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24.08.2017 | Beschaffungscontrolling | Interview | Onlineartikel

"Die Supply Chain muss reaktions- und anpassungsfähig sein"

Autor:
Sylvia Meier
Interviewt wurde:
Dirk Thomas Wagner

ist seit Juni 2015 Business Development Manager ERP Cloud D/CH bei Oracle Deutschland B.V. und Co. KG. 

Die wirtschaftliche Ungewissheit und der technologische Wandel erfordern eine intelligentere und reaktionsfähigere Supply Chain. Welche Rolle der CFO dabei spielt, erklärt Dirk Thomas Wagner im Interview mit Springer Professional. 

Springer Professional: Derzeit sind Unternehmen mit vielen politischen Unsicherheiten, wie beispielsweise dem Brexit, konfrontiert. Was bedeutet das für die Supply Chain? 

Dirk Thomas Wagner: Politische Entwicklungen wie in Großbritannien stellen Unternehmen vor große planerische Herausforderungen und wirken sich auch dementsprechend auf die Supply Chain aus. Ein Beispiel: Politische Veränderungen beeinflussen die Ölpreise. Die Auswirkungen einer plötzlichen Erhöhung auf Transport und Logistik sind relativ naheliegend. Aber wie wirkt sich dies auf das Geschäftsergebnis aus und wie reagiert man darauf am besten? Hier sind Datenmodelle besonders wertvoll, um sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten.

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Supply Chain Controlling

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In vielen Unternehmen wird die Supply Chain neu strukturiert. Wie kommt es zu diesen Veränderungen? 

Unternehmen erkennen zunehmend, welche Bedeutung exakte Daten bei der Entscheidungsfindung spielen und dass sie Systeme benötigen, die den Informationsfluss optimieren. Jede getroffene Supply Chain-Entscheidung hat unmittelbare Auswirkungen auf andere Abteilungen, sodass diese Entscheidungen unter Berücksichtigung aller relevanten Variablen und Informationen getroffen werden müssen. Der internationale Wettbewerb setzt Unternehmen stark zu. Die Supply Chain muss reaktions- und anpassungsfähig sein. Endverbraucher in Paris möchten nicht zwei Wochen auf ein Produkt aus Malaysia warten, wenn Mitbewerber ähnliche Artikel innerhalb von zwei Tagen bereitstellen können. 

Verändern sich durch die Neugestaltung auch die Anforderungen an Fachkräfte? 

Der digitale Wandel verlangt, dass Fachkräfte technisches und digitales Know-how  entwickeln. Allerdings werden Routineaufgaben durch Automatisierung erleichtert und gegebenenfalls ersetzt. So werden Kapazitäten frei. Fach- sowie Führungskräfte können sich mehr auf die Wertschöpfung im Unternehmen fokussieren. Dies wiederum setzt jedoch auch das technische Verständnis zum Umgang mit diesen Technologien voraus.

Wie können CFOs den Wandel unterstützen? 

Wandel benötigt Agilität und diese erfordert eine grundlegende Änderung der Herangehensweise an die Supply Chain. Die Finanzabteilung spielt hierbei als Kontrollzentrum aller Unternehmensdaten für Performance, Kosten, Gewinn und neue Geschäftsmöglichkeiten eine entscheidende Rolle. CFOs können dafür sorgen, dass Supply-Chain-Entscheidungen auf Grundlage unternehmensübergreifender Daten getroffen werden. Dadurch ist eine enge Verbindung innerhalb der Versorgungskette möglich, in der Daten, Verfahren und Teams aufeinander abgestimmt werden. Unternehmen erhalten detailliertere Einblicke in ihre Verfahren und können den Betrieb fortwährend optimieren. Probleme in der Supply Chain, die sich auf Vertriebs-, Marketing- oder Serviceteams auswirken können, werden so schnell kommuniziert. 

Wie können Unternehmen sich auf diese schwer vorhersehbaren Situationen, gerade in Bezug auf ihre Lieferketten, vorbereiten? Was muss eine Supply Chain künftig leisten können? 

Daten sind ein wichtiger Bestandteil bei der programmatischen Neuausrichtung eines Unternehmens – dies gilt selbstverständlich auch für die Supply Chain. So wie Computerprogramme heutzutage mit künstlicher Intelligenz ausgestattet sind, um komplexere Anfragen zu bearbeiten, müssen Supply Chains zur Anpassung an Ungewissheiten programmiert werden. Dieser Wandel kann nicht über Nacht vollzogen werden, doch CFOs können die Anpassung mit der richtigen Technologie beschleunigen. 

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