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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Einführung

Zusammenfassung
Konzept und Terminus „Umweltmanagement“ stehen zur Jahrhundertwende noch an ihrem Anfang und haben doch schon eine glänzende, steile Karriere hinter sich. Noch vor 20 Jahren wenig gebräuchlich und unspezifisch ist Umweltmanagement — nicht zuletzt dank der beiden Umwelt-Audit-Regelwerke — zum zentralen Konzept der betrieblichen Umweltwirtschaft geworden: Umweltmanagement ist das Agens der betrieblichen Umweltleistung (environmental performance). Umweltleistung soll in der Perspektive des neuen Jahrhunderts Nachhaltigkeit einlösen.
Eberhard Seidel

Ausgewählte Entwicklungsträger und ihre Konzepte

Frontmatter

Die Rolle des Umweltbundesamtes bei der Gestaltung des Umweltmanagements

Zusammenfassung
In Deutschland gibt es zahlreiche öffentliche Einrichtungen, deren Aufgabe der Wissenstransfer im Umweltbereich ist. Hierzu gehört beispielsweise das (UBA) in Berlin. Die Bundesoberbehörde ist in den letzten Jahren nicht nur in seinen Aufgaben, sondern auch personell gewachsen: Mit der deutschen Vereinigung kamen 1991 über zweihundert zusätzliche Mitarbeiter/-innen aus den neuen Ländern zum UBA. Mit der Auflösung des Bundesgesundheitsamtes wurde das Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene in das UBA integriert. Heute sind über 1.300 Mitarbeiter-/innen für den Umweltschutz (einschließlich den gesundheitsbezogenen Umweltschutz) in den Einrichtungen des UBA in Berlin, Bad Elster, Langen, Kleinmachnow, Offenbach und in über das ganze Bundesgebiet verteilten Meßstellen tätig. Von den Mitarbeiter/-innen des Amtes verfügt knapp die Hälfte über eine Ausbildung an einer Hochschule oder Fachhochschule. Darunter befinden sich nahezu alle wissenschaftlichen Disziplinen, ein Indiz für die breite wissenschaftliche Basis des Amtes.
Werner Schulz

Nachhaltiges Wirtschaften in KMU — Förderziele und -politik der Deutschen Bundesstiftung Umwelt

Zusammenfassung
Zum 1. Januar 1999 hat das Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt neue Förderleitlinien verabschiedet. Diese erste Novellierung seit Gründung ist ein geeigneter Anlaß, die vergangenen Förderaktivitäten zum Umweltmanagement zu resümieren und die zukünftige Förderung der Stiftung in diesem Zusammenhang zu skizzieren. Der genannte Anlaß trifft mit der herannahenden Jahrtausendwende zusammen, die ihrerseits forcierte Aktivitäten mit sich bringt, die vergangenen Erfolge und Mißerfolge der noch jungen „Umweltwirtschaft“ und ihre zukünftige Potentiale für Forschung, Lehre und Praxis darzustellen.
Carlo Burschel

Unterstützung des Umweltmanagements durch Arbeitskreise à la B.A.U.M. — Rückblick und Perspektive

Zusammenfassung
B.A.U.M., Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewußtes Management, ist die erste und größte europäische Umweltorganisation der Wirtschaft. B.A.U.M. wurde 1984/85 gegründet und ist seit 1987 als gemeinnütziger Verein fir seine Mitglieder und in der Öffentlichkeit aktiv. Rund 500 Unternehmen und Personen/Institutionen der verschiedensten Branchen und Größen sind mittlerweile bei B.A.U.M. zusammengeschlossen.
Maximilian Gege

