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Über dieses Buch

In der Definition der Bundesregierung umfasst die Bioökonomie die „Erzeugung, Erschließung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Systeme, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems bereitzustellen“. Viele Publikationen adressieren stark die technologischen Facetten der Bioökonomie. In dem vorliegenden Sammelband werden hingegen Anwendungsaspekte, Potenziale und Hemmnisse aus wissenschaftlicher – aber eben auch aus betrieblicher – Sicht reflektiert, um konkrete Erkenntnisse für Geschäftsmodelle abzuleiten, die regenerative Rohstoffe in ihre Wertschöpfung einbeziehen. Die branchenbezogenen Erkenntnisse münden in einen Leitfaden, der Aufschluss über den bioökonomischen Reifegrad des jeweiligen Unternehmens gibt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Anspruch: konzeptionelle Grundlagen der Bioökonomie

Frontmatter

Kapitel 1. Die dogmenhistorische Bedeutung der Biologie für die Ökonomik

Zusammenfassung
Die Wirtschaftswissenschaften haben seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts einen Pfad eingeschlagen, auf dem sie vor allem Modellen, Denkmustern und Vorgehensweisen der Physik und hier insbesondere der Mechanik gefolgt sind. Dies hat dazu geführt, dass sich mit der Neoklassik eine vorherrschende Denkrichtung entwickelte, die sich stark auf mathematisch-formalisierte Gleichgewichtsmodelle stützt. Alternativ dazu wäre es auch möglich gewesen, sich stärker an der biologischen Theorie zu orientieren. Gegenseitige Einflussnahmen zwischen der Biologie und Ökonomik gibt es, seitdem Darwin seine biologische Evolutionstheorie unter dem Einfluss der Schriften der klassischen Ökonomen Adam Smith und Thomas Robert Malthus entwickelte. Umgekehrt hat die Biologie die Ökonomik immer wieder inspiriert, vor allem in der evolutorischen Ökonomik und in jüngerer Zeit auch in der Neuroökonomik, einer Anwendung der Verhaltensökonomik. Da das herrschende neoklassische Paradigma vielfacher Kritik ausgesetzt ist, wird eine Arbeitsteilung vorgeschlagen, in welcher jede der ökonomischen Denkschulen dort Anwendung findet, wo sie ihre jeweiligen Stärken hat. Eine stärkere Berücksichtigung biologischer Theorien und Erfahrungen in den Wirtschaftswissenschaften würde diese lebensnäher machen.
Michael Drewes

Kapitel 2. Bioökonomie – eine (inter-)disziplinäre Perspektive

Zusammenfassung
In diesem Beitrag wird das Konstrukt der Bioökonomie aus dem Blickwinkel einer disziplinären Systematik lokalisiert. Hierzu werden zunächst die Ausgangs- und Ansatzpunkte für eine Transdisziplin, bestehend aus Biologie und Ökonomie, in Bezug auf ihren Beitrag zum Problem einer ökologisch nachhaltigen Gesellschaft aufgezeigt. Sodann wird die Bioökonomie im begriffsdefiniten Spektrum verschiedener disziplinärer Kombinationen verortet. Daran schließt sich eine systemtheoretisch ausgelegte Begründung der nichtreduktiven Existenzberechtigung der einzelnen für die ökologische Kommunikation relevanten gesellschaftlichen Subsysteme und der darauf gerichteten wissenschaftlichen Einzeldisziplinen an. Schließlich wird vor diesem Hintergrund für ein interdisziplinäres Mehrebenen-Kommunikationsmodell plädiert, dass sowohl die holistische Perspektive auf den gesamten Problemzusammenhang gewährleisten, wie auch den einzeldisziplinären Tiefenblick in den Gegenstandsbereich ermöglichen kann. Demnach erscheint eine interdisziplinär, kommunikativ, kooperativ vernetzte Struktur von Disziplinen optimal für die zukünftige Wissenschaftslandschaft in diesem Themenspektrum. Das bedeutet auch: Eine Transdisziplin, wie die Bioökonomie, scheint nur in einem solchen umfassenderen interdisziplinären Kommunikations- und Kooperationsnetzwerk optimal positioniert zu sein.
Thomas Krickhahn

Kapitel 3. Zur bioökonomischen Theorie eines zukunftsfähigen Wirtschaftssystems

Zusammenfassung
Die Klimakatastrophe ist menschengemacht. Ein nachhaltiges, zukunftsfähiges Wirtschaftssystem wird nur dann entwickelt werden können, wenn wir nicht nur die heutige Wirtschaftspraxis ändern, sondern auch die Wirtschaftstheorie modernisieren, die dieses Handeln begründet und legitimiert.
Irene Schöne

