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20.04.2018 | Besteuerungsverfahren | Im Fokus | Onlineartikel

Besteuerungsprozesse werden digitalisiert

Autor:
Sylvia Meier

Die digitale Transformation findet nicht nur innerhalb der Unternehmen statt. Auch die Finanzverwaltung digitalisiert zahlreiche Prozesse.

Im März haben die Finanzämter mit der Bearbeitung von Steuererklärungen 2017 begonnen. Unternehmen können diese schon seit einer Weile elektronisch an die Finanzbehörden übermitteln. Bislang reichten sie ihre Unterlagen komprimiert per Elster ein. Seit diesem Jahr ist die elektronische Übermittlung aber nur noch authentifiziert möglich. 

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Springer-Autor Thomas Egner erklärt in seinem Buchkapitel „Die Digitalisierung des Beziehungsdreiecks Steuerberater – Mandant – Finanzverwaltung“ (Seite 15): "Dies gilt bereits für Erklärungen für den VZ 2017, die in 2018 übertragen werden. Der unterschriebene Versand der elektronisch übermittelten Erklärung – wie dies beim bis Ende 2017 möglichen Verfahren ohne zertifkatsbasierte Authentifzierung notwendig war – entfällt. Nach § 87d AO kann mit der Übermittlung auch ein Dritter beauftragt werden, zum Beispiel der Steuerberater."

Prozesse sollen vereinfacht werden 

Wie kam es zu dem Schritt? Die komprimierte Steuererklärung wurde häufig dann genutzt, wenn die zumeist kleineren Unternehmen nicht auf Elster registriert waren. Diese füllten zwar die Elster-Formulare vollständig aus und schickten diese an das Finanzamt. Die Erklärung musste jedoch noch ausgedruckt und unterschrieben werden. Dies verursachte zusätzlichen Aufwand sowohl für den Steuerpflichtigen als auch das Finanzamt. 

Nun sollen effektivere Prozesse für die Massenbearbeitung von Steuererklärungen bei den Ämtern für Abhilfe sorgen. Die unzähligen Papiererklärungen, die in der Vergangenheit täglich in den Veranlagungsbezirken eingingen, sollen bald der Vergangenheit angehören. Um das zu erreichen, werden Unternehmen bereits verpflichtet, an digitalen Besteuerungsprozessen mitzuwirken. So muss beispielsweise auch die E-Bilanz  zwingend elektronisch und zudem im XBRL-Standard (eXtensible Business Reporting Language) übermittelt werden. Für Privatpersonen ist die elektronische Übermittlung der Einkommensteuererklärung noch freiwillig.

Weitere digitale Prozesse gibt es beispielsweise zwischen Finanzverwaltung und Unternehmer bzw. Steuerberater in folgenden Bereichen:

  • Betriebsprüfung
  • Einlegung des Einspruchs per Elster
  • Bedarfsanfragen für Belege

Digitalisierte Prozesse sind noch kein Selbstläufer 

Für die Steuerberatung hingegen ist die Digitalisierung noch eine Herausforderung. Belege werden nicht mehr mit der Steuererklärung eingereicht, sollen aber für den Fall, dass es Rückfragen gibt, bereit gehalten werden. Springer-Autor Egner erklärt (Seite 17): "Für den Steuerberater führt dies zu einem erheblichen Zusatzaufwand, da bei einer Bedarfsanfrage in der Regel einzelne Belege vorgelegt werden sollen." 

Aber es wird bereits an Lösungen für dieses Problem gearbeitet. Egner verweist als Beispiel auf das so genannte Containermodell. Hierbei werden Belege der Finanzverwaltung digital zur Verfügung gestellt, sodass die Finanzverwaltung Zugriff auf die im Bedarfsfall gewünschten Dokumente hat. Eine Cloudlösung für die Kommunikation mit der Finanzverwaltung ist eine weitere Idee, die für Unternehmen interessant ist. Denn immer mehr setzen bei ihren Prozessen auf Cloud Computing und binden ihre Finanzabteilungen ein. 

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