Streiflichter auf Grundlagen

Frontmatter

Sustainability als Herausforderung für das betriebliche Umweltmanagement

Zusammenfassung
Die vorherrschenden Spielregeln des Wirtschaftens zielen vermittels zunehmender Egoismusfixierung menschlichen Verhaltens auf eine immer bessere Kapitalverwertung ab (Ökonomiefokus). Dieser Ökonomiefokus erzeugt systematisch ökologische und soziale Knappheiten (vgl. Zabel 1995). Die weiter forcierte (globale) Vervollkommnung ökonomiefokussierter Prozesse, Verhaltensweisen und Strukturen verkörpert insofern eine Ausrichtung auf die „falschen“ Fragen, da eine derartige (nebenbedingungsfreie, unbegrenzte) Fokussierung die ökologischen und sozialen Probleme (lawinenartig) verschärft (mit der Tendenz zur Zerstörung der natürlichen Kreisläufe sowie der wünschenswerten sozialen Institutionen, wie Markt, Demokratie, Rechtsstaat, Rentensystem, soziale Sicherungssysteme, Familie, Freundschaften etc. — vgl. Daly u. Cobb 1994).
Hans-Ulrich Zabel

Umweltwirtschaft oder Wirtschaftsökologie? Vorüberlegungen zu einer Theorie des Ressourcenmanagements

Zusammenfassung
Die große Herausforderung der Erhaltung der natürlichen Grundlagen des Wirtschaftens wurde in Wissenschaft und Praxis zuerst mit der Notwendigkeit einer Ökologieorientierung von Wirtschaft und Unternehmen umschrieben. Heute dagegen wird eher von einer nachhaltigen Entwicklung als Lösungsansatz gesprochen. Dennoch kann die vorherrschende Tendenz, in der das Umweltschutzproblem immer noch bearbeitet wird, unserer Meinung nach am besten mit dem Begriff der Umweltwirtschaft bezeichnet werden. Das Charakteristikum dieser Strömung ist die Vorstellung, daß die Natur das Objekt, die Wirtschaft bzw. die Wirtschaftswissenschaften die Subjekte bzw. die Methodenlieferanten des Handelns sind: Die natürliche Umwelt als Ressourcenlager wird bewirtschaftet. Dieser Ansatz ist wichtig und hat bis heute wesentliche Fortschritte in der Erkennung und Steuerung der Energie- und Stoffströme im Wirtschaftsprozeß gebracht. Inwiefern er wiederum ausreichen wird, die Schonung der natürlichen Ressourcen erfolgreich zu gewährleisten, ist heute noch fraglich. Zwar wurde zwischenzeitlich durch verschiedene Maßnahmen das Wirtschaftswachstum von der Steigerung des Ressourcenverbrauchs mit Erfolg entkoppelt und der Ausstoß einiger Schadstoff-arten drastisch reduziert, es ist aber bis heute noch nicht gelungen, den Ressourcenverbrauch insgesamt deutlich zu senken. Für das 21. Jahrhundert hat die einzelwirtschaftliche (Umweltmanagement) und die gesamtwirtschaftliche (Umweltökonomie) Umweltwirtschaft also noch große Herausforderungen zu bestehen. Hierfür wird sie ihre bekannten Instrumente verfeinern und anwendungsfreundlicher gestalten müssen. Zumeist geht es hierbei darum, die immanenten Bewertungsprobleme zu lösen.
Georg Müller-Christ, Andreas Remer

Die Ethikkomponente im Umweltmanagement

Zusammenfassung
Wir verdanken der technischen Zivilisation nicht nur entscheidende Verbesserungen der Lebenslage und des wirtschaftlichen Wohlstands der Menschheit, sondern auch die Zunahme von Risiken der Lebensgestaltung. Es muß deshalb sorgfältig geprüft werden, ob das Wissen, daß die Erde für den Menschen unbewohnbar gemacht werden kann, gleichzeitig auch zu einem höheren Maß an Verantwortung in Technik, Politik und Wirtschaft geftihrt hat. Die Vermutung geht dahin, daß ein Hang zur Gigomanie besteht, der tendenziell zur ethischen Deformierung führt. Die Devise: „Das, was gemacht werden kann, soll auch gemacht werden“ signalisiert den Wunsch nach einem ethikfreien Raum, in dem der Zweck die Mittel heiligt. Und da wir uns die endgültigen Konsequenzen unseres Tuns oder Unterlassens nicht mehr vorstellen können, sind wir auch unfähig geworden, uns vor ihnen zu ängstigen.
Hartmut Kreikebaum