Kapitel 4. Bioökonomie aus Perspektive der Biokybernetik

Zusammenfassung
Zur Bewertung von Strategien und Handlungsoptionen im Themenfeld Bioökonomie ist es naheliegend, eine naturinspirierte Bewertungsmethodik zu verwenden. Dieser Beitrag stellt daher den biokybernetischen Ansatz nach Frederic Vester als Methodik in den Mittelpunkt, um nachhaltigkeitskonforme Passungskriterien für bioökonomische Innovationen und Konzepte zu beschreiben sowie insbesondere die systemischen Wechselwirkungen und damit die Komplexität dieses Themenfeldes zu erfassen. So wird auch die Ambivalenz von Innovationen im Themen- und Handlungsfeld Bioökonomie thematisiert. Letztlich können mit diesem Ansatz die prinzipiellen Voraussetzungen für nachhaltigkeitsorientierte bioökonomische Innovationen in Richtung Erneuerbarkeit, Zirkularität, Effizienz, ökologische Verträglichkeit und Klimaneutralität geklärt werden.
Thomas Göllinger, Gabriele Harrer-Puchner

Ansichten: Wahrnehmung des Themenfeldes in der Öffentlichkeit

Frontmatter

Kapitel 5. Einstellung zur Verwendung nachhaltiger Produkte im Alltag

Zusammenfassung
In einer bundesweiten Befragung mit über 18.000 Auskunftspersonen wurden mittels quantitativer Feldforschung die Kernthemen zur Bioökonomie untersucht. Die zentrale Fragestellung der Studie war die Erforschung der Einstellung zur Bioökonomie in der deutschen Bevölkerung im Alltag. Die Ergebnisse zeigen, dass im Bereich der Ernährung die höchste Zahlungsbereitschaft zu zugunsten der Nachhaltigkeit besteht. Personen, für die der Klimawandel das wichtigste Umweltproblem darstellt, sind bereit für nachhaltige Lösungen von Umweltproblemen mehr zu bezahlen. Grundsätzlich ist die Bereitschaft, Einschränkungen für Nachhaltigkeit in Kauf zu nehmen, im Bereich der Mobilität am geringsten. Eine weitere Erkenntnis ist, dass die Bedeutung, dass Lebensmittel kein Erdöl oder Mikroplastik enthalten, besonders stark davon beeinflusst wird, wie wichtig das Thema Plastikmüll in den Weltmeeren bewertet wird.
Oliver Gansser, Christina Reich

Kapitel 6. Kann es eine neue Nachhaltigkeit geben?

Bedeutung, Dominanz und Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsdimensionen vor dem Hintergrund des Generationenwechsels von X und Y zu Z
Zusammenfassung
Die Bedürfnisse der jetzigen Generation zu befriedigen, ohne dabei die Bedürfnisbefriedigung der zukünftigen Generationen zu gefährden, gehört zu den wichtigsten globalen Aufgaben. Die daraus resultierenden Konsequenzen sind nicht nur im politischen Rahmen oder am Wandel der Wirtschaftsweise zu erkennen, sondern darüber hinaus für einen gesellschaftlichen Umbruch bezüglich des nachhaltigen Bewusstseins und Handelns verantwortlich. In der Literatur wird ein Überblick über zahlreiche Einflussgrößen gegeben, die sich primär auf individuelle und gesellschaftliche Normen, Werte, Einstellungen und Bedürfnisse konzentrieren, jedoch wurde dies bislang nicht im Hinblick auf die generationsspezifischen Prägungen bzw. vor dem Hintergrund des Generationenwechsels von X und Y zu Z empirisch untersucht. Dieser Lücke sollte jedoch beizeiten Beachtung geschenkt werden, da die nächsten Generationen in der Zukunft für die Umsetzung des Konzeptes verantwortlich sind. Demnach ist die Richtung, in die sich die Einstellung und Auffassung der Menschen gegenüber der Nachhaltigkeit entwickelt, entscheidend für die weitere Vorgehensweise im vorgenannten Integrationsprozess. Daher besteht das Hauptziel des vorliegenden Beitrages darin, die Unterschiede der Generationen X und Y im Vergleich zu der Generation Z hinsichtlich der Denkweise und Auffassung zur Thematik Nachhaltigkeit zu untersuchen.
Gabriela Pahl, Thomas Heupel

Kapitel 7. Konsumreduzierung durch Slow Fashion – Welche Faktoren beeinflussen die Kaufentscheidung bei langlebiger Kleidung?

