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Über dieses Buch

Big Data ist nicht nur Sache von Versicherungen und Internetunternehmen. Auch für die global agierende Musikwirtschaft, die in den letzten knapp 20 Jahren bereits zahlreiche Transformationen überstehen musste, werden Sammlung, Analyse und Verwertung großer Datenmengen zu einem immer zentraleren Thema. Das aktuelle Jahrbuch der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung versammelt hierzu unterschiedliche Ansätze und Perspektiven auf das Thema Big Data und Musik: Von den Datafication-Algorithmen Spotifys über die rechtlichen Implikationen von Music Data Mining, die Blockchain oder der Nutzung von Big Data im Artist & Repertoire Management werden zentrale Anwendungsfelder von Musik und Big Data in den Blick genommen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Big Data und Musik: Zwischen Potenzial und Anwendung
Every day, people are breaking up and entering into relationships on Facebook. When they do, they play songs that personify their mood. With Valentine’s Day just around the corner, we looked at the songs most played by people in the U.S. on Spotify as they make their relationships and breakups ‘Facebook official’ (Facebook Data Team 2012).
Michael Ahlers, Lorenz Grünewald-Schukalla, Martin Lücke, Matthias Rauch

Big Data und Musik

Frontmatter

Kapitel 2. Knowing Me, Knowing You: Datafication on Music Streaming Platforms

In diesem Kapitel wird untersucht, wie Daten gesammelt und verwendet werden, um das Hörerlebnis auf modernen Streaming-Plattformen zu personalisieren. Mit dem Fokus auf Spotifys Discover Weekly-Feature und der wachsenden Bedeutung von kontextsensitiven Empfehlungssystemen schließt das Kapitel abschließend einige der umfassenden Auswirkungen von Datafication bzgl. der Zukunft des Musikkonsumierens und -entdeckens ab.
Robert Prey

Kapitel 3. Music Data Mining und das Urheberrecht

Der Beitrag untersucht die rechtlichen Anforderungen an das Music Data Mining (MDM). Darunter ist die computergestützte Analyse von Material (Werkkataloge, Noten, Liederblätter etc.) aus der Musik zu verstehen. Sie setzt sich das Ziel, aus einer Vielzahl an Daten Zusammenhänge und Muster zu erkennen. Mögliche Einsatzgebiete sind Music Recommendation, Audio Identification, Playlist Generation oder auch die Hit Song Science – um nur wenige zu nennen. MDM wirft rechtliche Fragen auf: Auf verschiedenen Stufen des Minings werden Kopien von urheberrechtlich geschützter Musik angefertigt. Und obwohl der Erkenntnisgewinn aus geschütztem Material ein urheberrechtlich freier Vorgang ist, muss für urheberrechtlich relevante Verwertungshandlungen eine Lizenz eingeholt werden. Etwas anderes gilt nur, wenn Ausnahmen oder Schranken diese Verwertung zulassen.
Eine spezifische Schranke für Text und Data-Mining hat der deutsche Gesetzgeber erst kürzlich eingeführt. Hiervon ausgenommen ist aber die kommerzielle Forschung. Vor allem dort bleiben Rechtsfragen bestehen.
Der Beitrag untersucht, inwieweit MDM überhaupt urheberrechtlich relevant ist und ob die neuen Schrankenbestimmungen den Bedürfnissen der Forschung und der Musikbranche gerecht werden. Außerdem nennt der Beitrag einige praktische Hürden für die Wissenschaft, wie Zugangsfragen zu Material und internationalen Forschungssachverhalten.
Der Beitrag berücksichtigt den Stand der juristischen Diskussion bis zum 13. August 2017.
Fabian Rack

