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weitere Buchkapitel

4. Entwicklungsprozess einer wissenschaftlichen Arbeit

Abhängig von der Art des Forschungsprojekts, z. B. Studienarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Dissertation, sollten das Thema, der Umfang und das Forschungsdesign so gewählt werden, dass die Arbeit innerhalb des vorgegebenen Zeitrahmens durchführbar ist. Das Erstellen einer Aufgabenliste als Teil einer Projektstruktur, die Festlegung einer Abarbeitungsreihenfolge dieser Aufgaben und die Schätzung ihrer Dauer ist Teil einer vernünftigen Planung des Projekts, die sich jedoch aus mehreren Gründen als schwierig erweist (siehe Abb. 4.1).

Bernd Heesen

3. Chinas Weg von alter zu neuer Stärke – ein Abriss einer einzigartigen Transformation

Um das heutige Selbstverständnis und Selbstbewusstsein Chinas zu begreifen, soll ein Blick in die chinesische Geschichte erfolgen, der hier nur als knappe Exkursion stattfinden kann. Obwohl es in den letzten 150 Jahren auch in China zu massiven Umbrüchen im Staatsapparat kam, verweist die chinesische Regierung bis heute auf die traditionellen Wurzeln aus der frühen Geschichte. Die Idee einer konstanten Entwicklung vom antiken China bis zum heutigen „Global Player“ ist geschichtswissenschaftlich nicht unproblematisch, hat aber entscheidenden Einfluss auf die chinesische Sicht auf das eigene Land und den Rest der Welt.

Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

2. Deutschlands Erfolgsrezept – Soziale Marktwirtschaft

Die Geschichte der Ökonomie der westlichen Welt ist gespickt mit zahlreichen Ausprägungen von marktwirtschaftlichen Systemen. Bereits im Römischen Reich zu Zeiten Diokletians (Kaiser von 284–305 n. Chr.) waren Preisregulierungen bekannt. Die USA gelten zum Zeitpunkt des Entstehens des vorliegenden Buches nach wie vor als das Paradebeispiel des Kapitalismus, Frankreich hingegen zeichnet sich im Sinne Colberts durch eine staatliche Steuerung des marktwirtschaftlichen Geschehens aus. Die Bundesrepublik prägt ein stark ausgebauter sozialer Sektor bei gleichzeitiger ökonomischer Offenheit mit einem hohen Anteil an Außenhandelsaktivität (Watrin 1996, S. 80).

Markus Hans-Peter Müller, Jonas Polfuß

Kapitel 6. Führungs- und Störverhalten eines Regelkreises

Wer von Studierenden technischer Hochschulen und Universitäten kennt sie nicht, die Führungs- und Störverhalten eines Regelkreises! Beide Verhalten werden in jedem Lehrbuch der Regelungstechnik ähnlich behandelt, weil die Nennerpolynome von beiden Übertragungsfunktionen (und folglich die dynamischen Verhalten) gleich sind. Der Unterschied besteht nur darin, an welcher Stelle des Regelkreises das Eingangssignal wirkt. Fast alle in der Literatur beschriebenen Entwurfsverfahren beziehen sich auf Führungsverhalten, weil sie auch für Störverhalten (wegen der o. g. gleichen Nennerpolynome) gelten. Es wird erwartet, dass die nach dem Führungsverhalten optimal eingestellten Regler auch beim Störverhalten optimal funktionieren werden, was theoretisch und praktisch nicht der Fall ist. Zwar bleibt der Kreis stabil, jedoch wird die Wirkung von Störgrößen mit anderer Ausregelzeit und ggf. mit einem statischen Fehler beseitigt. Die bekannten Verfahren der Störgrößenunterdrückung sind nur dann wirksam, wenn die Störungen bekannt und messbar sind, was eher selten vorkommt. In diesem Kapitel wird das Störverhalten nach einem neuen Konzept behandelt, wonach ein neues Modul, der sogenannte Data Stream Manager (DSM), entwickelt ist. DSM wird „Terminator“ genannt, weil damit alle Störungen, ohne gemessen zu werden und unabhängig von der Applikationsstelle, komplett beseitigt werden. Die neuen DSM sind in diesem Kapitel auch für Führungsverhalten vorgestellt: für Anfahren mit einer Impulsfolge (Overset), mit Begrenzung (Override), mit einem Referenzmodell (Multiset), mit einem Fuzzy-ähnlichen Algorithmus (FFF) sowie der DSM Redundanz für die Umschaltung zwischen zwei Reglern für die redundante Regelung und für die Regelung von nicht-stationären bzw. linearen zeitvarianten Strecken (LZV).

Serge Zacher

Kapitel 5. Entscheidungen im Kontext der Justiz

Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen einem Vertrag (Schuldverhältnis) und einem realen Zustand. Was ist also zu tun, wenn die Schuld nicht erbracht wird und wie schützt man sich im Entscheidungsprozess bzw. wie geht man mit dieser „Non liquet“-Lage richtig um. Ein englischer Rechtsanwalt einer internationalen Kanzlei hatte im Rahmen eines Grundstückskauf für eine Waschstraße in der Nähe von Birmingham behauptet, dass der von ihm entwickelte Kaufvertrag schützen würde („the contract protects you“).

Quirin Graf Adelmann, Michael Rassinger

Kapitel 7. Angst bei Entscheidungen

Trotz aller Logik, des Verständnisses von Prozessen und der Absicherung ist bei Entscheidungen oft eine unberechenbare Komponente im Spiel: die Angst. Menschen umschreiben sie oft mit Unsicherheit, Ungewissheit oder einem negativen Bauchgefühl. Während wir in den vorhergehenden Kapiteln ausführlich auf die Aspekte einer Entscheidung auf der Grundlage von Fakten eingegangen sind, möchten wir hier das menschliche Element betonen.

Quirin Graf Adelmann, Michael Rassinger

Kapitel 3. Bauelemente, Datenblätter, Grenzwerte

Elektronische Bauelemente (hier grundsätzlich als „BE“ abgekürzt) sind die kleinsten funktionalen Einheiten einer elektronischen Schaltung. Ihre Anschlüsse (Pins) werden mit elektrischen Leitungen (Metalldrähten, Leiterbahnen aus Kupfer bei einer Leiterplatte) untereinander verbunden. Auf diese Art zusammengeschaltet bilden BE den Aufbau z. B. einer Baugruppe oder eines Gerätes mit einer bestimmten Funktion.

Leonhard Stiny

13. Kontaminanten, Rückstände und Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Lebensmitteln können im Rahmen des Produktionsprozesses bestimmte Substanzen aktiv zugefügt werden, um bestimmte chemische, physikalische oder physiologische Effekte zu generieren (z. B. Farbstoffe, Konservierungsmittel). Ebenso wie die Pflanzenschutzmittel (Fungizide, Herbizide, Insektizide), welche nach Anwendung auf dem Feld als Rückstand auf/im Lebensmittel nachgewiesen werden können, unterliegen die Zusatzstoffe einem umfangreichen Zulassungsverfahren. Daneben können in Lebensmitteln Kontaminanten auftreten, d. h. Substanzen, die nicht aktiv zugefügt werden und ohne Verschulden des Herstellers in/auf das Lebensmittel gelangen (Schwermetalle, Dioxine). Zudem existiert die Gruppe der hitzeinduzierten Kontaminanten, d. h. Substanzen, die während des Herstellungsprozesses thermisch entstehen (z. B. Acrylamid).

Wim Wätjen

Space Dish

Australiens Rolle bei der Mondlandung und der Blick in die eigene Vergangenheit

Die astronomische Infrastruktur Australiens mit ihrer großen Zahl an Sende- und Trackinganlagen war zum Zeitpunkt der ersten bemannten Mondlandung bereits lange Teil der US-amerikanischen Raumfahrtbemühungen und schließlich für die Übertragung der Live-Bilder vom Mond am 21. Juni 1969 – und damit für den vorläufigen Sieg im Space Race – essenziell. In diesem Beitrag wird Australien daher unter zwei Gesichtspunkten betrachtet. Zum einen wird die Rolle Australiens für die Mondlandung als ein, wenn nicht sogar das, Medienereignis vor allem in ihrer Diskursivierung in den australischen Medien beleuchtet. Daran lässt sich zeigen, dass die technologische Ermöglichung der Wahrnehmung des Ereignisses bisweilen wichtiger scheint als die der Mondlandung selbst. Zum anderen wird betrachtet, inwiefern die Übertragung der ersten bemannten Mondlandung im Kontext des Kalten Krieges zur Findung einer nationalen Identität Australiens jenseits des Daseins als sprichwörtlicher Satellitenstaat der USA auch lange nach dem Kalten Krieg eine zentrale Rolle spielte und noch spielt. Insbesondere gilt daher das Augenmerk einerseits der Relevanz Australiens für die globale Wahrnehmbarmachung des Ereignisses und andererseits der Wichtigkeit dieser Rolle für die nationale Identität und das politische Selbstverständnis Australiens selbst. Dafür wird zunächst die Ausgangslage und die zeitgenössische Berichterstattung sowohl zum Wettlauf ins All selbst als auch vorwiegend zum australischen Beitrag zur Mondlandung und vor allem deren Übertragung betrachtet. Diese Betrachtungen werden anschließend ins Verhältnis gesetzt zur retrospektiven Verhandlung der Geschehnisse des Sommers 1969, die auf zweierlei Ebenen beleuchtet werden. Einerseits soll die Darstellung seitens öffentlicher Stellen und Einrichtungen Australiens und andererseits die Verhandlung der eigenen Rolle bei der Mondlandung im australischen Film The Dish aus dem Jahr 2000 untersucht werden.

Stephan Härle

„All You Need Is Love“

Der Wettlauf ins All aus Sicht der British Broadcasting Company

Der Beitrag verfolgt die Frage, inwiefern in der britischen Berichterstattung über den Wettlauf ins All eindeutige weltpolitische Stellungnahmen zu erkennen sind. Den Untersuchungsgegenstand bilden mehrere live stattgefundene sowie aufgezeichnete Sendungen der British Broadcasting Corporation (BBC), die im Umfeld der ersten bemannten Mondlandung entstanden sind. Dabei wird im televisuellen Bild nach einem Ausdruck dafür gesucht, wie das maßgeblich von den zwei Supermächten ausgetragene Space Race von der britischen Öffentlichkeit wahrgenommen und beurteilt wurde. Unter Berücksichtigung der Rolle des Vereinigten Königreichs als Raumfahrtnation sowie der geopolitischen Relevanz des einstigen British Empire wird geprüft, ob die Berichterstattung der traditionsreichen und international ausgerichteten Rundfunkanstalt die Interessen der zu dieser Zeit amerikanisch und sowjetisch dominierten Weltraumfahrt vertrat oder ob sie nicht viel eher dazu tendierte, eine durch Satellitenübertragung möglich werdende globale Vernetzung zu propagieren.

Alexander Becker

Zeugen der Verschwörung

Die Mondlandung 1969 im Spiegel der US-amerikanischen Verdachtskultur

Wie kaum ein anderes Medienereignis wird die erste bemannte Mondlandung von 1969 bis zum heutigen Tag von einem Halo an Verschwörungstheorien flankiert. Der Beitrag widmet sich den Anfängen der verschwörungstheoretischen Spekulationen über die Mondlandung in den USA und folgt ihrer Entwicklung bis zu aktuellen YouTube-Videos. Vor dem Hintergrund des Kalten Kriegs, hatte sich in den Vereinigten Staaten schon seit den 1950er Jahren ein Klima des Verdachts ausgebreitet, das – gepaart mit einem stark in der Geschichte des Landes verwurzelten Misstrauen gegenüber der eigenen Regierung – den erforderlichen Nährboden für Verschwörungstheorien stiftete. Aus der Sicht von Konspirologen lässt die persuasive Wirkmacht der Monderoberungsbilder diese umso verdächtiger erscheinen, weshalb sie ihre ikonoklastischen Bemühungen gezielt gegen solche Bilder richten, die durch Ikonisierung bereits fest im kollektiven Gedächtnis verankert sind. Die damit einhergehende medienrhetorische Gegenstrategie wiederum fußt auf diversen Modellen von Zeugenschaft, welche die angeblich von den Verschwörern installierte, trügerische Zeichenoberfläche perforieren und den Blick auf vermeintlich dahinter verborgen liegende Wahrheiten preisgeben. Dass sich die Zweifel an der Mondlandung als derart langlebig erweisen, hat nicht zuletzt auch etwas mit einer gewandelten Medienkultur zu tun, wobei die Videoplattform YouTube nicht nur als Verbreitungskanal, sondern auch als Plattform einer observierenden Zeugenschaft für Verschwörungstheoretiker in Erscheinung tritt.

Carolin Lano

„Gloom and embarrassment over the landing of the United States astronauts…“

Die Mondlandung als sowjetisch-amerikanisches Medienereignis

Der ‚Wettlauf zum Mond‘ und die amerikanische Mondlandung waren im Kalten Krieg bedeutende symbolische Medienereignisse, die über den Eisernen Vorhang hinweg synchrone, transnationale Kommunikationsräume schufen. Solche Medienereignisse verdichteten den Systemwettbewerb und machten ihn so für die Menschen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs wahrnehmbar und interpretierbar. Die Mondlandung lässt sich in einer mediengeschichtlichen Perspektive als eine Verflechtungsgeschichte des Kalten Krieges erzählen, weil sie eine Geschichte der gegenseitigen transnationalen Beobachtung war: die Beobachtung der Raumflüge von Apollo 11 und Luna 15 sowie der wechselseitigen Reaktionen auf die Beobachtungen der ‚Anderen‘. Anhand der Mondlandung untersucht der Beitrag daher, wie die politischen Blöcke die nationalen Öffentlichkeiten und ihre Diskurse unter den polarisierten Bedingungen des Kalten Krieges miteinander verflochten. Im Mittelpunkt stehen dabei die jeweiligen Auslandskorrespondenten, die im Sinne Niklas Luhmanns Vorstellungen über die jeweils andere Gesellschaft vermittelten. Es waren maßgeblich die Korrespondenten, die zur gegenseitigen Beobachtung beitrugen und über die jeweilige Fremdbeobachtung der ‚anderen‘ Seite berichteten. Daher wird gefragt, wie die Korrespondenten den Systemwettbewerb medial konstruierten, wie ihre Reportagen die Ereignisse durch die gegenseitige (Fremd-)Beobachtung politisierten, über die sich die ideologischen Blöcke annähern und abgrenzen konnten. Verdeutlicht werden soll, dass die öffentliche, grenz- und blocküberschreitende Kommunikation Ereignisse zum einen konstituierte und zum anderen in der spezifisch binären Kommunikationslogik des Kalten Krieges selbst zu einem Ereignis werden konnte. Dabei produzierten die wechselseitigen medialen Beobachtungen im Kalten Krieg konkurrierende Vorstellungen über den ‚Anderen‘. Sie aber stellten bei aller Konkurrenz auch Relationen und Verflechtungen her, die mitunter die binäre Logik des Kalten Krieges aufbrachen.

Kirsten Bönker

Kapitel 8. Dramaturgie in Magazinbeiträgen

Ausgehend vom Dreischritt Anlass, Thema, Geschichte wird die Bedeutung der Dramaturgie für Magazinbeiträge aufgezeigt. Zunächst geht es um den Unterschied zwischen Struktur und Dramaturgie; zahlreiche Struktur-Konzepte etwa das „Modell der antizipierten Frage“ folgen. Dann tritt die eigentliche Dramaturgie in den Vordergrund. Auf Grundlage der klassischen, europäischen Erzähltradition wird aus der Aktstruktur von Theater und Film ein dramaturgisch-journalistisches Modell für Magazinbeiträge abgeleitet. Zur Illustration dieses 6-Sequenzen-Modells folgen mehrere Praxis-Beispiele. Diese zeigen, dass das Konzept unabhängig vom Thema funktioniert. Ein Überblick über dramaturgische Variationen beschließt das Kapitel.

Kim Otto, Claudio Höll, Andreas Elter

Kapitel 1. Grundlagen

Das Kapitel befasst sich mit den wichtigsten internationalen Institutionen aus der Perspektive des Völkerrechts und des internationalen Handels und vergleicht ihre Bedeutung in Gesetzgebung und Politikgestaltung. Das Verständnis der Funktionsweisen dieser Institutionen erleichtert die Nachvollziehbarkeit, wie völkerrechtliche – in unserem Fall meist handelsrechtliche – Regelungen verabschiedet werden. Darüber hinaus haben diese Institutionen, wie z. B. die Welthandelsorganisation, erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft. Andere, wie die Schiedsgerichtsbarkeit der Internationalen Handelskammer, bieten Möglichkeiten zur außergerichtlichen Streitschlichtung. Des Weiteren werden die grundlegenden Unterschiede zwischen den wichtigsten Rechtssystemen auf der Welt erörtert, um die damit verbundenen Probleme in der Rechtsanwendung und Durchsetzung aufzuzeigen. Abschließend wird auf die Herausforderungen im Völker- und internationalen Handelsrecht sowie den daraus folgenden Motiven für die Rechtsvereinheitlichung und die Grundlagen des Internationalen Privatrechts eingegangen.

Prof. Dr. Darius Oliver Schindler, Yves Clément Zimmermann

Kapitel 4. Über den Kollektivwillen

Wir verzeihen nicht nur als Einzelne, sondern auch gleichsam als Mitglied einer Gruppe anderen Menschen – selbst, wenn wir ihnen nicht persönlich begegnen. Gibt es so etwas wie „kollektives Verzeihen“ und wie unterscheidet es sich vom persönlichen Verzeihen gegenüber einem anderen. Öffentlichkeit und Gruppe vor dem Kontext eines zutiefst individuellen Vorgangs werden hier beleuchtet und in seinen konkreten Ausprägungen am Beispiel realer Vorgänge erklärt.

Oliver Errichiello

8. Das historische Paradebeispiel für Sezessionen: der US-Bürgerkrieg

In den Vereinigten Staaten von Amerika tobte zwischen 1861 und 1865 ein grausamer Bürgerkrieg, der durch die Bildung der „Konföderierten Staaten von Amerika“ und deren Trennung vom ursprünglichen Bundesstaat ausgelöst wurde. Die Sonderentwicklung der Südstaaten mit ihrer „Peculiar Institution“ der Sklaverei stand im klaren Widerspruch zu den Grundwerten der USA; zunehmende Proteste in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschärften die Lage. Der zur Zeit des Bürgerkriegs amtierende Präsident Abraham Lincoln war mit der Frage konfrontiert, ob er den Erhalt der Union oder die Abschaffung der Sklaverei als vorrangiges politisches Ziel verfolgen solle. Unter großen Opfern gelang ihm sowohl die Abschaffung der Sklaverei als auch die Verhinderung der Sezession. Für die USA begann nach dem Bürgerkrieg ein neues Zeitalter mit ungeahnten Erfahrungen und Herausforderungen.

Harald Bergbauer

7. Die geografische Dimension von Sezession

Wie naturräumliche Gegebenheiten Sezessionsbestrebungen beeinflussen

Sezessionsbestrebungen und deren Auswirkungen sind immer auch räumlicher Natur. Räumliche Gegebenheiten und räumliche Prozesse entfalten oft bereits im Vorfeld einer Sezession große Wirkung. Topografie, Klima und Böden als naturräumliche Ausstattung von Wirtschaftsräumen können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Diese unterschiedlich ausgeprägten natürlichen Faktoren haben wesentlichen Einfluss auf die räumliche und historische Entwicklung von Kulturen, Zivilisationen und Wirtschaftsformen. Vor diesem Hintergrund kann man unterschiedliche geosphärische Einflussfaktoren voneinander abgrenzen, die Sezessionsbestrebungen begünstigen oder erschweren. Dieser Beitrag setzt sich das Ziel, in geraffter Form anhand der Beispiele Insellage, Halbinsellage, Kontinentallage, Gebirgslage sowie anhand der Beispiele Klima, Böden und Kulturraum geografische Gegebenheiten zu analysieren, die geeignet sind, Sezessionsbestrebungen zu fördern.

Franz Benker

Kapitel 2. Elementare Geometrie

In diesem Abschnitt werden wesentliche Grundlagen der elementaren Geometrie behandelt. Es werden Fragen wie: Wie lauten die Winkelfunktionen bzw. -beziehungen? Was war noch mal der Satz des Pythagoras? … oder Strahlensatz … wie bitte? … beantwortet. Einige Aufgaben dürfen – ausnahmsweise – unter Zuhilfenahme des Taschenrechners gelöst werden.

Markus Kemper, Kai-Uwe Zirk

Kapitel 3. Metallische Werkstoffe

Von den zurzeit 118 bekannten Elementen des Periodensystems sind etwa 85% Metalle oder Halbmetalle, wobei einige (z.B. Arsen, Antimon und Selen) sowohl in metallischen als auch in nichtmetallischen Modifikationen vorkommen.

Horst Briehl

4. Bieten Sie Ihre Immobilie wirkungsvoll an

Bevor Sie mit Ihrer Immobilie an die Öffentlichkeit gehen, müssen Sie jedoch noch einiges vorbereiten, um sie wirkungsvoll darzustellen, im Internet, in der Zeitung, mit Flyern und anschließend bei der persönlichen Besichtigung mit Interessenten. Außerdem erfahren Sie, wie sie Ihre Immobilie wirkungsvoll aufbereiten, die Zielgruppe bestimmen und Ihre Immobilie perfekt vorbereiten, um sie im besten Licht erstrahlen zu lassen.

Raimund Wurzel

1. Sechs Richtige – so gewinnen Sie immer!

Sicher haben Sie schon einmal Lotto gespielt und vergebens auf den Sechser mit Zusatzzahl gewartet. Wieder nichts! Oder doch? Zwei Richtige mit Zusatzzahl sind schon mal drin, drei Richtige, vier Richtige. Das ist ja mal was! Den Einsatz wieder rausgeholt. Der Reiz bleibt. Na ja, das nächste Mal. Die Hoffnung stirbt zuletzt. So funktioniert kein Immobilienverkauf. Sondern nur durch planmäßiges Handeln. Wie, zeigt das erste Kapitel.

Raimund Wurzel

13. Von smarten Produkten zu smarten Dienstleistungen und deren Auswirkung auf die Wertschöpfung

Im Rahmen der Digitalisierung nehmen smarte Produkte und die darauf aufbauenden intelligenten Dienstleistungen einen immer größeren Platz sowohl im betrieblichen Kontext als auch im Endkundenbereich ein. Auslöser hierfür stellt vor allem die leistungsfähigere und kostengünstigere Hardware dar, welche es Unternehmen ermöglicht, zunehmend Produkte mit intelligenten und vernetzten Komponenten auszustatten. Diese smarten Produkte bieten Unternehmen und Kunden völlig neue Möglichkeiten zur Interaktion, bieten neue Mehrwerte und beeinflussen die unternehmerische Wertschöpfung an sich. Ziel dieses Beitrages ist es, einen Einstieg in das Themenfeld der smarten Produkte und Dienstleistungen zu geben und aufzuzeigen, welche Möglichkeiten diese für den Endnutzer und für Unternehmen eröffnen.

