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13.03.2018 | Biomasse | Im Fokus | Onlineartikel

Pellets werden auch an der EEX gehandelt

Autor:
Frank Urbansky

An der Leipziger Energiebörse EEX werden nicht nur Strom und Gas, sondern seit Kurzem auch Pellets gehandelt. Kunden sind fast ausschließlich Kraftwerke aus Europa, die Biomasse einsetzen.

Im Zuge der Liberalisierung der europäischen Energiebörse entstand auch die Leipziger Energiebörse EEX. "Im liberalisierten Markt sind Strom und Erdgas zur Handelsware (Commodity) geworden und werden, ähnlich wie Wertpapiere und andere Commodities, auch an Energiebörsen gehandelt. Aufgabe der Energiebörse ist es, einen finanziell, rechtlich und technisch sicheren Marktplatz für alle zugelassenen Handelsteilnehmer bereitzustellen. In Deutschland ist die "European Energy Exchange AG (EEX)" mit Sitz in Leipzig die etablierte Energiebörse", beschreibt Springer Vieweg-Autor Panos Konstantin deren Funktion auf Seite 434 seines Buchkapitels Beschaffung leitungsgebundener Energien

Empfehlung der Redaktion

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Beschaffung leitungsgebundener Energien

Ziel dieses Kapitels ist es, einen Überblick über die Energiebeschaffungsmöglichkeiten von leitungsgebundenen Energien im liberalisierten Energiemarkt zu verschaffen. Vor diesem Hintergrund werden zuerst die Grundsätze und Merkmale des  liberalisierten Energiemarktes behandelt.


Bei Strom und Gas handelt es sich um leitungsgebundene Energien. Beim jüngsten Produkt, das die Leipziger handeln, jedoch nicht. Denn im Januar wurde der Handel der ersten 1.000 Tonnen Holzpellets verkündet.

Großkunden sichern sich ab

Grund für die Aufnahme dieses für den Börsenhandel eher ungewöhnlichen Energieträgers ist dessen verstärkte Anwendung im industriellen Maßstab. Dadurch sind Großkunden gezwungen, sich gegen zukünftige Preisschwankungen abzusichern. Die Futures der EEX, die sie nun auch für Pellets anbietet, passen genau zu dieser Anforderung. 

Die Pellets-Futures, die in US-Dollar gehandelt werden, funktionieren wie andere Futures auch. Sie stellen eine Wette auf einen zukünftigen Preis dar. Es handelt sich immer um Monats-Futures, für die Käufer und Verkäufer einen Preis für einen bestimmten Liefermonat aushandeln. Dieser kann bis zu 36 Monate in der Zukunft liegen.

Dabei bleibt der Pellets-Future ein finanziell erfüllter Kontrakt. Wenn geliefert wird, rechnet man den vereinbarten Preis gegen den zugrundeliegenden Spotmarkt-Index. Einfach ausgedrückt vergleicht man den gehandelten Preis mit dem zum Lieferzeitpunkt aktuellen Preis und es erfolgt ein Barausgleich. Die Differenz wird ausgeglichen – entweder vom Käufer oder vom Verkäufer, je nachdem, ob der aktuelle Preis über oder unter dem vereinbarten liegt. Der Lieferumfang für jeden Kontrakt liegt bei mindestens 100 metrischen Tonnen.

Allein das weist schon auf Kunden mit großen Verbräuchen hin. Zu ihnen gehören Kraftwerke in Großbritannien, Dänemark, Schweden und den Benelux-Ländern, die verstärkt dazu übergehen, Kohle durch Biomasse zu ersetzen. Pellets eignen sich dafür sehr gut.

Angesprochen werden sollen neben den Kraftwerken auch Produzenten und Händler sowie Unternehmen, die zunehmend den Energieträger Biomasse in ihrem Erzeugungsmix einsetzen.

Nicht auf Europa begrenzt

Auf Europa soll der Handel mit den Pellet-Futures aber nicht begrenzt bleiben. Nach Angaben der EEX werden gerade in Asien viele Projekte mit Pelletverstromung geplant. Die Börse will sich mit den Futures schon für künftige dortige Aktivitäten aufstellen.

Auch wenn ein kleinteiliger Handel möglich ist, wenn sich viele Interessenten zusammenschließen, so ist die Nutzung der Futures doch mit einigen Hürden bewehrt. "Die Teilnahme am Börsenhandel setzt unter anderem eine technische Anbindung an die Handelssysteme, ein haftendes Eigenkapital von mindestens 50.000 Euro, die Fortbildung von Mitarbeitern zu EEX-Börsenhändlern und die Anerkennung als Handelsteilnehmer durch die European Commodity Clearing AG voraus", beschreibt diese Lukas Häfner in seinem Zeitschriftenartikel Demand Side Management.

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