Zusammenfassung
Das Geschäftsmodell der Fast Fashion beschreibt die Produktion und den Verkauf schnelllebiger, günstiger Massenware, die stets den neuesten Modetrends entspricht. Dabei werden bis zu 24 unterschiedliche Modekollektionen im Jahr zum Verkauf offeriert. Dieses große, schnell wechselnde Angebot verkürzt den Lebenszyklus eines einzelnen Kleidungsstückes und fördert die schnelle Entsorgung und den Kauf neuer Ware. Die negativen Umweltauswirkungen dieser Produktionsmassen sind vielfältig. Eine Verlängerung der Nutzung um neun Monate kann diese Auswirkungen jedoch abmildern, und zwar schätzungsweise um 20 % bis 30 %. Slow Fashion gewinnt in Zeiten der Nachhaltigkeit als Gegenbewegung zu Fast Fashion somit an Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zu Fast Fashion verfolgt Slow Fashion einen Bewusstseinswandel von Quantität zu Qualität bei Produzenten und Konsumierenden. Konsumentinnen und Konsumenten werden angehalten, langlebige Kleidung zu kaufen, diese so lange wie möglich zu tragen und auf diese Weise ihren Modekonsum zu reduzieren. Dabei stellt sich die Frage, welche Faktoren die Kaufintention von weniger, aber langlebiger Kleidung fördern oder hindern. Auf Basis des gegenwärtigen Forschungsstandes sowie vier durchgeführter Fokusgruppen wurde die Theory of Planned Behaviour (TPB) für die Hypothesenformulierung zugrunde gelegt und entsprechend erweitert, so dass ein komplexes Untersuchungsmodell aufgestellt werden konnte. Mittels einer Online-Befragung wurde ein Datensatz von 524 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Generation Y generiert. Die Datenauswertung erfolgte mit PLS-SEM. Es konnten Einflussfaktoren identifiziert werden, die Konsumentinnen und Konsumenten in ihrer Kaufabsicht von weniger, aber langlebiger Kleidung beeinflussen. Die Ergebnisse verdeutlichen die besondere Bedeutung der Einflussfaktoren Involvement in Bezug auf den Modekonsum, wahrgenommene Effektivität des eigenen Handelns hinsichtlich des Umweltschutzes sowie Einstellung zu Slow Fashion, während wahrgenommene Verfügbarkeit von Slow-Fashion-Produkten keinen Einfluss ausübt. Ein Vergleich zwischen weiblichen und männlichen Modekonsumierenden führte darüber hinaus zu keinen signifikanten Unterschieden. Auf Basis der Ergebnisse können konkrete Handlungsempfehlungen für Slow-Fashion-Unternehmen sowie für politische Institutionen gegeben werden. Ein Ziel auf politischer, aber auch unternehmerischer Ebene ist es dabei, die Aufklärung hinsichtlich der Auswirkungen des Überkonsums wirkungsvoll zu gestalten, um das Kaufverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten entsprechend zu beeinflussen.
Frederike Schnalke, Silvia Boßow-Thies, Bianca Krol

Anwendung: Bioökonomie in den Wirtschaftssektoren

Frontmatter

Kapitel 8. CO2 als Rohstoff zur Nutzung in zirkulären Prozessen

Zusammenfassung
Seit Beginn der Industrialisierung steigt der Anteil der vom Menschen verursachten Treibhausgase in der Atmosphäre sehr stark an. Vor allem Kohlendioxid (CO2), das durch die Verbrennung fossiler Energieträger entsteht, hat einen wesentlichen Anteil an den Klimagasen. Deren immenser Anstieg führt zu einer Zunahme der globalen Durchschnittstemperatur. Um die Erderwärmung (spätestens) bis 2050 idealerweise auf 1,5 Grad zu begrenzen, sollten alle Sektoren wie Strom, Wärme, Verkehr und Chemie etc. defossilisiert werden (= Vermeidung fossiler Energieträger). Es werden hierzu verschiedene CO2-Abscheidungsverfahren (DAC = Direct Air Capture) sowie Kohlenstoff-Nutzungsverfahren (CCU-Verfahren = Carbon Capture and Utilization bzw. Kohlenstoff-Abscheidung und Verwendung) erläutert. Mit diesen Verfahren wird Kohlenstoff im Kreislauf gehalten, jedoch ist auch eine konsequente Reduktion des Anteils in der Atmosphäre dringend erforderlich. Dies gelingt durch CO2-Speicherungsverfahren (CCS = Carbon Capture and Storage).
Dina Barbian, Gerhard Spiegel

Kapitel 9. Junge Millennials und die forstbasierte Bioökonomie: Ergebnisse einer repräsentativen Studie zum Holzbau in Österreich