Gero Strobel, Ute Paukstadt, Jörg Becker, Stefan Eicker

9. Nachtrag: Oder doch lieber zum Profi?

Soll ein Makler mit meiner Immobilie Geld verdienen? Leicht und schnell? Vier bis sechs Prozent von meinem Preis? Der Makler kann doch auch nicht mehr als ich. Es gibt doch das Internet. Da kann ich doch auch inserieren. Bilder kann ich selbst machen. In diesem Kapitel geht es im Wesentlichen darum aufzuklären, was Immobilienmakler tun und in welchem gesetzlichen Rahmen sie sich bewegen (dürfen). Sie erhalten konkrete Tipps und Hinweise, wie Sie sich vor Übervorteilungen schützen und wie Sie den für Sie besten Makler auswählen.

Raimund Wurzel

7. Let’s begin with the show! – die Immobilienpräsentation

Jetzt gilt es! Ich kam, sah und siegte! Das wäre doch toll, oder? Der erste Termin ein Volltreffer? Das ist es doch, was Sie sich wünschen. Das könnte klappen, weil Sie vorher alles richtig gemacht haben und bei der Besichtigung alles nach Plan lief. Oder doch nicht? Wenn das nicht so funktioniert, was machen Sie dann? Was sind die Gründe? Hier lernen Sie den sensibelsten Teil des Immobilienverkaufs kennen. Wie Sie sich bei Besichtigungen verhalten sollen, was Sie sagen oder lieber nicht sagen sollen. Und wie Sie sich unliebsamer Kunden erwehren. Außerdem schildere ich Ihnen, wie Sie effektvoll verhandeln.

Raimund Wurzel

5. Exposé und Präsentation: Schnittpunkt auf dem Weg zum Käufer

Bis jetzt haben Sie alles richtig gemacht. Sie haben Ihre Immobilie analysiert, bewertet und einen marktfähigen Preis bestimmt. Sie haben sie in Ordnung gebracht, haben sich auf dem Markt umgesehen und sind jetzt bereit, an den Markt zu gehen. Jetzt kommt es darauf an, ein richtig gutes, ansprechendes Exposé zu erstellen, das emotionalisieren und informieren soll. Es soll darüber hinaus anregen, sich bei Ihnen zu melden. Wie das funktioniert, zeige ich Ihnen in diesem Kapitel.

Raimund Wurzel

Bausteine solider Finanzen – Wie verschuldete Mittelständler sicher an frisches Geld kommen

Stefanie Burgmaier, Hans Haarmeyer, Thorsten Garber

Anpassung als Krisenschutz – Wie Unternehmen mit agilen Prozessen und Strukturen überleben

Stefanie Burgmaier, Hans Haarmeyer, Thorsten Garber

Gefahr globaler Geschäfte – Wie Unternehmer sich nicht die Finger im Ausland verbrennen

Stefanie Burgmaier, Hans Haarmeyer, Thorsten Garber

Kapitel 5. Systematischer Vergleich der Fälle Venezuela und Brasilien

Im folgenden Kapitel werden die Erkenntnisse der vorhergehenden empirischen Kapitel zusammengeführt, um einen Vergleich des gesamten Revolutionszyklus des Chavismus in Venezuela mit dem Reformzyklus des Lulismus in Brasilien vorzunehmen. Der Vergleich der beiden Entwicklungsprojekte wird zeitlich in drei Phasen unterteilt, die sowohl in Venezuela wie auch in Brasilien weitgehend synchron verliefen: 1. Die Phase des Aufstiegs der Projekte untersucht die prä-sozialistische Phase in Venezuela und die orthodoxe Phase in Brasilien untersucht. 2.

Raphael M. Peresson

Kapitel 4. Brasilien unter dem Lulismus

In der Folge werden Genese und Entwicklung des Lulismus und des damit einhergehenden Reformzyklus und -projekts beleuchtet. Zudem werden die in dieser Arbeit verwendeten Einfluss- und Faktoren für die wirtschafts- und entwicklungspolitische Agenda bzw. Strategie analysiert.

Raphael M. Peresson

Kapitel 3. Venezuela unter dem Chavismus, der Bolivarischen Revolution und dem Sozialismus des 21. Jahrhunderts

In der Folge werden Genese und Entwicklung der Bolivarischen Revolution (revolución bolivariana) und des Sozialismus des 21. Jahrhunderts (socialismo del siglo XXI) nachgezeichnet und dabei die im Rahmen dieser Arbeit zu eruierenden Faktoren für die eingeschlagene Entwicklungsrichtung beleuchtet. Hierfür wird der Entwicklungsprozess in unterschiedliche Phasen unterteilt, um die Radikalisierungsdynamik der Bolivarischen Revolution hin zum Sozialismus des 21.

Raphael M. Peresson

Kapitel 17. Integralrechnung im Mehrdimensionalen

Doppelintegrale bzw. Dreifachintegrale sind (bestimmte) Integrale im Mehrdimensionalen. Sie dienen zur Berechnung von Volumina, Flächen, Massen, elektrischen Ladungen, Trägheitsmomenten usw. in einem Raumgebiet, das durch komplizierte Ränder begrenzt sein kann. Ein großer Teil der mathematisch strengen Behandlung der Integralrechnung beschäftigt sich mit der Diskussion der Randfunktionen und Randkurven, d. h. mit der Frage, ob „zerrissene“ Ränder, Löcher oder isolierte Punkte vorkommen.

Hans Cycon

Kapitel 5. Das ‚Mehr‘ am Computerspiel: Spiel, Prozeduralität, Sinnlichkeit

In Kapitel 5 werden zunächst all die medienspezifischen Faktoren und Strukturprinzipien herausgearbeitet, die nötig sind, um ein vollständiges Bild vom Vermittlungspotenzial des Computerspiels zu erhalten. Besonders relevant ist dabei die sensomotorische Involvierung, die durch die direkte Verschaltung der SpielerIn mit einem audiovisualisierten digitalen Simulationssystem (mittels Hardware) in einer gemeinsamen Rücklaufschleife erreicht wird. Diese Involvierungsstrategie integriert den in Kapitel 1 besprochenen Modus leiblich-phänomenologischer Welterfahrung in den Umgang mit der virtuellen Spielwelt und kann deshalb ähnlich wirkungsvolle Affekt-, Lern- und Erinnerungseffekte hervorrufen, wie die sinnliche Präsenz innerhalb der Alltagswelt. Weitere medienspezifische Potenziale der Welterfahrung werden durch die Möglichkeit prozeduraler Weltgenerierung mittels digitaler Algorithmen eröffnet.

Robert Baumgartner

Kapitel 1. Inkarnation – Wege sinnlicher Welterschließung

Das erste Kapitel beginnt mit einer Aufarbeitung der sinnlichen, senso-motorisch geprägten Welterfahrung, mit der Menschen sich ihr physisches Umfeld und ihre Rolle in diesem erschließen. Ergänzungen durch Medienwirkungsforschung und Neuroästhetik zeigen, dass die wirkungsvollen Affekt-, Lern- und Erinnerungseffekte dieses stark unterbewusst geprägten Wahrnehmungsmodus auch durch mediale Repräsentationen und Sinnes-eindrücke aktiviert werden können.

Robert Baumgartner

Kapitel 6. Synthese: Multimodale Welterschließung im Computerspiel. Modelle, Beispiele, Implikationen

Im sechsten Kapitel werden die zuvor herausgearbeiteten Ebenen möglicher Weltvermittlung im Computerspiel im Rahmen eines größeren Schemas verbunden und auf Basis ihrer Hinterfragbarkeit durch die SpielerIn gegliedert. Nachdem so der theoretische Möglichkeitsrahmen von Weltvermittlung etabliert wurde, wird in einem zweiten Schritt analysiert, wie diese durch das Zusammenwirken ihrer Einzelebenen erweiterte Wirkungseffekte erzielen kann. Anhand des Isotopie- und Allotopiekonzepts werden die typischen Formen des Zusammen- und Gegeneinanderwirkens unterschiedlicher Vermittlungswerkzeuge vorgestellt und durch zahlreiche Spielbeispiele illustriert.

Robert Baumgartner

Silvester, Blaue Brillen und Digitale Intelligenz

Silvesterabend. Wir alle kennen das. Der Weg zur Untätigkeit ist mit guten Vorsätzen gepflastert: Ich werde mich gesünder ernähren, mit dem Rauchen aufhören, weniger Alkohol trinken, mich mehr bewegen und mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. So regelmäßig wir uns solche Dinge vornehmen, so regelmäßig scheitern wir bei ihrer Umsetzung im Alltag. Auch die Aktivierung einer Bewegungs-App auf dem Smartphone oder der „Rauch Frei-Skill“ auf Amazon Alexa garantieren keine Änderungen in unserem Verhalten. Es fällt uns unendlich schwer, eingeschwungene Gewohnheiten und Routinen zu ändern.

Stefan Stoll, Sebastian Dörn

4. Organisationale Verortung des Controllings

Controlling ist eine Unternehmensfunktion und muss deshalb in der Unternehmensorganisation institutionalisiert werden. Hierfür gibt es eine Vielzahl an Optionen.Die ablauf- und aufbauorganisatorische Einordnung des Controllings hängt von verschiedensten Faktoren ab. Eine Konkretisierung erfolgt im Rahmen der Ausgestaltung des objektivierungsorientierten Ansatzes.Zentral ist darüber hinaus die unternehmensspezifische Anpassung.Grundsätzlich wird hier eine Verortung, in dem System der Wertkette, bei den unterstützenden Funktionen vorgenommen. Konkret innerhalb der Infrastruktur.Eine zentrale Herausforderung ist die Abgrenzung zu anderen, benachbarten betrieblichen Funktionen. Ein strukturiertes und klares Vorgehen ist hier notwendig, um Aufgabenerfüllung und Verantwortlichkeit sicherzustellen.

Olaf B. Mäder

24. Bauhaus trifft VR: Eine Virtual- Reality-Rekonstruktion der Baugewerkschafts-Ausstellung 1931 – Ein Praxisbericht

In einem interdisziplinären Gestaltungsprojekt konnte eine Virtual-Reality- (VR)-Rekonstruktion der Ausstellungshalle der Baugewerkschaften auf der Deutschen Bau- Ausstellung 1931 in Berlin realisiert werden. Als Kooperation der ehemaligen Bauhäusler Walter Gropius, Herbert Bayer und László Moholy-Nagy setzten diese in ihrer Zeit durch die Anwendung von Großfotos, Bildstatistiken und interaktiven Elementen Maßstäbe im Kommunikationsdesign. Diese hinsichtlich ihrer Art und Weise der Informationsvisualisierung wegweisende Ausstellung ist relativ gut rekonstruierbar, denn es existiert eine umfassende, zeitgenössische Fotodokumentation der Halle mit den einzelnen Ständen und Displayelementen in Form von 80 großformatigen Silbergelatineabzügen sowie eine Lichtpause des originalen Grundrisses aus dem Bauatelier Prof. Walter Gropius. Auf Grundlage dieses Materials konnte die rund 850 m2 große Halle mit ihren einzelnen Kojen mit interaktiven Elementen rekonstruiert werden.

Patrick Rössler, Yvonne Brandenburger, Rolf Kruse, Sebastian Damek

21. Moderne Lernräume – Die Wissenswerkstatt als sinnvolle Ergänzung zum Unterricht

Moderne Lernräume haben verschiedene Gesichter, aber dennoch ein gemeinsames Ziel: Kinder und Jugendliche für MINT-Themen zu begeistern. Mathematik und Informatik spielen in der Wissenswerkstatt Schweinfurt eine sehr große Rolle, wobei die Phänomene aus der Naturwissenschaft und Technik als zentrales Element handfest erlebt werden sollen. Im Mittelpunkt steht der spielerische Umgang mit Technik, um das Interesse am Selbermachen zu wecken. In einem ausgeklügelten Kurssystem für eine Alterspanne zwischen acht und 18 Jahren fließen Themenbereiche aus Wasser, Luft, IT und Elektrik zusammen. Ein besonderer Aspekt dabei ist, dass die Teilnehmenden sowohl Stärken und Schwächen als auch ihre eigenen Interessen besser kennenlernen und so eine Berufs- und Studienorientierung erhalten. Mit einem Netzwerk von deutschlandweit sechs Wissenswerkstätten an allen größeren ZF-Standorten hat sich die Einrichtung als zuverlässiger Partner für Schulen, aber auch andere Bildungseinrichtungen stark etabliert und bewährt. Zielsetzung für die Zukunft ist es, weiterhin moderne Workshops am Puls der Zeit zu entwickeln und Kinder und Jugendliche sowohl für Technik als auch für die Digitalisierung zu sensibilisieren und zu begeistern. Im Folgenden werden die Kurse und Projekte der Wissenswerkstatt Schweinfurt e. V. vorgestellt.

Markus Dietz

Kapitel 3. Die Wissensgesellschaft als neue Arbeitswelt

Wissensgesellschaft, Tertiarisierung, Kommunikationsgesellschaft, Informationsgesellschaft, Transformation, Postindustrielle Gesellschaft, Hybridindustrie, Ressourcennutzung, Nachhaltigkeit, Dienstleistungsgesellschaft, Humankapital.

Regine Grafe

Kapitel 2. Umweltgerechtigkeit und Arbeitsumwelt

Arbeitsumwelt, Arbeitswelt, Arbeitsgerechtigkeit, Arbeitsplatz, Leistungsgerechtigkeit, Arbeitssoziologie, Umweltsoziologie, Wirtschaftssoziologie, Arbeitsmedizin, Arbeitszeitmodell, Arbeitsform, Teilhabe, Teilzeit, Home-Office, Leiarbeit, Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz, Gesundheitsgerechtigkeit, Befähigung.

Regine Grafe

Kapitel 3. Grundlagen der Künstliche Intelligenz (KI)

Großes Ziel der Künstlichen Intelligenz ist die Nachbildung menschlicher Intelligenz. Hierzu muss zunächst definiert werden, was Intelligenz überhaupt ist, leider gibt es für eine solch einfache Frage keine universell verbindliche Antwort.

Andreas Mockenhaupt

Kapitel 1. Industrie und Gesellschaft im digitalen Wandel

Digitalisierung und Künstliche Intelligenz gelten als die vielleicht größten Zukunftsthemen. Sicher ist, Innovationen aus KI und Digitalisierung werden die Welt verändern. Dies nicht nur im technisch-ingenieurwissenschaftlichen Sinne, sondern auch mit Konsequenzen für das gesellschaftliche Zusammenleben – mit gewinnbringenden Auswirkungen aber auch mit Ängsten, Risiken und Herausforderungen.

Andreas Mockenhaupt

Kapitel 10. Digitalisierung und KI in der Produktion

Industrie 4.0 und die Künstliche Intelligenz durchdringt immer mehr Abläufe in produzierenden Unternehmen. So hat Mercedes-Benz im September 2020 mit der Eröffnung seiner Factory 56Factory 56 (siehe Abb. 10.1) Maßstäbe in der Digitalisierung aber auch bezüglich Effizienz und Nachhaltigkeit gesetzt. Die Smarte Fabrik soll bei der Montage der S-Klasse um 25 % Effizienter sein und im Sinne der Daimler-Strategie Ambition 2039 mit deutlich reduziertem Energiebedarf zur Zero Carbon Fabrik, also vollständig CO2-neutral werden (Daimler 2020).

Andreas Mockenhaupt

10. The Fuzzy Line; Are We at War?

The borders between terror and war, between low profile confrontations and full-scale wars are getting fuzzier. Sometimes one leads to the other, sometimes they interfere with each other. In addition, we should envision situations in which we won’t be able to distinguish between natural and man-made events. Uncertain and hidden aggressions became the norm. New technologies put at about everyone’s reach tools that make attacks easier, while identifying them more difficult. Sometimes only the attacker knows a war is going on (consider an epidemic: are people becoming sick from natural or manufactured organisms?) The defender is "blind" and unable to assess the situation. The feeling of malaise of being manipulated or attacked with invisible physical and social technology is everywhere. A paranoiac society..

Yair Sharan, Ted J. Gordon, Elizabeth Florescu

3. Neue digitale Welt, neue digitale Begriffe

Die Bezeichnung „Lead Community Fundraising“ ist zur Gänze neu. In der Wirtschaft gibt es ebenso noch nicht den Terminus „Lead Community Marketing“. Der Name Lead Community Fundraising setzt sich grundsätzlich aus den Wörtern „Lead“, „Community“ und „Fundraising“ zusammen. Hier erfahren Sie zunächst, was ein Lead ist und welche weitere wichtige Begriffe Sie im digitalen Fundraising kennen sollten.

Linda Mareen Neugebauer, Irene Zanko

Kapitel 3. Soziologisch-humanökologische Grundlagen

Ein frühes Lehrstück zur Humanökologie, welches ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeitsdimensionen verknüpft, ist eine Studie des Zoologen Karl Moebius (1877) zur Überfischung der Austernbänke in der Nordsee. Die humanökologische Geschichtsschreibung beginnt meist in den 1920er Jahren mit den Stadtsoziologen Chicagos und den Beziehungen menschlicher Lebewesen zu ihrer Umwelt. In den 1970er Jahren begründeten Landsoziologen die New Human Ecology im Zuge der Diskussion über die ökologischen Grenzen des Wachstums. Die europäische Humanökologie, mit zeitgleichen Wurzeln in Wien, ist ein Abkömmling der amerikanischen Vorläuferin. Das schwedische Programm zur integrierten nachhaltigen und interdisziplinäre Küstenforschung (SUCOZOMA) entstand aus dem Geiste der Humanökologie.

Bernd Herrmann, Bernhard Glaeser, Thomas Potthast

8. Der Baumangel

Ausgehend von der Frage, was ein Mangel ist, werden die hiermit verbundenen Folgen aufgezeigt. Dabei ist zwischen Mängelrechten im BGB- und im VOB/B-Vertrag zu unterscheiden. Dargestellt werden die verschiedenen Mängelansprüche und die Verjährung derselben.

Axel Wirth, Cornelius Pfisterer, Barbara Schellenberg

Kapitel 5. Einige Begriffe und Objekte der polareuklidischen Geometrie

Was kann man mit den neuen Begriffen aus dem 3. Kapitel nun anfangen? Mit welchen Alltagserfahrungen korrespondieren sie und welche neuen Objekte bringt die polareuklidische Geometrie hervor? Wie dualisiert man in ihr die Sätze der euklidischen Geometrie? Was ist dual zu Mittelpunkt, Winkelhalbierender, Quadrat und Kreis? Wie dualisiert man den Satz des Thales, kurz: Wie treibt man polareuklidische Geometrie?Es zeigt sich z. B.: Beim Dualisieren werden aus Sätzen über Kreise solche über Ellipsen, Parabeln und Hyperbeln, welche auf diese Art in der Schule behandelt werden könnten.Und weiter: Man kann in der polareuklidischen Geometrie frei zwischen verschiedenartigen Beschreibungen einer geometrischen Situation wechseln und sich durch wiederholtes Dualisieren zwischen verschiedenen Konfigurationen hin und her bewegen. Das schafft neue, spannende Möglichkeiten des Geometrisierens, die man aus der gewohnten Geometrie nicht kennt.

Immo Diener

Kapitel 6. Additive Fertigungsverfahren

Aufgrund der Vielzahl von additiven Fertigungsverfahren wird in diesem Kapitel eine Einordnung in unterschiedliche Kategorien vorgenommen. Gegliedert wird dabei in Flüssigmaterialverfahren, Freiraumverfahren und Pulverbettverfahren sowie innerhalb dieser drei Gruppen in weitere Detail-Prozessklassen. Es wird zusätzlich untersucht, welche Materialien von welchem Fertigungsverfahren verarbeitet werden können. Analysiert werden Verfahren für Kunststoffe und Metalle. Nach einer Erläuterung der Prozessabläufe und Funktionsweisen wird detailliert auf die Charakteristika additiver Fertigungsverfahren und -geräte, wie z. B. Material, Bauraumgröße oder Schichtdicke, eingegangen.

Chiara Freichel

Alltag von Fachkräften in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Berichte von Fachkräften in Diskussion mit den Herausgeber*innen

In dieser Einleitung zum Handbuch Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) erzählen zwölf Fachkräfte aus dem Handlungsfeld vom Alltag in ihrer offenen Jugendeinrichtung. Die Herausgeber*innen kommentieren diese Praxisgeschichten aus fachlicher Sicht und stellen Verbindungen zu den Inhalten des Handbuchs her. In der Einleitung des Handbuchs wird damit ein sehr konkreter Einblick in die Praxis der OKJA gegeben. Die Komplexität fachlichen Handelns in diesem Feld und seine vielfältigen Bildungschancen für die Kinder und Jugendlichen werden deutlich.

Ulrich Deinet, Benedikt Sturzenhecker, Larissa von Schwanenflügel, Moritz Schwerthelm

Offene Kinder- und Jugendarbeit im Wandel

Der Beitrag zu den Entwicklungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit beinhaltet einen bezogen auf das Handlungsfeld nach innen und einen nach außen gerichteten Blick. In einem ersten Teil werden auf Basis der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik empirische Entwicklungen für das Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendarbeit im Allgemeinen dargestellt. Sofern die Datenlage und eine allerdings nur in Teilen gegebene Abgrenzbarkeit von anderen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit dies zulassen, erfolgt eine zumindest punktuelle Darstellung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Besonderen. Der zweite Teil des Beitrags widmet sich dem gesellschaftlichen Umfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, benennt einige damit verbundene Themen wie Bildung, Digitalisierung oder Inklusion und stellt Bezüge zum Handlungsfeld her. Der Beitrag schließt mit Hinweisen auf zukünftige Entwicklungen.

Jens Pothmann, Ulrich Deinet

Umgang mit Konflikten im Alltag Offener Kinder- und Jugendarbeit

Konflikte gehören zum Alltag der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Statt sie als Störung oder gar als destruktiv zu sehen, wird vorgeschlagen, ihr Potenzial für Bildungs- und Demokratieprozesse aufzugreifen. Konflikte sind das Thema demokratischer Partizipation in der OKJA und damit zentraler Ausgangspunkt der Arbeit an den Zielen von Jugendarbeit. Der Text bestimmt einen Konfliktbegriff, beschreibt die Chancen von Konfliktführung für die Aufgaben der OKJA und benennt Grundregeln eines konstruktiv-demokratischen Umgangs damit für die OKJA.

