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Betriebsfeste Konstruktion und Berechnung von Schweißverbindungen

  • 2026
  • Buch

Über dieses Buch

Schweißverbindungen zählen nach wie vor zu den wichtigsten stoffschlüssigen Verbindungen. Für die Betriebsfestigkeitsberechnung von Schweißnähten gibt es zahlreiche Normen und Vorgaben – das Einordnen der verschiedenen Methoden ist auch für versierte Fachleute der betrieblichen Praxis nicht immer einfach. Darüber hinaus gewinnt die Finite-Elemente-Methode weiter an Bedeutung – auch hier gibt es eine Vielzahl von Modellierungsansätzen. In diesem praxisorientierten Buch werden die Grundlagen und die Zusammenhänge der Betriebsfestigkeit von Schweißverbindungen anschaulich dargestellt, sowohl auf Basis händischer Berechnungen wie auch mithilfe von FE-Methoden. Die Lesenden sind damit in der Lage, auch kritische Schweißverbindungen sicher hinsichtlich der Schwingfestigkeit auszulegen und begleitende Labortests zielgerichtet zu planen. In der vorliegenden zweiten Auflage des Buches wurden vornehmlich alle Normen und Literaturstellen auf den neuesten Stand aktualisiert.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Kapitel 1. Einleitung

    Ralf Späth
    Das Kapitel analysiert das Betriebsfestigkeitsverhalten von Schweißverbindungen und betont die Bedeutung der realen Nahtausführung für die Festigkeit. Es bietet eine Übersicht zu den wichtigsten Schweißverfahren und dem Qualitätsmanagement, gefolgt von detaillierten Berechnungsmethoden. Praktische Hinweise zur konstruktiven Gestaltung geschweißter Strukturen runden das Buch ab. Der Text ergänzt die IIW-Recommendations und ist eine wertvolle Ressource für Ingenieure und Konstrukteure, die sich mit der Betriebsfestigkeit und Berechnung von Schweißverbindungen befassen. Die Anwendung der Methoden und des Wöhlerlinienkatalogs wird an Beispielen detailliert aufgezeigt, und neue Vorgaben für die FEM-Modellierung werden vorgestellt. Das Buch ist eine umfassende und praxisnahe Anleitung für die Gestaltung und Berechnung geschweißter Strukturen.
  3. Kapitel 2. Fertigung von Schweißverbindungen

    Ralf Späth
    Das Kapitel behandelt die Fertigung von Schweißverbindungen und deren Einfluss auf die Betriebsfestigkeit. Es werden verschiedene Schweißverfahren wie Lichtbogenschweißen, Unterpulverschweißen, Wolfram-Inert-Gas-Schweißen (WIG), Metall-Schutzgasschweißen (MAG/MIG), Strahlschweißen, Reibschweißen und Rührreibschweißen vorgestellt. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der Prozesssicherheit und der Qualitätssicherung in der Serienfertigung. Der Text geht auch auf die verschiedenen Werkstoffe ein, die für geschweißte Strukturen geeignet sind, wie Bau- und Feinkornstähle, schweißgeeignete Schmiedestähle, schweißgeeigneter Stahlguss, austenitische Stähle, Duplexstähle, verschleißresistente Stähle und Aluminium. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nahtvorbereitung und den begleitenden Fertigungsschritten wie Heften, Richten, spanende und umformende Oberflächenbearbeitung, WIG-Nachbehandlung, Spannungsarmglühen und Formieren. Das Kapitel zeigt, dass die Schweißposition einen großen Einfluss auf die Gestalt der Nahtübergänge und damit auf das Ermüdungsverhalten hat. Abschließend wird betont, dass die Konstruktion die Fertigungsrealität immer im Auge behalten muss, um eine hohe Qualität der Schweißverbindungen zu gewährleisten.
  4. Kapitel 3. Qualitätsmanagement von Schweißverbindungen

