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Über dieses Buch

Die Allokation von Ressourcen für die Erfüllung des Bildungsauftrages von Kindertageseinrichtungen ist Bestandteil einer politischen Regulierung von Rahmenbedingungen der pädagogischen Praxis – und mithin Teil der Educational Governance. Auf der Suche nach geeigneten Handlungsstrategien zum Abbau bestehender Bildungsdisparitäten ist der frühkindliche Bildungsbereich zunehmend in den Fokus der Auseinandersetzungen gerückt. Diese Studie untersucht das Verhältnis von Bildungsfinanzierung als politisch-administratives Steuerungsinstrument und Bildungsgerechtigkeit als zentrale pädagogische Leitkategorie frühkindlicher Bildung. Im Fokus steht die Frage, ob eine am Sozialraum orientierte Finanzierung von Kindertageseinrichtungen ein Instrument zur Erreichung einer Bildungsgerechtigkeit sein kann.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Finanzierung von Kindertageseinrichtungen – transdisziplinäre Bezüge

Rechtlich gesehen sind Kindertageseinrichtungen nicht Teil des Bildungssystems, sondern der Kinder- und Jugendhilfe. Allerdings ist diese Zuordnung aufgrund der zunehmenden Fokussierung auf frühkindliche Bildungsprozesse nicht unumstritten. Für die Auseinandersetzung mit Fragen der Steuerung von Kindertageseinrichtungen hat dies zur Folge, dass Forschung und Theorien sowohl aus dem Bildungsbereich als auch der Kinder- und Jugendhilfe als Teilbereich der Sozialen Arbeit von Bedeutung sind. Geht es auf einer Steuerungsebene um Veränderungen im Bereich von Bildung, wird häufig für interdisziplinäre Ansätze und einen konstruktiven Diskurs aller beteiligten Disziplinen plädiert. Insbesondere die Thematik der Finanzierung macht einen mehrperspektivischen Zugang erforderlich. Das Kapitel diskutiert zunächst die unterschiedlichen Bezugsfelder und Bezugsdisziplinen sowie ihr Verhältnis zueinander und schließt mit einer Übersicht über den Aufbau des gesamten Buches.
Nina Hogrebe

2. Das Verhältnis von Pädagogik und Ökonomie

Ausgangspunkt des Kapitels ist die Kritik, dass bei der Ausgestaltung von Finanzierungssystematiken für Kindertageseinrichtungen kein systematischer Bezug zu dem zu finanzierenden Handlungsfeld hergestellt wird. Um der fehlenden Verknüpfung zwischen der Gestaltung der ökonomischen Instrumente und der pädagogischen Zielsetzungen entgegenwirken zu können, ist zunächst eine grundlegende Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Ökonomie und Pädagogik notwendig. Das vollständige Durchdringen des komplexen Verhältnisses von ökonomischen und pädagogischen Sachverhalten hat maßgebliche Implikationen für das Verhältnis von Finanzierungsinstrumenten zu dem zu finanzierenden Gegenstandsbereich und somit für die Ausgestaltung einer Finanzierungssystematik für Kindertageseinrichtungen. Insbesondere wird deutlich, dass die Konzeption eines Finanzierungsinstrumentes zunächst eine Zieldefinition notwendig macht, die den Angeboten der frühkindlichen Bildung zugrunde liegt.
Nina Hogrebe

3. Zieldefinition – Bildungsgerechtigkeit als Bezugssystem

Für die Konzeption eines Finanzierungssystems muss zunächst das Ziel definiert werden, das mit den zu finanzierenden Maßnahmen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung erreicht werden soll. Aufgrund vielzähliger und zum Teil widersprüchlicher Funktionen von und Erwartungen an frühkindliche Bildung in Deutschland ist die Frage zu beantworten, wie eine Zielauswahl vorgenommen werden kann. Vor dem Hintergrund der hohen Bedeutung von Bildung für die Lebens- und gesellschaftlichen Teilhabechancen eines Menschen wird Bildungsgerechtigkeit als langfristige Zielvorstellung für die Angebote frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung formuliert. Da das Konzept der Bildungsgerechtigkeit mit einer sprachlichen und inhaltlichen Unschärfe besetzt ist, begegnet dieses Kapitel der Herausforderung, diese Unschärfe aufzulösen. Bildungsdisparitäten in Deutschland werden beschrieben und die Bedeutung früher Entwicklungs- und Bildungsprozesse sowie des familiären Umfeldes der Kinder bei der Entstehung dieser Ungleichheiten herausgestellt.
Nina Hogrebe

