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07.03.2018 | Betriebstechnik + Instandhaltung | Nachricht | Onlineartikel

Monitoring bei Temperiersystemen

Autor:
Nadine Winkelmann

Durch ein Zustands- und Prozessmonitoring bei Temperiersystemen kann der Ausschuss gesenkt und die Prozessqualität gesteigert werden. Die Lösung eignet sich auch für das Predictive Maintenance.

Bei der Kunststoffverarbeitung spielen Temperiersysteme eine wichtige Rolle. Nur wenn die Temperatur der Bearbeitungswerkzeuge und des Werkstoffs richtig eingestellt sind, erhalten Produkte die gewünschten Oberflächen und Eigenschaften. Mit Logotherm 4.0 hat das Fraunhofer IPA zusammen mit der Gesellschaft Wärme Kühltechnik gwk eine Lösung entwickelt, die die Zustands- und Prozessdaten der Temperiersysteme überwacht und bei Abweichungen einen Alarm auslöst. Im ersten Schritt haben die Forscher die Temperiersysteme von gwk an die am IPA entwickelte Cloud-Plattform Virtual Fort Knox angebunden. Auf diese Weise erfasst Logotherm 4.0 die Zustands- und Prozessdaten aller Maschinen des Maschinenparks. Ein Dashboard zeigt die Informationen zentral und echtzeitnah an.

Anlagen vorausschauend warten

Der Industrie-4.0-Ansatz sieht es vor, die Daten aus der Produktion nicht nur zu erheben, sondern auch intelligent weiterzuverarbeiten. Dies erfolgt bei Logotherm 4.0 mit einem Condition Monitoring Service, der im Hintergrund läuft. "Die Applikation analysiert die Daten aus der Maschinensteuerung. Fehler und Abweichungen werden auf dem Dashboard angezeigt", erklärt IPA-Projektleiter Dennis Bauer. Darüber hinaus haben die IPA-Forscher einen Notification Service integriert, mit dem der Verantwortliche bei Problemen automatisiert eine Benachrichtigung erhält. Missstände lassen sich dadurch schneller erkennen und beheben. Die Lösung ist für das Predictive Maintenance geeignet. Mit den Zustandsdaten sollen sich die Lebensdauer der wichtigsten Komponenten, wie Pumpen oder Ventile, präzise bestimmen lassen. Maschinen und Anlagen können so vorausschauend gewartet und Ausfälle reduziert werden. Das System verbessere außerdem die Prozessqualität. Über das Dashboard können die Verantwortlichen die Temperatur, Durchflussmenge, Druck und Leistung der Maschinen abrufen. Treten Abweichungen auf, kann direkt nachjustiert werden.

Logotherm 4.0 wurde für Unternehmen entwickelt, die Temperiersysteme bei der Kunststoffverarbeitung einsetzen. Im Prinzip lasse sich das Zustands- und Prozessmonitoring aber für alle Branchen realisieren. Möglich sei zum Beispiel auch, Fernwartungen vorzunehmen oder Ersatzteile automatisiert zu liefern. Ein Demonstrator von Logotherm 4.0 ist im Applikationszentrum Industrie 4.0 des Fraunhofer IPA errichtet. 

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