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Über dieses Buch

Eine Einladung in die Biologie der Vielfalt Dieses Buch berichtet über ein ebenso spannendes wie aktuelles Thema an der Schnittstelle zwischen naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung und globaler gesellschaftlicher Herausforderung: die Biodiversität. Drei Ebenen kommen hier zusammen: die Vielfalt der Arten in einem Lebensraum, die Vielfalt der Ökosysteme und Lebensräume selbst und die Vielfalt der Gene in den Lebewesen. Der Autor, Biologe und selbst in der Biodiversitätsforschung tätig, nimmt Sie mit auf eine aufregende Entdeckungsreise durch diese mannigfach vernetzte Welt. In leicht verständlicher Sprache und mit vielen anschaulichen Beispielen erklärt er Zusammenhänge und Hintergründe. Wie ist Biodiversität eigentlich definiert, und mit welchen Techniken wird sie erfasst? Wie ist die immense Artenvielfalt auf der Erde entstanden, und wie entwickelt sie sich weiter? Welchen Nutzen hat die Biodiversität auf den verschiedenen Ebenen? In welchem Maße ist die Vielfalt der Arten und Lebensräume heute bedroht, und wie kann man diesem Trend entgegenwirken? Solche und ähnliche Fragen beantwortet dieses Buch, in dessen breitem Themenbogen sich die Vielfalt seines Gegenstands wiederspiegelt. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt der Biodiversität!
Der AutorEwald Weber ist Biologe und Sachbuchautor. Er lehrt und forscht an der Universität Potsdam mit Schwerpunkt Biodiversität. Sein Anliegen als Autor ist das Vermitteln von wissenschaftlichen Zusammenhängen und von Naturgeschichte im weitesten Sinn.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Was ist Biodiversität?

Im September 1986 fand in der amerikanischen Stadt Washington D.C. eine wissenschaftliche Tagung statt, die in den Medien für Aufsehen sorgte. Das Thema Biodiversität stand auf dem Programm, und die Tagung war vielleicht die erste Konferenz auf diesem Gebiet. Etwa sechzig Fachleute nahmen teil, etliche Biologen und Professoren verschiedener Universitäten, Landwirtschaftsexperten, Ökonomen, Direktoren botanischer Gärten, aber auch Philosophen und Vertreter verschiedener Behörden.
Ewald Weber

Artenreichtum

Frontmatter

Kapitel 2. Von neu entdeckten Arten

Es ist kaum zu glauben, dass in unserer modernen Zeit mit all ihren technischen Errungenschaften immer noch das getan werden kann, was Entdeckungsreisende und Naturforscher des 17. und 18. Jahrhunderts in aller Welt taten: ausschwärmen und neue Lebewesen finden. Noch erstaunlicher ist, dass neben vielen neuen Arten an Kleingetier und Mikroben immer noch spektakuläre Neufunde von Pflanzen und Tieren möglich sind, Schmetterlinge, Reptilien, Affen und Bäume – handfeste und augenfällige Lebewesen –, die noch niemand zuvor gesehen hat und der Welt bisher vollkommen unbekannt waren. Wir wissen noch gänzlich wenig über die Artenvielfalt auf unserem Planeten.
Ewald Weber

Kapitel 3. Wo gibt es am meisten Arten?

Eine Reise von Bergen in Norwegen über St. Petersburg bis zum Ural und dem Westsibirischen Tiefland folgt in etwa dem sechzigsten Breitengrad auf der Nordhalbkugel. Eine eintönige Reise, was die Landschaften anbelangt. Die Route von rund 6500 km durchquert den borealen Nadelwald, auch Taiga genannt. Die Fichte beherrscht die Szene und bildet endlose Wälder mit moosigem Untergrund, unterbrochen von baumfreien Mooren und im Menschenzeitalter freilich auch von Feldern, Ortschaften und Straßen.
Ewald Weber

Kapitel 4. Wie viele Arten gibt es wirklich?

Wie rasch und dramatisch sich doch die Zeiten ändern. Als Carl von Linné in den Jahren 1766 und 1767 die 12. Auflage seines berühmten Werkes Systema Naturae schuf, kannten die Gelehrten rund 7700 Pflanzenarten und 6200 Tierarten. So viele Arten hatte der schwedische Naturforscher beschrieben und in dem Werk dokumentiert. Das war der damalige Wissensstand. Seither musste die Anzahl bekannter Pflanzen- und Tierarten stets nach oben korrigiert werden. Wie wir im zweiten Kapitel gesehen haben, hält dieser Trend immer noch an.
Ewald Weber