4. Maßnahmendefinition – Effekte frühkindlicher Bildung

Vor dem Hintergrund der Bedeutung, die Bildung für das Individuum (und die Gesellschaft) hat, sind Handlungsstrategien notwendig, die benachteiligten Kindern bessere Bildungsbiografien ermöglichen. Arbeiten im Rahmen der Effektivitätsforschung („educational effectiveness research“) zeigen, dass institutionellen frühkindlichen Bildungsangeboten in diesem Kontext eine Relevanz zukommen kann. Ihnen wird das Potenzial zugesprochen, Bildungsdisparitäten ausgleichen bzw. zumindest abschwächen und somit im Sinne von Bildungsgerechtigkeit wirksam werden zu können. Das Kapitel dient der Darstellung dieser Erkenntnisse der Effektivitätsforschung mit dem Ziel, hieraus Implikationen für die Ausgestaltung institutioneller frühkindlicher Angebote abzuleiten (Maßnahmendefinition).
Nina Hogrebe

5. Bedarfsorientierte Finanzierung von Kindertageseinrichtungen

Ein Finanzierungskonzept, das dem pädagogischen Handlungsziel der Bildungsgerechtigkeit Rechnung tragen will, muss die individuellen Bedarfslagen der einzelnen Kinder und die damit verbundenen notwendigen Ressourcen für Kindertageseinrichtungen berücksichtigen. Ungleiche Ausgangsbedingungen erfordern eine differenzierte, bedarfsorientierte Ressourcensteuerung. Im Kern geht es um die Frage, wie finanzielle Mittel so verteilt werden können, dass sie den pädagogischen Anforderungen der Einrichtungen entsprechen. In diesem Zusammenhang werden insbesondere indikatorengestützte, formelbasierte Finanzierungsverfahren diskutiert. Das Kapitel gibt einen kurzen Überblick über mögliche Mechanismen der Ressourcenallokation im Allgemeinen und eine formelbasierte Finanzierung im Besonderen. Die Wahl adäquater Bedarfsindikatoren nimmt in diesem Kontext eine zentrale Stellung ein.
Nina Hogrebe

6. Der Sozialraum als Indikator für eine bedarfsorientierte Finanzierung

Eine bedarfsorientierte Finanzierung verspricht nicht nur mehr Gerechtigkeit, sondern auch einen zielgenauen und effizienten Einsatz knapper finanzieller Ressourcen. Dies erfordert jedoch Indikatoren, die den Ressourcenbedarf der Einrichtungen treffend beschreiben. Häufig werden in diesem Zusammenhang Daten der kommunalen Sozialraumstatistik als Grundlage für eine Mittelverteilung diskutiert. Allerdings ist bisher weitestgehend unklar, ob sich die Zusammensetzung von Kindertageseinrichtungen tatsächlich treffend über Informationen zu Stadtteilen beschreiben lässt. Die vorliegende Arbeit untersucht vor diesem Hintergrund am Beispiel der nordrhein-westfälischen Stadt Münster (etwa 300.000 Bewohner), ob die soziale Zusammensetzung der Einzeleinrichtungen der Komposition des Stadtteils entspricht, in dem sie liegen. Vor dem Hintergrund der Analyseergebnisse wird diskutiert, ob der Sozialraum (hier definiert über statistische Stadtbezirke) ein sinnvoller Indikator für eine bedarfsorientierte Finanzierung von Kindertageseinrichtungen ist.
Nina Hogrebe

7. Bildungsgerechte Finanzierung: Potenziale und Herausforderungen

Während die Frage nach einer angemessenen Finanzierungssystematik für Kindertageseinrichtungen im vergangenen Jahrzehnt in Deutschland sowohl im (erziehungs-) wissenschaftlichen Fachdiskurs als auch in der politisch-praktischen Umsetzung zunehmende Aufmerksamkeit erfahren hat, gestaltet sich die Umsetzung schwierig. Wenngleich eine bedarfsorientierte Finanzierung von Kindertageseinrichtungen durchaus Potenzial im Hinblick auf das Erreichen von mehr Bildungsgerechtigkeit hat, wird deutlich, dass viele Fragen bisher unbeantwortet sind, deren Klärung für eine erfolgversprechende Umsetzung notwendig ist. Dies betrifft nicht nur die Suche nach validen Belastungsindikatoren, sondern auch die Frage nach der Ressourcenwirksamkeit im pädagogischen Kontext. Das Kapitel stellt eine abschließende Betrachtung des Forschungsstandes sowie bisher ungeklärter Fragen dar.
Nina Hogrebe
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