    Ralf Späth
    Qualitätsmanagement von Schweißverbindungen ist ein komplexer Prozess, der weit über die Produktion und Qualitätsabteilung hinausgeht. Es beginnt bereits in der Entwicklung und umfasst zahlreiche Unternehmensbereiche. Marktvorgaben und Kundenecho spielen eine zentrale Rolle, wobei oft die Entwicklungsabteilung für die Vorgaben verantwortlich ist. Eine effektive Rückmeldung von Schäden an Kundenprodukten ist entscheidend, um wertvolle Informationen für die Entwicklung zukünftiger Produktgenerationen zu nutzen. Die Konstruktion hat großen Einfluss auf die Ausführung von Schweißverbindungen, wobei Aspekte wie Zugänglichkeit, Toleranzketten, Nahtvorbereitung und Prüfbarkeit entscheidend sind. Eine intensive Kommunikation zwischen Konstruktion und Fertigung ist unerlässlich, um optimale Lösungen zu finden. Normen und Vorschriften spielen eine wichtige Rolle, wobei verschiedene Prüfverfahren wie Sichtprüfung, Eindringprüfung, Magnetpulverprüfung, Ultraschallprüfung, Wirbelstromprüfung und Durchstrahlungsprüfung zur Anwendung kommen. Die zerstörende Prüfung umfasst Zugversuche, Schwingversuche, Härteprüfungen, Kerbschlagbiegeversuche und Schliffe. Die Normen DIN EN ISO 3834, DIN EN ISO 5817 und DIN EN ISO 6520 sind zentral für die Bewertung von Schweißverbindungen. Ein ganzheitliches Qualitätsmanagement, das alle Unternehmensbereiche einbindet, ist entscheidend für die Entwicklung und Produktion hochwertiger Schweißverbindungen.
  5. Kapitel 4. Festigkeitsrechnung von Schweißverbindungen

    Ralf Späth
    In diesem Fachbeitrag wird die Festigkeitsrechnung von Schweißverbindungen detailliert behandelt. Der Text beginnt mit der Unterscheidung zwischen statischer und Ermüdungsfestigkeit und erklärt die Bedeutung der höchsten Lasten für den statischen Festigkeitsnachweis. Anschließend wird die Spannungsermittlung an Schweißnähten beschrieben, wobei sowohl analytische als auch FEM-basierte Methoden vorgestellt werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Absicherung gegen Fließen und Stabilitätsversagen, wobei die Bedeutung von Eigenspannungen und Entfestigungsfaktoren hervorgehoben wird. Der Beitrag erläutert auch die verschiedenen Formen des Stabilitätsversagens wie Stabknicken, Beulen und Kippen und geht auf die Berechnung und Vermeidung dieser Versagensarten ein. Abschließend wird die Bedeutung von nichtlinearen FEM-Analysen für die Berücksichtigung des plastischen Materialverhaltens bei Stabilitätsberechnungen dargestellt. Der Fachbeitrag bietet einen umfassenden Überblick über die Festigkeitsrechnung von Schweißverbindungen und liefert wertvolle Einblicke in die praktische Anwendung von Berechnungsmethoden und Normen.
  6. Kapitel 5. Grundlagen der Betriebsfestigkeit

    Ralf Späth
    In diesem Kapitel werden die Grundlagen der Betriebsfestigkeit umfassend behandelt. Es wird erklärt, wie Werkstoffe auf schwankende Belastungen reagieren und welche Faktoren die Ermüdung beeinflussen. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Wöhlerlinie, die die Beziehung zwischen Spannungsamplitude und Lastspielzahl darstellt. Zudem wird die Bedeutung der Schädigungsrechnung nach Palmgren–Miner erläutert, die hilft, die Lebensdauer von Bauteilen unter variierenden Belastungen zu bewerten. Der Text geht auch auf die verschiedenen Einflussfaktoren wie Beanspruchungsart, Mittelspannung und Kerbwirkung ein und zeigt, wie diese die Betriebsfestigkeit beeinflussen. Abschließend wird die Bedeutung der Lastkollektive und deren Darstellung in Histogrammen und Tabellen hervorgehoben. Das Kapitel bietet einen detaillierten Einblick in die Betriebsfestigkeit und zeigt auf, wie diese in der Praxis angewendet werden kann, um die Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Bauteilen zu verbessern.
  7. Kapitel 6. Anwendung der Betriebsfestigkeitsrechnung für Schweißverbindungen