Kapitel 4. Blockchain als Chance der Verwertungsgesellschaften

Im Mittelpunkt dieses praxisorientierten Beitrags steht ein erster Entwurf zur Abbildung des Blockchain-Konzepts auf die Musikwirtschaft, dem Statements aus einer Interviewstudie mit Expert_innen aus Musik, Technologie und Forschung zugrunde liegen. Aufbauend auf diesem Entwurf wird eine Folgenabschätzung für Verwertungsgesellschaften vorgenommen. Blockchain-Architekturen können die Attraktivität und Position von Verwertungsgesellschaften stärken. Eine erfolgreiche Übernahme dieser Technologien setzt jedoch eine detaillierte Evaluation von Blockchain, eine Anforderungsanalyse der Musikwirtschaft und vor allem eine Lösung des Metadaten-Problems voraus. Eine Integration des neuen Konzepts verlangt in erhöhtem Maß Koordination und Kommunikation in Form kollaborativer Ansätze, die auf Prinzipien des Transition-Management aufbauen. Eine konsequente Umsetzung mit Unterstützung der Verwertungsgesellschaften kann zur Entfaltung eines erweiterten Wertschöpfungsraums in der Musikwirtschaft führen.
Wolfgang Senges

Kapitel 5. Die Blockchain in der Musikindustrie

Innovationspotential und Geschäftsmodelle
Die Blockchain wird im medialen Diskurs aktuell als vielversprechende Technologie für die Musikindustrie diskutiert. Dieser Beitrag beleuchtet diesbezüglich die Einsatzmöglichkeiten. Nach einer Erläuterung der konzeptionellen Grundlagen dieser neuen Technologie werden die Potentiale vorgestellt, die derzeit im medialen und (noch relativ kleinen) wissenschaftlichen Diskurs verhandelt werden. Die damit verbundenen Hoffnungen seitens der Musikschaffenden und anderer Beteiligter werden mit bestehenden Problemen und Hindernissen kontrastiert und somit kritisch hinterfragt. Anschließend wird die Blockchain als technologische Innovation und als systemfremde Kreativität (Tschmuck 2003, 2008) beleuchtet. In diesem Zuge wird aufgezeigt, welche Potentiale die Blockchain hat, um bestehende Handlungs- und Wertschöpfungs-Paradigmen der Musikindustrie aufzubrechen und einen Paradigmenwechsel herbeizuführen. Darauf aufbauend wird ein Analyseinstrument zur Beschreibung von Geschäftsmodellen in der digitalen Musikindustrie vorgestellt. Mit diesem Instrument werden drei derzeit in die Musikindustrie drängende Organisationen (PeerTracks, Ujo Music und dotBlockchain Music) und ihre innovativen Geschäftsmodelle analysiert, wodurch Einblicke in aktuell angewandte Ansätze und ihre unterschiedlichen Ausrichtungen sowie – sofern möglich – Erfolgspotentiale möglich werden.
Lorenz Gilli, Aaron Röver

Kapitel 6. Big Data in der Praxis – Marketing in der Musikindustrie

Eine Momentaufnahme des Social Web
Die Digitalisierung der Musikbranche und die Einführung von non-physischen Musikinhalten haben die Vermarktungsmöglichkeiten von Musikinhalten tiefgreifend verändert, indem einerseits durch Download- und später Streaming-Plattformen die Beschaffung und Verbreitung von Musik grundlegend vereinfacht worden ist und sich anderseits durch Social Web-Angebote wie Facebook, Twitter und Instagram eine partizipative Medienkultur entwickelt hat, die maßgeblich die Künstler-Fan-Beziehung verändert hat. Anhand einer explorativen Analyse der deutschen Chart-Erhebungen für das Jahr 2016 durch das Charts- und Marktforschungsunternehmen media control wird eine Momentaufnahme der Musikvermarktung mittels der Social Web-Angebote Facebook und Twitter beispielhaft charakterisiert. Somit wird die Relevanz von Big Data für die Musikindustrie aufgezeigt und es wird skizziert, dass Social Web-Angebote und deren Daten zur systematischen Informationsgewinnung dienen und somit ein weitreichendes Potenzial zur Prognose von gesellschaftlichen Entwicklungen sowie für datenbasierte Kommunikationsaktivitäten bieten.
Anita Carstensen

