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02.08.2016 | Big Data | Im Fokus | Onlineartikel

Open Data treibt das Wirtschaftswachstum an

Autor:
Detlev Spierling
3 Min. Lesedauer

Das Potenzial von Open Data als Instrument und Treiber der digitalen Transformation ist immens: Offene Verwaltungsdaten können in Deutschland im besten Fall einen volkswirtschaftlichen Mehrwert von bis zu 131,1 Milliarden Euro im Jahr erzeugen und 20.000 Arbeitsplätze schaffen. Das behauptet die Konrad-Adenauer-Stiftung in einer kürzlich veröffentlichten Open Data-Studie.

Open Data kann zu einem Treiber des gesellschaftlichen Wandels werden und das Verhältnis von Staat, Bürger und Wirtschaft entscheidend prägen, heißt es in der frei verfügbaren wissenschaftlichen Studie "Open Data. The Benefits“ zum volkswirtschaftlichen Potenzial von Open Data in Deutschland.

Darin beschreibt die Konrad-Adenauer-Stiftung vielfältige Open Data-Einsatzszenarien und -Effekte: “Firmengründer bauen neue, zuvor nicht mögliche Geschäftsmodelle auf; Verwaltungen bieten zentrale Datenbestände an, die wirtschaftlich verwertbar sind; Investoren nutzen Daten zur Risikoanalyse und -minimierung; Verwaltungen und Unternehmen werden transparenter und erhöhen so das Vertrauen von Bürgern und Kunden; wissenschaftliche Arbeit kann beschleunigt werden und aufbereitete Daten verbessern Entscheidungsfindungsprozesse bei Kunden, in Firmen und Verwaltungen".

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Deutschland droht den Anschluss an die Open Data-Entwicklungen zu verlieren

"Information wird immer stärker zur strategischen Ressource, deren sinnvolle Erschließung und Nutzung wettbewerbskritisch ist. Aktuelle Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass insbesondere der richtige Umgang mit Informationen zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor geworden ist“, schreibt Andreas Seufert im Buchkapitel “Die Digitalisierung als Herausforderung für Unternehmen: Status Quo, Chancen und Herausforderungen im Umfeld BI & Big Data“.

Diesen Befund wird niemand bestreiten. Vor diesem Hintergrund ist es aber um so erstaunlicher, dass sich Deutschland nach Studienangaben beim Aufbau und der Entwicklung eines "Open Data-Ecosystems“ im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld befindet. Im so genannten open-Data-Index ist Deutschland zwischen 2013 und 2015 vom 11. auf den 27. Platz abgerutscht. "Das liegt nicht daran, dass die Open Data-Aktivitäten in Deutschland weniger wurden, sondern dass sie in den letzten zwei Jahren in 16 anderen Ländern deutlich gesteigert wurden. Deutschland nimmt vor diesem Hintergrund das Risiko in Kauf, den Anschluss an die Entwicklungen im Bereich Open Data zu verlieren“, schreibt die Konrad-Adenauer-Stiftung. Andererseits räumt sie aber auch ein, dass die Open Data-Entwicklung hierzulande heute noch von einer "Silo-Ressort-Haltung" gebremst wird.

Drei mögliche Szenarien für die kommenden zehn Jahre

In der Studie werden drei Szenarien für die kommenden zehn Jahre skizziert, die in unterschiedlichem Maße das Potenzial von Open Data für Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland beziffern. Die konservative Schätzung kommt demnach auf ein Potenzial von 12,1 Milliarden Euro jährlich. Das als “ambitioniert“ umschriebene Szenario hält ein Potenzial von 43,1 Milliarden Euro jährlich für realistisch, wenn die Politik eine proaktive Strategie einschlägt und die Open Data-Prinzipien der G8 Open Data Charta zum neuen Standard erhebt. Die Bundesregierung hat sich dazu in ihrem “Nationaler Aktionsplan zur Umsetzung der Open Data Charta der G8“ selbst verpflichtet.

Die dritte "optimistische“ Schätzung ist mit 131,1 Milliarden Euro jährlich sehr hoch. Dies wäre das Szenario, in dem Deutschland sich “in Bezug auf ein nationales digitales offenes Ecosystem herausfordert und durchaus auch den Anspruch erhebt, die führende Open Data-Nation zu werden“.
Eine Umfrage und "bottom up"-Gegenrechnung zeigt, dass die heutige Situation — einzelne, oft auf sich gestellte Open-Data-Kommunen und Behörden — bei direkter Übertragung auf ganz Deutschland nur einen Bruchteil des Potentials ausschöpfen würde.
“Erst wenn das Thema Open Data als ein Instrument zur digitalen Transformation und Verwaltungsmodernisierung eingesetzt und auch weitere gesellschaftliche Bereiche einbezogen werden, wird das Ausschöpfen des Potenzials in den geschilderten Größenordnungen realistisch. Die Studie liefert damit ein starkes Argument, die systematische Bereitstellung offener Daten in Deutschland zu forcieren“, schreiben die Studienautoren. 

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