katharina Wolfhagen

Ein Leben zwischen zwei Welten?

In der Literatur und vor allem in öffentlichen Debatten werden berufsbedingte Mobilitätserfordernisse meist mit Befürchtungen wie zunehmende Entwurzelung, den möglichen Verlust geschätzter privater Bindungen und mit großen Anstrengungen hinsichtlich der sozialen Netzwerkpflege verbunden. Dabei werden Beruf und Privatleben meist als dichotome Bereiche konstruiert und als schwer zu vereinbaren einander gegenübergestellt.
Felix Nimz

Supported Surfer

Metaphorisch gesprochen schwimmt der Supported Surfer auf der Welle des Erfolgs. Plötzliche, unerwartete Strömungen im Fluss seines Lebensverlaufs oder gefährlich anmutende Klippen – von anderen vielleicht als Gefahren erlebt – sind für ihn reizvolle Herausforderungen, die er stets gewinnbringend auf dem Weg zum beruflichen Aufstieg nutzt. Ein wichtiges Fundament seines Erfolgs bildet sein großes und vielfältiges soziales Netzwerk. Dieses verfolgt seinen „Werdegang“ mit großer Aufmerksamkeit und begleitet ihn wohlwollend und unermüdlich mit tatkräftiger Unterstützung und Förderung.
Patrick Kibelka

Der Routiniert-sich-treiben-Lassende

Der Routiniert-sich-treiben-Lassende lässt sich – gemäß seinem Namen – im maßgeblich vom Beruf bestimmten Strom seines Lebens dahintreiben, so könnte dieser Typus im Lichte der Metapher einer fluiden Moderne (vgl. Urry 2000) beschrieben werden. Für ihn ist es zur unterhinterfragten Selbstverständlichkeit geworden, sich von den berufsbedingten Herausforderungen – den Wellen und Stromschnellen – forttragen zu lassen, da er sich schon vor Jahren eindeutig und endgültig für seinen Beruf entschieden hat.
Selim Ergün

Der Das-Wesentliche-Fokussierende

Der Das-Wesentliche-Fokussierende segelt im Kielwasser eines großen Schiffes – seinen engsten Bezugspersonen – auf dem Strom seines Lebens dahin. Im Vertrauen auf dessen Führungskraft und Stärke fühlt er sich erst in dem wirbelnden Wasserstreifen, den es hinterlässt, aufgehoben und sicher. Dabei können stürmische Wellen und ein heftiger Seegang – zum Beispiel ein Einsatz mit hohen Mobilitätserfordernissen – seine Fahrt zwar erschweren, ihn aber nicht von seinem eigentlichen Weg abbringen. Sein kleines soziales Netzwerk ist ihm Wegweiser sowohl für den eigenen Lebensweg als auch für den praktischen Alltag.
Robert Maria Pott

Der Optimierend-Planende

Sennett (1998) würde den Optimierend-Planenden vermutlich – metaphorisch gesprochen – als einen Hybriden zwischen dem sogenannten Drifter und dem Surfer bezeichnen. Der Optimierend-Planende segelt zufrieden im vorgegebenen Strom seines Lebens dahin. Er lässt sich von kleineren Klippen und unerwarteten Strömungen nicht aus der Ruhe bringen, da er sie durch minimale Steuerungen erfolgreich umschifft und so ohne größere Probleme und Enttäuschungen weiter dem Verlauf des Flusses folgen kann.
Stefan Lange

Diskussion der Mobilitätsarrangements

Ohne die theoretischen Erkenntnisse aus Teil I noch einmal Revue passieren zu lassen, möchte ich mich in dieser abschließenden Diskussion ganz auf den empirischen Teil II konzentrieren. Hier zeichnen sich aus meiner Sicht wichtige Erkenntnisgewinne ab, die geeignet sind, weiter verfolgt zu werden.
Helga Pelizäus-Hoffmeister
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