Zusammenfassung
Wie stehen junge Menschen zur forstbasierten Bioökonomie, im Speziellen zum Zukunftsthema Bauen mit Holz? Dieser Beitrag untersucht die Generation der jungen Millennials (20–29 Jahre) in Österreich hinsichtlich ihrer Einstellung zu den Themen Forstwirtschaft, Holzwirtschaft und Holzbau. Mittels einer repräsentativen Online-Umfrage (n = 757) wurden die Personen untersucht, die als Konsumentinnen und Konsumenten sowie als Entscheiderinnen und Entscheider an der Transformation hin zu nachhaltigen Wirtschaftskreisläufen in der Zukunft beteiligt sein werden. Es zeigt sich ein vielfältiges Meinungsbild zur Branche, welches Chancen und Herausforderungen bezüglich zukünftigen Kommunikationsstrategien bietet. Eine Clusteranalyse lieferte vier eindeutige Konsumierendencluster: Von denen, die die Branche noch begeistern muss, bis hin zu den holzaffinen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Gesellschaft. Die Ergebnisse, insbesondere die Handlungsempfehlungen, sollen dazu dienen, klare und gezielte Kommunikationsmaßnahmen zu implementieren, welche die gesellschaftliche Akzeptanz für den Einsatz forstlicher Ressourcen erhöhen.
Markus Petruch, Dominik Walcher

Kapitel 10. Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft – Konzeption, Potenziale und Umsetzung bei Großimmobilien

Zusammenfassung
Etwa 30 % des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland werden durch den Bau und die Nutzung von Gebäuden verursacht. Immobilien weisen mithin ein hohes, bislang nur teilweise ausgeschöpftes Nachhaltigkeitspotenzial auf. Gleichzeitig beeinflussen Environment-Social-Government(ESG)-Aspekte verstärkt die Wertigkeit und Konkurrenzfähigkeit von Immobilienprojekten. Dieser Beitrag untersucht, wie insbesondere bei der baulichen Erstellung und Nutzung von Großimmobilien ökologische und sozio-ökonomische Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen eines integrativen Ansatzes geplant und umgesetzt werden können. Insbesondere beim Energiemanagement geht es hierbei um ein zirkuläres Gesamtsystem. Zunächst werden die diversen Gestaltungsfelder für ein Nachhaltigkeitsmanagement im Bauwesen aufgezeigt. Ein hierauf gründendes Nachhaltigkeitskonzept für Großimmobilien wird anschließend anhand der Struktur der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Agenda 2030 wertemäßig verortet. Schließlich gilt es, diesen Nutzen anhand möglichst objektiver Key Performance Indicators (KPIs) messbar zu machen, als Grundlage für Zielsetzung, Bewertung und Steuerung. Die diversen Umsetzungsaspekte werden abschließend anhand eines Praxisbeispiels illustriert.
Barnim G. Jeschke, Marcus Todt

Kapitel 11. Design einer Biomasse-Supply-Chain – internationale Wertschöpfung im Bereich landwirtschaftlicher Reststoffe als Beitrag zur zirkulären Wirtschaft

Zusammenfassung
Bioökonomie eröffnet neue Verwendungsmöglichkeiten für einige Materialien und Stoffe, die traditionell als Abfall behandelt wurden. Dazu gehören landwirtschaftliche Nebenprodukte, die bereits in beträchtlichem Umfang für die stoffliche oder energetische Nutzung verwendet werden. Die Weiterverwendung der landwirtschaftlichen Reststoffe unterstützt die Idee einer nachhaltigen und zirkularen Ökonomie. Die Herausforderungen liegen in der Sicherheit der Rohstoffversorgung und Gestaltung des Logistiksystems, was die Nutzung der Biomasse zur Energiegewinnung stimulieren kann. Um das volle Potenzial der Bioenergie zu realisieren, ist eine stärkere Internationalisierung der Wertschöpfung sowie die Entwicklung alternativer Biomasseversorgungsketten (Supply Chains) mit neuen Beschaffungsquellen und neuen Rohstoffen notwendig. Die nachhaltige Erzeugung und der Transport der Biomasse sind dabei unabdingbar. Das Ziel dieses Beitrags ist, die Biomasse-Supply-Chain zu untersuchen und ihre Rolle in der zirkularen Ökonomie einzuordnen. Hohe Logistikkosten sind eines der Hindernisse bei der weit verbreiteten Nutzung von Biomasse zur Energie- und Kraftstofferzeugung. Daher ist die Verbesserung und Optimierung der Biomasselogistik für die Überwindung dieser Barriere von entscheidender Bedeutung. Die Gestaltungsmöglichkeiten werden in diesem Artikel diskutiert.
Anna Kolmykova

Kapitel 12. Lernende Energieeffizienz-Netzwerke

Zusammenfassung
Mit Effizienz- und Konsistenzlösungen lässt sich sowohl der Energiebedarf vermindern, als auch mit einer besseren ökologischen und strukturellen Passung im Sinne der Bioökonomie versehen. Dieser Beitrag stellt die Möglichkeiten zur Steigerung der industriellen Energieeffizienz mittels lernenden Energieeffizienz-Netzwerken vor. Thematisiert werden Konzepte zur Überwindung von Hemmnissen durch Lernerfahrungen, insbesondere mittels des Synergiekonzeptes als innovativer Lernplattform sowie die systemischen Wechselwirkungen in diesem Kontext. Darüber hinaus werden hierzu korrespondierende innovationsorientierte Organisationsvarianten für das betriebliche Energiemanagement erläutert. Abschließend beleuchtet der Beitrag Konzepte von betrieblichen und überbetrieblichen Energieverbünden, insbesondere der gekoppelten Energieerzeugung und -nutzung, z. B. im Bereich der Wärmenutzung.
Thomas Göllinger

Kapitel 13. Alles Müll? Plastikmüll und Recycling in Deutschland – Kann das Verpackungsgesetz die Nachhaltigkeit erhöhen?

