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30.11.2017 | Biowerkstoffe | Nachricht | Onlineartikel

Verarbeitung von Biokunststoffen – eine Bilanz

Autor:
Nadine Klein

Auf der Abschlussveranstaltung zum Projekt "Verarbeitung von Biokunststoffen" diskutierten Ministerium und Projektträger gemeinsam mit Materialherstellern, Distributoren und den Verbundpartnern die umfangreichen Projektergebnisse.

Nach fünf Jahren hat das Projekt "Verarbeitung von Biokunststoffen" umfassende Daten hervorgebracht. Es ist das erste Projekt dieser Art, das das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), gefördert hat. Die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung stand dabei im Mittelpunkt, begleitet durch einen umfangreichen Transfer der Projektergebnisse des Verbundes in die Praxis. "Diese Anforderung war es letztlich auch, die unter den Verbundpartnern zu der Idee einer Datenbank führte", so Prof. Hans-Josef Endres vomInstitut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe (IfBB) der Hochschule Hannover und Projektleiter des Verbundes. "Es war uns wichtig, die Daten anwenderfreundlich und übersichtlich, strukturiert, schnell zugänglich und verständlich aufzubereiten und den Nutzer an gleicher Stelle zu den richtigen Ansprechpartnern, den Kompetenznetzwerkpartnern, zu verlinken. Mittlerweile wurden die Daten in das Material Data Center und damit in eine der international bekanntesten Kunststoffdatenbank überführt."

Dr. Erwin Baur von der Firma M-Base Engineering + Software und Betreiber des Material Data Centers verdeutlichte auf der Abschlussveranstaltung in seinem Vorschlag zur Fortführung der Datenerfassung und -bereitstellung, wie wichtig es als Materialhersteller ist, seine Kunden auch mit Daten zur Verarbeitung der neuartigen Biokunststoffe zu versorgen. "Es reicht eben nicht mehr nur zwei Zahlen, die Firmentelefonnummer und den Preis, an Produkthersteller weiterzugeben. Wenn wir den Markt für biobasierte Kunststoffe tatsächlich merklich vergrößern und weiterhin ihren Weg bereiten wollen, kann dies langfristig nur gemeinsam mit den Werkstoffherstellern gelingen." Was für konventionelle Kunststoffe gang und gäbe ist, muss sich auch für Biokunststoffe etablieren. Noch sind die Biokunststoffe eine "Spezialität", weshalb meist noch ein hoher Schulungs- und Beratungsbedarf sowie oftmals eine intensivere technische Betreuung der Kunden notwendig sei.

Umso wichtiger ist dem BMEL nach fünf Förderjahren zu garantieren, dass die Ergebnisse fortbestehen, aktualisiert und erweitert werden. "Nur so kommen wir dem Ziel der Bundesregierung, die Bioökonomie auszubauen, einen weiteren Schritt näher", fasst Dr. Hans-Jürgen Froese vom BMEL zusammen, wobei aus seiner Sicht die Verbraucher unbedingt mitgenommen werden müssen. Ihre Ängste und Fragen bedürfen einer klaren und verständlichen Kommunikation, die durch Sachinformationen wie Ökobilanzierungen oder Lebenszyklusanalysen zu begleiten sei.

Weitere Informationen zum Projekt und zur Datenbank finden sich unter www.materialdatacenter.de und www.biokunststoffe-verarbeiten.de.

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