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Über dieses Buch

Vorwort zur 2. Auflage Die Beschäftigung mit der Geschichte ist nie abgeschlossen. So hat sich ge zeigt, dass – ohne den Charakter der Skizze zu verändern – einige Ergän zungen und Präzisierungen vorzunehmen waren. Das hat den Umfang leicht erhöht. Bei dieser Gelegenheit konnten auch verschiedene Fehler be seitigt werden. Hier bin ich insbesondere auch Herrn Kollegen Hesse dafür dankbar, dass er mich auf einen gravierenden Fehler hinwies. Die Tabelle im Abschnitt 8. 2 konnte mit der Hilfe vieler Kollegen und weiteren Recher chen ergänzt werden. Damit können Aussagen über Lehrer Schüler Beziehungen, das Habilitationsalter oder das Promotionsalter von Betriebs wirten präzisiert werden. In bewährter Weise hat Frau Stephanie Daleki, unterstützt durch Frau Vicky Hansen, den Druck vorbereitet. Dafür danke ich sehr herzlich. Natürlich werden auch jetzt wieder Fehler verblieben sein. Hinweise darauf nehme ich gern entgegen. Koblenz, Juli 2010 Klaus Brockhoff Vorwort zur 1. Auflage Im Gespräch mit Studierenden und Praktikern fiel mir auf, dass zwar eine Vielzahl von Methoden, Konzepten und sogar Namen von Betriebswirten bekannt sind, aber eine zeitliche Einordnung dieser Kenntnisse fehlt. Das erschwert zugleich das Verständnis, weil man sich nicht darüber klar wird, welcher Wissenschaftler mit welchem Konzept auf welchen Kenntnissen seiner Vorgänger aufbaute oder hätte aufbauen können. Letzteres ist beson ders interessant.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Betriebswirtschaftslehre – eine Wissenschaft

Im deutschen Sprachraum ist die Betriebswirtschaftslehre im Vergleich zu anderen Feldern geistiger Erkenntnissuche als Wissenschaft erst sehr spät wahrgenommen worden. Das ist im Folgenden noch genauer zu beleuchten. Ebenso ist auf die Schwierigkeiten einzugehen, die auf dem Weg zur heute akzeptierten Fachbezeichnung zurückzulegen waren. Das geschieht in den Kapiteln 5ff. Es gibt in Deutschland bis heute Stimmen, die die Betriebswirt schaftslehre als Wissenschaft in Frage stellen. Ihr Argument ist, der Praxis bezug verlange kurze Studiengänge, die als Ganze in Fachhochschulen an zubieten seien. Von Forschung zur Erkenntnisgewinnung ist dabei kaum die Rede. Dass die Abschiebung einzelner Disziplinen der Idee der Universi tät als „Symbol der Einheit der Wissenschaft“ widerspreche, hat schon der Orientalistik-Professor und spätere preußische Kultusminister Carl Heinrich Becker mit Bezug auf den „ungeheuren Fehler“ der Gründung von techni schen Hochschulen vertreten. Das mag entsprechend für die Gründung spezieller Handelshochschulen gelten.

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2. Elemente einer Wissenschaft

Im Abschnitt 1.2 wurden Kriterien angegeben, die gemeinsam als Indizien für die Existenz einer Wissenschaft herangezogen werden können. Ob diese Kriterien für die Betriebswirtschafslehre aus heutiger Sicht zutreffen, wird in den folgenden Abschnitten untersucht.

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3. Wissenschaftlicher Fortschritt

Bevor darzustellen ist, wie die Disziplin wissenschaftlich voranschreitet, ist in Erinnerung zu halten, dass solche Schritte von Individuen vorzunehmen sind. Es ist der schöne Satz geprägt worden: „Creative thinking is a scarce resource, but it comes in fairly inexpensive man sized lumps …“. Auf das Debattengewirr darüber, zu welchen Teilen diese knappe Ressource gene tisch verteilt ist oder im Laufe persönlicher Entwicklung erworben wird, kann hier nicht eingegangen werden. Es soll lediglich darauf hingewiesen werden, dass mehrere der im vorangehenden Abschnitt angesprochenen Aspekte auch in der Erklärung individueller Kreativität ihren Platz finden. Die individuelle Betrachtungsweise darf auch nicht negieren, dass Individu en in der Interaktion mit anderen und ihrer Umwelt in ihrer kreativen Leis tung gesteigert werden können. Die Lehre von den Kreativitätstechniken ist voll von – allerdings nicht immer auch empirisch geprüften - Hinweisen hierzu. Das Brainstorming etwa zieht seine Synergien aus der Interaktion von Personen. Die Bionik unterstützt den Menschen bei der Lösungssuche durch die selektive Beobachtung der Natur.

