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02.05.2019 | Betriebsstoffe | Nachricht | Onlineartikel

Klimatechnik in Gebäuden zur Herstellung von E-Fuels nutzen

Autor:
Patrick Schäfer

Forscher des KIT und der University of Toronto wollen die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen mit Lüftungs- und Klimaanlagen in Gebäuden koppeln. Diese sollen das zur Synthese notwendige CO2 liefern.

In einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "Nature Communications" plädiert ein Forscherteam rund um Professor Roland Dittmeyer vom Institut für Mikroverfahrenstechnik (IMVT) des Karlsruher Instituts für Technologie und Professor Geoffrey Ozin von der University of Toronto (UoT) in Kanada dafür, die Herstellung synthetischer Kraftstoffe zu dezentralisieren und dafür bestehende Lüftungs- und Klimaanlagen in Gebäuden zu nutzen. Kompakte Anlagen direkt in Gebäuden könnten CO2 aus der Umgebungsluft abtrennen und synthetische Kohlenwasserstoffe herstellen. "Wir wollen die Synergien zwischen der Lüftungs- und Klimatechnik auf der einen und der Energie- und Wärmetechnik auf der anderen Seite nutzen, um Kosten und Energieverluste bei der Synthese zu senken", so Professor Roland Dittmeyer vom Institut für Mikroverfahrenstechnik (IMVT) des KIT.

Das Konzept sieht vor, einen großen Anteil der in Deutschland für Mobilität eingesetzten fossilen Energieträger mit "Crowd oil" zu ersetzen. Das in den Lüftungsanlagen von Bürogebäuden, Supermärkten und Energiesparhäusern vorhandene CO2 könnte genutzt werden, um mit dezentralen, an Gebäudeinfrastruktur gekoppelten Konversionsanlagen einen großen Anteil des Bedarfs an flüssigen Kraftstoffen in Deutschland zu decken. Die notwendigen Technologien seien dafür im Wesentlichen vorhanden. 

"Crowd oil" kann nicht den kompletten Bedarf decken

Die Energieeffizienz der Anlagen könnte laut der Berechnungen bei 50 bis 60 Prozent liegen, die Kohlenstoffeffizienz bei annähernd 100 Prozent. "Wenn wir den erneuerbaren Wind- und Solarstrom sowie Kohlenstoffdioxid direkt aus der Umgebungsluft nutzen, um Kraftstoffe herzustellen, dann können wir große Mengen an Treibhausemissionen vermeiden", so Dittmeyer. Für die Realisierung des "Crowd oil"-Konzeptes bestehe allerdings trotz vorhandener Bausteine wie Anlagen zur CO2-Abtrennung oder Synthese von Energieträgern noch großer Forschungs- und Entwicklungsbedarf. 

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