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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Vorwort

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit wurde durchgeführt im Rahmen der DFG Längsschnittstudie: “Die Bedeutung der emotionalen Qualität der Mutter-Kind Interaktion für den Erwerb der Dialogfähigkeit des Kindes — eine empirische Studie” am Fachbereich Germanistik der Freien Universität Berlin. Die Datenerhebungen der Studie wurden an ursprünglich 39 Mutter-Kind Paaren durchgeführt und umfaßten den Zeitraum von März 1989 bis August 1991. Die Begründung, Planung und Durchführung der DFG Längsschnittstudie erfolgte unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Gisela Klann-Delius.
Éva Hédervári

1. Einleitung

Zusammenfassung
In der vorliegenden Arbeit geht es um die Analyse “dyadischer Interaktion” zwischen Mutter und Kind. Die “dyadische Interaktion” wird in den Sozialwissenschaften als Prototyp sozialer Interaktionen betrachtet (vgl. Oswald 1983, 1984). Das Forschungsinteresse von Wissenschaftlern im Bereich der Frühsozialisation liegt seit etwa dreißig Jahren nicht mehr schwerpunktmäßig auf der Bedeutung der Mutter als “biologischer Mutter”, sondern auf ihrer Funktion als Hauptbezugsperson für das Kind in unserer Gesellschaft. Wenn ich in meinen Ausführungen von Müttern spreche, meine ich somit nicht allein die biologische Mutter, sondern Mutterfiguren, d. h. im übertragenen Sinne auch Väter oder andere für das Kind primäre Bezugspersonen.
Éva Hédervári

2. Theorie

Zusammenfassung
Freud war einer der ersten Theoretiker, der seine Aufmerksamkeit auf die Bedeutung von frühen Lebenserfahrungen in bezug auf die Entfaltung psychischer Prozesse gelenkt hat. Er sah in der frühkindlichen Entwicklung den Ursprung aller psychopathologischen Phänomene. Freuds bedeutender Beitrag liegt darin, daß er das Kind, seine Mutter und den Vater in den Mittelpunkt psychoanalytischer Überlegungen gestellt hat und zudem die Frage der Entwicklung von Emotionen aufwarf (vgl. Lamb 1988, Stork 1986). Die klassische psychoanalytische Triebtheorie Freuds erklärt die psychischen Vorgänge mit ihrer Regulierung durch das “Lustprinzip”. Freud nimmt an, daß der psychische Apparat durch eine unlustvolle “Spannung” angeregt wird und dann diese Spannung herabzusetzen, d.h. Unlust zu vermeiden oder Lust zu erlangen, versucht (Freud 1920). Die Funktion und die Rolle der anfänglichen Objektbeziehung1 ist primär in der Befriedigung körperlicher Bedürfnisse nach Nahrung und Pflege zu sehen. Die Entwicklung von zwischenmenschlichen Bindungen und vor allem die Bindung zwischen Mutter und Kind läßt sich somit in erster Linie mit der Triebbefriedigung in Zusammenhang bringen (vgl. Freud {1917} 1980). Das erste Liebesobjekt des Kindes ist die Brust der Mutter, es wird erst später auf die ganze Person erweitert.
Éva Hédervári

3. Methode

Zusammenfassung
Die Gesamtstichprobe, die sich ursprünglich aus 39 Mutter-Kind Paaren zusammensetzte, wurde Anfang 1989 im Rahmen der DFG-Längsschnittstudie unter der Projektleitung von Frau Prof. Dr. Klann-Delius erhoben. Die ältesten Kinder wurden im März 1988, die jüngsten im August 1988 geboren. Die Größe der ursprünglichen Stichprobe setzte sich während der fünf Erhebungszeiten folgendermaßen zusammen: Im Alter von 12 Monaten N=39, im Alter von 17 Monaten N=33, im Alter von 23 Monaten N=31, im Alter von 30 Monaten N=31 und im Alter von 36 Monaten N=34 Kinder. Die Varianz der Stichprobengröße erklärt sich folgendermaßen:
  • Von den ursprünglich 39 Mutter-Kind Paaren des DFG-Projektes, die an der “Fremden Situation” im 12. Lebensmonat des Kindes teilgenommen haben, konnten drei Paare für die hier vorgelegte Arbeit nicht berücksichtigt werden. Eine Mutter verstarb, eine konnte aus beruflichen Gründen an keiner der Erhebungen mit Separationsstimuli teilnehmen, und eine Familie verlegte ihren Wohnsitz ins Ausland.
  • Die restlichen 36 Mutter-Kind Paare konnten aus verschiedensten privaten Gründen (Geburt eines zweiten Kindes, Urlaub, Krankheit, Umzug innerhalb der Bundesrepublik) nicht an jedem der insgesamt vier Erhebungszeitpunkte teilnehmen. 25 (70%) Mutter-Kind Paare erschienen an allen, 8 (22%) Paare an 3, 2 (5%) Paare an 2 und 1 (3%) Paar nur an einem der vier Erhebungstermine. Die insgesamt 11 (31%) Mutter-Kind Paare, die an einem, an zwei oder in einem Fall an drei der vier Terminen gefehlt haben, waren ohne Ausnahme aus der Gruppe der sicher (B) gebundenen Kinder. Die Mutter-Kind Paare der unsicheren (A/C) Bindungsgruppe waren immer anwesend.
Éva Hédervári

4. Ergebnisse

Zusammenfassung
Die Qualität der Mutter-Kind Bindungsbeziehung wurde im 12. Lebensmonat der Kinder (+,- 2 Wochen) in der “Fremden Situation” (Ainsworth & Witting, 1969; Ainsworth et al., 1978) ermittelt. Die Klassifizierung der Bindungsqualität der Kinder in die drei Hauptbindungsgruppen (A, B, C) wurde nach dem traditionellen Verfahren (nach Ainsworth) vorgenommen (Ainsworth, Bell & Stayton 1971; Ainsworth et al. 1978). Die folgende Tabelle stellt die Klassifizierung der drei Hauptbindungsgruppen (A/C/B) mit den entsprechenden Subgruppen dar.
Éva Hédervári

5. Diskussion der Ergebnisse

Zusammenfassung
Die Fragestellungen der vorliegenden Arbeit wurden aus bindungstheoretisch und psychoanalytisch orientierten Konzepten abgeleitet. Vertreter beider Theorien betonen die Bedeutung der frühen Mutter-Kind Beziehung für eine “gesunde” psychosoziale Entwicklung des Kindes und die Herausbildung einer “gesunden” Persönlichkeit. Nach bindungstheoretischen Erkenntnissen steht das emotionale Ausdrucksverhalten des Kindes in engem Zusammenhang mit der Organistion des Bindungsverhaltenssystems. Im Verlauf der frühkindlichen Sozialisationsprozesse lassen sich — ganz im Sinne der Mahlerschen Theorie von “Loslösung und Individuation” — neben den normativen Entwicklungsverläufen auch individuelle Unterschiede des sozialemotionalen Verhaltens im frühen Kindesalter beobachten. Individuelle Unterschiede in der Affektregulierung und in der sozialemotionalen Kompetenz lassen sich bereits im 12. Lebensmonat in der “Fremde Situation” erkennen.
Éva Hédervári

6. Literatur

Ohne Zusammenfassung
Éva Hédervári

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