Zusammenfassung
Die deutschen Endverbraucherinnen und -verbraucher produzieren 5,20 Mio. t Kunststoffmüll pro Jahr. Davon werden nur 15,6 % der Plastikabfälle als Rezyklat in der Herstellung wiederverwendet. Die Recyclingquote ist geringer, als in der öffentlichen Wahrnehmung vermutet wird. Ziel des Beitrages ist es darzustellen, warum der Anteil des recycelten Plastikmülls in Deutschland so gering ist und warum in der Vergangenheit große Mengen an Plastikmüll ins Ausland exportiert wurden. Zudem werden die Wirkungen des noch jungen Verpackungsgesetzes (VerpackG) analysiert. Im Ergebnis ist der Umgang mit (Plastik-)Müll in Deutschland kritisch zu hinterfragen. Das Verpackungsgesetz ist ein Impuls, trotzdem bietet es immer noch Schlupflöcher, die es ermöglichen, weiterhin auf nicht recyclebare Verbundstoffe zurückzugreifen. Zudem sind globale Lösungen und Abkommen, die die weltweiten Müllexporte unterbinden, von Nöten.
Ann-Katrin Voit

Kapitel 14. Untersuchungen zu Auswirkungen von Mikroplastikemissionen auf die Abbauleistung von Kläranlagen

Zusammenfassung
Mikroplastikemissionen sind eine bisher unzureichend betrachtete Einflussgröße für Kläranlagen. Der vorliegende Beitrag fasst die Ergebnisse eines Laborversuchs zusammen, welcher die Auswirkungen von Mikroplastik auf einen Klärprozess näher betrachtet hat. In einer Kontroll- und drei Versuchsanlagen wurden Belebtschlammsuspensionen betrieben, die Kohlen- und Stickstoffverbindungen eliminieren. In den drei Versuchsanlagen wurde Mikroplastik (LDPE und HDPE) in verschiedenen Frachten dosiert und die Veränderungen des Prozesses beobachtet und gemessen. Trockensubstanzgehalte, Nitrifikation, Kohlenstoffelimination, Schlammvolumen etc. wurden erfasst und die Daten der vier Anlagen miteinander verglichen und interpretiert. Hinweise für den zukünftigen Umgang mit Mikroplastikemissionen werden gegeben. Es zeigt sich, dass die Dosierung von Mikroplastik in einen Klärprozess die Bildung von aufschwimmendem Schlamm in den Sedimentationsbecken begünstigt. In zwei der drei Versuchsanlagen trat bereits nach kurzer Zeit eine Schwimmschlammbildung auf. Diese aufschwimmende Schlammschicht wurde vom Auslaufsog abgetragen und hat so die Bakterienmasse in der Belebtschlammsuspension reduziert. Die fehlende Masse an Bakterien führte in Kohlenstoff- und Stickstoffelimination zu Defiziten im Vergleich zur Kontrollgruppe. Auch die Versuchsanlage mit der niedrigsten Dosiermenge an Mikroplastik zeigt Einflüsse.
Dominik Neugebauer, Jochen Remmel, Thomas Scheicher, Thomas Heupel

Kapitel 15. Alternative Formen der Individualmobilität im Blickwinkel des CO2-Fußabdrucks

Zusammenfassung
Die Individualmobilität befindet sich augenscheinlich im größten Umbruch seit der Erfindung des Automobils. Zu gleicher Zeit ist das Bewusstsein der Gesellschaft für nachhaltige Lebensführung nicht zuletzt durch das aufgeflammte Engagement der jüngeren Generationen stark gestiegen. Dieser Beitrag geht daher der Frage nach, wie sich die unterschiedlichen angebotenen und konzipierten Antriebstechnologien bezüglich ihres CO2-Fußabdrucks verhalten. Verschiedene Formen der Individualmobilität werden angeboten, subventioniert und mit politischen Anreizen in der Nachfrage gesteuert. Dabei ist nicht immer klar, inwieweit die sogenannten alternativen Antriebe in Bezug auf die Klimaauswirkungen insgesamt zu den gewünschten Effekten führen. Diese Unsicherheit führt zu vielfältigen und kontroversen Diskussionen innerhalb der Gesellschaft und auch unter den unterschiedlichen Stakeholdern der Automobilindustrie. Dieser Beitrag nimmt einen neutralen Blickwinkel ein und stellt theorie- und studienauswertend den CO2-Fußabdruck der wichtigsten Antriebssysteme der automobilen Individualmobilität ganzheitlich gegenüber. Mit dieser Grundlage sollen die Diskussionen in Industrie und Gesellschaft auf ein qualifiziertes Niveau gehoben werden sowie jenseits von Interessenskonflikten die Fakten und Berechnungssysteme einen sachlichen Vergleich ermöglichen.
Roland Vogt