    Ralf Späth
    In diesem Fachbeitrag wird die Anwendung des Nennspannungsansatzes für die Betriebsfestigkeitsrechnung von Schweißverbindungen ohne FEM-Methoden erläutert. Der IIW-Katalog von Hobbacher und Baumgartner (2024) bietet vereinheitlichte Wöhlerlinien für verschiedene Schweißverbindungen und berücksichtigt dabei zahlreiche Einflussfaktoren wie Spannungskonzentrationen, Fehlstellen, Spannungsrichtung, Schweißeigenspannungen und metallurgische Eigenschaften. Der Beitrag zeigt, wie der Nennspannungsansatz und der IIW-Katalog zur Berechnung der Lebensdauer von Schweißverbindungen verwendet werden können, und erläutert die Bedeutung von Zusatzanforderungen wie zerstörungsfreien Prüfungen und Schweißnahtnachbehandlungen. Anhand von Beispielen wird die praktische Anwendung des Katalogs demonstriert, und es wird gezeigt, wie der Konstrukteur oder Berechner die FAT-Klassen für verschiedene Schweißverbindungen auswählen und die Lebensdauer berechnen kann. Der Beitrag betont die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Konstrukteur, Berechner und anderen Unternehmensbereichen für eine sichere Schwingfestigkeitsbewertung. Zudem werden die Anwendungsgrenzen und Einflussfaktoren der Nennspannungsmethode diskutiert, und es wird gezeigt, wie der IIW-Katalog zur quantitativen Berücksichtigung dieser Faktoren verwendet werden kann. Der Beitrag bietet eine umfassende Anleitung zur Anwendung des Nennspannungsansatzes und des IIW-Katalogs für die Betriebsfestigkeitsrechnung von Schweißverbindungen und zeigt, wie diese Methoden zur sicheren und effizienten Dimensionierung von Schweißverbindungen beitragen können.
  8. Kapitel 7. Vorgehensweisen zur FEM-Berechnung von Schweißverbindungen

    Ralf Späth
    In diesem Fachbeitrag werden verschiedene Vorgehensweisen zur FEM-Berechnung von Schweißverbindungen detailliert erläutert und verglichen. Die vier Hauptmethoden – Nennspannungsansatz, Strukturspannungsansatz, Kerbspannungsansatz und 3D-Scan-Geometrie-Ansatz – werden hinsichtlich ihrer Anwendungen, Vor- und Nachteile diskutiert. Der Nennspannungsansatz arbeitet mit globalen Nennspannungen und ist weniger detailliert, aber einfach anzuwenden. Der Strukturspannungsansatz berücksichtigt lokale Spannungserhöhungen und ist näher an realen Messungen. Der Kerbspannungsansatz modelliert lokale Kerben durch Ersatzradien und ist für komplexe Schweißverbindungen geeignet. Der 3D-Scan-Geometrie-Ansatz nutzt hochgenaue 3D-Scans, um die reale Geometrie der Schweißverbindungen zu erfassen und somit die wahre Spannung am Schweißnahtübergang zu berechnen. Der Beitrag zeigt, dass die Methoden mit idealisierten Geometrien die Lebensdauer einer einzelnen Probe kaum vorhersagen können, während der 3D-Scan-Geometrie-Ansatz gezieltere Aussagen ermöglicht. Praktische Beispiele und Anwendungen veranschaulichen die theoretischen Konzepte und zeigen die Vorteile und Grenzen der einzelnen Methoden auf. Der Vergleich der Methoden anhand eines durchgängigen Beispiels zeigt deutliche Unterschiede in den berechneten Lebensdauern, was die Bedeutung der Wahl der richtigen Methode für die Betriebsfestigkeitsrechnung unterstreicht.
  9. Kapitel 8. Ermüdungstest von Schweißproben