Benedikt Sturzenhecker, Michael Trödel

Lokale Vereine und Offene Kinder- und Jugendarbeit

Der Beitrag umreißt die Organisationsform des Vereins als freiwillige Vereinigung im lokalen Umfeld. Einerseits werden idealtypische Strukturmerkmale des Vereins und idealtypische Interaktionsformen im Verein skizziert, um Spezifika der Organisation Verein in der modernen Gesellschaft zusammenfassend herauszustellen. Andererseits werden ausgewählte Debatten über Veränderungsdynamiken im Vereinswesen umrissen, um Herausforderungen von Vereinen im Kontext gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse exemplarisch sichtbar zu machen. Vor diesem Hintergrund werden potenzielle Dilemmata von Vereinen als Kooperationspartner im lokalen Raum wie z. B. im Feld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit beispielhaft skizziert. Abschließend werden Ergebnisse des Beitrags knapp bilanziert.

Sebastian Braun

Nachhaltigkeit und Offene Kinder- und Jugendarbeit

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein Konzept, das basierend auf dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung wurdet. Es zielt darauf ab, Menschen in die Lage zu versetzen, nachhaltig zu denken und zu handeln. Das ist auch ein Thema für die Offene Kinder- und Jugendarbeit, da Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag mit Nachhaltigkeitsfragen konfrontiert sind. Bisher stand das Feld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit weniger stark im Fokus der Fachdiskussionen zu Bildung für nachhaltige Entwicklung. Doch um handlungsfähig zu werden, brauchen Kinder und Jugendliche Orientierung und Erfahrungsräume, auch zu nachhaltiger Entwicklung und somit professionelle Fachkräfte. Doch was heißt BNE in der Praxis und welche Herausforderungen stellen sich? Dieser Beitrag bietet Hintergrundinformationen zum Konzept, skizziert Herausforderungen und beschreibt Ansatzpunkte.

Susanne Schubert

Comic, Manga, Graphic Novel lesen und schauen

Comics haben seit ihrer Entstehung an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert eine Vielzahl an Spielarten und Gattungen entwickelt, die unterschiedlichen künstlerischen, medialen und kulturellen Zusammenhängen entstammen und unterschiedliche Leserkreise ansprechen. Im Zuge dieser Entwicklung ist darüber hinaus eine weitgehende kulturelle, respektive pädagogische Akzeptanz eingetreten. In der Gegenwart ist neben der Herausbildung eines bedeutsamen Angebots an erwachsene Leserinnen und Leser eine starke Differenzierung der Angebote für Kinder und Jugendliche zu verzeichnen. Darin nehmen die aus Japan stammenden Manga und die nach deren Vorbild angelegten Geschichten einheimischer Autorinnen und Autoren mittlerweile eine führende Stellung gegenüber den klassischen Serien aus Nordamerika und dem frankophonen Raum ein. Die Popularität der Comics bei Kindern und Jugendlichen und ihre im Zusammenspiel von Schrift und Bild begründete Anschaulichkeit und Attraktivität macht sie auch für den Einsatz in der Offenen Jugendarbeit in besonderer Weise geeignet.

Bernd Dolle-Weinkauff

Sport zur Ermöglichung von Partizipation in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Jugendsportszenen erobern sich abseits des organisierten Sports und der Jugendarbeit urbane Räume und nutzen die Stadt als Lebens- und Bewegungsraum. Diese Szenen sind multikulturell, altersübergreifend und sozial gemischt. Angesichts wachsender Individualisierung und Ausgrenzung kann Offene Jugendarbeit Sport als Medium in mehreren Arbeitsfeldern zur Förderung pädagogischer Intervention (soziale Inklusion, Bekämpfung von Armutsfolgen, Bewegungsförderung, …) und Unterstützung nutzen und Jugendliche dabei unterstützen, sich zu beteiligen, ihre Lebensumwelt zu gestalten sowie Selbstwirksamkeit, Bildungsprozesse und -erfolge zu fördern.

Hanns-Ulrich Barde

Kapitel 8. Baumaßnamen für Behinderte

In diesem Kapitel interessieren uns ergänzend zu dem vorigen Kapitel baurechtliche Regeln und Vorgaben, die explizit für Behinderte und Rollstuhlnutzer zu beachten sind und damit für Flucht- und Rettungswege in Arbeitsstätten und öffentlichen Gebäuden gelten.

Adam Merschbacher

Kapitel 7. Behinderte in Notfallsituationen

In der Regel kann nicht davon ausgegangen werden, dass Behinderte Notfallsituationen im Sinne einer selbstbestimmten Teilhabe ganz selbstständig bewältigen.

Adam Merschbacher

Kapitel 4. Sicherheitsbeleuchtung

Sowohl der erste, als auch der zweite Fluchtweg, müssen laut Arbeitsstättenrichtlinie mit einer Sicherheitsbeleuchtung ausgestattet sein. Für den Fall, dass die Allgemeinbeleuchtung im Betrieb ausfällt, dient die Sicherheitsbeleuchtung dazu, Unfälle zu vermeiden und das gefahrlose Verlassen der Arbeitsstätte zu ermöglichen.

Adam Merschbacher

22. Änderungsmanagement im Lean Management

Unter Veränderungsmanagement (Jap.: 変更管理, Henkō kanri) lassen sich alle Aufgaben, Maßnahmen und Tätigkeiten zusammenfassen, die eine umfassende, bereichsübergreifende und inhaltlich weitreichende Veränderung zur Umsetzung neuer Strategien, Strukturen, Systeme, Prozesse oder Verhaltensweisen in einer Organisation bewirken sollen. Änderungsmanagement (Engl.: Change Management) kann als die Summe von Aufgaben, Maßnahmen und Aktivitäten definiert werden, die eine umfassende, abteilungsübergreifende und weitreichende Veränderung in einem Unternehmen oder einer Organisation bewirken sollen. Das Änderungsmanagement umfasst die Implementierung einer neuen Mission, Vision, Strategien, Strukturen, Systeme, Prozesse und Verhaltensweisen in einer Organisation. Das ultimative Ziel des Wandels ist es, durch den Wandel zu einem schlanken Unternehmen eine langfristig günstige Position auf dem Markt zu erreichen und einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil zu erzielen (Helmold 2020). In der Literatur gefundene Synonyme für den Terminus Änderungsmanagement sind Business Process Reengineering, Turnaround Management, Transformationsmanagement, Change Management, Innovationsmanagement oder Total Quality Management (Vahs 2019). Veränderungen bestimmen zunehmend die alltäglichen Geschäfte und Aktivitäten von Unternehmen. Um Veränderungen optimal zu managen, sind spezielle Change-Management-Techniken erforderlich, die unter dem Begriff Änderungsmanagement (Lauer 2019; 2020) zusammengefasst werden können. Der menschliche Faktor steht bei allen Überlegungen im Vordergrund, da die Umsetzung von Veränderungen von der aktiven Unterstützung der Mitarbeiter abhängt. Da jeder seine eigenen Bedürfnisse, Ideen und Erfahrungen hat, von denen einige nicht den offiziellen Vorgaben der Unternehmensorganisation entsprechen, kann es kein einfaches Rezept für den erfolgreichen Umgang mit Veränderungen geben. Es ist vielmehr ein komplexer Prozess, der an drei Punkten beginnen muss: der Organisation und den betroffenen Personen, den Unternehmensstrukturen und der Unternehmenskultur (Lauer 2019). Ein weiteres wichtiges Element im Kontext ist der technologische Faktor, einschließlich Systeme, Routinen, Methoden und Instrumente (Helmold und Samara 2019). Abb. 22.1 fasst die Elemente des Änderungsmanagements zusammen. Änderungsmanagement ist ein holistischer Ansatz und fängt mit der Unternehmensstrategie, Mission, Vision, Unternehmens- und den Abteilungszielen an. Ferner wirken sich grundlegende Veränderungen auf die Kultur, Werte, Verhalten, Kommunikation und die Zusammenarbeit aus. Führung und Organisation spielen eine tragende Rolle in der Transformation. Dafür müssen Technologien, Systeme, Methoden, Routinen und Instrumente angepasst werden.

Marc Helmold

1. Lean Management und Kaizen: Gegenstand und Definition

Lean Management ist ein modernes Konzept zur Prozessoptimierung von Wertschöpfungsketten und Prozessen mit dem obersten Ziel der Kundenzufriedenheit (Helmold 2020). Lean Management konzentriert sich darauf, aus Sicht des eigenen Unternehmens (der Produktion) Verschwendungen und Ineffizienzen transparent zu machen und diese in wertschöpfende Aktivitäten umzuwandeln (Ohno 1990; Helmold und Terry 2016). Die Wertschöpfungskette reicht in diesem Zusammenhang von der Lieferantenseite (Engl.: Upstream) über die eigenen Operationen bis hin zur Kundenseite (Engl.: Downstream) (Slack et al. 1995).

Marc Helmold

23. Qualitätsmanagementwerkzeuge im Lean Management

Qualitätsbewusstes sowie schlankes Denken und Handeln sind für alle Unternehmen zentrale Punkte zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, des Unternehmenserfolges und der Sicherung von Arbeitsplätzen (Helmold 2020). Voraussetzung hierzu ist die Kenntnis von Qualitätsmethoden und Qualitätswerkzeugen innerhalb der Lean-Management-Philosophie sowie ihre ständige Anwendung im Sinne der kontinuierlichen Verbesserung. Die folgenden Unterkapitel stellen eine Sammlung von Werkzeugen und Methoden des Lean Managements dar, deren Anwendung sich langjährig in der Praxis bewährt hat (Porsche 2001). Die Anordnung der Qualitäts-methoden und Qualitätswerkzeuge entlang des Produktlebenszyklus und die Zuordnung zu den verschiedenen Phasen des Problemlösungsprozesses mit Zielen und Checklisten sollen dem Leser helfen, die für seine Probleme geeigneten Methoden und Werkzeuge schnell zu finden und wirksam anzuwenden (Porsche 2001; Helmold 2020).

Marc Helmold

Kapitel 3. Technikbezogene partizipative Forschung mit Menschen mit Demenz

Unter dem Gesichtspunkt sozialer Teilhabe bilden Menschen mit Demenz nach wie vor eine der am stärksten exkludierten Gruppen in der Gesellschaft. Diese Feststellung gilt auch für technikorientierte Vorhaben, in denen Betroffene in der Vergangenheit höchstens „Beforschte“ waren, selten dagegen die Rolle als Forschungssubjekte und noch seltener als Forschungspartner*innen innehatten. Werden technikorientierte Projekte der jüngsten Vergangenheit betrachtet, so hat die Zahl der Vorhaben, die Betroffene direkt einbinden, deutlich zugenommen.

Manuela Weidekamp-Maicher

5. Elemente technischer Logistiksysteme

Kap. 5 zielt auf die technischen Aspekte der innerbetrieblichen Logistik ab. Die technische Logistik im innerbetrieblichen Bereich, seit einigen Jahren auch häufig als Intralogistik bezeichnet, hat heute nicht nur im Rahmen der Produktionslogistik eine entscheidende Rolle. Auch bei Prozessen der Beschaffungslogistik, in der Distributionslogistik sowie in der Entsorgungslogistik ist eine hohe Effizienz und eine Kostenoptimierung nur bei geeigneter Wahl der technischen Komponenten und auch der technischen Prozesse realisierbar.Das Kapitel vermittelt einen generellen Überblick über die Grundfragen, Gestaltungsgrundlagen und eingesetzte Lösungen in technischen Logistiksystemen. Die einzelnen Grundfunktionen der technischen Logistik werden beschrieben.

Claus Muchna, Hans Brandenburg, Johannes Fottner, Jens Gutermuth

Social Media in B2B – Die neuen Kanäle erkennen und richtig einsetzen

Social MediaSocial Media hat sich im MarketingMarketing-Alltag schon längst etabliert. Im Bereich des B2BB2B ContentContent Marketings werden Social Media Kanäle mit 95 % Zustimmung als fast so wichtig, wie die eigene Website mit 98 % Zustimmung laut der Statista Content Marketing Trendstudie 2020 eingestuft. FacebookFacebook, InstagramInstagram, TwitterTwitter, Snapchat, TikTokTikTok o. ä. gelten als die Social Media Klassiker bzw. NewcomerNewcomer und werden aktuell wesentlich stärker im B2C- als im B2B-Umfeld eingesetzt.

Connor Moseler, Olaf Mörk

Das B2B Marketing Reifegrad Modell – Wie Ihr Weg zu Predictive Profit Marketing aussieht

Industriegüter Marketing ist wie jede andere organisatorische Funktion in Unternehmen einem stetigen Wandel ausgesetzt. In der gesamten Industrie finden sich daher Marketing Abteilungen unterschiedlichster Ausprägungen und Entwicklungsstufen. Damit die in dieser Publikation beschriebenen Ansätze, Instrumente, Konzepte und Modelle bestmöglich in der Marketing-Praxis umgesetzt werden können, ist es entscheidend, einen kongruenten Bezugsrahmen in Form des B2B Marketing Reifegrad Modells heranzuziehen. Dieses Modell erlaubt es B2B Marketing Managern den jeweiligen Reifegrad der eigenen Marketingabteilung zu evaluieren und auf dieser Basis die adäquaten Maßnahmen in diesem Buch zu identifizieren. Mithilfe dieser Vorgehensweise soll vermieden werden, dass zu komplexe und nicht dem Reifegrad entsprechende Aktivitäten und Projekte in den Abteilungen umgesetzt werden oder aber MarTech Tools angeschafft werden, die erst zu einem späteren Zeitpunkt bzw. beim Erreichen eines höheren Marketing Reifegrads eine sinnvolle Investition darstellen würden. Das Ziel ist es, B2B Marketing Manager vor Fehlern und einem nicht durchdachten, nicht stringenten und vor allem nicht erfolgversprechenden Vorgehen zu bewahren, um dadurch nachhaltig eine entsprechende Positionierung des B2B Marketings in den Industrieunternehmen zu erreichen.

Uwe Seebacher

47. Hebe- und Fördertechnik

Heben und Bewegen von Lasten sind Grundfunktionen der Fördertechnik. So werden Elektroseilzüge und Windwerke beschrieben. Die Anwendung von Baukastenprinzip, Reihenbildung und Standardisierung sowohl bei der Konstruktion als auch bei der Auswahl dieser Erzeugnisse im Anlagenbau werden beschrieben. Aber auch für Handhebezeuge und Forstseilwinden werden deren spezifische Eigenschaften und Einsatzzwecke beschrieben.Die Vielfalt von Kranbauformen, (z.B. Laufkrane, Hängekrane, Portalkrane) werden behandelt. Die Berechnung von Kranen und deren Tragwerken an Hand der einschlägigen Normen und Vorschriften wird aufgezeigt. Insbesondere wird auf die verschiedenen zu berechnenden Betriebszustände eingegangen (z.b. Normalbetrieb, oder Ruhezustand bei Sturm, Schnee und Wind).An Fördersysteme mit Kranen werden u.a. Hängebahnanlagen mit Verzweigungen, Hochregallager mit Regalförderzeugen und ″shuttle-Lager″ angesprochen. Ein eigenes Kapitel ist den Mobilkranen gewidmet

Dr.-Ing. Johannes Sebulke

45. Grundlagen der Fördertechnik und der Intralogistik

Die Gebiete ″Fördertechnik″ und ″Intralogistik″ werden definiert und abgegrenzt. Bezüglich der Fördertechnik werden die Anwendungsgebiete und die wichtigen Begriffe und Methoden erklärt (z.B. Komponenten-Anlagen -Systeme). Die Methoden der Baukastensystematik, der Standardisierung und der Baureihenbildung werden erläutert.Ausführlich behandelt werden die Bauelemente der Fördertechnik und deren Dimensionierung (z.B. Drahtseile und Seiltriebe, Ketten und Kettentrommeln), und Lastaufnahmeeinrichtungen (z.B. Lasthaken, Schüttgutgreifer und deren Berechnung, und Container aller Art).Zur Intralogistik wird für Maschinenbauer eine Einführung gegeben. Die über die Fördertechnik hinausgehenden Ziele (z.B. Material und Informationen und Energie″ in time″ bereitzustellen), und die Mittel dazu, (z.B. Organisation, Digitalisierung, Vernetzung) werden beschrieben. Wichtige logistische Fachausdrücke (z.B. Supply Chain, Simulation, cyberphysische Systeme, Digitaler Schatten) werden verständlich erklärt.

Dr.-Ing. Johannes Sebulke

50. Mobile Schüttgutförderer

Definition und Hauptanwendungsgebiete

Schon ein Schubkarren zeigt die typischen Merkmale eines mobilen Schüttgutförderers (Fachbegriff „Unstetigförderer für Schüttgut“): Ein Arbeitsspiel besteht aus Beladen – Transportieren – Entladen – Rückfahrt. Ein Unstetigförderer wird an der Ladestelle beladen oder er nimmt hier seine Last selbst auf, er fährt zur Abladestelle, wird dort entladen, und fährt leer wieder zurück. Hier sollen nur Schüttgutförderer für den innerbetrieblichen Massenguttransport im Tagebau und an Großbaustellen angesprochen werden. Beim Stichwort Massenguttransport denkt man erst einmal an die stationären Schüttgutförderer, und hier besonders an die Förderbandanlagen im Braunkohlentagebau oder bei Massengutumschlagsanlagen. Wenn aber entweder der Beladeort oder der Entladeort zu oft wechseln, oder sich durch den Abbau ständig verändern, dann müssen mobile Schüttgutförderer eingesetzt werden. Man denkt hier an den Erztagebau, bei welchem Gestein gebrochen und abtransportiert werden muss, oder an den Autobahnbau, wo ganze Hügel abgetragen und Senken aufgefüllt werden müssen. Folgerichtig sind diese mobilen Schüttgutförderer auch unter der EN ISO 6165:2013-02 (D) – Erdbaumaschinen subsumiert. Je nach Transportentfernung unterscheidet man hier Radlader („Load & Carry“) und Muldenkipper, und bei letzteren wiederum Schwer-Lkw und Dumper.

Dr.-Ing. Johannes Sebulke

48. Stückgutförderung in der Intralogistik

Dieses Kapitel behandelt Flurförderzeuge und Stetigförderer für Stückgut.Flurförderer, von einfachen Gabelstaplern bis zu fahrerlosen Transportsystemen, werden beschrieben. Bei letzteren wird auf die verschiedenen Spurführungssysteme, von der optischen Spurführung bis zur Satellitennavigation für Flurförderer eingegangen. Deren Eignung für spezifische Einsatzfälle wird dargestellt.Bei den Stetigförderern werden Rollen- und Rutschförderer, Wandertische, Kreisförderer u.a.m. bis hin zu Hochgeschwindigkeitsförderern für längere Förderstrecken beschrieben. Direkte und indirekte Zielsteuerungen und direkte und indirekte Codierung werden erklärt.

Dr.-Ing. Johannes Sebulke

15. Eisenwerkstoffe

Stahl ist schmiedbares Eisen, das deswegen unlegiert einen C-Gehalt von 1,7% nicht übersteigen darf und geringste Gehalte an P, S, O, und N besitzen muss. Für die Erzeugung haben sich zwei Erzeugungslinien durchgesetzt.Das Endprodukt ist ein Rohstahl. Er enthält Nichtmetalle, die bei der Erzeugung durch Erze, Koks und Zuschlagstoffe in Roheisen und Stahl gelangen, unterschiedliche Wirkung auf die Eigenschaften haben und im Gehalt begrenzt werden müssen. Stahlnormen enthalten Grenzwerte dieser Stoffe.

Wolfgang Weißbach

12. Hydrostatik, -dynamik, Gasdynamik

Ruhende oder sehr langsam bewegte Flüssigkeiten und Gase können im Gegensatz zu festen Körpern nur Normalkräfte übertragen, keine Schubkräfte. Sie nehmen ohne Widerstand jede äußere Form an. Flüssigkeiten zeigen außerdem im Gegensatz zu Gasen einen großen Widerstand gegen Volumenänderung; sie lassen sich erst bei hohen Drücken geringfügig zusammendrücken. Wird die Flüssigkeit wieder entlastet, nimmt sie ihr ursprüngliches Volumen wieder an (Volumenelastizität). Die leichte Zusammendrückbarkeit der Gase kann bei Strömungsgeschwindigkeiten bis zu etwa $$1/3$$ 1 / 3 Schallgeschwindigkeit vernachlässigt werden. Sie werden deshalb in der praktischen Strömungslehre wie Flüssigkeiten behandelt.

Gert Böge, Wolfgang Böge, Prof. Dr.-Ing. Dominik Surek

57. Spanlose Fertigung

Unter Urformen versteht man das Fertigen eines festen Körpers aus formlosem Stoff. Formlose Stoffe sind Gase, Flüssigkeiten, Pulver, Granulate und Späne.– Einzelne UrformverfahrenGießen: Stoff in flüssigem oder breiigem Zustand wird in eine geometrische Form gebracht. Sintern: Formloser Stoff in festem Zustand (Pulver) wird gemischt und durch Pressen und nachfolgende Wärmebehandlung in eine geometrische Form gebracht.

Wolfgang Böge, Prof. Dr.-Ing. Marcus Kampf

Verschuldet zum Arbeitsamt, arbeitslos zur Schuldenberatung

Eine Einführung

Der Beitrag führt in die Fragestellung dieses Sammelbandes ein, wie Hilfen der Sozialen Arbeit zur Bewältigung von Arbeitslosigkeit und Verschuldung ausgestaltet werden sollten, um einen Beitrag zur Armutsbekämpfung leisten zu können. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Herausforderung für die Soziale Arbeit. Verschuldung und Zahlungsrückstände sind bereits seit der Industrialisierung bekannte Problemlagen nicht nur bei der arbeitenden, sondern gerade auch bei der arbeitslosen Bevölkerung. Im deutschsprachigen Raum stellt Arbeitslosigkeit einen zentralen Aspekt für die Finanzierung von Schuldenberatung dar. Diese wird oft deshalb finanziert, weil davon ausgegangen wird, dass Verschuldung die Bewältigung von Arbeitslosigkeit erschwert und die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben begleitet mit Schuldenberatung besser möglich ist. Allerdings ist im deutschsprachigen Raum die Häufigkeit arbeitsloser Personen unter den Ratsuchenden bei Schuldnerberatungsstellen sehr unterschiedlich. Der Beitrag zeigt auf, wie aus volkswirtschaftlicher Sicht Verschuldung und Arbeitslosigkeit unabdingbar miteinander verknüpft ist, weshalb bei Schuldenberatung durchaus von Wirtschaftssozialarbeit gesprochen werden kann und welche grundlegenden Herausforderungen sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben.

Christoph Mattes, Carlo Knöpfel

Chapter 19. Formelzeichen, Begriffe und Definitionen

Einige wichtige Informationen für das Lesen dieses Buches und für die Verständigung über die Auswuchttechnik sind hier zusammengefasst: 1. Die im Buch verwendeten Formelzeichen s. Abschn. 19.2, 2. Begriffe und Definitionen der Auswuchttechnik, angelehnt an DIN ISO 21940, Teil 2 s. Abschn. 19.3.