Kapitel 16. Biokraftstoff E20 als ein Geschäftsmodell der zirkulären Bioökonomie

Zusammenfassung
Im Rahmen der zirkulären Bioökonomie (im Folgenden CBE; engl. Circular Bioeconomy) hat der Einsatz von Biomasse zur Gewinnung von Biokraftstoffen das Potenzial, Treibhausgase zu reduzieren, CO2-Kreisläufe zu schließen und dabei gleichzeitig Mobilität in der Gesellschaft zu erhalten. Hierzu ist es jedoch notwendig zu prüfen, wie Geschäftsmodelle für Biokraftstoffe gestaltet werden sollten, um den Kriterien einer CBE bestmöglich zu entsprechen. Das Design eines solchen CBE-orientierten Geschäftsmodells wird in dem vorliegenden Beitrag anhand des Fallbeispiels „Super E20“ (d. h. 20 % Ethanol-Beimischung zu fossilem Kraftstoff) als Nachfolger von E10 untersucht, dessen Einführung derzeit diskutiert wird. Hierzu werden zunächst relevante Kriterien einer CBE in Bezug auf Bioethanol erörtert. Darauf aufbauend wird ein Business-Modelldesign für das Fallbeispiel Super E20 diskutiert. Hierzu wird auf das Framework nachhaltiger Business-Modelle zurückgegriffen und die Mechanismen der Value Proposition, Value Creation, Value Delivery und Value Capture für ein CBE-orientiertes Geschäftsmodell Super E20 diskutiert. Da eine besondere Herausforderung von Business-Modellen der CBE oftmals in der Wirtschaftlichkeit liegt, wird auf den Aspekt Value Capture im Besonderen eingegangen.
Nadine Pratt, Carsten Kruppe, Sabrina Rafalski

Kapitel 17. Chancen und Risiken der E-Mobilität für den Einsatz von Nutzfahrzeugen in der Entsorgungswirtschaft

Zusammenfassung
Um die Treibhausgasemission im Verkehrssektor zu senken, beschloss die EU-Verordnung im Jahr 2009 eine Absenkung des CO2-Ausstoßes bis zum Jahr 2020 bei Personenkraftwagen mit konventionellen Verbrennungsmotor (Benzin- und Dieselmotoren) auf durchschnittlich 95 g/km. Für leichte Nutzfahrzeuge setzte die EU-Verordnung einen Durchschnittsverbrauch bis 147 g/km als Richtwert für 2020 fest. Um diese Ziele in der Zukunft zu erreichen, unterstützt die Bundesregierung in Form von Subventionen und Pilotprojekten die Einführung und Etablierung von Elektrofahrzeugen im Automobilmarkt. So hat die Bundesregierung das Ziel gesetzt, dass bis zum Jahr 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sind. Es ist bereits ein Fortschritt auf den Straßen zur Erreichung dieses Ziels zu sehen. Im Jahr 2019 stieg erneut die Anzahl von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Die Menge an Elektro-Pkw stieg im Vergleich zum Vorjahr von 53.861 auf 83.175 (+54,4 %). Aber nicht nur im Pkw-Sektor ist ein Umdenken zu erkennen, auch im Nutzfahrzeugbereich findet ein Richtungswechsel für Mobilitätskonzepte statt. Auf der IAA 2019 wurden unterschiedliche Elektronutzfahrzeuge vorgestellt. Das Signal der Messe war eindeutig: Die Elektromobilität bewegt sich in dem NFZ-Bereich in Serie. Neben dem E-Crafter von VW, der besonders für Kurier-, Express- und Paketdienste (KEP) geeignet ist und mit nur einer Ladung eine Strecke von 160 km schaffen soll, gab es auch im E-Lkw Entwicklungen. Beispielhaft anzuführen sind hier der Mercedes Actros oder ein weiterentwickeltes E-Müllabfuhrfahrzeug von Volvo. Vor dem Hintergrund des weltweiten Anstiegs des Abfallaufkommens – im Jahr 2016 lag das Abfallaufkommen in Europa bei 392 Mio. t und für das Jahr 2030 werden 440 Mio. t prognostiziert – stellt sich zum Beispiel die Frage, ob im innerstädtischen Kurzstreckenbereich E-Müllabfuhrfahrzeuge einsetzen lassen, um Lärm- und CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren. Der vorliegende Beitrag eruiert mittels Stärken/Schwächen sowie Chancen/Risiken-Analyse (SWOT) die möglichen Potenziale für Logistikdienstleister, speziell für den Nutzfahrzeugbereich in der Entsorgungsbranche.
Amir Termkolli, Christoph Erdenberger, Thomas Heupel

