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24.03.2014 | Bilanzierung | Im Fokus | Onlineartikel

Lageberichte sind oft qualitativ mangelhaft

Autor:
Sylvia Meier

Der Lagebericht soll einen Einblick zur aktuellen und künftigen wirtschaftlichen Situation des Unternehmens geben. In der Praxis lässt die Qualität der Lageberichterstattung jedoch oft zu Wünschen übrig.

Der Lagebericht ist ein eigenständiges Rechnungslegungsinstrument. Anders, als der Jahresabschluss, ermöglicht der Lagebericht dem Adressaten nicht nur einen Überblick zur aktuellen wirtschaftlichen Lage, sondern gibt auch Prognosen zu den Entwicklungen. Gerade für Unternehmen mit Kapitalmarktorientierung ist der Lagebericht deshalb ein wichtiges Aushängeschild.

Warum ist die Lageberichterstattung heute so wichtig? Springer-Autorin Martina Mühlbauer beschreibt in ihrer Analyse "Die Qualität der Lageberichterstattung von DAX-Konzernen" (S. 404): "Die herausragende Bedeutung des Lageberichts als Informationsinstrument ergibt sich insbesondere aufgrund dessen sachlicher und zeitlicher Ergänzungsfunktion, die sich sowohl auf zusätzliche, nicht dem Jahresabschluss zu entnehmende Informationen bezieht als auch prospektive Angaben einschließt."

Erkenntnisse von Mühlbauer zum Qualitätsniveau der Lageberichterstattung (S. 406):
  • Das durchschnittliche Qualitätsniveau ist mit einem Wert von 38,5 Prozent als unzureichend zu bezeichnen.
  • Den höchsten durchschnittlichen Erfüllungsgrad erreicht die Berichterstattung über die Gesamtaussage zur
    wirtschaftlichen Lage (53,70 Prozent).
  • Gefolgt wird dieser Wert von der Berichterstattung zur Ertragslage (47,22 Prozent).
  • Die Berichterstattung zur Finanzlage weist mit einem Qualitätswert von 32,47 Prozent ein unterdurchschnittliches Ergebnis auf, während die Berichterstattung
    zur Vermögenslage mit deutlichem Abstand das schlechteste Ergebnis aufweist (18,77 Prozent).

Bedenkt man, wie wichtig der Lagebericht als Informationsquelle für Stakeholder heute ist, erstaunt es umso mehr, dass die Qualität der Lageberichterstattung in vielen Fällen mangelhaft ist. Mühlbauer untersuchte für ihre empirische Analyse die Berichtsqualität des Teilberichts der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage und konzentrierte ihre Studie auf die Unternehmen des TecDAX. Als Qualitätsmaßstab dabei die Anforderungen des Deutschen Rechnungslegungsstandards Nr. 15 (DRS 15). Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Qualität ist in vielen Fällen unzureichend.

Fazit: Die Autorin zeigt in ihrer Studie, dass vor allem die Berichterstattung zur Finanz- und Vermögenslage in den Lageberichten der untersuchten Unternehmen optimiert werden muss. Der Lagebericht ist heute nicht mehr nur eine reine Pflichtübung sondern ein wichtiges Instrument, z. B. wenn es um neue Investoren oder Kreditanträge geht. Unternehmen sollten den eigenen Lagebericht deshalb auf Stärken und Schwächen überprüfen.

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