Kapitel 5. Biomonitoring – klassisch und modern

Wir hätten auch Quadrate auslegen können, aber wir richteten Transekte ein. Ausgehend von einer Forststraße markierten wir Bäume entlang einer möglichst geraden Linie von 500 Metern Länge durch den Wald. Das war vor Jahren, als ich einem Forstwissenschaftler bei der Feldarbeit in der Nähe des Columbia River im Westen der USA half. Wir befanden uns in einem urwüchsigen Wald, einem „old growth forest“, mit majestätischen, alten Nadelbäumen. Im Unterwuchs kamen viele junge Bäume auf. Tom brauchte Daten über die Artenvielfalt auf dem Waldboden und die Altersstruktur der Bäume. Entlang eines Transektes markierten wir in regelmäßigen Abständen kleine Quadrate auf dem Waldboden. In ihnen sollte die Artenvielfalt der Pflanzen auf dem Boden erfasst werden. Die Altersstruktur der Bäume ergab sich durch den Stammdurchmesser der Bäume entlang der Transekte.
Ewald Weber

Vielfalt von den Genen bis zu Lebensgemeinschaften

Frontmatter

Kapitel 6. Persönlichkeiten bei Tier und Pflanze

Die Landschaft Schwedens ist in weiten Teilen eintönig, die Artenvielfalt ist hier mager im Vergleich zu Südeuropa. Das muss doch zwangsläufig einen Einfluss auf all jene Menschen ausüben, die sich der Botanik verschrieben haben. Im Süden kommt man mit Botanisieren kaum nach, doch wird es einem Botaniker im Norden nicht langweilig?
Ewald Weber

Kapitel 7. Lebensräume und Schicksalsgemeinschaften

Wer im Nordschwarzwald das Hochmoor Kaltenbronn aufsucht, betritt eine vollkommen andere Welt. Der dunkle Fichtenwald weicht und gibt den Blick auf einen Moorsee frei, mit ein paar Bauminseln und einem moorigen Randbereich. Wenn wir vom Rande her in diese Welt eindringen, wird es feucht und schließlich nass unter den Füßen.
Ewald Weber

Kapitel 8. Wohlfühlbereiche und die Organisation der Natur

Am Institut für Didaktik der Physik an der Universität Münster hat der Physiker Hans-Joachim Schlichting einmal untersucht, in welchem Bereich von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sich Menschen wohlfühlen. Danach liegt die größte Behaglichkeit zwischen 20 und 25 °C und bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 bis 60 Prozent. Das ist der optimale Bereich. Jenseits davon gibt es noch einen schmalen Bereich, den wir akzeptieren – nicht optimal, aber hinnehmbar.
Ewald Weber

Wie entsteht Biodiversität?

Frontmatter

Kapitel 9. Wozu umfallende Bäume gut sind

Eine Wetterstörung zieht heran, Sturm kommt auf. Der Wind lässt die Baumwipfel in dem Wald immer stärker hin und her wiegen. Ein mächtiger Baum hält den zunehmend heftigeren Böen schließlich nicht mehr stand und stürzt mit einem lauten Krachen um – Äste knicken ab, Holz splittert, dann ein dumpfer Aufschlag.
Ewald Weber

Kapitel 10. Warum vernetzt sein so wichtig ist

Kann ein Fisch dafür sorgen, dass ein Strauch am Ufer des Teiches besonders viele Samen ansetzt? Er kann und braucht dazu nicht einmal den Teich zu verlassen. Er tut dies indirekt über die ökologischen Beziehungen zwischen Arten.
Ewald Weber

Kapitel 11. Meilensteine der Evolution

Dreieinhalb Milliarden Jahre sind eine unvorstellbar lange Zeit. So lange existiert nun Leben auf der Erde. In Dokumentarfilmen und Vorträgen wird oft der Zeitraffer als Trick angewandt, um die Zeitspanne überschaubar zu machen.
Ewald Weber

Was nützt uns Biodiversität?

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Kapitel 12. Schatzkammer Natur

Wie viel Biodiversität brauchen wir zum Leben? Wie viele Arten, wie viele Gene in den Arten und wie viele Lebensräume? Schwierige Fragen und im Grunde genommen müßige Fragen.
Ewald Weber

Kapitel 13. Gesund dank Biodiversität

Die Erreger der Lyme-Borreliose sind spiralförmige Bakterien, die der Bakteriologe Willy Burgdorfer 1981 entdeckte und ihm zu Ehren den Namen Borrelia burgdorferi erhielten. Die Infektionskrankheit kommt in der gesamten nördlichen Halbkugel vor, die Erreger werden von Zecken übertragen. Die Epidemiologie der Krankheit ist komplex, weil das Bakterium in den unterschiedlichsten Wirten lebt.
Ewald Weber