Kapitel 18. Digitale Alternativen zu herkömmlichen Kassenbelegen aus Thermopapier

Zusammenfassung
Aufgrund der Belegausgabepflicht, welche seit 01.01.2020 rechtskräftig ist, wird eine deutlich größere Menge an Thermopapier verbraucht. Das Problem hierbei sind die verwendeten Inhaltsstoffe im Thermopapier. Diese sind sowohl schädlich für die Umwelt als auch für den menschlichen Körper. Aufgrund dieser Giftstoffe ist das richtige Entsorgen von Kassenbelegen seitens der Konsumierenden ein wichtiges Thema. Zusätzlich ist vielen Konsumierenden eine digitale und somit nachhaltige Alternative nicht bekannt. Ziel des Beitrages ist es daher, nachhaltige und digitale Alternativen zu den herkömmlichen Kassenbelegen aus Thermopapier theoretisch und empirisch zu überprüfen. Im Mittelpunkt steht hierbei die Sicht der Konsumierenden, weshalb 154 Verbraucherinnen und Verbraucher im Outlet-Center Metzingen mithilfe einer digitalen Verbraucherbefragung integriert wurden. Die theoretische Einbettung des Themas erfolgt anhand folgender Wissenschaftsgebiete: Digitalisierung, Verhaltensökonomie, Nachhaltigkeitswissenschaften und Handelsrecht.
Daniela Ludin, Wanja Wellbrock, Erika Müller, Wolfgang Gerstlberger, Dilay Yayla, Dilara Yayla

Kapitel 19. Shared Wardrobes als Gegenbewegung zum Trend Fast Fashion

Zusammenfassung
Zur Bekämpfung des stetig voranschreitenden Klimawandels rücken nachhaltige ökonomische Konzepte in allen Branchen immer weiter in den Vordergrund. In diesem Beitrag sollen an der Schnittstelle zwischen Textilwirtschaft, Verhaltensökonomie, Nachhaltigkeitswissenschaft und Sharing Economy mögliche Alternativen zu Fast Fashion und Bekleidungskonsum entwickelt werden. Dabei spielt das Verhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern eine wichtige Rolle. Konsumierende und Produzierende müssen gleichermaßen dazu angehalten werden, nachhaltige Entscheidungen zu treffen – dies gilt insbesondere im Kontext des Konsums und im Kontext des Vertriebs von Bekleidung. Im Rahmen einer Online-Befragung von 118 Studierenden der Hochschule Heilbronn am Campus Schwäbisch Hall konnten Erkenntnisse bezüglich der Gewohnheiten beim Kleidungskauf und des studentischen Bewusstseins für Nachhaltigkeit gewonnen werden.
Daniela Ludin, Wanja Wellbrock, Erika Müller, Wolfgang Gerstlberger, Heike Barth, Laura Fluhrer

Ausblick: Betriebswirtschaftliche Implikationen

Frontmatter

Kapitel 20. Möglichkeiten entdecken, statt vorschnell Lösungen erfinden – F&E-Prinzipien für bioökonomische Disruptionen

Zusammenfassung
In diesem Beitrag wird eine bioökonomische Innovationsperspektive skizziert, die typisch ist für Unternehmen mit disruptivem Anspruch. Die Firmengröße spielt dafür keine Rolle, ausschlaggebend ist das veranschlagte Ökologieverständnis (tendenziell haben große Traditionsunternehmen mit dem hier skizzierten geistigen Schwenk größere Schwierigkeiten). Radikale Ökologie fußt auf dem Ziel, biokompatible Strukturen zu erzeugen; Aspekte wie Ressourcenschonung oder Kreislaufwirtschaft sind hier nachrangig bzw. zu innovationsschwach. Ziel ist, durch die Schärfung von Denkungsart und Naturbegriff (1) sowie anhand von Innovationsbeispielen (2) eine Basis an unternehmerischen Bedingungen und Voraussetzungen zu schaffen (3), auf der erste Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen zu gewinnen sind. Unternehmen, die sich dieses Feld erschließen wollen, müssen vor allem prüfen, ob Führung und Kultur dem Druck, der auf ihnen liegen wird, standhalten können und wollen. Konkret geht es dabei um dreierlei: eine Art Selbstcheck, um die Personalfrage (wer kann so etwas?) sowie um die Verankerung einer speziellen organisationalen Durchhaltekraft.
Friederike Müller-Friemauth