Hatto Schneider

Kapitel 12. Auswuchtmaschinen

Jeder Auswuchtaufgabe muss eine geeignete Auswuchtmaschine zugeordnet werden. Da die meisten Auswuchtmaschinen einen Bereich von Rotormassen und -abmessungen aufnehmen können, kommen bei einem Maschinenpark manchmal verschiedene Ausführungen und Größen alternativ in Frage. Dabei sind Tendenzen wichtig, wenn die Auswuchtaufgabe schwierig ist in Bezug auf die geforderte Restunwucht, den Ausgleichsschritt oder die Komplexität des Prozesses. Es ist nicht ganz einfach, Angebote auf Auswuchtmaschinen und die zugehörige technische Dokumentation richtig zu interpretieren. ISO 21940-21 gibt hier einige praktische Hinweise, die auch den folgenden Abschnitten zugrunde liegen. Um die Übersichtlichkeit zu verbessern, wird hier in horizontale und vertikale Auswuchtmaschinen, Auswuchtwaagen und hochtourige Auswuchtmaschinen gegliedert.

Hatto Schneider

Kapitel 14. Ausgleich

Ausgleichen eines Rotors mit starrem Verhalten bedeutet, den Unwuchtzustand so zu verändern, dass die Massenträgheitsachse hinreichend genau mit der Schaftachse (s. Abschn. 5.4.2) übereinstimmt (Abb. 14.1).Bei Rotoren mit wellenelastischem Verhalten kommt dann noch der Ausgleich der modalen Unwuchten hinzu. Eine Möglichkeit des Ausgleichens besteht darin, die Schaftachse zur Trägheitsachse hin zu verlagern. Dieses Verfahren – Massenzentrieren (Wuchtzentrieren) genannt – wird in einigen Fällen beim Ein-Ebenen-Auswuchten und beim Zwei-Ebenen-Auswuchten angewendet.Der viel üblichere Weg ist aber die Verlagerung der Massenträgheitsachse zu der Schaftachse hin durch Abtragen, Verlagern, oder Zusetzen von Material. Dazu sind alle fertigungstechnisch überhaupt möglichen Verfahren einsetzbar.

Hatto Schneider

Kapitel 6. Theorie des Rotors mit nachgiebigem Verhalten

In Kap. 5 wurde ein Rotor mit starrem Verhalten vorausgesetzt, dessen Unwucht und Form sich mit der Drehzahl nicht verändern. Wie sieht es nun mit einem Rotor aus, dessen Verhalten nicht starr ist, sondern nachgiebig, dessen Zustand sich also mit der Drehzahl verändert, bzw. der Durchbiegungen zeigt? Die zugrunde liegende Systematik wurde in Kap. 4 beschrieben, eine gute Übersicht bietet die Tabelle 4.3.Man unterscheidet Plastizität (die Verformung bleibt, auch nachdem die Last weggenommen wurde, meistens „Setzungsverhalten“ genannt) und Elastizität (die Verformung bildet sich mit der Lastrücknahme wieder zurück). Die Elastizität wird im Zusammenhang mit dem Auswuchten zweckmäßigerweise noch in Körperelastizität und Wellenelastizität unterteilt.In den Fällen Plastizität und Körperelastizität ist die Unwucht des Rotors drehzahlabhängig; im Fall der Wellenelastizität nicht.Die richtige Handhabung beim Auswuchten ist in allen 3 Fällen sehr unterschiedlich.

Hatto Schneider

Chapter 15. Vorbereitung und Durchführung des Auswuchtens

Wenn das Auswuchten richtig geplant ist, braucht nur sichergestellt zu werden, dass die Bedienperson nach Anweisung auswuchtet. Je mehr Details in die Entscheidung des „Wuchters“ gestellt werden, umso deutlicher wird die Tatsache sichtbar, dass andere Bereiche der Firma ihre Aufgaben nicht voll erfüllt haben.Ein zentraler Punkt wird häufig nicht ausreichend berücksichtigt: der richtig geplante Unterschied in der Auswuchtgüte zwischen dem Auswuchtziel und dem Auswuchtprozess, s. Abschn. 4.8. In diesem Kapitel geht es neben vielen anderen Aufgaben auch darum, wie der gewählte Prozess den zulässigen Unwuchtzustand für den Auswuchtprozess beeinflusst.Oder andersherum: wie der Prozess angepasst werden muss, um den zulässigen Unwuchtzustand für den Auswuchtprozess und letzten Endes das Auswuchtziel zu erreichen.

Hatto Schneider

9. Statik verträgt sich nicht mit Hektik

„Statik verträgt sich nicht mit Hektik!“

Moritz Menge

7. Ingenieure als Führungskräfte

Ingenieure führen Ingenieurunternehmen auf verschiedenen Ebenen. Doch der Weg in die Führungsverantwortung geht mitunter schneller als der Erwerb der nötigen Fähigkeiten.

Moritz Menge

Significant and Limited: Der TPNW und die Rolle internationaler Organisationen

Die UnterstützerInnen eines vertraglichen Verbots von Nuklearwaffen konnten durch die Überführung der sogenannten Humanitären Initiative in den UN-Rahmen ihr Ziel trotz der Ablehnung durch Nuklearmächte im Juli 2017 erreichen: Bei einer Abstimmung in der UN-Generalversammlung stimmten 122 Staaten für den Vertrag über das Verbot von Kernwaffen (TPNW), der u. a. die Produktion, den Erwerb, die Stationierung und den Einsatz von Nuklearwaffen verbietet. Internationalen Organisationen (IO) wird auch eine zentrale Rolle zukommen, wenn es um die Verifikation der Einhaltung der Vertragsbestimmungen durch die Vertragsparteien geht, obgleich nicht feststeht, wer die „competent authority“ oder „authorities“, denen der Vertragstext diese Aufgabe zuweist, sein werden. Diese Entwicklungen werden zum Anlass genommen, um die bedeutende aber begrenzte Rolle von internationalen Organisationen im Kontext der nuklearen Abrüstung am Fallbeispiel des TPNW herauszuarbeiten und zu veranschaulichen. Die Analyse wird um den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) erweitert, da gerade der CTBT eindrucksvoll illustriert, dass auch die Lösung der Verifikationsfrage keine Garantie für den Erfolg von Abrüstungs- und Rüstungskontrollvorhaben darstellt.

Robert Bandilli, Carolin Langhauser, Minela Ljuca, Lara Schneider, Hakan Akbulut

3. Ingenieure und ihre Verantwortung

Der Ingenieur und seine Produkte werden niemals perfekt sein. Sie werden in der Regel und im besten Fall den an sie gestellten Ansprüchen genügen.

Moritz Menge

Kapitel 2. Die Firma und die Abschlüsse bzw. Planung

Die Unternehmensbewertung umfasst in Bezug auf das Zahlenmaterial eigentlich drei Phasen. Mehrere Ist-Perioden, i. d. R. 4 bis 5 Mehrere Plan-Perioden, i. d. R. ebenfalls 4 bis 5 Ewige Rente, meistens gerechnet in der 5. oder 6. Plan-Periode

Bernd Heesen, Michelle Heesen

12. Die fünf wichtigsten Verkaufsmomente unter Berücksichtigung der Mimikresonanz®-Methodik

Die zwölf Primäremotionen nach Eilert werden jeweils am Ende eines jeden Verkaufsmomentes beschrieben. Dadurch haben Sie sämtliche Fakten und alles Wissenswerte zu den jeweiligen Emotionen gebündelt in einer Übersicht. Diese Zusammenfassungen machen es Ihnen einfacher, das Wissen im Alltag anzuwenden, da Sie hier jederzeit gezielt nachschlagen können, wenn Sie beispielsweise üben wollen oder Ihnen einfach nur eine Information entfallen ist. Sämtliche Beschreibungen der Emotionen und alle wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu entstammen der Mimikresonanz® Profibox von Dirk W. Eilert. In diesem Kapitel lernen Sie alle zwölf Primäremotionen kennen. Außerdem beschreibe ich die jeweiligen Emotionen in den fünf wichtigsten Kontakten mit Ihren Kunden. Bei Jedem einzelnen Verkaufsmoment sind diverse Beispiele für Ihren Verkaufs oder Vertriebsalltag beschrieben, branchenunabhängig, die Ihnen dabei helfen werden, Ihren Kunden zu lesen und zu verstehen. Nach dem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie Ihre Kunden selbst wie ein offenes Buch lesen können. Lesen Sie zukünftig das, was Ihre Kunden Ihnen nicht sagen wollen und somit immer die Wahrheit.

Joern Kettler

Kapitel 6. Bewertung über das DCF-Verfahren

Der Wert eines Unternehmens bestimmt sich unter der Voraussetzung ausschließlich finanzieller Ziele durch den Barwert der mit dem Eigentum an dem Unternehmen verbundenen Nettozuflüsse an die Unternehmenseigner (Nettoeinnahmen der Unternehmenseigner). Demnach wird der Wert des Unternehmens unter anderem aus einer Eigenschaft abgeleitet, finanzielle Überschüsse für die Unternehmenseigner zu erwirtschaften.

Bernd Heesen, Michelle Heesen

Kapitel 4. Kennzahlenanalyse der Ist- und Plan-Perioden

Zu einer Bewertung gehört erst einmal Verständnis für das, was in den letzten Jahren im Unternehmen (zahlenmäßig) gelaufen ist und wie das Management die zukünftigen Jahre sieht (Planung).

Bernd Heesen, Michelle Heesen

Chapter 3. Thermal Habitability: Connection with the Earth’s Motion Around the Sun

This book investigates the billion-year takeover of planet Earth by its organisms and ecosystems. This chapter examines both the conditions that make the Earth’s temperature generally suitable for organisms, which determines the thermal habitability of the planet, and the effects of ecosystems on temperature. The chapter considers successively: the thermal limits for growth and survival, and the temperatures on Earth, Venus, Mars and the Moon; the sources of energy at the surface of Earth; the solar radiation flux that reaches Earth; the fate of the solar radiation absorbed by the Earth System; the effects of the absorbed solar radiation on the climate system; how the atmosphere and Earth’s distance from the Sun contribute to set the range of temperatures that occur on Earth; and the long-term controls on Earth’s temperature. It examines the latitudinal, diurnal and seasonal variations in the solar radiation flux and their effects on organisms. The presence of the Moon likely favoured the general occurrence on Earth of climatic conditions suitable for organisms since their establishment on the planet about 4 billion years ago. The chapter also describes the atmospheric and oceanic circulations, and their combined effects on the redistribution of heat on the planet. It considers the faint young Sun paradox and the long-term control of the concentration of atmospheric carbon dioxide. The chapter ends with a summary of key points concerning the interactions between the Solar System, Earth, its temperature, and its ecosystems.

Philippe Bertrand, Louis Legendre

Kapitel 6. Rückkopplung in der Natur

Das Prinzip des Lebens

Alles gehorcht den Gesetzen der Physik. Hier nun finden wir eine Verbindung zum vermutlich mächtigsten Prinzip der Welt, dem die Rückkopplung gewissermaßen untergeordnet ist: der Evolution. Wir finden sie in der Natur, denn die belebte Natur (Gegenstand der Biologie) und die unbelebte (Gegenstand der Physik) entstanden dadurch überhaupt erst. Die meisten verbinden mit dem Begriff „Evolution“ jedoch das biologische Geschehen. Deswegen gibt es die „biologische Kybernetik“ als Zweig der Wissenschaft. Sie untersucht die Steuerungs- und Regelungsvorgänge in der Biologie, sowohl in Organismen als auch in Ökosystemen.

Jürgen Beetz

Kapitel 11. Rückkopplung hat alles erschaffen

Unser Universum und das Leben: Die Entstehung von etwas aus nichts

Genauer gesagt: Evolution hat alles erschaffen. Aber ohne Rückkopplung funktioniert sie nicht. „Evolution“ könnte man mit ‚Auswickeln‘ übersetzen – es deutet auf etwas Vorhandenes hin, das nur ausgepackt wird. Aber die Evolution ist nicht das Auspacken von schon vorhandenen Dingen, sie ist die Herstellung von etwas Neuem, ein Prozess des Erschaffens. Und es gibt keinen Hersteller, das Neue macht sich selbst. Das ist wunderbar und kaum zu begreifen. Die Entstehung neuer Eigenschaften ist ein Faktum und zugleich ein Rätsel: Wieso kann eine einzelne Nervenzelle nicht denken, aber ein Haufen von ihnen schon? „Mehr ist anders“, das war die Begründung: Emergenz.

Jürgen Beetz

Kapitel 1. Rückkopplung – eine unsichtbare Erscheinung

Ein Blick hinter die Kulissen dynamischer Prozesse

Im ersten Kapitel wurden Geschichten erzählt. Sie wiesen gemeinsame Muster auf, die hier deutlich wurden: Immer tauchten mehrere „Dinge“ auf, die miteinander in Wechselwirkung traten („Komponenten eines Systems“ könnte man dazu sagen). Diese Wechselwirkungen beschränkten sich nicht auf einen linearen Zusammenhang zwischen einer Ursache und einer Wirkung, sondern sie wiesen meist ein Netz von Ursachen und Wirkungen auf – und charakteristische Merkmale einer Rückkopplung, einem Feedback der Wirkung auf die Ursache.

Jürgen Beetz

Kapitel 10. Rückkopplung im Größten und im Kleinsten

Das Universum wird nicht verschont, so wenig wie die Elementarteilchen

Das Universum – das Gebiet der KosmologieKosmologie. Die Welt des unvorstellbar Großen. Gegenüber steht ihm die Welt des unvorstellbar Kleinen, Gegenstand der AtomphysikAtomphysik bis hin zur QuantentheorieQuantentheorie. Die Physiker sprechen von „fundamentalen Wechselwirkungen“, den vier Grundkräften der Physik. Mit ihnen beeinflussen sich physikalische Objekte (Körper, Felder, Teilchen, Systeme) gegenseitig. Die allgemein bekannten sind die Gravitation und der Elektromagnetismus. Die anderen beiden Grundkräfte wirken nur im subatomaren Bereich, mit dem Sie in der Regel nicht in Berührung kommen.

Jürgen Beetz

Kapitel 7. Rückkopplung im Sozialleben und in der Psychologie

Kommunikation und Interaktion – Spiele des Lebens

Man kann nicht nicht kommunizieren. Oder, wie man sagt: „Keine Antwort ist auch eine Antwort.“ KommunikationKommunikation läuft immer, solange ein Partner in Sicht- oder Hörweite ist. Und sie läuft immer auf zwei Ebenen, denn man kann auch nicht ohne Nebenbedeutung kommunizieren. An jeder scheinbar sachlichen Äußerung hängt immer ein Rucksack an Bedeutung und eigentlichem Inhalt.

Jürgen Beetz

Die öffentliche Verwaltung

Eine Untersuchung zu dem Thema Compliance in der öffentlichen Verwaltung setzt eine Auseinandersetzung mit dem Begriff zumindest in dem Sinne voraus, dass deutlich wird, welches Verständnis der Untersuchung zugrunde liegen soll, um so den Untersuchungsgegenstand abzugrenzen. Der Begriff der öffentlichen Verwaltung ist dabei nicht nur für die Abgrenzung zum privaten Sektor und insbesondere zur privaten Verwaltung relevant, sondern dient auch der Unterscheidung von den übrigen Staatsgewalten.

Katalin Vollmann

Fazit und zusammenfassende Thesen

Den eingangs aufgeführten Bedenken gegenüber Compliance in der öffentlichen Verwaltung ist insoweit recht zu geben, als dass eine schablonenhafte Übertragung nicht gelingen kann und im Zweifel mehr Schaden anrichtet, als es durch den Nutzen von Compliance wieder aufgewogen werden könnte. Dennoch geht die pauschale Ablehnung von Compliance in gleichem Maße fehl. Eine auf die Besonderheiten der Verwaltung abgestimmte und mit Augenmaß an die individuellen Gegebenheiten einzelner Verwaltungseinheiten angepasste Compliance ist durchaus geeignet, einen Mehrwert zu schaffen. Denn Compliance vertieft den Bezug zwischen dem Verwaltungshandeln und der verfassungsmäßig vorgegebenen Rechtsbindung der Verwaltung.

Katalin Vollmann

Herkunft und Entwicklung

Der Compliance-Begriff wurde ursprünglich vor allem im medizinischen Bereich gebraucht, dort wird mit Compliance das therapiegetreue Patientenverhalten bezeichnet. Wo der Ursprung des Begriffsverständnisses im (wirtschafts-)rechtlichen Sinne liegt, ist umstritten. Vorwiegend wird er jedoch im anglo-amerikanischen Banken- und Finanzsektor Ende der 1980er Jahre verortet, von wo aus der Terminus auch in das deutsche Rechtsdenken „transplantiert“ wurde. Während Compliance zunächst im Zusammenhang mit privatwirtschaftlichen Unternehmen gebracht wurde, wird zunehmend eine mögliche Bedeutung für weitere Bereiche anerkannt und so seit einigen Jahren auch eine Relevanz von Compliance für die öffentliche Verwaltung diskutiert.

Katalin Vollmann

Kapitel 4. Westliche Theorien und Chinas Energiepolitik

Viele Länder der Welt stehen derzeit unter dem Druck der Energiewende, die sich aus verschiedenen Aspekten wie Energieversorgungssicherheit, Umweltschutz, Beschränkung der globalen Erwärmung, nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung und sozialer Akzeptanz ergibt. Um untersuchen zu können, ob sich die Energie-Governance in China, insbesondere in der Provinz Shandong, von der in anderen Ländern unterscheidet, was die Manifestation des China-Modells im Bereich der Umwelt- und Energie-Governance bedeuten würde, ist es erforderlich, zunächst die in den westlichen Industrieländern am weitesten verbreiteten Theorien der Energie- und Umweltpolitik darzustellen, die dort ihren Ursprung haben und die die ökologische Modernisierung in diesen Ländern prägen.

Jingxue Chen

Kapitel 3. China-Modell im wissenschaftlichen Diskurs

Chinas wirtschaftlicher Erfolg hat zu einer Debatte über die Gründe für die Erfolge und deren Auswirkungen geführt sowie darüber, welche die am besten geeignete Strategie für Entwicklungsländer im Allgemeinen ist. Besonders nach der Finanzkrise von 2008, die China relativ unbeschadet überstand, ist dieses Modell als eine Alternative zu dem westlichen Modell für die Drittweltstaaten noch attraktiver geworden.

Jingxue Chen

3. Politik

Konzeptioneller Rahmen – politischer Prozess und Instrumente: Die weltweiten Gesetzgeber haben eine umfassenden Instrumentenkasten entwickelt, mit dem die technischen Eigenschaften des Fahrzeugs und seine Nutzung immer enger regulatorisch beeinflusst wurden. Auf der Angebotsseite reicht das Spektrum von ordnungsrechtlich-technischen Vorgaben in Sachen Sicherheit und Umweltschutz bis hin zur Verwertung und zur Steuerung des CO2-Ausstoßes in der Flotte. Zugleich definieren Zulassungsregeln, Höchstgeschwindigkeiten, aber auch Zugangsbegrenzungen sowie Privilegien und Nachteile für definierte Fahrzeug- und Nutzerkategorien die Nachfrage nach Automobilen ganz wesentlich mit. Die steuerliche Behandlung des Fahrzeugs bei seinem Erwerb und seiner Nutzung aber auch Steuern auf das Einkommen des Nutzers oder auch den Kraftstoff, kommt hinzu. All diese Regeln sind Ausdruck eines politischen „Produktionsprozesses“, der von konkurrierenden politischen Parteien immer wieder neu geformt wurde. Dabei haben zuerst die Nutzung der mit dem Automobil verbundenen Chancen, zunehmend aber auch die von ihm ausgehenden Risiken die Legitimation für politische Intervention geliefert. Der Wandel der Medienlandschaft, die Rolle wissenschaftlicher Analysen aber auch der Einfluss von Interessengruppen spiegeln die Unterschiede der politischen Prozesse zwischen Europa, den USA und China.

Thomas Becker

14. Städte – Brennpunkte und Kampfplätze

Politische Handlungsfelder – Urbane Mobilität: Die Städte sind der „Ballungsraum“ der Überlastung des Verkehrssystems und der Umweltauswirkungen der Mobilität. Viele Metropolen sehen sich zugleich als Treiber der klimapolitischen Veränderung. Mobilitätsdienstleistungen („car as a service“ und „on demand mobility“) zielen vor allem auf das urbane Kundenpotenzial, haben aber bisher die umfassenden Versprechungen für eine nachhaltigere Mobilität nicht einlösen können. Umgekehrt hat auch der durch Corona beschleunigte Schub in Richtung von Beschränkungen des Verkehrsraums mit den „analogen“ Mitteln von „Blech am Straßenrand“ und „Farbe auf Asphalt“ nicht zu einer nachhaltigen Veränderung des Mobilitätsverhaltens geführt. Die These lautet daher, dass die sehr unterschiedliche Motivationen für die Nutzung eines Autos im städtischen Raum mit dem etablierten Instrumentarium nicht wirksam adressiert werden können. Stattdessen muss das mit digitalen Technologien geschaffene Potenzial weit differenzierterer Anreiz- und Steuerungssysteme genutzt werden, um individuelle Mobilität mit deutlich verringerten Belastungen für die Städte zu ermöglichen. Im Vergleich zu den USA und China weitet sich jedoch in Europa die Lücke zwischen einem behaupteten politischen Gestaltungsanspruch auf der einen, unzureichender instrumentell–technologischer Kompetenz auf der anderen Seite.

Thomas Becker

Marketer-Experteninterviews zum Einfluss von KI

Bevor wir uns mit den Erfahrungen und Plänen von Marketingexperten im Detail beschäftigen, wollen wir uns zu Anfang die Frage stellen: Was sind die Chancen und Risiken des Einsatzes von KI im Marketing aus der Sicht von „Praktikern“ aus Agentur, Kommunikation und Marketing? Daher kommen im Folgenden im Rahmen von Experteninterviews mit Führungskräften aus den Branchen Finanzdienstleistungen und Kommunikation genau die Marketers zu Wort, die sich bereits aktuell und zukünftig im Rahmen ihrer Marketingaufgaben mit KI auseinandersetzen.

