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30.06.2020 | Betriebsstoffe | Nachricht | Onlineartikel

Beträchtlicher Kältemittel-Schmuggel bedroht EU-Klimaziele

Autor:
Patrick Schäfer
1 Min. Lesedauer

Das Volumen von illegal importierten teilfluorierten Kohlenwasserstoffen in die EU könnte einem CO2-Äquivalent von bis zu 34 Millionen Tonnen entsprechen. Damit werden die EU-Klimaziele gefährdet.

Die Oxera Consulting LLP hat die Handelsströme mit teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) evaluiert, die in Kühlgeräten und Autoklimaanlagen eingesetzt werden. Nach Analyse der Daten schätzt der Europäische Technische Ausschuss für Fluorkohlenwasserstoffe (EFCTC), ​dass das Volumen der illegal importierten HFKWs ​​​​​​bis zu einem Drittel des EU-Marktes entspricht. Der Kältemittel-Schmuggel umgeht damit die seit 2015 geltende F-Gase-Verordnung der EU.

Für die Untersuchung hat Oxera öffentlich zugängliche Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat, der handelsstatistischen Datenbank der Vereinten Nationen (Comtrade) sowie chinesische Exportdaten verglichen. "Leider haben wir keine Möglichkeit, die genaue Größe des HFKW-Schwarzmarktes zu beurteilen, da der illegale Handel natürlich nirgendwo offiziell erfasst wird. Mit dieser aktuellen Analyse haben wir jedoch solide Anhaltspunkte für das Ausmaß des Problems. Der illegale HFKW-Handel könnte damit sogar noch alarmierender sein als im bisher schlimmsten Fall angenommen", so Tim Vink, Director Regulatory Affairs bei Honeywell und stellvertretender Vorsitzender des EFCTC.

Lösungen gegen den Kältemittel-Schmuggel

Die Analysen decken vor allem eine Diskrepanz zwischen den chinesischen Exportzahlen und den von Eurostat verzeichneten Importen auf. Das betrifft auch europäische Nachbarländer. Um das Problem zu lösen, schlägt die EFCTC eine Verschärfung der Grenzkontrollen vor, Lieferketten für Kältemittel besser zu verfolgen sowie eine engere Zusammenarbeit aller Beteiligten anzustreben.

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