Kapitel 21. Bewertung und Selektion nachhaltiger Innovationen der Bioökonomie durch Investoren

Zusammenfassung
Da die Bioökonomie auf biologischen Prozessen bzw. deren technischer Nachahmung basiert, zeigt sie sich grundsätzlich anschlussfähig an die bestehenden Nachhaltigkeitskonzeptionen. Allerdings bestehen hier auch zahlreiche Zielkonkurrenzen (etwa hinsichtlich dem Flächenbedarf zur Produktion landwirtschaftlicher Güter für Nicht-Ernährungszwecke o.Ä.). Andererseits ist das Innovationspotenzial von Produktionsmethoden, welche sich an natürlichen Prinzipien orientieren, nicht zu unterschätzen (z. B. durch vereinfachte Beschaffungs-/Verwertungsstrukturen im Sinne der Kreislaufwirtschaft). Ein bedeutender Treiber solcher Innovationen besteht in der Rezeption und Förderung durch den Kapitalmarkt. Als Bewertungs- und Entscheidungshilfe für Investoren wird hier ein Verfahren vorgestellt, mit dem Innovationen selektiert und gefördert werden, die im Einklang mit Nachhaltigkeitsaspekten stehen.
Frank M. Weber

Kapitel 22. Beschaffungscontrolling – ein wesentlicher Baustein zur Umsetzung von Bioökonomiestrategien

Zusammenfassung
Die Beschaffung ist der Unternehmensbereich, der über die vergangenen Jahrzehnte massiv an Bedeutung gewonnen hat. Es wird kaum eine unternehmensübergreifende Strategie geben, die umgesetzt werden kann, ohne dass dieser Funktionsbereich mit einbezogen wird. Dies gilt in ausgeprägtem Maß auch für die Bioökonomie. Zur Identifikation, Analyse und Kontrolle von Maßnahmen zur Umsetzung der Bioökonomie ist das Beschaffungscontrolling eine wesentliche Unterstützungsfunktion. Dieser Beitrag arbeitet heraus, welche Aufgaben im Hinblick auf eine bioökonomische Ausrichtung des Beschaffungscontrollings übernommen werden müssen, welche Instrumente zur Realisierung der Aufgaben verwendet werden können und wie eine adäquate organisationale Eingliederung des bioökonomisch ausgerichteten Beschaffungscontrollings gestaltet sein kann.
Andreas Jonen

Kapitel 23. Die „Integrierte Berichterstattung“ – ein direktes, bioökonomisches Steuerungsinstrument

Zusammenfassung
Die Ausführungen über die Modernisierungsnotwendigkeit der bisherigen Wirtschaftstheorie erlauben, ein neues, direktes Steuerungsinstrument zur CO2-Reduzierung zu entwickeln. Damit erhält jede Bürgerin und jeder Bürger, jede Organisation und die öffentliche Verwaltung die Chance, in eigener Bestimmung, aber auch verpflichtend, schädliche Klimagase einzusparen. Das ist ein anderer Ansatz als die eingeleitete, durch Geld vermittelte Besteuerung von Emissionen, die auf der Annahme basiert, dass teurere Produkte weniger nachgefragt werden. Zudem wird dadurch die sozial ungleich verteilte Verfügungsmöglichkeit über Geld nicht beachtet. Beide Probleme werden durch die Einführung einer „Integrierten Berichterstattung“ überwunden.
Irene Schöne

Kapitel 24. Leitfaden zur bioökonomischen Unternehmenspraxis

Zusammenfassung
Die Beiträge dieses Sammelbandes haben das Thema Bioökonomie von drei Perspektiven beleuchtet: in Bezug auf seinen grundsätzlichen Anspruch, in Bezug auf branchenbezogene Anwendungsaspekte sowie in Bezug auf Erkenntnisse, die einen Ausblick auf die künftige Rolle der Bioökonomie für unternehmerisches Handeln einzunehmen vermag. Mit diesem „finalen“ Beitrag verbindet sich die Absicht, pragmatische Lehren aus dem vorangegangenen Gedankengut abzuleiten und in Form eines Leitfadens darzustellen. Ein generischer Leitfaden wird zwangsläufig allgemeinverbindlich zu sein haben. Andererseits wird hier keine abstrakte Weisungsstruktur angestrebt, sondern eine praxisbezogene Gestaltungshilfe. Und so wird dieser Beitrag zunächst die grundsätzlichen Lehren der Bioökonomie herausstellen, angefangen bei den statischen und dynamischen Wirkungsebenen der Biologie hin zu den spezifischen Grundsätzen der Bioökonomie. Hierauf gründend können dann pragmatische Schlussfolgerungen für unternehmerisches Gestalten herausgearbeitet werden, unter Bezugnahme auf die vorstehenden Beiträge.
Barnim G. Jeschke
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