Meike Terstiege, Tim Alexander, Muhsin Cinar, Benjamin Pleißner

KI – von der Strategie zum Projekt

Mit Beispielen aus Marketing und Sales

Die digitale Transformation und hierbei insbesondere die Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) verändert unser Leben. Welche Schritte muss ein Unternehmen gehen, um zu den Gewinnern der digitalen Transformation und KI zu werden? Dieser Frage widmet sich der Autor und nutzt hierbei Beispiele aus den Bereichen Marketing und Sales, um einen Praxisbezug herzustellen. Neben Begriffsklärungen und der Einordnung verschiedener Definitionen von künstlicher Intelligenz legt er einen Schwerpunkt auf die Themen KI-Strategie und deren Etablierung in Unternehmen. Zusätzlich gibt er einen Überblick über KI-Use-Cases aus dem Bereich Marketing und Sales und nutzt diese, um Herausforderungen und Chancen bei der Implementierung von KI zu verdeutlichen. Auch wenn das eine oder andere Beispiel von großen Konzernen entliehen ist, richtet sich dieser Artikel vor allem an Manager kleiner und mittelständiger Unternehmen, für die künstliche Intelligenz eine besondere Chance für Wachstum darstellt.

Sebastian Petry

Landwirtschaftliche Schwarmeinheit mit integriertem Energieverteilungssystem

Agricultural Swarm Unit with integrated Energy Distribution System

Mit dem Ziel die Landwirtschaft ressourcenschonender und emissionsarmer zu gestalten, was zusätzlich durch avisierte Gesetzesvorhaben flankiert wird, wird die Elektrifizierung der Landtechnik zukünftig in den Mittelpunkt der Forschungstätigkeiten rücken. Die Problematik der geringen Einsatzzeit batterieelektrischer Fahrzeuge bei einem für landwirtschaftliche Arbeitsmaschinen üblichen Leistungsbedarf wurde mit dem Projekt GridCON [2] adressiert. Der GridCON-Traktor ist ein vollautomatisierter Traktor, der über ein Kabel mit einer Energiequelle am Feldrand verbunden ist und somit eine unlimitierte Betriebsdauer erlaubt.Im öffentlich geförderten Projekt Feldschwarm© [6] wird die in Richtung höherer Leistung skalierte Kabeltechnologie des GridCON-Projektes aufgegriffen. Die hierdurch bereitgestellte Energie, die weit über den Bedarf eines einzelnen Traktors hinausgeht, kann somit gleichzeitig mehrere leichte, kompakte und leistungsdichte Fahrzeuge versorgen. Die Entwicklung dieser leistungsdichten „Schwarmeinheiten“ ist Inhalt dieser Veröffentlichung.Die Schwarmeinheit zeichnet sich durch einen vollelektrischen, einachsigen und ballastierbaren Triebkopf aus. Dieser ist über eine neuartige Schnittstelle mit einem gezogen Anbaugerät mit Zusatzachse gekoppelt. Aufgrund der externen Energiezuführung und der Verwendung eines vollelektrischen Antriebskonzeptes können zugleich das Gewicht des Triebkopfes minimiert, die Anzahl verbauter Komponenten verringert und die installierte Leistung durch kompakte elektrische Hochleistungsmaschinen erhöht werden.Die Energieverteilung erfordert ein zwischen den Fahrzeugen gespanntes Stahlseil, das ein Kabel trägt. Zur Kompensation von sich ändernden Relativabständen der Fahrzeuge ist das System mit einer Seiltrommel zur Regelung der Seilkraft ausgerüstet, welche durch einen hochdynamischen Servomotor angetrieben wird. Die hier gezeigte Technologie stellt eine Alternative zu konventionellen Arbeitsmaschinen dar und erlaubt Elektrifizierung und Automatisierung in der Landtechnik unabhängig von der Batterietechnologie. Gleichzeitig besteht weiter Forschungsbedarf, um realistische Einsatzszenarien in der Landtechnik mit all ihren Facetten darstellen zu können.

Simon Pfaffmann, Felipe de Moraes Boos, Nicolai Tarasinski, Volker Kegel

Kapitel 4. Theorien mittlerer Reichweite und ihre Anwendbarkeit auf das Phänomen „Terrorismus“

Wie unter Abschnitt 3.4 bereits erwähnt, wird das Akteurs-Viereck jedem Unterkapitel vorangestellt, um zu verdeutlichen, dass in dieser Arbeit Terrorismus zwar als Prozess erfasst wird, aber auch immer nicht-lineare Handlungsrelationen vorliegen. Theorien mittlerer Reichweite setzen besonders nah an der Phänomen-Ebene an. Deshalb inkludiert dieses Kapitel viele deskriptive Passagen, um das Phänomen „Terrorismus“ umfassend darzustellen.

Liane Rothenberger

Kapitel 2. Perspektivische Beschreibung und Eingrenzung des Objekt- und Erkenntnisbereichs

Kommunikation ist ein weites Feld. Terrorismus ist ein weites Feld. Sprachlich wie in den realen Akten auch. Jegliche Definition und Benennung von Ereignissen als „Terrorismus“ hat Konstruktionscharakter, ist eine bewusste Asymmetrie. Dies sollte stets im Bewusstsein bleiben, damit klar bleibt, dass die in dieser Arbeit aufgeführten Definitionskennzeichen nicht als objektive Merkmale, sondern als perspektivische Zuschreibungen daherkommen. Im Folgenden werden – unter der Prämisse der Konstruktion – Definitionen von „Terrorismus“ dargeboten und der Untersuchungsgegenstand wird abgegrenzt, indem Inklusions- sowie Exklusionskriterien festgelegt werden, die bestimmte Gewaltakte von „Terrorismus“ perspektivisch absondern oder ihm zurechnen.

Liane Rothenberger

Kapitel 7. Fokus: der neue Intelligenzquotient

Unser heutiges Leben ist geprägt von dauernden Unterbrechungen und fast unbegrenzten Möglichkeiten, uns ablenken zu lassen. Mit Konsequenzen: unsere Aufmerksamkeitsspanne sinkt immer mehr, da unser Geist durch die ständigen medialen Reize überaktiviert wird und nicht lange an einem Ort verweilen kann. Er wandert während rund 50 % unserer Wachzeit und führt uns überall hin, nur nicht dahin, wo wir aktuell sind. Wir verzetteln uns und bringen häufig Sachen nicht zu Ende, weil wir uns von etwas anderem ablenken lassen. Wir machen mehr Fehler, haben ein schlechteres Gedächtnis und sind langsamer, d.h. insgesamt deutlich weniger effizient und produktiv. Einen negativen Einfluss auf unsere Konzentrationsfähigkeit hat die teilweise exzessive Nutzung der digitalen Geräte. Ausserdem versuchen wir oft, viele Dinge gleichzeitig zu tun. Doch Multitasking ist kontraproduktiv – ja, eigentlich gibt es dieses gar nicht. Denn unser Gehirn kann nicht zwei Dinge gleichzeitig denken. „Eines nach dem anderen“ sollte es also heissen anstatt „alles gleichzeitig“. Seien Sie wieder einmal im Moment. Halten Sie Langeweile aus. Legen Sie Ihre mobilen Geräte für eine gewisse Zeit beiseite. Ihr Geist und Ihr Körper werden es Ihnen danken – mit mehr Zufriedenheit, Gelassenheit und einer besseren Konzentration, also insgesamt einer höheren Leistungsfähigkeit. Deshalb teile ich die Meinung von Cal Newport, US-Professor für Computerwissenschaften: „Fokus ist der neue Intelligenz-Quotient“.

Claudia Kraaz

Kapitel 8. Keine Leistung ohne Regeneration

Alle Unternehmen stehen unter einem grossen Leistungs- und Effizienzsteigerungs-Druck. Für die Mitarbeitenden und Führungskräfte bedeutet dies, dass von ihnen überdurchschnittliche Leistungen und ein grosses Engagement erwartet werden, damit die Firmen erfolgreich bleiben. Doch ein zu grosses Engagement kann längerfristig auch zu einer tieferen Arbeitsqualität und -quantität führen. Wenn man zu viel arbeitet und sich zu wenig erholt, wird man unkonzentriert, macht mehr Fehler, kann weniger leisten und wird vermutlich auch gereizt – mit negativen Auswirkungen auf das ganze Team. Von zu viel Arbeit profitiert also keiner – weder Sie persönlich noch Ihr Arbeitgeber. Denn wir müssen uns immer wieder erholen, um leistungsfähig zu bleiben – keine Belastung ohne Entlastung. Danach sind wir wieder aufnahmefähig und produktiv. Wir brauchen also abwechslungsweise aktive und regenerative Phasen. Sonst werden unsere Batterien leer und geben ihren Geist auf – bis zu einem Burnout. Sie müssen sich also in Ihrer Freizeit bewusst erholen und auch Ihren Arbeitsalltag so gestalten, dass Sie während des Tages leistungsfähig bleiben. Welche Bestandteile eine ideale Regeneration hat, zeige ich Ihnen in diesem Kapitel: Schlaf, Pausen, Entspannung, Bewegung, Ernährung und Humor. Erholung ist eine gute Investition in Ihren Körper und Ihren Geist. Durch genügende und regelmässige Regeneration werden Sie Ihre Leistungsfähigkeit nachhaltig steigern können.

Claudia Kraaz

Kapitel 9. Herausforderungen und Lösungen für die digitale Transformation aus Sicht kleiner und mittlerer Unternehmen

Was kann Digitalisierung und digitale Transformation für den Mittelstand sein? Welche Herausforderungen zeigen sich für kleine und mittlere Unternehmen in der Praxis? Welche Lösungsansätze gibt es für Unternehmen Hürden auch in Zeiten der Krise zu nehmen und digitale Formen der Zusammenarbeit umzusetzen? Ziel des vorliegenden Kapitels ist es, diese Fragen aus Praxisperspektive anhand von konkreten Fallbeispielen zu beleuchten, in denen u. a. auch Beratungsinstrumente des Projekts DigiTraIn 4.0 zum Einsatz kamen. Zudem werden Erfahrungen der aktuellen Corona-Pandemie berichtet und anhand einer Umfrage mit 168 Personalverantwortlichen eine Prognose für den Bestand der Arbeitsform Homeoffice im Mittelstand über die Krise hinausgegeben. Das Kapitel schließt mit Tipps für die Praxis für eine gelungene digitale Transformation ab.

Josef Wissinger, Daniel Thiemann

Kapitel 5. Beziehungen: das Lebenselixier des Menschen

Menschen sind unsere grössten Energie-Spender, können gleichzeitig aber auch unseren grössten Energie-Räuber sein. Sie lösen etwas aus bei uns – Positives und Negatives. Nur die wenigsten Menschen lassen uns kalt. Sie können uns tief berühren oder tief verletzen. Alle Menschen wollen wahrgenommen werden sowie sich zugehörig fühlen, also sozialen Rückhalt und Anerkennung finden. Gemäss der Maslowschen Bedürfnis-Pyramide kommen die sozialen Bedürfnisse gleich nach den physischen Bedürfnissen und dem Wunsch nach Sicherheit. Deshalb ist einer meiner Lebensweisheiten: kein Leben ohne Gesundheit und gesunde Beziehungen. Aus diesem Grund ist dieses Kapitel den menschlichen Beziehungen gewidmet: wieso wir Menschen mögen oder nicht, welche uns (nicht) gut tun, wie wir mit schwierigen Menschen umgehen und wie wir die Eskalation von Konflikten vermeiden oder mit ihnen konstruktiv umgehen können. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen, die ein starkes soziales Netz aufweisen, deutlich belastungsfähiger als Einzelkämpfer. Es ist also wichtig, sich ein Netz an Menschen zuzutun, die Sie stärken, und negative Menschen zu vermeiden. Im geschäftlichen Umfeld ist letzteres nicht immer möglich. Dann gilt es, sich in Gelassenheit zu üben. Wenn es doch zu einem Konflikt kommt, ist es hilfreich, die Perspektive des anderen einzunehmen und sich zu überlegen, welche Konflikte man effektiv austragen will. Denn Konflikte kosten uns häufig sehr viel Energie.

Claudia Kraaz

12. Kairos – der Gott des rechten Augenblicks und der günstigen Gelegenheit. Oder die Gelegenheit am Schopf fassen

Die alten Griechen erfanden zwei Götter zur Bezeichnung der Zeit. Der Gott Chronos als Vater des Zeus stand für die objektive Zeit, wie sie von einer Sanduhr gemessen wurde. Der Sand läuft durch die feine Glasöffnung und baut sich auf dem Boden auf. Dieses zeigt die Fokussierung von Chronos auf die Vergangenheit. Der Gott Kairos als jüngster Sohn des Zeus stand für den rechten Augenblick und die günstige Gelegenheit. Die Chancen liegen bei ihm in der Gegenwart, im aktuellen Moment. Dieser Augenblick ist flüchtig und muss „am Schopf gefasst“ werden. Der Gott Kairos wird deshalb mit einer Locke vorne am Kopf und mit einer Glatze am hinteren Kopfteil dargestellt. Wenn das Ereignis kommt, muss man schnell die Locke fassen, sonst rutscht die Glatze zwischen den Händen hindurch, und die Gelegenheit ist vorbei.

August-Wilhelm Scheer

4. Timing-Erfahrungen als Unternehmensgründer

Mit dem IWi führten wir Anfang der 1980er Jahre praxisnahe Forschungsprojekte durch. Insbesondere durch den Erfolg meines CIM-Buches erregten wir die Aufmerksamkeit der Geschäftsführungen und Vorstände großer Unternehmen. So entwickelten wir z. B. für ein Produktionswerk der Bosch GmbH ein strategisches CIM-Konzept. Dazu untersuchten wir die Planungs- und Produktionsabläufe in dem Werk und brachten Verbesserungsvorschläge für eine stärkere Automatisierung der Produktion auf den Weg.

August-Wilhelm Scheer

15. Wann soll man aufhören?

Der Volksmund sagt, „wenn es am schönsten ist“. Aber wie kann man dieses feststellen? Wir leben in dem Kontinuum der Zeit und wissen nicht, was im nächsten Augenblick passieren kann. Wenn man eine Feier zu einem gefühlten Höhepunkt verlässt, weil man interessante Gespräche geführt, lecker gegessen und getrunken hat, dann kann es passieren, dass kurze Zeit später ein Überraschungsgast eintrifft, den man brennend gerne persönlich kennengelernt hätte. Einen Vorgang willentlich zu beenden ist also keine einfache Angelegenheit, da die Entscheidung immer mit Unsicherheiten verbunden ist. Es gibt aber Entscheidungshilfen für das Timing des Aufhörens, die von komplizierten mathematischen Modellen bis zu einfachen Lebensweisheiten reichen.

August-Wilhelm Scheer

Scham – Ohne Würde keine Entfaltung

Scham, die Abwehr von Scham und das Gegenteil von Scham – Würde – gehören beim Thema Selbstmarketing zu den zentralen psychologischen Themen für Kreative und daher gehe ich in diesem Kapitel ausführlich darauf ein. Sie finden Antworten auf die Fragen, warum Kreative sich so oft schämen, warum das immer noch ein Tabu ist, wodurch Scham ausgelöst und wie sie überwunden werden kann.

Alina Gause

Kapitel 3. Der mechanische Zwilling

In diesem Kapitel werden erste mechanische Zwillinge für einen springenden Ball, eine Wippe oder einen Seilzug vorgestellt. Es wird erklärt, wie man solche Modelle aufbaut und was man damit untersuchen kann. Im Abschnitt Submodelle und Parameter werden sämtliche physikalischen Größen wie Gewicht oder einwirkende Kräfte detailliert angegeben. Erste Simulationsergebnisse werden in Diagrammen dargestellt und diskutiert. Zusätzlich werden weiterführende Arbeitsvorschläge gemacht, mit denen der Leser eigene, erste Erfahrungen mit den digitalen Zwillingen sammeln kann.

Frank Ulrich Rückert, Michael Sauer

4. Rahmenbedingungen für Evolution

In diesem Kapitel geht es um Innovation durch Emergenz. Emergenz ist eine Form der Selbstorganisation, bei der sich neue Eigenschaften oder Strukturen aus dem Zusammenspiel der Elemente eines Systems ergeben. Es gibt viele Arten emergenter Selbstorganisation in der unbelebten und belebten Welt. Emergenz ist die magische Zutat, ohne die sich Kern und Elektronen nie zu Atomen verbunden hätten und ohne die es keine Sterne gäbe. Ohne Emergenz wäre das Leben nicht entstanden und die Evolution hätte nie stattgefunden. Emergenz ist ein spontan auftretender zeitlicher Prozess, der zu dauerhaften Strukturen führt. Sie verändert ein System und bringt Ordnung ins Chaos.Emergenz ist immer ein kleines Wunder. Sie ist beispielsweise verantwortlich für die Rippelmuster und Dünenlandschaften, die durch die Wechselwirkung von Wind und Sand entstehen. Surfer kennen den Strand von Zarautz im Baskenland, an dem das Wasser jeden Tag ein neues Parkettmuster in den Sand schleift. Emergenz ist außerdem hierarchisch. Größere emergente Prozesse setzen auf kleineren auf.Emergenz können wir auch im Verhalten von Lebewesen beobachten. Ein Wolfsrudel ist mehr als nur eine Sammlung individueller Wölfe. Jeder Wolf hat eine bestimmte Position inne, wodurch alle zusammen als Rudel stärker und effektiver sind als alleine. Jeder Wolf ist ersetzbar, weil jeder Wolf Potenzial für jede Rolle in sich trägt. Viele von uns kennen die Worte: Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. In strengen totalitären Systemen sind Versammlungen von drei oder mehr Personen unerwünscht, da sie Keimzellen einer neuen Ordnung darstellen könnten. Andersherum: wenn wir Emergenz zulassen, können wir mit der gleichen Anzahl von Personen deutlich mehr bewegen.Emergenz ist ein komplexes System, das nur dann funktionieren kann, wenn die fördernden Rahmenbedingungen gesetzt werden und der Prozess ohne störendes Eingreifen des Schöpfers seinen Lauf nehmen kann. Die Rahmenbedingungen für Innovation schauen wir uns deshalb genauer an. Dabei hilft es uns, dass wir in den vorigen Kapiteln bereits die entscheidenden Akteure, die Energiequelle und den freien Willen, gefunden haben.

Jan Frensch, Burkard Wördenweber

Der visuelle Wahrnehmungsapparat in der medialisierten Welt

Menschen sehen mit ihren Augen, aber vor Jahrhunderten sahen sie anders als wir es heute tun. Helmut Plessners Anthropologie der Sinne bietet eine Grundlage, diesen Wandel am überlieferten Bildmaterial empirisch zu ermitteln. Der Sinnesapparat verändert sich, wie bereits Karl Marx bemerkte, durch die technisch-industrielle Umwelt. Im visuellen Wahrnehmungsapparat bildete sich eine soziophysiogische Filterfunktion, die dazu dient, sich auf die zunehmende Fülle von Angeboten für die Schaulust einzustellen. Diese Entwicklung bringt sowohl Verlust als auch Gewinn mit sich. Zum einen wird das Sehen oberflächlicher, was allerdings nicht im Sinne von Seichtigkeit, sondern von summarischem Wahrnehmen zu verstehen ist. Zum anderen gibt es auch Gewinne, weil Bild-Techniken die visuelle Erfahrung erweitern.

Lutz Hieber

Wir nehmen mehr wahr, als sich uns zeigt. Zur Ethnografie künstlerischer Praxis

Künstlerische und ethnografische Praxis privilegieren beide in unterschiedlicher Weise das Wahrnehmen als Zugang zu ihrem Gegenstand: Während die Ethnografie an der Produktion von Wissen und Erkenntnis über ihr Feld mittels Beobachtung und Teilnahme interessiert ist, geht es in der Kunst um die Hervorbringung künstlerischer Arbeiten beziehungsweise Werke, die ihre Wirkungen entfalten. Mit einer phänomenologisch orientierten ethnografischen Perspektive auf die Entwicklung von Werken im Bereich der bildenden Kunst schlägt der Beitrag vor, nicht allein das feldspezifische Wissen von Künstler*innen, sondern zudem deren Praxis des Wahrnehmens ins Zentrum des Erkenntnisinteresses zu rücken. Angeschlossen wird dieses Vorgehen an die Phänomenologie Maurice Merleau-Pontys, mit der sich das leiblich situierte Wahrnehmen auf die Kopräsenz der Ethnografin im Feld übertragen lässt. Aus dieser Perspektive zeigt sich künstlerische Praxis als eine, die den Bereich des Möglichen im Wahrnehmen und speziell Sehen zu erschließen vermag – ein Bereich, der auch für die Ethnografie selbst im Gang durch das Wahrnehmen dieser Praxis zugänglich(er) wird.

Christiane Schürkmann

Auf den Spuren von Seh-Modi beim Kunstbetrachten

Sehgewohnheiten und Blickbewegungen sind beim Kunstbetrachten essentiell und es scheint naheliegend, dass das Kunst-Sehen verschiedene Modi annehmen kann. Der Beitrag fokussiert dabei auf Annahmen zu einem kognitiven bzw. meditativen Seh-Modus. Ausgangspunkt dieser explorativen Studie sind theoretische Texte, die Aussagen zu Sehgewohnheiten beinhalten. Sie werden mit Eye-Tracking- und Befragungsdaten, die in Japan und Österreich erhoben wurden, in Beziehung gesetzt. Die Ergebnisse der vorgestellten Studie zeigen, dass beide Gruppen je nach Bild zwischen den Seh-Modi wechselten und sich die Blickbewegungen auch innerhalb des kognitiven Seh-Modus aufgrund der kulturellen Varianzen hinsichtlich einer Vertrautheit mit bestimmten Darstellungskonventionen unterscheiden, es dabei jedoch stark auf die jeweils betrachteten bzw. gezeigten Kunstwerke ankommt.

Hanna Brinkmann

Avantgarde oder Pop – Sinnliche Wahrnehmung und diskursive Verortung der Praxis der Neuen Deutschen Welle zwischen Kunst und Kommerz

Der Beitrag nimmt Praktiken des Wahrnehmens auf dem schmalen Grad der Genese kunstvoller und kommerzieller Musik in den Blick und fragt, wann das Erzeugnis von Künstler*innen im Zusammenspiel der wahrnehmenden Sinne Kunst ist. Die Antwort wird aus einem Begleitforschungsprojekt zu einer Ausstellung über die Neue Deutsche Welle im Osthausmuseum der Stadt Hagen extrahiert. Aus dem empirischen Material werden Praxisformen des Wahrnehmens als Bedingungsformen von Populärkultur als Kunst herausgearbeitet. Neben avantgardistischen geraten verstärkt populärkulturelle Praktiken der Affizierung und deren physisch-materielle Praxisdimensionen in den Fokus und erhellen die fluide Grenzregion zwischen Kunst und Pop. Um dem künstlerischen Potential der Popmusikpraxis von Bands wie Extrabreit, Ideal aber auch Nena auf die Spur zu kommen, wird in praxistheoretischer Perspektive auf der Folie der Arbeiten von Reckwitz (2015), Liegl (2015) oder Seyfert (2012) insbesondere nach dem Stellenwert des Affektiven im Rahmen der spezifischen Vollzugspraxis gefragt und die These verfolgt, die Kunst begründende kritisch soziale Praxis offenen Ausgangs, liege insbesondere in der Affektivität popmusikalischer Praxis.