Woher kommt die Rahmenordnung und wo geht sie hin? — Zu Bedingungen ökologischer Klugheit für eine interaktive gesellschaftliche Umweltpolitik

Zusammenfassung
30 Jahre ist es her, daß eine deutsche Bundesregierung erstmals systematische Umweltpolitik angekündigt hat, 28 Jahre seit dem ersten einschlägigen Regierungsprogramm. Wenn der Titel des von Eberhard Seidel herausgegebenen Sammelbandes das 21. Jahrhundert in Blick nimmt, dann sollten drei Jahrzehnte im Sinne eines Blicks zurück nach vorn schon einiges Material liefern. Sie tun es auch, und das möchte ich in drei Schritten zeigen: (1) rekonstruiere ich das gängige ökonomische Denken über die Beziehung zwischen Unternehmen und sogenannten Rahmenbedingungen, das Unternehmen als ökologische Anpassungsoptimierer vorstellt, inklusive der Grenzen dieses Denkens. (2) beziehe ich neuere Überlegungen für eine andere Selbstbeschreibung gesellschaftlicher Umweltpolitik ein, die für Unternehmen neue Spielräume eröffnet. Und (3) diskutiere ich die mögliche Rolle von Unternehmen als Akteuren ökologischen Strukturwandels (und damit als Veränderern dessen, was der Begriff des Ordnungsrahmens zu fassen sucht).
Reinhard Pfriem

Umweltmanagement im Kontext der Unternehmensführung

Frontmatter

Wirkungen und Weiterentwicklungen von Umweltmanagementsystemen

Zusammenfassung
Umweltmanagementsysteme (UMS) sind im Bereich des betrieblichen Umweltschutzes in den 1990er Jahren in den Mittelpunkt des Interesses von Wissenschaft und Praxis getreten. Vor dem Hintergrund der durch die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 verursachten umweltpolitischen Aufbruchsstimmung sind zwei parallele Umweltmanagementsystem-Normen entstanden. Die europäische EMAS-Verordnung wurde im April 1995 wirksam, 21 Monate nach ihrer formellen Inkraftsetzung im Juli 1993. Die weitgehend ähnlich ausgestaltete, weltweit gültige ISO-Norm 14001 „Umweltmanagementsysteme“ trat im September 1996 mit ihrer Publikation in Kraft. Bis März 1999 haben sich weltweit ca. 9000 Unternehmen nach der ISO 14001 zertifizieren lassen, während EU-weit 2500 Standorte nach EMAS validiert wurden. Beide Normensysteme haben somit eine rasche Diffusion in der Praxis erfahren.
Thomas Dyllick

Jenseits von EMAS Umweltmanagementsysteme — Erfahrungen und Perspektiven

Zusammenfassung
Im Bemühen um den betrieblichen Umweltschutz markiert der 13. Juli 1993 einen Wendepunkt. An diesem Tag — drei Tage nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften — trat die EG-Verordnung 1836/93 „über die freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung“ in Kraft.1
Jürgen Freimann