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4. Unternehmenstheorien als Beispiele

Objektspezialisierung (2.4.3) und Unterschiede in Paradigmen (3.2.2) wer den hier an Beispielen verdeutlicht. Studierende und Praktiker fragen immer wieder nach

der

Theorie des Unternehmens. Sie sind manchmal verzweifelt, manchmal enttäuscht, wenn ihnen diese Frage nicht mit einem Hinweis beantwortet werden kann. Möglicherweise würde auch eine alle „Rätsel“, Sichtweisen und Foci integrierende Theorie entweder für die Technologie der Betriebswirtschaftslehre aussagenleer bleiben oder einen Komplexitäts grad erreichen, der einer Handhabung entgegensteht. Ähnliches ist schon einmal festgestellt worden, als in die Simulationsmodelle vom „industrial dynamics“-Typ immer mehr integriert wurde, um das gesamte Unterneh men, seine Führung und sein Marktumfeld zu erfassen. Allein das Marke ting Modell eines Unternehmens nach diesem Ansatz wurde im Rückblick von einem der führenden Marketing-Forscher als „sinnlos“ und „viel zu kompliziert“ bezeichnet. Abstraktion ist für die Theoriebildung unver meidlich. Das führt zu unterschiedlichen Sichtweisen auf das Objekt der Betriebswirtschaftslehre.

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5. Geschichte der Betriebswirtschaftslehre

Man kann aus der Geschichte lernen, auch wenn sie keine Prognosen im wissenschaftlichen Sinne ermöglicht. Zu diesem Schluss kommt der Histo riker Karl Dietrich Erdmann, der die möglichen Zukunftsaussagen zwischen zwei bildhaft beschriebenen Extrempositionen ansiedelt: dem Kreis, als dem Bild des zyklisch Wiederkehrenden, und der Linie, als dem Bild der eschatologisch teleologischen Geschichtsdeutung. Nach anderer Meinung soll Geschichte über „die richtigen und die Irrwege der Vergangenheit“ aufklären, was wiederum Werturteile impliziert. Welche Erwartungen können sich dann darauf richten, die Geschichte der Betriebswirtschaftslehre zu erforschen und sie wahrzunehmen? Stiftet ihr Studium Konsumnutzen als intellektuelles Vergnügen oder darf mehr erwartet werden? Kann ein eventueller Nutzen neben der Wissenschaft auch die Praxis erreichen?

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6. Betriebswirtschaftslehre in der Geschichte

Führt man sich die 1184 Seiten der unvollendeten „

History of Economic Ana lysis

“ von Joseph Schumpeter vor Augen, so müsste ein etwa gleicher Umfang von einer Geschichte der Betriebswirtschaftslehre erwartet werden, die spätestens im klassischen Griechenland beginnt und bis zur Neuzeit reicht sowie eine Vielzahl von Kulturen umfasst. Auch das Werk von Dieter Schneider kommt auf 1036 Seiten. Vergleichbares soll hier nicht geleistet werden. Angestrebt wird eine Skizze, ein Überblick, der wesentlich erschei nende Entwicklungsschritte dokumentiert. So können Herkommen und Einordnung gegenwärtiger Wissensstände etwas besser beurteilt werden. Freilich muss man sich mit der Feststellung abfinden: „Periodizing, as we know, is a necessary evil“, wenn man, wie hier, eine Darstellung nach historischen Epochen wählt.

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7. Schluss

(1) Zwei Auffassungen werden hier miteinander verknüpft. (a) Die Be triebswirtschaftslehre ist eine Wissenschaft. Das wird an Hand von Kriterien belegt, die aus heutiger Sicht eine Wissenschaft kennzeichnen. (b) Diese Wissenschaft ist nicht plötzlich geschaffen worden, sondern hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Die Vorstellung von einer Dynamik der wissen schaftlichen Entwicklung im Sinne von Thomas Kuhn (Abschnitt 3.2) lässt es zu, dass zunächst ungelöste Fragen immer besser beantwortet werden. Sie lässt es auch zu, dass die Fragen aus unterschiedlicher Sichtweise angegan gen werden. Und sie erfordert wegen der Veränderung der Fragen zu einer bestimmten Zeit eine wissenschaftliche Revolution. So können nebeneinan der unterschiedliche Erklärungsmuster fortbestehen. Das macht, neben dem Einfluss menschlichen Verhaltens in den Unternehmensentscheidungen, Schwierigkeiten beim Verständnis der Disziplin.

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8. Biographischer Anhang

Ein vollständiges Verzeichnis der etwa seit Gründung der Handelshoch schulen 1898 an deutschen Universitäten lehrenden Betriebswirte existiert nicht. In diesem Anhang wird versucht, eine Grundlage für ein solches Ver zeichnis zu schaffen. Es reicht bis zum Geburtsjahrgang 1945. Dieser Jahr gang tritt frühestens Ende der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts als Hoch schullehrer in die Verantwortung, also etwa dem Zeitpunkt, an dem die voranstehende Darstellung endet. Angestrebt ist, neben dem Namen das Geburts- und ggf. Todesjahr, das Jahr der Promotion und den Hauptbetreu er sowie entsprechend das Jahr der Habilitation und den Hauptbetreuer zu ermitteln. Damit könnten die Lehrer-Schüler-Beziehungen leicht nachge schlagen werden, auf die gelegentlich im Text verwiesen wird. Das kann zum Verständnis der Werke beitragen, insbesondere dann, wenn auf die Bildung von „Schulen“ einheitlicher Auffassungen Wert gelegt wird.

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Backmatter

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