Franka Schäfer

Materialität der Wahrnehmung – Einblicke in die kuratorische Praxis

Mit einer ethnografischen Perspektive untersucht der Aufsatz Kunstwahrnehmung im Feld kuratorischer Praxis. Im Besonderen wird danach gefragt, wie Kunstobjekte in Zusammenarbeit von Künstler*innen, Kurator*innen und Mitarbeiter*innen inszeniert werden und welche Praktiken der Wahrnehmung sich im Zuge dieser Arbeit an den Kunstobjekten zeigen. Kunstwahrnehmung wird auch auf Seiten der Rezipient*innen über die Materialität der Ausstellung untersucht. In soziologisch-ethnografischen Analysen wird gezeigt, wie sich Kurator*innen und Künstler*innen in multimodalen Wahrnehmungsweisen den künstlerischen Arbeiten sinnlich annähern, wie in diesen Annäherungsweisen eine professionelle Kunstwahrnehmung beobachtbar wird und wie durch Gesten des Zeigens Situationen geteilter Wahrnehmung geschaffen werden. Schließlich wird mit Blick auf die Materialität des Zeigens sichtbar, wie mittels Ausstellungsarchitekturen den Betrachter*innen Wahrnehmungsweisen materiell vermittelt werden. Formuliert wird eine praxeologische Perspektive mittels derer Kunstwahrnehmung – jenseits ästhetischer Kompetenz – als räumlich und materiell organisierte Wahrnehmung konturiert wird.

Lisa Anders

Das Spiel mit der Wahrnehmung und der Wahrnehmbarkeit zeitgenössischer politischer Kunst. Theoretische und empirische Herausforderungen für die Systemtheorie

Zeitgenössische politische Kunst fordert den systemtheoretischen Kunstbegriff theoretisch wie empirisch heraus. Denn der Grad an Fremdreferenz, der von dieser Kunst prozessiert wird, scheint die Grenzen der Kunst nach Luhmann zu überfordern. Aktionen, wie sie vom Zentrum für Politische Schönheit initiiert werden, agieren an der künstlerischen Grenze zur Politik. Gerade in Bezug auf die Funktion, die die Kunst für das Wahrnehmen erfüllt, lohnt sich jedoch ein zweiter Blick. Denn bei genauerem Hinsehen kann gezeigt werden, dass derartige politische Kunst (ebenso wie hochkulturelle Kunst) ein Spiel mit der Wahrnehmung der psychischen Systeme treibt. Sie lässt ganz im Luhmann’schen Sinne Welt in der Welt erscheinen. Die alternative Welt, die dabei eröffnet wird, unterscheidet sich zugleich jedoch von anderen Kunst- und Wahrnehmungswelten. Politische Kunst irritiert anders. Dieser Beitrag hat daher das Ziel, zu zeigen, dass auch eine systemtheoretische Perspektive auf das Wahrnehmen als soziale Praxis einen Mehrwert bietet, insbesondere wenn der Fokus dabei auf zeitgenössische politische Kunst gerichtet ist, die die Systemtheorie bislang nicht zu fassen weiß.

Gina Jacobs

Zwischen Ritual, Engagement und Frustration. Soziale Praktiken auf Großausstellungen

Der Beitrag untersucht Wahrnehmen als Form der sozialen Praxis im Rahmen performativer Werksituationen. Die Befragung der Praxis erfolgte aus ethnografischer Perspektive über den methodischen Ansatz der teilnehmenden Beobachtung. Im Zentrum stehen zwei von der chilenischen Künstlerin Cecilia Vicuña als Pendants konzipierte und anlässlich der documenta 14 sowohl in Athen als auch Kassel zur Aufführung gebrachte Ritual-Performances. Der Schwerpunkt der komparativen Gegenüberstellung liegt dabei auf den rezeptiven Praktiken ihrer Teilnehmer*innen, wodurch zugleich Differenzen der Aktivitäts-, Interaktions- und Handlungsformen sichtbar gemacht werden können. Abschließend werden die Ergebnisse resümiert und in einem Ausblick das Potenzial solcher Arbeiten im Hinblick auf ästhetische Erfahrungsprozesse diskutiert.

Jasmin Kolkwitz

Geschmackserziehung im „Kitschzeitalter“. Zur Formierung der Sinne im 19. Jahrhundert

Der Beitrag untersucht Ästhetisierungsprozesse im 19. Jahrhundert und fokussiert dabei vor allem auf Kunstgewerbevereine, christliche Kunstvereine sowie Altertumsvereine. Diese Vereine – so die These – haben die Popularisierung des ästhetischen Blicks und ästhetischer Urteilskompetenz über das Feld der Kunst hinaus entscheidend mit vorangebracht. Um dies zu plausibilisieren, werden Selbstverständnis und Arbeitsweisen der Vereine vorgestellt und diskutiert. Auf diese Weise leistet der Beitrag eine wichtige Ergänzung zu vorliegenden Ansätzen, die mit Blick auf den Prozess der Ästhetisierung allein die Vorbildwirkung von Künstler- und Bohemezirkeln in Rechnung stellen und deren Reichweite dabei überschätzen.

Uta Karstein

6. Presseschau und Glossar

Presseschau und Glossar

Graf Quirin Adelmann v. A., Derek Sheeler

Kreditgeschäft

Die Kreditfähigkeit ist die Fähigkeit, rechtswirksam eine Kreditverpflichtung einzugehen. Sie ist gegeben, wenn der Kreditnehmer volljährig und somit voll geschäftsfähig ist.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Kapitel 5. Bewertungsverfahren zur Monetarisierung und Allokation verkehrsbedingter externer Effekte

Der städtische Verkehr verursacht neben den direkten finanziellen Wirkungen, die in den Rechnungsunterlagen kommunaler Verwaltungen, Eigenbetriebe und Verkehrsunternehmen erfasst sind, auch eine Reihe von externen ökonomischen Wirkungen, die außerhalb der definierten institutionellen Abgrenzung des sogenannten „Stadtkonzerns“ auftreten. Die Frage der externen Wirkungen des Verkehrs ist im Besonderen in Zusammenhang mit Wettbewerbsverzerrungen, der Preisgestaltung des Verkehrs, dem ökonomischen Vergleich von Verkehrsträgern und Verkehrsmitteln und damit der Schaffung einer Kostentransparenz im Verkehrssektor von besonderer Relevanz. Ein ökonomischer Vergleich wäre daher ohne die Einbeziehung der externen Effekte des städtischen Verkehrs unvollständig.

Carsten Sommer, Assadollah Saighani, Daniel Leonhäuser

2. Auf dem Weg zur digitalen Wissensgesellschaft

In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Veränderungen der strukturelle Wandel zur digitalen Wissensgesellschaft für Organisationen bedeutet. Ziele und Aufgaben wissensorientierter Unternehmensführung werden definiert und Kennzeichen von Wissensunternehmen beschrieben. Das Kapitel schließt ab mit einer Kurzdiagnose zur wissensorientierten Unternehmensführung.

Klaus North

Creative Process of Pre-production of Video Games

Multidisciplinary Model Approach of Historical Imaginary that Contributes to Generate Engagement

Video games are one of the mainstays of audiovisual production and entertainment activities for society. Every year many games are released on the market, which means an evolution for this industry in constant growth and adaptation. This article is part of a research, development and innovation project (R&D&I) that aims to document the process of pre-production, production and distribution of a video game, focused on helping independent developers who are starting out in the sector as well as researchers and teachers who want to apply this content in their own studies. In this article the main objective is to establish a creative and artistic model approach of multidisciplinary references that contributes to generate engagement through the historical imaginary.

Raquel Echeandía Sánchez, Nelson Zagalo, Sara Cortés Gómez

Open Access

Kapitel 14. Ansätze integrierter strategischer Planung für automatisierte Mobilität im Kontext der Mobilitätswende

Fallstudie im suburbanen und ländlichen Raum Wien/Niederösterreich

Mit der vorliegenden Studie wird das Ziel verfolgt, konkrete Einsatzmöglichkeiten von automatisierten und vernetzten Fahrzeugen im Kontext der notwendigen Mobilitätswende exemplarisch aufzuzeigen. Spezifischer geht es darum, Konzepte der strategischen Planung für ausgewählte Kommunen und Regionen in der Metropolregion Wien/Niederösterreich vorzustellen und zu diskutieren. Diese strategischen Planungskonzepte wurden als eine Ergänzung zu den vorwiegend noch abstrakten und generischen Gestaltungsansätzen bzw. Handlungsfeldern entwickelt. Sie sind das Ergebnis eines transdisziplinär angelegten Prozesses: PlanerInnen sowie ForscherInnen haben gemeinsam mit AkteurInnen der Politik und Verwaltung aus den gewählten Kommunen und Regionen sowie mit ExpertInnen im Bereich der automatisierten und vernetzten Mobilität in Fokusgruppen gearbeitet.

Mathias Mitteregger, Daniela Allmeier, Lucia Paulhart, Stefan Bindreiter

4. Ich denke, also bin ich? – Wie Sie der mentalen Selbstsabotage entkommen

Das, woran wir denken, erschafft unsere sprachliche Fokussierung nach außen. Es bestimmt, welche Teile der Welt wir dominant setzen wollen. Es schafft ein Netz aus Überzeugungen und eigenen Wahrheiten, die wir beim Sprechen oder Schreiben verfestigen. Das können Sie relativ einfach testen, indem Sie anderen über ihre berufliche Karriere berichten. Danach lesen Sie Ihren CV einmal im Stillen durch und wiederholen die Aufgabe. Was haben Sie festgestellt? Haben Sie möglicherweise konkrete Wörter übernommen? Wann glauben Sie sich Ihre Aussage eher, vor oder nach der Lektüre?

Simone Burel

7. Algorithmus zum formalisierten Aufstellen der Bewegungsdifferentialgleichungen von Mehrkörpersystemen

Für wenige Freiheitsgrade stellt man, wie in Kap. 3 für mehrere Beispiele gezeigt wurde, die Bewegungsgleichungen mit Papier und Bleistift auf. Wenn aber mehrere Körper durch Feder- und Dämpferelemente räumlich miteinander verknüpft sind und dadurch die Zahl der Freiheitsgrade größer wird, wird das „von-Hand-Aufstellen“ mühsam und fehleranfällig. Will man beispielsweise das schrägliegende Feder-Dämpfer-Bein der Vorderradaufhängung eines Pkw (Abb. 7.1) berücksichtigen, so verkompliziert dieses das Aufstellen der Bewegungsgleichungen erheblich, auch wenn man sich nur auf Bewegungen in der Ebene beschränkt.Mittlerweile bieten die sogenannten MKS-Softwarelösungen vielfältige Möglichkeiten zur Erzeugung und Lösung von Bewegungsgleichungen von Mehrkörpersystemen (MKS), einige frühere Ansätze hierzu liefern [1–5].

Robert Gasch, Klaus Knothe, Robert Liebich

18. Substrukturtechniken

Bei sehr komplizierten Tragwerken oder Maschinen, für deren Beschreibung man viele hundert oder mehrere tausend Freiheitsgrade benötigt, ist man natürlich erst recht darauf angewiesen, Verfahren zur Reduktion der Freiheitsgrade (Kap. 17) oder zur Ausnutzung von Symmetrien (Kap. 16) einzusetzen. Da der für das unverkürzte Gesamtgleichungssystem erforderliche Speicherplatzbedarf viel zu groß ist, muss man hierbei organisatorisch geschickt vorgehen, sodass das komplizierte Tragwerk in physikalisch leicht zu interpretierende, einfacher zu behandelnde Substrukturen zerfällt.Zur Einführung wollen wir an zwei Beispielen verdeutlichen, wie die Unterteilung in Substrukturen praktisch erfolgt.

Robert Gasch, Klaus Knothe, Robert Liebich

Kapitel 21. Innerbetrieblicher Materialtransport

Um Güter von einem Ort an einen anderen zu befördern, werden Transportsysteme eingesetzt. Unterschieden wird in innerbetrieblichen (innerhalb des Unternehmens) und außerbetrieblichen Transport. In DIN 30781, Teil 1 wird der innerbetriebliche Transport mit „Fördern“ bezeichnet.

Helmut Wannenwetsch

Kapitel 24. Entsorgungslogistik und ökologische Logistik

Bei der betrieblichen Leistungserstellung fallen in Industrieunternehmen Produkte an, die weder in der eigenen Fertigung noch in anderen Betriebsbereichen verwendet werden. Für diese Produkte wird i. d. R. der Sammelbegriff Abfall verwendet. Die Abfallentsorgung kann als Kern der betrieblichen Abfallwirtschaft angesehen werden.

Helmut Wannenwetsch

Kapitel 9. Qualitätsmanagement (QM)

Die Produkte werden komplexer (Autos haben zehntausende Teile, der Airbus A 380 drei Millionen), die Sicherheitsanforderungen höher, die Zyklen kürzer. Die Bedeutung von QualitätsmanagementQualitätsbegriff nimmt deshalb zu. Leicht werden scheinbare Kleinigkeiten übersehen mit gravierenden Folgen.

Johannes Kals

Kapitel 11. Produktion, Fertigung, Ersatzteil- und Instandhaltungsmanagement

DasFertigung \i folgende KapitelProduktion \i zeigt die kostentheoretischen Grundlagen und Begriffe für die Produktion und Fertigung. Die Begriffe werden jeweils anhand von Praxisbeispielen näher erklärt.

Helmut Wannenwetsch

Kapitel 10. Vertragsmanagement

Rechte und Pflichten entstehen nicht erst dann, wenn ein Vertrag zustande kommt. Auch im Vorfeld können die Beteiligten „Ansprüche“ (Was unter dem Begriff „Anspruch “ zu verstehen ist, wird vom Gesetzgeber in §194 BGB legal definiert.) gegeneinander besitzen. Bereits mit dem Eintritt in Vertragsverhandlungen entsteht zwischen den Verhandlungspartnern ein „gesetzliches Schuldverhältnis “ mit teilweise sehr weitgehenden Pflichten.

Marco Zessel

Kapitel 19. Lagermanagement

Das Lagermanagement, oft der Beschaffung zugeordnet, muss aufgrund seiner Bedeutung im Rahmen des Materialflusses als selbstständiger Teilbereich der Logistik betrachtet werden. Die Tatsache, dass zwei Drittel der Gesamtlogistikkosten auf die Lagerhaltungskosten entfallen, verdeutlicht den direkten oder indirekten Einfluss des Lagerns auf das Betriebsergebnis.

Alexander Sehr

Nachhaltige Entwicklung ist die Alternative zum Kapitalismus – Erinnerungen an Gerhard Scherhorn

Gerhard Scherhorn hat die naturphilosophische Kritik an der gesellschaftlich selbstverschuldeten Zerstörung der natürlichen Grundlagen der Lebensbedingungen auf der Erde, wie sie insbesondere Klaus Michael Meyer-Abich formuliert hat, in die ökonomische Analyse einbezogen und mit Gleichgesinnten in ethisch und ökologisch fundierte Evaluationen und Handlungsempfehlungen sowie in politische Kommunikationsstrategien umgesetzt. Als maßgeblich für die Fehlorientierungen im Wirtschaftsablauf sah er das übersteigerte Vertrauen in die Selbstregulierungskräfte einer freien Marktwirtschaft, die unterregulierte Nutzung der Naturgüter im Wirtschaftsprozess und die systeminhärente Tendenz zur Externalisierung der betrieblich verursachten Umweltkosten. So wurde der Wirtschaftswissenschaftler Gerhard Scherhorn vom Konsumforscher und Verbraucherpolitiker zu einem Vordenker und Vormacher für „Nachhaltiges Wirtschaften“ und „Neue Wohlstandsmodelle“.

Johannes Hoffmann, Gerhard Hofmann

Kapitel 12. Online-Werbung

Hintergründe, Funktionsprinzipien, Formen und Formate, Anbieterstruktur und Marktentwicklung

Als ich 1995 meine erste Internetagentur gründete, verstand man unter Online-Werbung die Verlinkung eines Werbebanners (zumeist eine GIF-Datei) mit einer bestimmten Webseite. Meistens wurden Werbeplätze noch direkt beim Anbieter gebucht, AdServer gab es selten und Werbevermarkter noch seltener. Mehr gab es damals im Grunde nicht zu schreiben zum Thema Online-Werbung. Heute ist Online-Werbung ein Milliardenmarkt und man könnte ohne Probleme einen ziemlich dicken Wälzer dazu verfassen. Wer heute effiziente Online-Werbung betreiben möchte, hat viele Hausaufgaben zu erledigen. Und er hat die Qual der Wahl, was Anbieter, Werbemittel und Buchungsart angeht.

Erwin Lammenett

Kapitel 4. Der neue Sinn und Zweck der öffentlichen Rechnungslegung

Historisch betrachtet lag bzw. liegt die zentrale Aufgabe der öffentlichen Rechnungslegung in der parlamentarischen Kontrolle. Dieser bedeutende Sinn und Zweck besitzt zwar noch heute Gültigkeit, wurde aber in der Mitte des 20.

Theresa Ummenhofer

Kapitel 5. Best Practices und Risiken im Online-Handel

Best PracticesBest Practices im Online-Handel ergeben sich aus der bestmöglichen Umsetzung der Erfolgsfaktoren, die sie auf der anderen Seite aber auch maßgeblich mit bestimmt haben. Die folgenden Best Practices wurden durch Online-Recherchen identifiziert. Die Daten, Zahlen und Fakten dazu wurden größtenteils den aktuellen Geschäftsberichten aus 2019/2020 oder Informationen auf den Websites und aus der Presse entnommen.

Gerrit Heinemann

Kapitel 4. Geschäftssysteme und Benchmarks im E-Commerce

Der Ausgestaltung des Geschäftssystems kommt eine Schlüsselrolle im Online-Handel zu. Sie ist auch Basis für Kanalexzellenz, die erfolgreiche Online-Händler auszeichnet. Diese sind in der Lage, mit ihren Leistungen im E-Commerce den Benchmark zu setzen, und nutzen alle Möglichkeiten der modernen Interaktion. Insgesamt sind acht zentrale Erfolgsfaktoren für das Vorliegen von Webexzellenz im B2C zu beachten. Eine große Herausforderung ist jedoch zunehmend die Nachhaltigkeit der Erfolgsfaktoren, da der Wettbewerb sich immer schneller anpasst.

Gerrit Heinemann

Kapitel 2. Geschäftsmodell des Online-Handels

Online-Handel ist zur wichtigsten Form des Distanzhandels geworden und hat im interaktiven Handel schon lange den Katalogversand abgelöst. Er stellt einen Teil des E-Commerce dar und profitiert von den Netzwerkeffekten der Plattformökonomie. Diese ergeben sich auch aus der Kundenzentriertheit, die deswegen Basis für das Geschäftsmodell eines jeden Online-Händlers sein sollte. Losgelöst von der funktional orientierten Marketinglehre rücken Leidenschaft und Glaubwürdigkeit der gesamten Unternehmensführung und ein bedingungslos am Kundenwunsch ausgerichtetes Unternehmen in das Zentrum der geschäftlichen Aktivitäten. Diese Art der „neuen Kundenorientierung“ durchdringt das komplette Geschäftssystem des Unternehmens und gibt Mitarbeitern zugleich einen Orientierungsrahmen für ihre täglichen Entscheidungen vor.

Gerrit Heinemann

Kapitel 3. Formen des Online-Handels

Die wenigsten Online-Händler kommen noch in reiner Form vor. Lediglich Start-ups oder neue Formen des interaktiven Online-HandelsOnline-Handel wie zum Beispiel Farfetch verfolgen zu 100 % ein einziges Geschäftsmodell. Schon die großen Pure Player wie Amazon oder eBay sind Mischformen. Diese unterscheiden sich deutlich danach, welche Warengruppen sie bedienen und welches Format sie verfolgen. Mittlerweile hat sich hier eine Vielzahl unterschiedlicher Betriebstypen herauskristallisiert, die sich anhand zentraler Merkmale beschreiben lassen und unterschiedlich entwickeln. Die Marktführer überschneiden sich zum Teil auf globaler und nationaler Ebene. Zunehmend sind neue Formen des Online-Handels zu beobachten, zu denen auch der weiterhin stark wachsende Mobile Commerce bzw. App- und Chat-Commerce zählen. Daneben entwickelt sich B2B-Online-Handel, also E-Commerce von Business für Business, zum „next big thing“.

Gerrit Heinemann

Kapitel 1. Meta-Targeting und Geschäftsideen im Online-Handel

Mit der weiter zunehmenden Internetnutzung in Hinblick auf die Nutzerzahlen sowie die Nutzungsintensitäten steigen die Umsätze im Online-Handel nach wie vor rasant an. Die Corona-Krise beschleunigt diese Entwicklung. Das digitale Universum wird immer mehr durch mobile Internetnutzung geprägt, die auch die Kundenorientierung erheblich verändert. Diese ändert sich ohnehin fortwährend durch neue Trends, die wiederum durch neue Kundenerwartungen genährt werden. Zugleich beschleunigt sich der Konzentrationsprozess weiter, wodurch der Abstand zwischen dem Marktführer Amazon und dem Verfolgerfeld und dabei vor allem den Traditionsunternehmen immer größer wird. Deswegen kommt der Beschleunigung digitaler Reifegrade und dem Abbau digitaler Barrieren ein hoher Stellenwert zu.

Gerrit Heinemann

Open Access

Kapitel 6. Organisation von Rechtsprechung am Reichskammergericht

Aufbauend auf der komprimierten Illustration der gesellschaftlichen Strukturen, an denen sich die Rechtskommunikation vor der Gründung des RKG orientierte, und der Begründung für die These einer originären Organisationsbildung folgt nachstehend die historisch-empirische Untersuchung der Organisationsförmigkeit des RKG. Im Zentrum stehen dabei ausgewählte Situationsdefinitionen, Rollenauffassungen und Regeln, die Hinweise auf die Ausbildung formaler und informaler Verhaltenserwartungen sowie deren Trennung gegenüber den gesellschaftlichen Erwartungsstrukturen geben.

Rena Schwarting

Kapitel 20. Einleitung

Nachdem beschrieben wurde, welche Bereiche unseres Lebens sich in den nächsten Jahren massiv ändern werden, stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten Sie benötigen, um die Potenziale dieser Veränderungen für sich zu nutzen. Nachfolgend möchte ich Ihnen diejenigen Fähigkeiten vorstellen, von denen ich glaube, dass sie Ihnen am meisten Erfolg bringen werden. Dabei muss ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass natürlich über die einzelnen Ausprägungen und die Details dieser Fähigkeiten und vielleicht sogar über die einzelnen Fähigkeiten selbst wunderbar gestritten werden kann.