Kapitel 14. Die Natur als Dienstleistungsbetrieb

Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft. Wer zum Beispiel mit Bus und Straßenbahn zur Arbeit fährt, benutzt den sogenannten tertiären Sektor der Volkswirtschaft, den Dienstleistungssektor, der heutzutage einen beträchtlichen Anteil ausmacht. Es mag erstaunen, dass in den 1980er-Jahren ein Begriff auftauchte, der Ökologie und Dienstleistungen miteinander verknüpfte: „Ecosystem services“, also Ökosystemdienstleistungen.
Ewald Weber

Kapitel 15. Biodiversität gibt Sicherheit und Stabilität

Unweit der Metropole Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota liegt in mitten einer lieblichen Landschaft eine biologische Feldstation der University of Minnesota. Verschiedene Lebensräume treffen hier aufeinander und ergeben ein buntes Mosaik: Laubmischwälder, Nadelwälder, Wiesen, zudem ein paar Moore. Alles in allem eine artenreiche Gegend. Das Cedar Creek Ecosystem Science Reserve wurde bereits 1940 für Forschungszwecke ausgewiesen. Hier können Ökologen ungestört Langzeituntersuchungen durchführen.
Ewald Weber

Der Verlust an Biodiversität

Frontmatter

Kapitel 16. Willkommen im Anthropozän

Die erste Dampfeisenbahn nahm im Jahr 1825 in England ihren Betrieb auf. Die Strecke von 40 Kilometern verband wichtige Kohlegruben und diente in erster Linie dem Kohletransport. Bald folgten weitere Strecken, ein riesiger Fortschritt für die Industrialisierung, der zu wirtschaftlichem Aufschwung führte.
Ewald Weber

Kapitel 17. Leben in einer überdüngten Welt

Kennen Sie den Sternschneuzer? In nassem Zustand ist die Blaualge ein schwabbeliges Gebilde, dunkelgrün, und sieht wie ein Lappen aus. Sie besteht aus dicht verflochtenen Zellfäden, die in einer Gallerte eingebettet sind. Man findet den Organismus in Wiesen, auf Waldwegen, zwischen Moos, an Baumstämmen und in stehenden Gewässern.
Ewald Weber

Kapitel 18. Verlorene Arten hinterlassen Lücken

Kein Zweifel, die Biodiversität schwindet. Die Vogelwelt ist nicht mehr das, was sie einmal war. Auch Schmetterlinge und Orchideen gab es früher viel öfter zu sehen. In einem Bericht aus dem Jahr 2015 zum Zustand der Schmetterlinge auf den Britischen Inseln stehen Sätze wie: „Neue Analysen bestätigen den starken Rückgang der Schmetterlinge seit 1976“.
Ewald Weber

Kapitel 19. Aussterben gestern und heute

Wer in einem Naturkundemuseum durch die Sammlungen mit Versteinerungen schlendert, erblickt eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten, die schon seit Urzeiten ausgestorben sind. Säbelzahntiger, Mammut, Dinosaurier, Riesenschachtelhalme und Riesenlibellen existieren nicht mehr. Tatsächlich sind über 99 Prozent aller Arten, die je auf der Erde gelebt haben, ausgestorben. Es herrscht ein Kommen und Gehen auf unserem Planeten. Ständig entstehen neue Arten und es sterben Arten aus. Dies sind zwei ganz natürliche Prozesse, die zum Leben gehören wie Geburt und Tod eines Individuums.
Ewald Weber

Wie können wir Biodiversität retten?

Frontmatter

Kapitel 20. Die Wahrnehmung fördern

Unser Ziel muss es sein, Rückzugsorte für die Natur zu erhalten, zugleich aber auch das Naturerleben zu fördern. Naturschutz und Naturerleben müssen sich nicht ausschließen – im Gegenteil: Sie können sich gegenseitig fördern! Denn nur, was wir kennen und lieben, sind wir bereit zu schützen.
Ewald Weber

Kapitel 21. Artenschutz, Lebensraumschutz

In Kap. 10 sprach ich von den ökologischen Beziehungen zwischen den Arten. Angesichts der komplexen Verzahnung aller Arten wird klar, dass einzelne Arten nur erhalten werden können, wenn ihre angestammten Lebensräume mit all den anderen Arten intakt bleiben. Artenschutz ist Lebensraumschutz.
Ewald Weber

Kapitel 22. Von Grund auf neu

Die Havel soll ein lebendiger Fluss werden, der attraktiver Lebensraum für typische Pflanzen und Tiere einer Flussaue ist. Die Generation meiner Kinder soll wieder die Chance haben, im glasklaren Havelwasser zu baden, an Sandstränden zu sitzen und Eisvogel, Biber und Fischotter beobachten zu können.
Ewald Weber

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