    Ralf Späth
    In diesem Fachbeitrag werden die Grundlagen und Methoden des Ermüdungstests von Schweißproben detailliert erläutert. Es wird beschrieben, wie verschiedene Schweißnahtformen, -verfahren und -nachbehandlungen untersucht werden können, um die Schwingfestigkeit von Schweißverbindungen zu bewerten. Der Beitrag geht auf die Bedeutung statistischer Absicherung ein und stellt verschiedene Prüfmaschinen wie servohydraulische, Resonanz- und Umlaufbiegemaschinen vor. Zudem werden Probenformen und Einflussgrößen wie Werkstoffparameter, Schweißparameter und Nachbehandlungsverfahren diskutiert. Praktische Tipps zur Durchführung der Versuche und zur Auswertung der Ergebnisse runden den Beitrag ab. Der Fachtext bietet eine umfassende Anleitung für die Planung, Durchführung und Auswertung von Ermüdungstests an Schweißproben, um die Zuverlässigkeit und Lebensdauer von Schweißverbindungen zu gewährleisten.
  10. Kapitel 9. Validierungstest von geschweißten Strukturen

    Ralf Späth
    Validierungstests von geschweißten Strukturen sind entscheidend für die Absicherung der Berechnung und die Vorbereitung der Serienfreigabe. Sie ermöglichen Erkenntnisse über Einflüsse aus der Fertigung und werden unter möglichst realistischen Randbedingungen durchgeführt. Die Belastung der Struktur erfolgt mit einem realistischen Kraft- und Häufigkeitsniveau, wobei eine zeitliche Raffung des Tests gegenüber dem realen Einsatz möglich ist. Aufgrund der hohen Kosten ist die statistische Absicherung jedoch schlecht, was durch verschärfte Lastkollektive ausgeglichen werden kann. Der Text beschreibt detailliert die Durchführung von Validierungstests am Prüffeld und im realen Einsatz, einschließlich der Herausforderungen und praktischen Tipps für eine erfolgreiche Validierung. Besonders betont wird die Bedeutung der Lasteinleitung und Aufspannung sowie die Optimierung des Prüfablaufs. Zudem werden die Vor- und Nachteile von Tests im realen Einsatz beim Kunden diskutiert, wobei die Reproduzierbarkeit und die repräsentative Belastung der Struktur im Vordergrund stehen. Der Text bietet wertvolle Einblicke in die Planung und Durchführung von Validierungstests und hebt die Bedeutung einer sorgfältigen Vorbereitung und kontinuierlichen Überwachung hervor.
  11. Kapitel 10. Konstruktive Maßnahmen zur Schwingfestigkeitssteigerung

    Ralf Späth
    In diesem Fachbeitrag werden konstruktive Maßnahmen zur Steigerung der Schwingfestigkeit von geschweißten Strukturen detailliert erläutert. Der Text behandelt die Bedeutung einer engen Abstimmung zwischen Konstruktion und Fertigung sowie allgemeine Konstruktionsempfehlungen für schwingbeanspruchte geschweißte Strukturen. Besonders hervorgehoben werden Maßnahmen wie das Vermeiden von Steifigkeitssprüngen, die Minimierung von Schweißnähten und die optimale Gestaltung von Nahtansätzen. Der Beitrag geht auch auf spezifische Herausforderungen wie die Belastung in Blechdickenrichtung und die Verwendung von geschlossenen Profilen bei Torsionsbelastung ein. Abschließend werden verschiedene Konstruktionsbeispiele und deren Vor- und Nachteile vorgestellt, um die praktische Anwendung der empfohlenen Maßnahmen zu verdeutlichen. Dieser Fachbeitrag bietet wertvolle Einblicke und praktische Ratschläge für die Optimierung der Schwingfestigkeit in der Schweißkonstruktion.
  12. Backmatter

Titel
Betriebsfeste Konstruktion und Berechnung von Schweißverbindungen
Verfasst von
Ralf Späth
Copyright-Jahr
2026
Electronic ISBN
978-3-658-49932-7
Print ISBN
978-3-658-49931-0
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-49932-7

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