Carsten Lexa

Digital Citizenship Education in der Praxis – das Projekt Digital Resistance

März 2020: Während Im Rahmen dieses Beitrags wird das Konzept digitaler Bürger*innenschaft beleuchtet und erörtert, welche Konzepte einer Digital Citizenship Education zugrunde liegen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Modell des Europarats gelegt und anhand der Umsetzung des transnationalen Projektes Digital Resistance in einer Klasse des Wiener Gymnasiums Geblergasse veranschaulicht, wie derartige Modelle in die Praxis umgesetzt werden können. Im Rahmen des Projektes setzten sich Schüler*innen der Sekundarstufe II über mehrere Monate hinweg intensiv mit dem Thema „Fake News“ auseinander. Einer Phase forschenden Lernens folgend, erstellten die Schüler*innen mediale Inhalte, die sie wiederum nutzten, um jüngere Schüler*innen für Falschmeldungen zu sensibilisieren.

Matthias Leichtfried, Johanna Urban

10. Praxisbeispiele

Aus kollaborativer Sicht verhalten sich Start-ups eher in einer Subjektkultur und arbeiten zusammen. Darüber hinaus scheinen die Teams in Start-ups eher bereit zu sein, miteinander zu kooperieren.In diesem Kapitel werden die Teamkulturen in Start-ups und in NGOs verglichen, es werden eine alte Behörde und eine moderne NGO vorgestellt sowie abschließend einige Maßnahmen und Achievements präsentiert, die im Alltag umgesetzt werden können. Somit ist in diesem Kapitel vor allem visuell ersichtlich, was mit dem WeQ-Test gespiegelt und erreicht wurde.

Klaus Krause, Tobias Schnitzler

12. Contemporary Issues in Brand Management

The business environment is changing, and likewise, consumer behaviours are changing. Brands are becoming aware of the consumers’ power to shape the brand through engagement. It has, therefore, become critical for brands to be aware of the contemporary issues around brand management, especially the prospects of social media, sustainable consumption and ethical practices. To manage these issues, there is a growing demand for a Chief Brand Officer (CBO), someone with the overall responsibility of managing the brand, someone who oversees the ethical collection of data about their customer base and prospective customers, a crisis manager who understands the implications of online brand mentions and many other metrics, someone who can take responsibility and think on the spot. In this chapter we discuss how these contemporary issues can be relative, depending on the brand, the market, the customer base and even the country; however, to streamline our discussion, we have identified key stakeholders and the various relationships which shape these issues.

Emmanuel Mogaji

Chapter 6. Climate Change and the Environment: The Chindia (China and India) Dilemma

In recent decades, China and India’s economic development brought both countries to the forefront as the two largest emitters today. Reports by the Intergovernmental Panel on Climate Change and a plethora of other studies highlight that both countries face similar threats from ecological degradation. Apart from ecological degradation, China and India face additional challenges related to food and water scarcity due to the impacts of climate change. However, as emerging players in the international economy, China and India face other developmental challenges such as socioeconomic development and poverty. Climate change, environmental degradation, and food security will have to be balanced precariously with developmental goals. This chapter examines Chindia’s (China and India) Dilemma by looking at the challenges both countries face. We have examined China and India in this chapter by exploring (1) Chindia’s economic developments thus far, (2) the impacts of climate change on food security in Chindia, and (3) approaches Chindia undertake to address the associated problems.

Md Saidul Islam, Edson Kieu

Kapitel 4. Mobile Methods im Sozialraum

Walking Interviews, GPS-Tracking und Fotos mit älteren Menschen

Der vorliegende Beitrag setzt sich methodisch mit den kommunikativen und visuellen Daten des Projekts Gesund älter werden in Wien auseinander, in dem mit 30 älteren BewohnerInnen Stadtteilbegehungen und parallel geführte Interviews durchgeführt wurden. Mithilfe von Fotos, Bezirkskarten und GPS-Routenaufzeichnungen erhoben die Forscherinnen Daten zur Frage, wie sich ältere Menschen ihr Wohnumfeld und Angebotsstrukturen der Stadt aneignen. Die Methodenreflexion zeigt, dass walking interviews eine niederschwellige und flexible Methode darstellen, die sozialräumliche Lebenswelt von mobilen und aktiven älteren Menschen zu erfassen.

Katharina Resch, Julia Demmer, Anna Fassl

Kapitel 7. Blicke durch die Brille

Bilder als taktische Fährten im gemeinsamen Raum

Die Forschungsbrillen-Methode wurde entwickelt, um AkteurInnen in raumbezogene Forschungs- und Planungsprozesse einzubinden. Vor allem Kinder sehen die Welt mit anderen Augen als Erwachsene. Sie haben allerdings weniger Möglichkeiten, ihre Sichtweisen kundzutun, um z. B. bei der Gestaltung von Stadträumen mitzuwirken. Die Forschungsbrillen zielen darauf ab, thematisch fokussierte Erlebnisse und Erfahrungen mit dem eigenen Lebensraum in Gruppensettings sprech-, diskutier- und abbildbar zu machen. Das Bildhafte spielt in dieser Auseinandersetzung mit individuellem und kollektivem Raumerleben eine tragende Rolle: einerseits in den von den Kindern gezeichneten, dargestellten und verdichteten Bildern des gemeinsamen Raums; andererseits ist die Bildproduktion durch das Forschungsteam selbst ein zentrales Moment der Prozessgestaltung – von der Etablierung gemeinsamer und individueller Forschungsfragen über Feldforschung, Reflexion und Analyse bis hin zu einer kindgerechten Ergebnisdarstellung. Die Herstellung von Forschungsbrillen ist dabei Ausgangspunkt für die Erforschung eines Raums aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Artikel bespricht Ablauf und Kontext des Prozesses und dessen Bildprodukten anhand einer Forschungswerkstatt.

Korinna Lindinger, Margit Prünner, Lena Schartmüller

Kapitel 14. #SLUMIOTICS

Instagram und touristische Raum-Bilder aus mediensemiotischer Perspektive

Dieser interdisziplinäre Beitrag befindet sich an der Schnittstelle von kulturgeographischer Tourismusforschung und einer semiotisch orientierten Medienkulturwissenschaft. Er zielt darauf ab, die Mediensemiotik als methodologische Perspektive zur Analyse von „Raumbildern“ vorzustellen. Die Mediensemiotik geht per se von medial vermittelten Wirklichkeitskonstruktionen aus, die sich zeichenhaft äußern. Raum wird in dieser Hinsicht zu einer symbolischen Welt, die analysier- und interpretierbar ist. Am Beispiel touristischer Instagram-Kommunikation wird eine Heuristik analytischer Komponenten entwickelt. Das Anwendungsbeispiel bildet hier das Phänomen des Slumtourismus im Globalen Süden und die touristische Slumkonstruktion. Wie werden „Räume der Armut“ in touristischen Instagram-Posts durch Text-Bild-Relationen kommunikativ hergestellt?

Dennis Gräf, Malte Steinbrink

7. Datenmodellierung

In diesem Kapitel wird auf der grünen Wiese beginnend ein Datenmodellierungsprojekt gestartet. Damit soll das Vorgehen beschrieben werden, wie man ein Datenmodell entwickeln kann, ohne schon von Beginn weg jedes Detail spezifiziert haben zu müssen. Die Datenbank wird mit Microsoft® SQL Server® 2019 Express erstellt.

René Steiner

8. Deep Learning in der Landwirtschaft – Analyse eines Weinbergs

Der ubiquitäre Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie verändert sämtliche Wirtschaftszweige und revolutioniert somit auch die Landwirtschaft. Der vorliegende Beitrag präsentiert dahingehend eine Big-Data-Analytics-Fallstudie aus dem Bereich des Weinanbaus, wo mithilfe von mobilen Aufnahmegeräten umfangreiches Bildmaterial aufgezeichnet wurde, um eine automatisierte ObjekterkennungObjekterkennung zur Unterstützung von operativen Winzertätigkeiten realisieren zu können. Dazu gehören zum Beispiel das Zählen von Reben, die Identifikation von Rebfehlstellen und die Prognose von potenziellem Erntegut. Hierbei besteht die Herausforderung unter anderem darin, landwirtschaftlich relevante Weinobjekte wie Reben, Trauben und Beeren über die einzelnen Hierarchieebenen hinweg erkennen zu können und diese auch in Bezug auf bewegtes Bildmaterial folgerichtig zu zählen. Zur Realisierung werden einige Lösungsansätze vorgestellt, die auf modernen Deep-Learning-Verfahren der bildbasierten Objekterkennung aufbauen. Der Beitrag wird abgerundet mit einer Diskussion und Implikationen für analytische Anwendungen in der landwirtschaftlichen Praxis.

Patrick Zschech, Kai Heinrich, Björn Möller, Lukas Breithaupt, Johannes Maresch, Andreas Roth

“What Is Human?” A Turing Test for Artistic Creativity

This paper presents a study conducted in naturalistic setting with data collected from an interactive art installation. The audience is challenged in a Turing Test for artistic creativity involving recognising human-made versus AI-generated drawing strokes. In most cases, people were able to differentiate human-made strokes above chance. An analysis conducted on the images at the pixel level shows a significant difference between the symmetry of the AI-generated strokes and the human-made ones. However we argue that this feature alone was not key for the differentiation. Further behavioural analysis indicates that people judging more quickly were able to differentiate human-made strokes significantly better than the slower ones. We point to theories of embodiment as a possible explanation of our results.

Antonio Daniele, Caroline Di Bernardi Luft, Nick Bryan-Kinns

7. Maßnahmen zur Verlustnutzung im Inland

Die Vielzahl der möglichen Verlustnutzungsmaßnahmen im Inland soll nachfolgend in rechtsträgerinterne und -übergreifende Maßnahmen unterschieden werden. Hintergrund ist, dass die ertragsteuerliche Verlustnutzung grundsätzlich steuersubjekt- bzw. rechtsträgergebunden erfolgt, sodass u. E. auch eine Systematik steuerlicher Verlustnutzungsmaßnahmen hierauf aufbauen sollte.

Jan Becker, Rüdiger Loitz, Moritz Mühlhausen

Open Innovation Lab – Verantwortung und Kreativität lernen in einer digitalen Welt

Die Hochschule Konstanz Technik Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) leistet sich einen technologischen Think-Tank: Das Open Innovation Lab. Es ist ein Labor, welches über Hierarchien und Fakultätsgrenzen hinweg für die Hochschulangehörigen geöffnet ist. Es leistet seinen Beitrag zu Lehre, Forschung und Transfer. Bezogen auf das Lernen ermöglicht das Labor, für den allgegenwärtigen Prozess der Digitalisierung soziale Verantwortung zu übernehmen und Kreativität im Umfeld technologischer Möglichkeiten zu entwickeln. Drei Ebenen wirken hier zusammen: das Individuum, das Miteinander und die übergreifende Organisationsstruktur.The University of Applied Sciences Konstanz (HTWG) has a technological think tank: The so called Open Innovation Lab. It is a laboratory that is open to university members across hierarchies and faculty boundaries. It makes its contribution to teaching, research and transfer. In terms of learning, the laboratory makes it possible to assume social responsibility for the ubiquitous process of digitisation and to develop creativity in the environment of technological possibilities. Three levels work together here: the individual, the teams and the overarching organisational structure.

Oliver Fritz, Frauke Link

Zwischen „Purpose“ und „Impact“ – Transdisziplinäre Reallabore an Hochschulen als Elemente regionaler Innovationsökosysteme

Gesellschaft und Wirtschaft stehen vor einer Vielzahl komplexer Herausforderungen („Grand Challenges“) wie Klimawandel, Urbanisierung, digitale Transformation usw. Der Beitrag untersucht, welchen Beitrag Hochschulen zur Lösung dieser Herausforderungen in Form spürbar positiver Effekte („Impact“) leisten können und wie sie intensiver zu Innovationsökosystemen (sowohl regional als auch global) beitragen können. Darüber hinaus wird erörtert, inwieweit sich Hochschulen sowohl als Ausgangspunkt als auch als Zielkorridor für die zu entwickelnden Lösungen an den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen orientieren können. Grundlage dafür ist das Forschungsdesign der transdisziplinären Living Labs, in denen Universitäten als Netzwerkknoten fungieren, die verschiedene Akteure transdisziplinär miteinander vernetzen. Aus einer anwendungsorientierten Perspektive werden in diesem Artikel drei Living Labs an der HFT Stuttgart (Campus Lab, i_city und M4_LAB) sowie weitere Beispiele vorgestellt. Society and economy are facing a multitude of complex challenges (“Grand Challenges”) such as climate change, urbanization, digital transformation, etc. Against this background, the key question discussed in this article is as to what contribution universities can make to solving the Grand Challenges in terms of noticeably positive effects (“Impact”) and how they can contribute more intensively to innovation ecosystems (both regional and global). This article also discusses the extent to which universities can orient themselves towards the United Nations' Sustainable Development Goals (SDGs) in terms of both a starting point and a purpose corridor for the solutions to be developed. This is based on the research design of transdisciplinary living labs, in which universities perform as network hubs that transdisciplinarily interlinks different stakeholders with one another. From an applied perspective three living labs at HFT Stuttgart (Campus Lab, i_city and M4_LAB) as well as other examples are briefly discussed as use cases with this article.

Tobias Popović, Michael Bossert

Kapitel 16. Veränderungsmanagement zum Lieferantenmanagement

Unter Veränderungsmanagement (Engl.: Change Management, Jap.: 変更管理, Henkō Kanri) lassen sich alle Aufgaben, Maßnahmen und Tätigkeiten zusammenfassen, die eine umfassende, bereichsübergreifende und inhaltlich weitreichende Veränderung zur Umsetzung neuer Strategien, Strukturen, Systeme, Prozesse oder Verhaltensweisen in einer Organisation bewirken sollen. Änderungsmanagement kann als die Summe von Aufgaben, Maßnahmen und Aktivitäten definiert werden, die eine umfassende, abteilungsübergreifende und weitreichende Veränderung in einem Unternehmen oder einer Organisation bewirken sollen.

Marc Helmold

Kapitel 17. Werkzeuge im Lieferantenmanagement zur Identifizierung von Verschwendung

Ishikawa-Diagramme (auch Fischgräten-Diagramme, Fischgräten-Diagramme, Ursache-Wirkungs-Diagramme oder Fishikawa genannt) sind von Kaoru Ishikawa (Japanisch: 石川 馨 Ishi-kawa Kaoru, 1915–1989) erstellte Kausaldiagramme, die die Ursache-Wirkung zeigen Situation eines bestimmten Ereignisses. Häufige Verwendungen des Ishikawa-Diagramms sind Bereiche wie Design, Lieferung, Produktion und Verhinderung von Qualitätsfehlern, um potenzielle Faktoren zu identifizieren, die einen Gesamteffekt verursachen.

Marc Helmold

Kapitel 3. Die wissenschaftstheoretische Grundlage: Wissenschaftlicher Realismus

Einschätzungen von Forschungsmethoden und Empfehlungen für wissenschaftliche Arbeit sind entscheidend abhängig von Annahmen über Möglichkeiten und Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis sowie von Zielen und Bedingungen wissenschaftlicher Forschung. Im Lauf der Wissenschaftsgeschichte und auch der Entwicklung der Betriebswirtschaftslehre gab und gibt es dazu unterschiedlichste wissenschaftstheoretische Positionen, die natürlich hier nicht alle vorgestellt und diskutiert werden sollen und können. Die Autoren haben diesem Buch die Sichtweise des wissenschaftlichen Realismus zugrunde gelegt. In dieser Position sind wesentliche Erfahrungen aus der Wissenschaftsgeschichte berücksichtigt, sie entspricht gut aktueller Forschungspraxis und ist die heute wohl dominierende Position. Einige Bezüge zu früher in der Betriebswirtschaftslehre stärker beachteten Ansätzen (kritischer Rationalismus, Relativismus) werden hergestellt, auch um die spezifischen Merkmale des wissenschaftlichen Realismus zu verdeutlichen. Natürlich gehört dazu auch die kritische Reflexion einiger Aspekte (Unterbestimmtheit von Theorien, pessimistische Induktion, Kontext und Erkenntnis) im dritten Teil (Abschn. 3.3) dieses Kapitels. Diesen Überlegungen vorangestellt ist eine kurze Darstellung der Relevanz wissenschaftstheoretischer Überlegungen (Abschn. 3.1); am Ende (Abschn. 3.4) steht ein Fazit, in dem wesentliche Argumente – pro und contra – zur Ausrichtung auf den wissenschaftlichen Realismus zusammengefasst werden.

Martin Eisend, Alfred Kuß

Kleine Riesen – Von Insekten, Kunst und Respekt

Wenn sich alles global vernetzt, was ist dann noch der Wert scheinbar kleiner Dinge – zum Beispiel der Wert eines Insekts? Herausgefordert von den Konzeptkünstlern Frank und Patrik Riklin hat sich der Geschäftsführer eines traditionsreichen Biozid-Unternehmens auf eine Abenteuerreise begeben. Sie führte ihn von einer Fliegen-Rettungsaktion über die detaillierte wissenschaftliche Beschäftigung mit Natur, Biodiversität und Nachhaltigkeit bis hin zur Transformation seines gesamten Geschäftsmodells. Inzwischen schafft ausgerechnet der Insektenbekämpfungsmittel-Hersteller Dr. Hans-Dietrich Reckhaus mit „Insect Respect“ ein breiteres Bewusstsein für den Wert der kleinen Tiere in Gesellschaft und Wirtschaft. Die vermeintlich absurde Idee der Kunst, die Welt einmal umzudrehen, ist Realität geworden. Eine Geschichte über Wahrheitssuche, Umdenken und Wandel.

Tina Teucher, Hans-Dietrich Reckhaus

Nach Paris: Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht

Der Beitrag beschäftigt sich mit folgenden Fragen: Gibt es noch eine Möglichkeit, eine Welt mit sauberer Luft, reinem Wasser, gesunden Böden, umweltfreundlicher Energie und mehr Gerechtigkeit zu schaffen? Und sind nach dem Weltklimagipfel in Paris die Chancen größer als vorher?Können wir uns eine Wirtschaft vorstellen, die nicht nur dem Kapital, sondern auch dem Gemeinwohl und den Menschen dient und deren Wohlbefinden verbessert, den sozialen Fortschritt unterstützt und in der kein Kind mehr verhungern muss, in der wir einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen lernen und eine Schließung von Stoffkreisläufen?

Franz Alt

Mit Innovation das Historische erhalten

Wie Technologie und das Vernetzen der Welt das Restaurieren von Oldtimern erleichtert

Der Oldtimer ist schon lange keine Randerscheinung mehr auf dem automobilen Parkett. Die großen Automobilhersteller, so auch die deutschen, haben sich dem Erhalt ihrer Geschichte angenommen. Neben dem Angebot von Ersatzteilen, speziell für Oldtimer, welche über Onlineshops oder „Classic Center“ vertrieben werden, wird die eigene Geschichte auch genutzt, um bei der Vorstellung von neuen Modellen einen emotionalen Bogen zu spannen. Wo ist also der Platz eines Oldtimers im heutigen Zeitalter und wie lassen sich Trends und Entwicklungen wie autonomes Fahren, Elektromobilität und Carsharing damit in Einklang bringen?

Johannes Crepon

MILLIMETERPAPIER

Der Plan zur Berechnung von Pi beruht auf den Ideen zweier Franzosen aus dem 17. Jahrhundert. Sie haben die Jahrtausende alte Geometrie der Griechen revolutioniert, indem sie Punkten "Adressen" zuordneten und dadurch das Rechnen mit Kurven und Figuren ermöglichten.

Edmund Weitz

Kapitel 6. Change Leadership – Führung in der Veränderung

Veränderung ist ein Kernanliegen von Leadership. Es ist daher nicht zielführend, von «Change Projekten» zu sprechen. Vielmehr sollten Ziel und Zweck namensgebend für ein Projekt sein. Das vorherrschende Konzept von Change Management genügt angesichts der schlechten Bilanz von Veränderungsvorhaben offensichtlich nicht, um Veränderungen erfolgreich zu gestalten. Es fokussiert zu sehr auf Planbarkeit und Beherrschbarkeit. Die handwerklichen Seiten von Veränderungsvorhaben müssen beherrscht werden. Der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg wird jedoch in den meisten Fällen durch Leadership Aspekte definiert. Da bei grossen Veränderungen die Anforderungen an Leadership eine besondere Ausprägung haben, ist es berechtigt, Change Leadership als eigene Disziplin zu betrachten.

Tibor Koromzay

Kapitel 5. Structural Leadership – Führung durch Struktur

Physische, soziale, kulturelle, normative und technologische Strukturen beeinflussen unser Denken, Handel und Fühlen. Die bewusste Gestaltung dieser Strukturen kann im Dienste von Leadership genutzt werden. Systemische Perspektiven auf soziale Dynamiken und auf die Prägung von Unternehmenskultur eröffnen neue Wege, diese Dimensionen zu gestalten. Die Wechselwirkungen von normativen und technologischen Strukturen mit Leadership Bemühungen werden aufgezeigt. Die Ausrichtung all dieser Elemente stärkt Leadership massiv in ihrer Wirkung. «Open Source Leadership» schafft Transparenz und kann so die Führung via Struktur abgrenzen von Manipulation.

Tibor Koromzay

26. Reaktoren für Dreiphasen-Reaktionen: Suspensionsreaktoren

In Suspensionsreaktoren wird fein gemahlener Katalysator in einer flüssigen Phase suspendiert. Gegenüber anderen Reaktortypen bietet dies Vorteile hinsichtlich der Temperaturkontrolle und der Katalysatorausnutzung. Neben der chemischen Reaktion müssen bei der Reaktorauslegung komplexe hydrodynamische und Stofftransportvorgänge berücksichtigt werden. Dies erfolgt meist über empirische Korrelationen. In diesem Kapitel wird ein Überblick über die zugrunde liegenden physikalischen Zusammenhänge gegeben, auf Basis derer die Anwendbarkeit verfügbarer Korrelationen kritisch bewertet werden kann.

Friedemann Mörs, Frank Graf, Thomas Kolb

12. Misch- und Rührtechnik in chemischen Reaktoren

Rührreaktoren sind die am häufigsten anzutreffenden chemischen Reaktoren. Die Modellvorstellung des idealen Rührkessels trifft allerdings wenn überhaupt nur auf Apparate im Labormaßstab zu. Technische Reaktoren zeigen dagegen Konzentrations- und Temperaturunterschiede, die wiederum für die chemischen Reaktionen von Bedeutung sein können. Diese Tatsache führt bei der Maßstabsübertragung vielfach zu geringeren Ausbeuten und Selektivitäten im Produktionsreaktor. Für das Zusammenspiel von chemischer Reaktion und Mischvorgängen sind neben der Reaktionskinetik Charakteristika des Mischers wie Homogenisieren, Wärme- und Stofftransport sowie die Spezifika eines mehrphasigen Reaktorbetriebs essenziell.