Internationales Umweltmanagement in Mittel- und Osteuropa

Zusammenfassung
Die europäischen Integrationsprozesse gewinnen an Dynamik. Die CEEC 5 (Central and Eastern European Countries; Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien) haben in den 90er Jahren erhebliche Fortschritte bei der Angleichung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, Rechtsprechung1, politischen, sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen an die EU-Normen und -Standards erzielt. Die festgelegten Beitrittskriterien und der Anpassungsdruck durch den Systemwechsel haben in diesen Ländern zu einem gesellschaftlichen Strukturwandel geführt, der allgemein als „Transformation“ Eingang in die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung gefunden hat.2 Andere Begriffe, wie Restrukturierung, Transition und Systemreform, sollen ebenfalls den tiefgreifenden Wandel in diesen Ländern umschreiben.3 Die Analyse der quantitativen und qualitativen Reformfortschritte erfordert jedoch ein äußerst differenziertes Vorgehen. So müssen beispielsweise bei der Beurteilung des Fortschritts der Privatisierungsprozesse sowohl interne Voraussetzungen, wie die Größe eines Landes und die Bevölkerungszahl, Beschäftigungs-, Qualifikations- und Altersstrukturen, Branchen- und Infrastruktur, aber auch externe Faktoren, wie die Außenhandelsbedingungen, Kaufkraftparitäten und Wechselkurse, gleichermaßen berücksichtigt werden Anhand der üblicherweise genutzten und etablierten makroökonomischen Spitzenkennzahlen auf einem hohen Aggregationsniveau ist daher die Einschätzung des bisherigen Verlaufes der ökonomischen Transformation nur eingeschränkt möglich. Insbesondere für die Abschätzung der künftigen Entwicklungsmöglichkeiten bedürfte es einer detaillierteren Analyse. Unter Kenntnisnahme dieser Forderungen für eine vollständige Analyse ist es jedoch für eine grobe Einschätzung vertretbar, den Transformationsverlauf anhand der makroökonomischen Kennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquote, Wachstumsraten der Konsumentenpreise und der Exporte in die EU zu skizzieren. Der östliche Grenzverlauf der Europäischen Union und die dadurch begründete besondere logistische Position der Bundesrepublik Deutschland rechtfertigt darüber hinaus eine weitere Fokussierung der Darstellung auf Polen und Tschechien.
Matthias Kramer

„Sustainable Enterprise“ — wie alles anfing

Zusammenfassung
Wir schreiben das Jahr 2005 — das die frühere Regierung Kohl auf der denkwürdigen Rio-Konferenz im Jahre 1992, wo die Agenda 21 verabschiedet wurde, zum Zieljahr ihrer besonderen „Nachhaltigkeits“-Proklamation gewählt hatte: die Emissionen des wichtigsten Treibhausgases, Kohlendioxyd (CO2), in Deutschland gegenüber 1990 um 25% zu senken.
Eberhard K. Seifert

Kernstück: Reduktionswirtschaft

Frontmatter

Das Konzept einer Reproduktionswirtschaft als Herausforderung für das Umweltmanagement

Zusammenfassung
Wenn über die Aspekte, Aufgaben und Perspektiven des Umweltmanagements im 21. Jahrhunderts (so das kühne Motto dieses Sammelbandes) reflektiert werden soll, so sollte man sich zunächst fragen, wie es denn um das faktische Umweltmanagement zum Ausgang des 20. Jahrhunderts bestellt ist. Jede einigermaßen fundierte Prognose muß aufsetzen auf der Verortung des Ist-Zustandes und auf der Analyse des Prozesses, der zu diesem Ist-Zustand geführt hat. Nur wenn die aktuellen Wirkungsmechanismen einigermaßen plausibel erklärt worden sind, lassen sich Prognosen wagen.
Dietfried G. Liesegang

Regionales Systemmanagement: Stoffstromorientierte Grundzüge

Zusammenfassung
Regionale Entwicklungsstrategien haben sich in den vergangenen Jahrzehnten an überaus unterschiedlichen Prämissen orientiert: Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierten ökonomische, zentralistisch organisierte Ansätze; es wurden vor allem jene Regionen gefordert, die einen hohen Beitrag zum Sozialprodukt zu leisten vermochten. Mit Beginn der sechziger Jahre orientierte sich im Gefolge der Sozialen Marktwirtschaft auch die Raumordnungspolitik zunehmend an den Strategien des sozialen Ausgleichs und wandte ihr Interesse vor allem unterentwickelten Regionen zu. Auch diese Ansätze operierten von „oben“; eine Beteiligung der Betroffenen vor Ort war weiterhin nur in bescheidenen Ansätzen vorhanden. Ab Mitte der siebziger Jahre begann sich die Raumordnungspolitik stärker an den in einer Region verfügbaren Ressourcen zu orientieren (Potentialorientierte Raumordnung). In Verbindung mit einer etwa zeitgleich einsetzenden, erstmals von unten organisierten, primär auf praktischen Ansätzen basierenden, endogenen Regionalentwicklung wurden in den frühen achtziger Jahren erste Versuche unternommen, regionale, zumeist auf kleinbetrieblichen Kooperationen basierende Vernetzungen, zu etablieren1.
Adolf H. Malinsky

