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13.07.2017 | Betriebsstoffe | Infografik | Onlineartikel

Norweger wollen synthetischen Kraftstoff in Massen herstellen

Autor:
Christiane Köllner

Das Unternehmen Nordic Blue Crude baut in Norwegen zehn Fabriken, um den synthetischen Erdölersatz Blue Crude zu produzieren. Aus Blue Crude lässt sich zum Beispiel Diesel auf Ökostrom-Basis herstellen.

Die Massenproduktion des Erdölersatzes Blue Crude wird Realität: Ab 2020 soll im norwegischen Industriepark Heroya die erste Großvolumen-Anlage ihren Betrieb aufnehmen, die mit einer elektrischen Leistung von 20 Megawatt 8.000 Tonnen pro Jahr produzieren wird. Nordic Blue Crude, Sunfire, Climeworks, EDL Anlagenbau und weitere Partner haben bereits mit den Planungsarbeiten begonnen. Das synthetische Blue Crude ist – vergleichbar mit Rohöl – ein Gemisch unterschiedlicher Kohlenwasserstoffe. Hieraus könnten in bestehenden Raffinerien Wachse, aber auch Benzin, Diesel, Kerosin und sogar Raketentreibstoffe gewonnen werden.

Anlage versorgt bis zu 13.000 Pkw mit synthetischem Kraftstoff

Das an der norwegischen Südküste in der Hafen- und Industriestadt Porsgrunn ansässige Cleantech-Unternehmen Nordic Blue Crude wird die Power-to-Liquids (PtL)-Anlage betreiben. Mit der jährlichen Produktionsmenge könnten beispielsweise 13.000 Pkw mit synthetischem Kraftstoff versorgt und 21.000 Tonnen fossiler CO2-Emissionen vermieden werden. Der anvisierte Ziel-Preis pro Liter soll bei unter zwei Euro liegen.

Seit 2016 verfügt Nordic Blue Crude über die Exklusivrechte in Norwegen und Schweden. "Unser Ziel ist, die Anlagen-Kapazität zu verzehnfachen, sobald wir genügend Erfahrung mit der ersten Ausbaustufe von 10 Millionen Litern gesammelt haben", sagt Gunnar Holen, CEO von Nordic Blue Crude. Langfristig könnten so zehn identische Produktionsstätten in Skandinavien entstehen. 

Blue Crude entsteht in einem dreistufigen und von Sunfire entwickelten sowie patentierten PtL-Verfahren ausschließlich aus Wasser, CO2 und Ökostrom. 

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