Matthias Kraume

1. Historischer Abriss zur Entstehung und Entwicklung der Chemischen Reaktionstechnik

Die Geschichte der Reaktortechnologie begleitet den Menschen seit seinen ersten Werkzeugentwicklungen und kulturellen Handlungen. Erste schriftliche Überlieferungen über stoffliche Umwandlungen sind aus den Hochkulturen in Mesopotamien, Ägypten und China bekannt. Von Alexandria wurde das Prozesswissen über Damaskus, Bagdad und Spanien nach Europa überliefert und dort während des Mittelalters zur Blüte in der Erz- und Metallverarbeitung sowie der Textilindustrie entwickelt. Die Industrialisierung schaffte eine Nachfrage nach anorganischen Produkten, während die aufkommende Teerchemie eine Vielzahl organischer Verbindungen ermöglichte. Die Reaktortechnologie entwickelte sich mit größeren Produktionsmengen, wie auch technischen Möglichkeiten von hohen Drücken und Temperaturen. Von 1850 bis 1940 wurden sehr viele neue Technologien eingeführt, die bis heute optimiert wurden. Digitale Technologien und erneuerbare Rohstoffe werden die zukünftige Entwicklung bestimmen.

Norbert Kockmann

28. Reaktoren für spezielle technisch-chemische Prozesse: Biochemische Reaktoren

Der Einsatz von Mikroorganismen, isolierten Enzymen oder ganzen Zellen in biotechnologischen Prozessen stellt spezielle Anforderungen an die Reaktionstechnik. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Wahl der richtigen Rühr- und Begasungstechnik. Außerdem ist häufig ein steriles Arbeiten unabdingbar. In diesem Kapitel werden diese Aspekte genauer beleuchtet. Darüber hinaus erfolgt ein Exkurs zu den Photo- und Mikrobioreaktoren als speziellere Vertreter dieser Gruppe. Abschließend wird die Bedeutung der biochemischen Reaktoren für die Industrie u. a. anhand des Frings-Acetators gezeigt.

Ann Jastram, Fanny Langschwager, Udo Kragl

40. Spezielle labortechnische Reaktoren: 3D-gedruckte Reaktoren

Kaum eine Technologie hat sich innerhalb der letzten Jahre so öffentlichkeitswirksam verbreitet wie die additive Fertigung. 3D-Drucker sind mittlerweile sowohl im Heimbereich als auch in der industriellen Fertigung anzutreffen. Anhand von zahlreichen Beispielen wird die fortschreitende Entwicklung von 3D-Drucktechniken für chemische Laboratorien dargestellt. Ausgehend von grundlegender Methodenevaluation finden heutzutage komplexe und präparativ nutzbare 3D-gedruckte Reaktoren breite Anwendung sowohl in der Mikro- und Millifluidik als auch in Form kreativ genutzter Batchreaktoren.

Eike G. Hübner, Felix Lederle

41. Spezielle labortechnische Reaktoren: Lab-on-a-Chip

Mikroreaktorsysteme ermöglichen es, auf kleinstem Raum verschiedene Prozessschritte kombiniert ablaufen zu lassen. In diesem Kapitel werden die einzelnen funktionellen Einheiten solcher mikrofluidischen Systeme und deren Herstellungsverfahren – insbesondere die moderne, hochauflösende 3D-Drucktechnik – vorgestellt. Zudem werden Möglichkeiten und Restriktionen des Flüssigkeitstransports, der Durchmischung oder Auftrennung, der Etablierung von definierten Verweilzeit- und Reaktionsstrecken sowie der Integration von Sensoren in Lab-on-a-Chip- Systeme aufgezeigt. Abschließend zeigen Beispiele aus der aktuellen Forschung, wie sich mikrofluidische Systeme für analytische Fragestellungen oder in der Bioprozesstechnik einsetzen lassen.

Janina Bahnemann, Frank Stahl, Thomas Scheper

23. Reaktoren für Fluid-Fluid-Reaktionen: Schlaufenreaktoren

Es werden verschiedene Bauarten von Schlaufenreaktoren vorgestellt, die sowohl ein-, zwei- als auch mehrphasig betreibbar sind. Für die Auslegung der Reaktoren werden die fluiddynamischen Gesetzmäßigkeiten mitgeteilt. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht die Strahlschlaufe, die in der Reaktionstechnik häufig zum Einsatz kommt. Von zentraler Bedeutung z. B. für das Verweilzeitverhalten oder die Erzeugung von Phasengrenzflächen in Gas/Flüssigkeitssystemen ist die Zirkulationsgeschwindigkeit, auf die besonders abgehoben wird. Es werden außerdem Überlegungen zum Scale-up angestellt. Anhand von Beispielen wird die Bedeutung von Schlaufenreaktoren für die chemische Industrie aufgezeigt.

Michael Schlüter, Hans-Joachim Warnecke, Peter Zehner

24. Reaktoren für Fluid-Fluid-Reaktionen: Strahldüsenreaktoren

Dieses Kapitel informiert kurz über die theoretischen Grundlagen des Freistrahlreaktors und des Strahldüsenumlaufreaktors (Jet-Loop-Reaktor). Die Vorteile dieser Reaktoren werden an Beispielen aus der heterogenen und homogenen Katalyse sowie aus der Biokatalyse erläutert.

Jens Dreimann, Arno Behr, Andreas J. Vorholt

5. Ergänzende Überlegungen zur Personalentwicklung

Die hier gemachten Ausführungen verdeutlichen, dass der Weg zur Digitalen Kommune ein weiter und komplexer Weg ist. Die Maßnahmen der Personalentwicklung können nur dann zum Einsatz kommen, wenn beim Verwaltungsvorstand und den zentralen Akteuren Offenheit und Unterstützung für sie besteht und die nötigen Ressourcen bereitgestellt werden (Zeit, Finanzen, Personal etc.). Hinzu kommt die Erschwernis, dass viele der künftig notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen mit Mitteln der Weiterbildung kaum oder nur in geringem Maße entwickelbar sind.

Christina Winners

Kapitel 4. Entwicklungslinien

Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Geschichte der Mathematik. Besonders beleuchtet wird der Einfluss verschiedener Grundlagenkrisen sowie der gesellschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen auf die historische Entwicklung.

Ingrid Hilgert, Joachim Hilgert

Kapitel 1. Vom Wesen der Mathematik

In diesem Kapitel werden die grundlegenden mathematischen Denk- und Schreibweisen anhand von elementaren Beispielen vorgestellt. Besondere Schwerpunkte bilden dabei die Rolle von Abstraktion und die Bedeutung von Beweisen.

Ingrid Hilgert, Joachim Hilgert

Kapitel 5. Empirische Arbeit

Auf der Basis leitfadengestützter Experteninterviews (Methode der Datenerhebung) mit mittelständischen Technologieunternehmen sowie einem kombinierte Verfahren aus Qualitativer Inhaltsanalyse, Dokumentarischer Methode und Theoretischem Lesen (Methoden der Datenanalyse) wurden 485 Unternehmensprogramme extrahiert und analysiert. Im Ergebnis werden sechs Programme organisationaler Umweltbeobachtung beschrieben. Abschließend wird das Zusammenspiel der sechs Programme entlang von drei Metaphern inspiriert von Chia (2011) dargestellt.

Britta Maria Gossel

Chapter 1. Climate Change and Economics with Young Activists: An Introduction

The chapter provides an introduction and overview of the book which has dual goals. One is to write a textbook of climate change and economics for the young scholars and the other is to explicate the inter-generational issues in the literature thereof. This introductory chapter starts with the description of the concerns expressed by and recent activism of generation-Z. This is followed by a big-picture overview of what will follow in the book. A compact review of climate change sciences is provided. The economic problems of climate change at both ends are elaborated: economic activities as a cause of climate change on the one end and the consequences of climate change on the economy on the other. Beyond the macro-economy level, this chapter sheds light on how individual citizens live with the climate system of the Planet which has never remained immutable at any time in its geologic time. The ways how such individual experiences as well as community experiences are critical for the humanity’s responses to climate challenges are a key message of this introductory chapter.

S. Niggol Seo

Prüfungssatz IV

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Bankwirtschaft programmierte Aufgaben

Die KSMA Solar GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen, das Solaranlagen in Deutschland und im europäischen Ausland vertreibt. Herr Harms, Geschäftsführer der KSMA Solar mbH, möchte für die Gesellschaft bei der Nordbank AG ein neues Firmenkonto eröffnen lassen. Gleichzeitig wird ein Kontokorrentkredit über 250.000,00 EUR beantragt.

Wolfgang Grundmann, Rudolf Rathner

Kapitel 8. Resümee, Kontextualisierungen und Ausblicke zur soziologischen Geldtheorie in kultur-evolutionärer Absicht

Das Kapitel leistet sowohl ein Resümee zu den im Zuge der historischen Untersuchungen gewonnenen Befunden als auch eine in verschiedene Richtungen ausgreifende Kontextualisierung. Das Resümee ist zentral auf die beiden analysierten Formzusammenhänge und die dortigen Abstraktionsmodi bezogen. Die Kontextualisierung bezieht sich erstens auf politische Implikationen der historischen Fallstudien, liefert zweitens Argumente gegen soziologischen Disziplinzentrismus und adressiert drittens das Thema des Stoffwechselprozesses menschlicher Zivilisationen mit der sie umgebenden Natur.

Hanno Pahl

Kapitel 7. Das achsenzeitliche Griechenland: Zum Formzusammenhang von Münzgeld, phonetischem Alphabet, Polis-Struktur und vorsokratischer Philosophie

In diesem zweiten historischen Kapitel geht es zentral um die Entwicklung von Geldformen und um die Effekte einer sukzessiven Monetarisierung von Gesellschaftsstrukturen. Griechenland kommt geldsoziologisch eine exponierte Stellung zu, weil Geld dort erstmals als Münzgeld auftauchte, also in Form einer medial (gegenständlich) verselbständigten, universalen Wertform. Das Kapitel rekonstruiert die ko-evolutionären Prozesse (Formzusammenhänge) von phonetischem Alphabet, Münzgeld, Polis-Struktur und vorsokratischer Philosophie.

Hanno Pahl

Kapitel 5. Mesopotamische Hochkulturen. Die Emergenz des Monetären als Wertstandard und der Formzusammenhang von Keilschrift, Zahlbegriffen und Maßsystemen

In diesem historischen Kapitel geht es um die Entwicklung von Geldformen und um die Effekte einer sukzessiven Monetarisierung von Gesellschaftsstrukturen. Die mesopotamischen Hochkulturen zählen nicht nur zu den ersten Hochkulturen überhaupt, dort findet sich auch erstmalig eine Geldform, die über die „primitiven“ Gelder, die sich bei Wildbeutern finden lassen, hinausgeht. Es wird ein Formzusammenhang aufgezeigt, der um die Emergenz des Monetären als Wertstandard im Zusammenhang mit abstraktionsanalogen Entwicklungen im Bereich von Keilschrift, Zahlbegriffen und Maßsystemen zentriert ist.

Hanno Pahl

Kapitel 6. Marx kultur-evolutionstheoretisch situiert: Logisch-genetische Theorie ökonomischer Formen und historische Forschung

Das fünfte Kapitel verweist – eingeschoben zwischen die beiden historischen Kapitel – auf eine weitere wichtige Theorieressource, nämlich die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie, und dort insbesondere auf die sogenannte Formanalyse von Geldmedien und Geldfunktionen. Man kann davon ausgehen, so wird argumentiert, dass die Motorik dieser Formanalyse ein geldtheoretisch komplementäres Unterfangen zu Polanyi darstellt. Während Polanyi vom historischen Auftauchen von Medien der Quantifizierung und Kommensurabilisierung her denkt, also bottom-up, verfährt Marx in erster Linie top-down.

Hanno Pahl

Kapitel 4. Geld und Rationalitätsentwicklung. Zu den Pionierleistungen bei Alfred Sohn-Rethel

Das Kapitel erinnert an Alfred Sohn-Rethel und seine Theorie. Dort wurde erstmals eine enge Verschränkung von Geldentwicklung und Kognitionsentwicklung behauptet. Es wird argumentiert, dass der weithin vergessene Sohn-Rethel innerhalb der Soziologie einen ähnlichen Platz verdient hat wie beispielsweise Karl Mannheim, der Begründer der Wissenssoziologie. Dazu wird aufgezeigt, dass es sich beim Forschungsprogramm Sohn-Rethels um eine spezifische, nämlich soziologisch-materialistische, Variante von naturalistischer Epistemologie handelt.

Hanno Pahl

Kapitel 1. Die Führungskraft als Performance Manager

Wieso sind einige Bauunternehmen erfolgreicher als andere? Entscheidend für den Unternehmenserfolg sind u. a. die Managementleistungen. Erfolgreiches Management ist als Performance Management leistungs- und ergebnisorientiert. In diesem Kapitel wird der Ansatz des Performance Managements als Leistungsmanagement und Möglichkeiten seiner Umsetzung beschrieben. Zur Umsetzung werden das strategische Managementinstrument Balanced Scorecard (BSC) und das Management- und Organisationskonzept Lean Management vorgestellt und je anhand von Praxisbeispielen aus dem Bauwesen erläutert.

Dr. Brigitte Polzin, Herre Weigl

Kapitel 2. Der Performance Manager als Führungskraft

Das Führungsverhalten einer Führungskraft wird von ihrem Charakter, den persönlichen Einstellungen sowie von ihrem Wissen, Wollen, Können und Dürfen beeinflusst.Einleitend werden die Kompetenzanforderungen an eine Führungskraft im Bauwesen vorgestellt. Kompetenzen beziehen sich auf erlernbare Fähigkeiten und sind eher veränderbar als charakteristische Verhaltensweisen, die sich im Laufe eines Lebens herausbilden. Der Charakter und die Persönlichkeit eines Menschen beeinflussen maßgeblich das Führungsverhalten. Dazu wird das Menschenbild der Theorie X und der Theorie Y dargestellt, da das jeweilige Menschenbild maßgeblich den Führungsstil beeinflusst. Daran anschließend werden klassische und moderne Führungsstile erörtert. Mit den Führungsinstrumenten Management by Objectives und Objectives and Key Results werden zwei Methoden vorgestellt, die die Führungskraft dabei unterstützen, das Verhalten der Mitarbeiter auf gemeinsame Ziele auszurichten. Abschließend werden die Führungskonzepte der situativen Führung, der transaktionalen und transformationalen Führung sowie das Konzept des Lean Leadership erläutert, die mit entsprechenden Kompetenzen, Führungsstilen und Führungsinstrumenten umgesetzt werden.

Brigitte Polzin, Herre Weigl

Kapitel 3. Teams zum Erfolg führen

Ein besonders relevanter Aspekt der Führungsaufgaben im Bauwesen ist die Teamleitung. Teamarbeit ist im Bauwesen eine Selbstverständlichkeit, denn mit nur einem Menschen lässt sich keine Kathedrale bauen. Generell besteht ein Team aus mindestens 2 Personen, die gemeinsam ein bestimmtes Ziel erreichen wollen. Aufgezeigt werden die Grundlagen einer erfolgreichen Teamarbeit. Dazu gehören die proaktive Gestaltung der Teamkultur, die Berücksichtigung von Teamrollen erfolgreicher Teams sowie die Steuerung gruppendynamischer Prozesse der Teamentwicklung. Die Qualität einer Teamsituation kann mittels einer checklistenbasierten Stärken-Schwächen-Analyse überprüft werden. Zudem wird der Umgang mit Suchmittelproblemen thematisiert. Denn Drogen- und Suchtprobleme betreffen alle Branchen und Berufsgruppen und sind somit auch für Führungskräfte des Bauwesens ein relevantes Thema.

Brigitte Polzin, Herre Weigl

Kapitel 4. Kommunikation

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ (Paul Watzlawick).Wenn 2 Personen sich gegenseitig wahrnehmen, kommunizieren sie miteinander, da jedes Verhalten einer Person, eine Form von Kommunikation ist. Da man sich nicht nicht verhalten kann, ist es unmöglich, nicht zu kommunizieren. Das bedeutet, dass Kommunikation auch nonverbal und unbewusst stattfindet.Bei Projekten im Bauwesen spielt die Kommunikation eine entscheidende Rolle, denn die Zusammenarbeit der verschiedenen Gewerke und Teams erfordert eine intensive Koordination und die funktioniert nicht ohne Kommunikation. Unzureichende Kommunikation führt dazu, dass Teams nicht effektiv geleitet und Projekte nicht erfolgreich durchgeführt werden.In diesem Kapitel werden Ihnen die Grundlagen der Kommunikation und verschiedene Kommunikationsformen vermittelt, sodass Sie bewusst unterschiedlich kommunizieren und Kommunikationsprobleme leichter erkennen und lösen können. Mit einer gründlichen Gesprächsvorbereitung und situativ angemessenen Gesprächsdurchführung steigern Sie die Chancen, Ihre Gesprächspartner für Ihre Ideen oder Absichten zu gewinnen. In diesem Kontext wird die Anwendung der Führungsinstrumente Feedback- und Zielvereinbarungsgespräch erläutert. Zudem wird die Kommunikation mit schwierigen Gesprächspartnern thematisiert.

Brigitte Polzin, Herre Weigl

14. Verhaltens- und Neurogenetik

Sehen ist einer der wichtigsten Wege, um Signale aus der Umwelt aufzunehmen und sich in der Umwelt orientieren zu können. Wir diskutieren hier einige Aspekte der Sehbahn und der genetischen Elemente, wie die Neurone des Sehnerven ihren Weg finden, um sich im Chiasma opticum zu kreuzen – oder auch nicht. Wir werden sehen, dass die Wahrnehmung von Licht für viele zyklisch ablaufende Prozesse von entscheidender Bedeutung ist.Verhaltensgenetische Experimente, die in den letzten Jahren systematisch an verschiedenen Modellorganismen durchgeführt wurden, zeigen, dass wesentliche Teile tierischen und menschlichen Verhaltens genetisch bestimmt werden. Das gilt für verschiedene rhythmische Verhaltensweisen bei Pflanzen, Pilzen, Insekten und Säugern genauso wie für so schwer verständliche und komplexe Verhaltensweisen wie z. B. das Zugverhalten von Vögeln. Verhalten ist vielfach genetisch in polygenen Regulationssystemen festgelegt; die individuelle Ausprägung von Verhaltensweisen wird jedoch in unterschiedlichem Ausmaß durch Umwelteinflüsse mitbestimmt. Das macht es zunächst schwierig, festzustellen, wie hoch die erblichen Komponenten solcher Verhaltensweisen sind.

Jochen Graw

4. Molekulare Struktur und Regulation prokaryotischer Gene

Die wesentlichen Grundzüge der molekularen Genstruktur und -funktion sind an Prokaryoten aufgeklärt worden. Neben Genen von Escherichia coli (E. coli) haben hierfür besonders extrachromosomale genetische Elemente (Plasmide) und Bakteriophagen eine wichtige Rolle gespielt. Die Untersuchung der Bakterien- und Phagengene hat nicht nur den Schlüssel für den genetischen Code geliefert, sondern auch grundlegende Einsichten in die Feinstruktur und die Regulation von Genen im Stoffwechsel ergeben. Die Bakterien- und Phagengenetik ist daher eine wichtige Grundlage unseres heutigen Verständnisses der Molekulargenetik.

Jochen Graw

12. Entwicklungsgenetik

Die Genetik hat in den letzten Jahren zu großen Fortschritten im Verständnis der molekularen Grundlagen von Entwicklungsprozessen beigetragen. So ist es bei Arabidopsis, Caenorhabditis, Drosophila, dem Zebrafisch, der Maus und anderen Organismen gelungen, durch die Untersuchung von Mutanten den Mechanismus der Embryonalentwicklung zumindest in seiner allgemeinen Grundlage zu verstehen: Die Embryonalentwicklung wird durch ein hierarchisches System von Genen gesteuert. An den frühen Differenzierungsschritten des Drosophila-Embryos sind DNA-bindende Transkriptionsfaktoren und RNA-bindende Regulationsproteine beteiligt, die die Aktivität nachgeordneter Gene regulieren. Nukleinsäure-bindende Proteine spielen als molekulare Signale (Morphogene) für die Determination der Achsen des Embryos eine wichtige Rolle. So wird die Grundlage für die beiden embryonalen Achsen (anterior – posterior und dorsal – ventral) bereits während der Oogenese gelegt. Das sich entwickelnde Ei enthält in seinem Cytoplasma positionelle Informationen. Diese Information besteht aus mRNA, die nach der Befruchtung im frühen Embryo translatiert wird, wobei Proteine entstehen, die durch ihre asymmetrische Lokalisation und durch Diffusion Gradienten ausbilden. Durch unterschiedliche Konzentrationen der Proteine kommt es zur unterschiedlichen Regulation der Aktivität funktionell nachgeordneter Proteine. Wir können also sagen, dass lokal auftretende Transkriptionsfaktoren eine differenzielle Genaktivität in unterschiedlichen Bereichen des Embryos induzieren, die zu weiterer zellulärer Differenzierung führt.

Jochen Graw

Perceptions of Soil in Catholic Theology

In times of climate change, population growth and international land speculation, soil protection is of special importance for sustainable development. The multiple functions of soil are endangered worldwide by a creeping process of degradation. From an ethical point of view this has to be answered by a paradigm shift towards nature-compatible agriculture and area planning. This shift touches upon not only some aspects of agricultural policy, development cooperation and consumption habits but also requires a deep transformation of values. In consequence theology is challenged to rediscover forgotten aspects of creation theology in which soil plays an astonishingly crucial role. For instance, the bible dubs the first human adam, “earthling” (cf. adamah, soil): he belongs to earth and soil, he is made from it. Soil protection is a question of culture. Against this background, the following theses infer ten ethical guidelines for soil protection.

Markus Vogt

Kapitel 3. Gegenwartsdiagnosen zu Kindheit und ihrem Wandel

Nachdem in Kapitel 2 grundsätzliche konzeptionelle Fragen rund um Kindheit geklärt wurden, soll im Folgenden ein genauerer Blick auf aktuelle Entwicklungen und Trends geworfen werden, die das Aufwachsen von Kindern prägen. Dabei wird auch versucht, den Anspruch auf Differenziertheit einzulösen, den Kapitel 2 aufwirft. Der Erkenntnis entsprechend, dass Kindheit und Kindsein kultureller Variabilität unterliegen, beziehen sich die nachfolgenden Gegenwartsdiagnosen in erster Linie auf Lebensbedingungen von Kindern im europäischen Raum und in den USA und erheben keinen Anspruch auf Gültigkeit auch in anderen Weltregionen.

Astrid Ebner-Zarl
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