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2015 | OriginalPaper | Buchkapitel

9. Biokraftstoffe

verfasst von : Holger Watter

Erschienen in: Regenerative Energiesysteme

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

Für die Synthese von Biokraftstoffen kommen verschiedene Verfahrenswege infrage, nachfolgend soll dazu ein kurzer Überblick gegeben werden (siehe Abb. 9.1).
Die aktuelle Diskussion um die Nachhaltigkeit und mögliche Verdrängungsmechanismen in Bezug auf die Lebensmittelindustrie wird hier ausdrücklich ausgeklammert. Vielmehr sollen nur die technischen Umsetzungs- und Realisierungsmöglichkeiten dargestellt werden.
Generell kann gesagt werden, dass der Einsatz von Biokraftstoffen in Verbrennungskraftmaschinen kein grundsätzliches Problem darstellt. Es sind lediglich einige Besonderheiten, wie
  • Zünd- und Verbrennungseigenschaften,
  • Dichtungs- und Lackverträglichkeit,
  • thermische Stabilität (Alterung) und
  • Rückwirkungen auf das tribologische System „Brennstoff-Brenngas-Schmierstoff-Oberflächenbeschaffenheit“
zu berücksichtigen. Diese Biokraftstoffe sollten daher nur nach Absprache mit dem Hersteller eingesetzt werden (vgl. auch Kap. 12).
Fußnoten
1
VDI-Nachrichten, Düsseldorf, 11. 04. 08
 
2
Biodiesel \(=\) Rapsölmethylester \(=\) Raps-Methylester [RME] \(=\) Fettsäuren, C16–18- und C18-ungesättigt, Methylester \(=\) Fettsäuremethylester [FAME], Palmölmethylester [PME]
 
3
Zymase ist ein Ferment (Enzym, Biokatalysator) der Hefe; sie wirkt unabhängig von der lebenden Hefezelle.
 
4
Stärke (lat. Amylum) ist eine organische Verbindung, und zwar ein Polysaccharid mit der Formel (C\({}_{6}\)H\({}_{10}\)O\({}_{5})_{n}\), das aus α-D-Glucose-Einheiten besteht. Das Makromolekül zählt daher zu den Kohlenhydraten. Stärke ist einer der wichtigsten Inhaltsbestandteile pflanzlicher Zellen.
 
5
auch: Bio-Ethanol, Äthanol, Äthylalkohol, Ethylalkohol, Alkohol, Agraralkohol, Spiritus, Kartoffelsprit, Weingeist, E100
 
6
Traubenzucker (D-Glucose, kurz Glc, auch Dextrose oder D-Glukosegenannt) ist ein Einfachzucker (Monosaccharid) und gehört damit zu den Kohlenhydraten.
 
7
DieHefen sind einzellige Pilze, die sich durch Sprossung oder Teilung (Spaltung) vermehren und meist aus der Abteilung der Schlauchpilze (Ascomycota) stammen.
 
8
Triticale: (x Triticosecale) ist eine Getreidekreuzung aus Weizen (Triticum aestivum L.) als weiblichem und Roggen (Secale cereale L.) als männlichem Partner. Der Name ist aus TRITIcum und seCALEzusammengesetzt. Geschmack und Inhaltsstoffe der Triticale liegen zwischen denen von Weizen und Roggen.
 
9
Lipide ist eine Sammelbezeichnung für ganz oder zumindest größtenteils wasserunlösliche (hydrophobe) Naturstoffe, die sich dagegen aufgrund ihrer geringen Polarität sehr gut in hydrophoben beziehungsweise lipophilen Lösungsmitteln wie Hexan lösen. Ihre Wasserunlöslichkeit rührt vor allem von den langen Kohlenwasserstoff-Resten, welche die allermeisten Lipide besitzen. In lebenden Organismen werden Lipide hauptsächlich als Strukturkomponente in Zellmembranen, als Energiespeicher oder als Signalmoleküle gebraucht. Oft wird der Begriff „Fett“ als Synonym für Lipide gebraucht, jedoch stellen die Fette nur eine Untergruppe der Lipide dar (nämlich die Gruppe der Triglyceride). Die Lipide können in sieben Gruppen eingeteilt werden: Fettsäuren, Triacylglyceride (Fette und Öle), Wachse, Phospholipide, Sphingolipide, Lipopolysaccharide und Isoprenoide (Steroide, Carotinoide etc.)
 
10
Triglyceride, Triglyzeride oder Triacylglycerine (TAG), auch Glycerol-Triester, sind dreifache Ester des dreiwertigen Alkohols Glycerin mit drei Säuremolekülen (vgl. Abb. 9.2 und 9.3). Triacylglycerine mit drei Fettsäuren sind die Verbindungen in Fetten und fetten Ölen. Natürliche Fette bestehen zum überwiegenden Teil aus Triglyceriden mit drei langkettigen Fettsäuren, die meist aus unverzweigten Ketten mit 4 bis 26, typischerweise 12 bis 22 Kohlenstoff-Atomen bestehen. Sind sie bei Raumtemperatur flüssig, werden sie als „Öle“ oder - um sie von den Mineralölen zu unterscheiden - „fette Öle“ bezeichnet. Reine Triacylglycerine von Fettsäuren werden auch als Neutralfette bezeichnet.
 
