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15.03.2022 | Bilanz | Nachricht | Online-Artikel

NRW Bank setzt wieder mehr auf Transformationsförderung

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

3:30 Min. Lesedauer
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Obwohl die NRW Bank 2021 ein um 29 Prozent gesunkenes Neufördervolumen ausweist, sorgt der Rückgang bei der Nachfrage für die staatlichen Corona-Hilfen für mehr Raum, um die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft im Bundesland zu fördern.

Die NRW Bank hat im Jahr 2021 neue Fördermittel in Höhe von zwölf Milliarden Euro vergeben. Damit konnte das Institut das zweithöchste Förderergebnis in seiner Geschichte vermelden. Dennoch war das Födervolumen im zweiten Corona-Jahr um 29 Prozent im Vergleich zu 2020 (17 Milliarden Euro) zurückgegangen, vor allem, weil die Nachfrage nach den staatlichen Hilfen aus der Wirtschaft rückläufig war.

Nachfrage nach Corona-Hilfen rückläufig

Während die Förderbank für Nordrhein-Westfalen 2020 noch 3,9 Milliarden Euro an entsprechenden Corona-Hilfen an die Wirtschaft vergeben hatte, waren es 2021 nur noch 905,4 Millionen Euro. Der Vorstandsvorsitzende Eckhard Forst freute sich bei der Vorstellung der Jahreszahlen im Rahmen des virtuellen Jahrespressegesprächs über diese "positive Entwicklung". Das sei "im Grunde eine gute Nachricht". Insgesamt führte die Förderbank 2021 rund 30.900 Beratungsgespräche in diesem Bereich durch. 2020 zählte das Beratungscenter 44.200 Fälle. 

Mit 153,1 Milliarden Euro liegt die Bilanzsumme 2021 der NRW Bank fast auf dem Niveau des Vorjahres (155,8 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis ist mit 260 Millionen Euro gegenüber 2020 gesunken (307,7 Millionen Euro). Der Verwaltungsaufwand lag bei 273 Millionen Euro (2020: 272,5 Milleionen Euro). Die Risikovorsorge fiel von 289,6 Millionen Euro auf 237,3 Millionen Euro zum 31. Dezember 2021. Die harte Kernkapitalquote lag 2021 bei 44,4 Prozent.  

Für 2022 rechnet der Vorstandschef damit, dass ein Neuzusagevolumen von rund zehn Milliarden Euro möglich sein sollte. Eine Rolle spielen dabei aber die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie sowie die Folgen des Ukraine-Kriegs für Wirtschaft und Kommunen. Die Lage sei laut Forst aus heutiger Sicht kaum einschätzbar. 

Konzentration auf digitalen Wandel der Wirtschaft

Da die Auswirkungen von Corona aber langsam nachlassen "und zumindest in puncto Förderung die Krise überwunden scheint", gebe das der Bank Gelegenheit, "wieder stärker in die Zukunft zu blicken". Und die liegt für das Geldhaus vor allem in der Förderung des digitalen Wandels von Wirtschaft und Gesellschaft, betonte Forst. 

Um notwendigen Investitionen im Hinblick auf die Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft zu forcieren, hatte die NRW Bank Anfang 2021 negative Zinsen im programmbasierten, kommunalen Direktgeschäft eingeführt. Seit Juni 2021 können Kunden Förderkredite ab einem Zinssatz von 0,01 Prozent erhalten. So sei es dem Institut trotz des Niedrigzinsumfelds gelungen, stärkere Förderanreize in den Transformationsthemen zu setzen, erläutert Forst.

164 Millionen Euro für Hochwasserschäden

Für Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau nach den großen Hochwasserschäden, die das Unwetter "Bernd" im Juli 2021 in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz verursacht hatte, leiste die NRW Bank insgesamt 164 Millionen Euro an stark zinsvergünstigten Förderdarlehen an Kommunen, Unternehmen und Private. Rund 1.000 Beratungen hat die Bank im Zusammenhang mit dem Hochwasserereignis 2021 durchgeführt. 

Aber auch im Bereich Nachhaltigkeit hat sich das Institut neben grünen Anleihen auf ein relativ neues Anlageinstrument konzentriert und insgesamt vier sogenannte Social Bonds emittiert. Sie dienen der Refinanzierung von Wohneigentum für Familien mit geringen und mittleren Einkommen, der Modernisierung von Schulen oder dem Erhalt von Arbeitsplätzen. Social Bonds seien allerdings im Markt noch nicht "so ganz" etabliert, betonte Forst. Dennoch gebe es für das Institut "keinen Mangel an Gelegenheiten, um dieses Instrument zu nutzen". 

NRW Bank setzt stäker auf digitalen Vertrieb

Zum Ausblick sagte Forst: "Wir wollen das Wichtige richtig fördern." Dabei sei der Fokus vor allem auf die Digitalisierung und die Finanzierung von digitalen Geschäftsmodellen als auch auf die Moderenisierung und Stärkung der Infrastruktur gerichtet. Die Bank selbst will künftig stärker auf die richtigen, sprich digitalen Vertriebskanäle setzen - und zwar im Hinblick auf die Kunden als auch auf das Land Nordrhein-Westfalen. 

"Wir wollen die Bank zukunftssicher aufstellen und die weitere Digitalisierung von vielen Bankprozessen voranbringen", erläuterte der Vorstandschef. Bereits heute arbeite das Institut deshalb in vielen Bereichen, unter anderem bei der Vertragsbearbeitung oder im Marketing, mit Fintechs zusammen. 

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