Kapitel 7. Talententdeckung und -förderung im Zeitalter von Big Data

Der Einfluss von Datenanalyse auf das A&RManagement der Musikindustrie
Big Data gilt als innovativer Ansatz, um das Verhalten von Konsumierenden vorherzusagen. In diesem Beitrag wird danach gefragt, ob Big Data auch dazu dienen kann, Talente in der Musikindustrie zu entdecken und zu fördern. Dafür wird zunächst beschrieben, wie vor allem beim Streaming und im Social Web digitale Daten anfallen. Anschließend wird dargelegt, wie diese Daten als Basis für Big-Data-Analysen genutzt werden können. Daraufhin werden drei Anwendungsbeispiele von Datenanalysen im A&R-Management aufgezeigt: die Analyse onlinegenerierter musikbezogener Daten, die Nutzung von Datenaggregatoren sowie die Berechnung des Erfolgspotentials eines Musikschaffenden mithilfe von Big-Data-Technologien. Um die theoretisch gewonnenen Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Medienpraxis abzugleichen, wurden mehrere leitfadengestützte Interviews mit Branchenkenner_innen durchgeführt. In der empirischen Untersuchung wurde deutlich, dass Big Data bereits heute eine wichtige Rolle bei der Talententdeckung und -förderung spielt, es aber noch einen erheblichen Bedarf gibt, die Daten mit einem hohen Maß an Zuverlässigkeit auszuwerten.
Ulrika Müller

Kapitel 8. „Täglich ein Terrabyte Daten…“

Interview mit Michael Krause, Deezer
Deezer ist mit über 12 Millionen aktiven Nutzern in mehr als 180 Ländern einer der ersten globalen Musikstreamingdienste. Fans haben direkten Zugriff auf einen der größten Musikkataloge der Welt mit über 43 Millionen Songs, tausenden Hörbüchern und Hörspielen, 40.000 Podcasts sowie Live-Inhalten im Bereich Sport. Deezer wurde 2007 in Paris gegründet und hat seit 2012 einen deutschen Standort in Berlin.
Martin Lücke, Lorenz Grünewald-Schukalla

GMM Best Paper Award

Frontmatter

Kapitel 9. Ich weiß was nicht, was du nicht weißt!

Informationsbedarf, Informationsangebot und Informationsvalidierung zwischen Musikschaffenden und der Verwertungsgesellschaft GEMA
Ausgangspunkt des Artikels „Ich weiß was nicht, was du nicht weißt!“ ist die Beobachtung, dass die Verwertungsgesellschaft für musikalisches Urheberrecht (GEMA) aus Reihen von Musikschaffenden immer wieder kritisiert und angefeindet wird. Dies erscheint zunächst äußerst seltsam, da die GEMA im Wesentlichen das Interesse von Musikschaffenden – konkret Komponisten und Textern – unterstützt und durchsetzt. Betreffend diesen scheinbaren Widerspruch geht der Artikel von der Hypothese aus, dass es der GEMA und den Musikschaffenden an Wissen über den jeweils anderen mangelt, wodurch Missverstehen entsteht. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, das GEMA-spezifische Wissen der Musikschaffenden zu untersuchen und eventuelles Unwissen zu ermitteln. Im Zuge dessen wurde die GEMA-spezifische Kommunikation von Musikschaffenden innerhalb von Internetforen mit Hilfe der Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring untersucht. Die resultierenden Informationsbedarfe der Musikschaffenden wurden in einem zweiten Schritt mit dem Informationsangebot des FAQs der GEMA-Webseite verglichen.
Marco Räuchle

Veranstaltungsbesprechungen

Frontmatter

Kapitel 10. Abschlussbericht zum 2. Summer Institute der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung Developments for Musicpreneurs: 14.–20. September 2016, Porto, Portugal