11
Alkane \(=\) Paraffin (lateinisch für „wenig reaktionsfähig“) sind Gemische aus kettenförmigen, gesättigten Kohlenwasserstoffen mit Einfachbindungen (Alkanen); allgemeine Summenformel C\({}_{n}\)H\({}_{2n+2}\).
 
12
Naphtha, auch Rohbenzin genannt, ist das unbehandelte Erdöldestillat aus der Raffination von Erdöl oder Erdgas und ein wichtiger Rohstoff für die Petrochemie. Naphtha ist kein chemisch einheitlicher Stoff, sondern ein Erdöldestillat, das in etwa den Siedebereich von Benzin aufweist, da es sich aus Leichtbenzin und Schwerbenzin zusammensetzt. Man unterscheidet entsprechend der mittleren Molekülmasse zwischen leichterem und schwererem Naphtha. Der Stoff wird im Wesentlichen für die Produktion von Benzin eingesetzt und ist daneben ein wichtiger Rohstoff für die Petrochemie. Beispielsweise ist Naphtha ein möglicher Einsatz für Steamcracker, in denen Ethylen und Propylen gewonnen wird. Diese chemischen Grundstoffe werden unter anderem für die Produktion von Kunststoffen wie Polyethylen und Polypropylen verwendet.
 
13
Quenchen \(=\) schockartiges Abkühlen heißer Gase durch Einspritzen von Flüssigkeiten
 
14
Pektine sind pflanzliche Polysaccharide, genauer Polyuronide, die im Wesentlichen aus α-1,4-glycosidisch verknüpften D-Galacturonsäure-Einheiten bestehen. Ernährungsphysiologisch betrachtet sind Pektine für den Menschen Ballaststoffe.
 
15
BeimRectisolverfahrenhandelt es sich um ein physikalisches Gasreinigungsverfahren, um aus erzeugtem Rohgas unerwünschte Gaskomponenten wie Kohlenstoffdioxid, Schwefelwasserstoff oder Ammoniak mit Hilfe des Waschmediums Methanols zu entfernen.
 
Literatur
1.
Zurück zum Zitat Vogel, A.; Bolhar-Nordenkampf, M.; Hofbauer, H.: Systemkonzepte für die Produktion von Fischer-Tropsch-Biokraftstoffen, BWK Bd. 56 (03/2004), S. 57–62 Vogel, A.; Bolhar-Nordenkampf, M.; Hofbauer, H.: Systemkonzepte für die Produktion von Fischer-Tropsch-Biokraftstoffen, BWK Bd. 56 (03/2004), S. 57–62
2.
Zurück zum Zitat Kaltschmitt, M.; Hartmann, H. (Hrsg.): Energie aus Biomasse – Grundlagen, Techniken und Verfahren. 2. Aufl., Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 2009 Kaltschmitt, M.; Hartmann, H. (Hrsg.): Energie aus Biomasse – Grundlagen, Techniken und Verfahren. 2. Aufl., Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg, New York, 2009
3.
Zurück zum Zitat Schröter, W.; Lautenschläger, K. H.; Bibrack, H.: Taschenbuch der Chemie (17. Auflage), Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main, 1995 Schröter, W.; Lautenschläger, K. H.; Bibrack, H.: Taschenbuch der Chemie (17. Auflage), Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main, 1995
4.
Zurück zum Zitat Wedler, G.: Lehrbuch der Physikalischen Chemie (3. Aufl.), VCH-Verlagsgesellschaft, Weinheim, 1987 Wedler, G.: Lehrbuch der Physikalischen Chemie (3. Aufl.), VCH-Verlagsgesellschaft, Weinheim, 1987
6.
Zurück zum Zitat Leible, Kälber, Kappler, Lange, Nieke, Proplesch, Wintzer, Fürniß (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Forschungszentrum Karlsruhe): Kraftstoff, Strom und Wärme aus Stroh und Waldrestholz – eine systemanalytische Untersuchung, Wissenschaftliche Bericht FZKA 7170, Forschungszentrum Karlsruhe, 2008; http://​www.​itas.​fzk.​de/​deu/​lit/​2007/​leua07a.​pdf; Stand: Mai 2008 Leible, Kälber, Kappler, Lange, Nieke, Proplesch, Wintzer, Fürniß (Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse, Forschungszentrum Karlsruhe): Kraftstoff, Strom und Wärme aus Stroh und Waldrestholz – eine systemanalytische Untersuchung, Wissenschaftliche Bericht FZKA 7170, Forschungszentrum Karlsruhe, 2008; http://​www.​itas.​fzk.​de/​deu/​lit/​2007/​leua07a.​pdf; Stand: Mai 2008
7.
Metadaten
Titel
Biokraftstoffe
verfasst von
Holger Watter
Copyright-Jahr
2015
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-09638-0_9