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07.02.2018 | Beteiligung | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Restrukturierung Unternehmen neu positioniert

Autor:
Alexander Dominicus

Will ein angeschlagenes Unternehmen einen erfolgreicheren (Aktien-)Kurs einschlagen, kommt es meist nicht um eine tiefgreifende Neuausrichtung herum. In der Praxis gibt es dafür einige Stolpersteine.

Wenn Unternehmen sich neu ausrichten wollen, müssen sie Investoren von sich überzeugen. Und um das für die Neuausrichtung notwendige Kapital zu generieren, ist vor allem eines wichtig: ein guter Restrukturierungsplan. Damit insbesondere Großinvestoren vom Erfolg überzeugt sind, muss dieser Plan der umfassenden Recherche, Expertise und fundierten Analyse von Investment-Experten standhalten.

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Die Erfolgschancen eines Restrukturierungsplans messen Investoren daran, dass er an den Ursachen ansetzt, die eine Kursänderung überhaupt notwendig machen. Häufig sind eine zu hohe Kostenbasis, Veränderungen im Marktumfeld oder das Management verantwortlich für die Schieflage. Sind etwa aufgrund von Überinvestitionen oder Nachfrageschwächen, strukturell oder konjunkturbedingt, Überkapazitäten entstanden? Oder hat eine Veränderung der Wettbewerbssituation dazu geführt, dass die Konkurrenz mit besserer Kostenstruktur für niedrigere Preise sorgt und etablierten Unternehmen den Rang abläuft? Erst wer diese Fragen beantwortet hat, wird in Zukunft profitabler wirtschaften können und somit für Investoren attraktiv sein.

So werden angeschlagene Unternehmen attraktiv für Anleger:

  • Überkapazitäten reduzieren und Personalbestand anpassen
  • Produktionsstätten zusammenlegen oder an günstigere Standorte verlegen
  • Produktpalette vereinfachen: Konzentration auf margenstarke Produkte
  • Kosten im Einkauf senken: mehr aus einer Hand kaufen oder Wechsel zu günstigeren Lieferanten 
  • Schließung von Standorten: Rückzug aus unprofitablen Regionen und Ländern

Generell bei Restrukturierungen legen Investoren Wert auf Profitabilität – und nicht unbedingt auf die schiere Unternehmensgröße. Daher gilt es für Unternehmen häufig im ersten Schritt, Überkapazitäten abzubauen. Flexible Kostenstrukturen sind dabei von Vorteil. Teure Produktionsstätten zusammenzulegen oder an günstigere Standorte zu verlegen und den Personalbestand zu verringern, ist bei kapitalintensiven Unternehmen sehr kostspielig – weswegen sie als besonders herausfordernde Restrukturierungskandidaten gelten.

Dass es dennoch möglich ist, beweist der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer: Aufgrund des rückläufigen Marktes für Printmedien hatte das Unternehmen mit sinkenden Auftragsvolumina bei Maschinen für den Zeitungsdruck zu kämpfen. Mit den vorhandenen hohen Kapazitäten war der Maschinenbauer aber nicht flexibel genug, um die veränderte Nachfrage aufzufangen. Das Management entschied sich daher für den Weg, die Kosten zu senken.

Maßnahmen konsequent angehen

Um derartige Maßnahmen umsetzen zu können, muss das Unternehmen eine gesunde Bilanz vorweisen, da das Eigenkapital unter Umständen außerordentliche Abschreibungen auffangen muss. Auch Abfindungen oder Investitionen sind meist erfolgskritisch, um eine Neuaufstellung schnell und vollumfänglich umzusetzen. Indem ein Unternehmen das Managementteam um Expertise für Anpassungsprozesse erweitert und sich konsequent auf die herausfordernden Aufgaben der womöglich schmerzhaften Anpassungsprozesse fokussiert, demonstriert es Entschlossenheit. Nur so gelingt es, die Profitabilität schrittweise zu steigern und Investoren zu überzeugen.

Außerdem kommt es darauf an, wie wettbewerbsfähig das Produkt- beziehungsweise Dienstleistungsspektrum des Unternehmens ist. Ohne eine ausreichende Wettbewerbsfähigkeit kann ein Unternehmen zwar die Kostenbasis verbessern, wird aber zukünftig Marktanteile verlieren oder muss die Preise senken. Es kann daher sinnvoll sein, das Produktportfolio neu auszurichten – auch das geschah im Beispiel Koenig & Bauer: Aufgrund der sinkenden Volumina für Maschinen im Bereich Zeitungsdruck fokussierte man sich erfolgreich auf die Wachstumsfelder Verpackungs- und Sicherheitsdruck, in denen das Unternehmen bereits mit einem innovativen Produktportfolio aufwarten konnte. Zudem gelang es, günstiger einzukaufen.

Klarer Kurs zahlt sich für beide aus

Im Optimalfall gestaltet sich eine Restrukturierung für Unternehmen und Investoren als Win-Win-Szenario. Koenig & Bauer beispielsweise konnte die Phase der Restrukturierung nach rund drei Jahren hinter sich lassen und konzentriert sich mittlerweile wieder auf organisches Umsatzwachstum. Anleger, die 2013 zu Beginn der Restrukturierung in das Unternehmen investiert haten, konnten sich über einen Kursgewinn der Aktie in Höhe von mehr als 300 Prozent freuen. Kein Wunder also, dass Investoren laufend Ausschau nach geeigneten Restrukturierungskandidaten halten.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Restrukturierung und Sanierung

Quelle:
Wirtschaftsrecht

01.11.2017 | Hintergrund & Wissen | Ausgabe 4/2017

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