Zum bereits zweiten Mal bot die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM) mit ihrem „Summer Institut“ in Porto etablierten Musikforscher_innen, Branchenvertreter_innen sowie vor allem jungen Wissenschaftler_innen eine ausgeruhte Plattform des interdisziplinären Austausches. Im Fokus standen dabei im Jahr 2016 zunächst die Musicpreneure, also die ökonomisch tätigen Musikschaffenden und deren Innovationspotentiale, insbesondere innerhalb einer sehr dynamischen und unübersichtlichen Musikwirtschaft.
Jonas Gödde, Christoph Jacke, Dominik Nösner

Kapitel 11. Most Wanted: Music 2016

Berlin, den 16.11.2016 – 110 Speaker, 45 Sessions und über 25 Satellite Events – die Most Wanted:Music (MW:M) 2016 bot an zwei Tagen eine breit aufgestellte und hochwertig kuratierte Konferenz für die (Berliner) Musikbranche. Mit etwa 1.200 Teilnehmer_innen konnte die Berlin Music Commission (BMC) die Stellung der Veranstaltung auch in ihrem dritten Jahr manifestieren und weiter ausbauen. Auch die Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM) war bei der MW:M 2016 programmatisch vertreten.
Martin Lücke, Lorenz Grünewald-Schukalla

Kapitel 12. „Solutions for a more equal electronic music scene and business“

re:publica-Panel zu Frauen in der elektronischen Musikwirtschaft
Wie können wir den Geschlechterungleichheiten in der elektronischen Musikszene begegnen? Welche Lösungen bieten sich an, und wie können wir sie implementieren? Diesen Fragen stellte sich auf der diesjährigen re:publica ein von der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung e. V. (GMM) präsentiertes Panel. Auf der Stage L1 in der STATION Berlin, ein Raum des alten Postbahnhofs an der Luckenwalder Straße (Berlin-Kreuzberg), dessen blanke Betonwände mit den re:publica Farben ausgeleuchtet waren, kamen fünf unterschiedliche Perspektiven auf das Thema „Solutions for a more equal electronic music scene and business“ zusammen.
Lorenz Grünewald-Schukalla

Kapitel 13. 8th Vienna Music Business Research Days, 2017

Once again, music business researchers from various disciplines flew in to gather in Vienna for the annual Vienna Music Business Research Days (VMBRD). While the headlining theme blockchain occupied the central position of this year’s conference, a very lively and interdisciplinary discussion around several topics significant for today’s music business developed.
Konstantin Hondros

Rezensionen

Frontmatter

Kapitel 14. Holger Schwetter: Teilen. Und dann? Kostenlose Musikdistribution, Selbstmanagement und Urheberrecht

Das Buch stellt die editierte Dissertationsschrift des Verfassers dar und bearbeitet in seinem Kern aktuelle Themen und Entwicklungen auf den Musikmärkten des 21. Jahrhunderts. Die Konjunktur der Fragen und Auswirkungen rund um die Möglichkeiten des künstlerischen Selbstmanagements und alternativen Lizensierungsmodellen für kulturelle Artefakte oder Inhalte setzte in den ersten Dekaden dieses Jahrhunderts ein, eine Bearbeitung und weitere Verbreitung erfolgte dann jedoch leider nicht immer substanziell und wissenschaftlich begründet, sondern vielfach auch halbwissend oder journalistisch. Erfreulich also, dass Holger Schwetter sich mit seiner Publikation nun erstmals auf dem deutschen Markt in gebotener theoretischer und empirischer Tiefe sowie Breite an die Auf- und Bearbeitung macht.
Michael Ahlers

Kapitel 15. Jan-Michael Kühn: Die Wirtschaft der Techno-Szene. Arbeiten in einer subkulturellen Ökonomie

In seiner ethnographischen Studie entwickelt Jan-Michael Kühn, seines Zeichens DJ und Autor des Blogs Berlin Mitte Institut für Bessere Elektronische Musik, seine Theorie einer ästhetischen Subkultur. Gegenstand ist für ihn die Berliner Techno- und House-Szene, in der er seit über 13 Jahren tätig ist. Daher stellt er in der Einleitung klar, dass die Techno-Szene eine besondere Faszination auf ihn ausübt.
Lorenz Grünewald-Schukalla
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