Produktlinienanalyse und Wertkettenmanagement als Grundlage für das Management von Verwertungsnetzen

Zusammenfassung
Das Thema verbindet zwei bekannte theoretische Konzepte zum Produktlebenszyklus1 mit der kreislaufwirtschaftlich ausgerichteten Idee der Entwicklung und Führung regionaler Verwertungsnetze. Verwertungsnetze beruhen auf dem Gedanken, produktionsbedingte Rückstände, die innerhalb des sie verursachenden Unternehmens nicht rezykliert werden können, in unternehmensexternen Produktionsprozessen als Primärstoff- bzw. -energieträgerersatz einzusetzen (Schwarz 1994).
Erich J. Schwarz, Heinz Strebel

Zukunftsperspektiven im Entsorgungsmanagement

Zusammenfassung
Mit dem Abfallbeseitigungsgesetz von 1972 und der flächendeckenden Einftührung der Abfallentsorgung hatten die Gebietskörperschaften unter der dominanten Zielsetzung der Entsorgungssicherheit mit geordneter Beseitigung die Verantwortung für die Abfallentsorgung als Maßnahme der Daseinsvorsorge weitgehend übernommen. Entsorgung war gleichzusetzen mit Deponierung, ausnahmsweise auch mit Verbrennung. Privatwirtschaftliche Entsorgungsunternehmen übernahmen vielerorts als beauftragte Dritte vorwiegend die Sammel- und Transportleistungen. Der Anschluß- und Andienungszwang an öffentlich-rechtliche Entsorgungseinrichtungen war Ausdruck hoheitlichen Handelns.
Manfred Schreiner

Instrument: Umweltrechnung

Frontmatter

Unterstützung des Umweltmanagements durch Umweltrechnung

Zusammenfassung
Als Eugen Schmalenbach im Jahre 1919 erstmals sein bahnbrechendes Werk der Dynamischen Bilanz veröffentlichte, konstatierte er in aller Bescheidenheit: „Wir stellen uns also so ein, daß der privatwirtschaftliche Ertrag am letzten Ende nicht das ist, was wir eigentlich herausmessen wollen, wissend, daß nur dieser die nötige Sicherheit und den guten Willen der Rechner findet.“1 Selbst wenn das betriebliche Rechnungswesen mit der Feststellung des Jahreserfolges als Differenz aller dem Geschäftsjahr zurechenbaren Erträge und Aufwendungen wieder einen bedeutenden Schritt vorangekommen war, blieben ihm die Zweifel über Wahrheit, Klarheit und Vollständigkeit betrieblichen Rechnens, die Skepsis gegenüber der Brüchigkeit marktwirtschaftlicher Kosten- und Preisinformationen und die Ahnung, wichtige Wertverluste des Wirtschaftens nicht zu erfassen und zu bewerten: „Wir stellen uns also so ein.....“ gab zu erkennen, daß hinter allem privatwirtschaftlichen Rechnen das Programm der gemeinwirtschaftlichen Produktivität stand, das Schmalenbach gedanklich nie verließ, aber durch seinen ausgeprägten Pragmatismus, die Entwicklung der Betriebswirtschaftslehre zu einer „Kunstlehre“, zunehmend in den Hintergrund getreten ist. Noch 1949 prangert er, im Bewußtsein einer Allgemeinverantwortlichkeit und über den Tellerrand betrieblicher Rechenkunst hinausblickend, mit erstaunlichem Weitblick den Raubbau der Kohle, Erdgase und Erdöle an, und plädiert für eine Wertkorrektur des wirtschaftlichen Erfolgs der vergangenen eineinhalb Jahrhunderte, denn: „wir haben eine Sparkasse vorgefunden, haben sie tüchtig ausgeplündert und dürfen nun nicht glauben, das sei ein Ertrag, den man dem Ertragskonto der freien Volkswirtschaft gutschreiben darf.“2
Volker Stahlmann

Umweltkennzahlen im Einsatz für das Benchmarking

Zusammenfassung
Der Vergleich mit anderen, das Besser oder Schlechter weckt in unserer Kultur, nicht nur bei Männern, den Sportsgeist. Die Erkenntnis, daß der Wettbewerber ein Produkt ohne eine umweltbelastende Chemikalie herstellt, ist fir den Chemiker genauso eine Herausforderung wie Informationen über Marktanteil oder Umsatz des Wettbewerbers für den Verkaufsleiter. Ohne im Einzelfall näher auf die wirkliche Vergleichbarkeit zu achten, werden die Ärmel hochgekrempelt und das eigene Tun in Frage gestellt, Schwachstellen gesucht und Verbesserungen in die Wege geleitet. „Benchmarks“ sind emotional und rational ein wesentlicher Ansporn zur Verbesserung und zur Innovation. Auch im Gespräch über Umwelterklärungen und Umweltberichte haben wir vielfach die Erfahrung gemacht, daß diese „sportliche Wirkung“ immer und überall dort eintritt, wo eine Konkurrenzsituation vorliegt.
Jens Clausen, Heinz Kottmann

Organisations- und finanzwirtschaftliche Themenaspekte

Frontmatter

Die Aufbauorganisation des Umweltschutzes im Entwurf des Umweltgesetzbuches — Ein Beitrag zur nachhaltigen Unternehmung?

Zusammenfassung
Seit längerem bereits versucht der Gesetzgeber das Umweltrecht zu kodifizieren, d. h. die verstreuten umweltrechtlichen Regelungen in einem Umweltgesetzbuch (UGB) zusammenzufassen, zu vereinheitlichen, zu harmonisieren und fortzuentwickeln. Als Zwischenetappen auf diesem Weg formulierten zwei Professorenkommissionen im Auftrag des Umweltbundesamtes erste Entwürfe für einen Allgemeinen (vgl. Kloepfer u. a. 1991) und einen Besonderen Teil (vgl. Jarass u. a. 1994) eines Umweltgesetzbuches (UGB-ProfE). Davon ausgehend legte eine aus Wissenschaftlern und Praktikern zusammengesetzte und vom früheren Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts Sendler geleitete Unabhängige Sachverständigenkommission im September 1997 einen zweiten Entwurf vor (vgl. UGB-KomE 1998).
Ralf Antes

Finanzmärkte — Treiber oder Bremser des betrieblichen Umweltmanagements

Zusammenfassung
Dieser Beitrag diskutiert die steigende ökonomische Bedeutung von Umweltthemen für den wirtschaftlichen Erfolg von Finanzdienstleistern sowie die bisher weitgehend unterschätzte ökologische Bedeutung der Finanzmärkte für die Unterstützung des betrieblichen Umweltmanagements und des ökologischen Strukturwandels.
Stefan Schaltegger, Frank Figge

Kritischer Themenrück- und -ausblick — zugleich ein Nachtrag zu III

Frontmatter

Das Umweltmanagement an der Jahrhundertschwelle — Zeit für einen zweiten Blick

Zusammenfassung
Rückschau und Vorschau — zu beidem ist vor einer Jahrhundert- und gar Jahrtausendwende besonderer Anlaß geboten.1 In Sachen „Umweltmanagement“ fällt die Rückschau auf den ersten Blick hin sicher höchst positiv aus: in nur anderthalb Jahrzehnten ist die Ökologisierung der Betriebswirtschaft bestens vorangekommen.2 Alle betrieblichen „Faktoren“, „Prozesse“, „Produkte“, „Systeme“ haben Attribute wie „ökologisch“, „ökologieorientiert“, „umweltbezogen“ u.ä.m. hinzugewonnen. Es gibt umweltfreundliche Einsatzstoffe, einen produktionsintegrierten Umweltschutz, ökologieorientiertes Marketing, ökologische Produktgestaltung ebenso wie eine ökologieorientierte Logistik.
Eberhard Seidel

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