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27.02.2019 | Brandschutz | Im Fokus | Onlineartikel

Neues Flammschutzmittel für Holz und Holzwerkstoffe

Autor:
Christoph Berger

Experten haben ein Flammschutzmittel entwickelt, das sich nicht nur mit Lacken mischen, sondern auch als Additiv in Holzwerkstoffplatten einsetzen lässt. Das führt zu neuen Möglichkeiten für holzverarbeitende Unternehmen.

Wissenschaftler der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa haben zusammen mit der Bruag Fire Protection AG im Rahmen eines Forschungsprojekts ein neues Flammschutzmittel für Holz und Holzwerkstoffe entwickelt: AFA (Anti-Flame-Additive).

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Baulicher Brandschutz

Der bauliche Brandschutz beinhaltet die brandschutztechnischen Anforderungen an raumabschließende Bauteile wie z. B. Wände oder Decken zur Trennung von Brandabschnitten oder Nutzungseinheiten (NE) sowie Öffnungen in diesen Bauteilen durch Türen …


AFA ist farblos, frei von Brom und Bor und enthält keine halogenierten, organischen Verbindungen. Es erzeugt keine giftigen Ausdünstungen und entfaltet bereits ab einer Konzentration von zehn Prozent seine flammhemmende Wirkung. Basis des Additivs ist das ebenfalls am Empa entwickelte EDA-bis-TEPT, ein Flammschutzmittel aus der Klasse der Organophosphonate. Es kombiniert Phosphor- und Stickstoffanteile in einem einzigen Molekül und hat flammhemmende Auswirkungen auf Cellulose. Mehr dazu auch im Abschnitt "Feuer- oder Flammschutzmittel" des Kapitels "Organische Stoffe im Bauwesen" im Springer Fachbuch "Bauchemie für das Bachelor-Studium".

Neue Einsatzmöglichkeiten für holzverarbeitende Unternehmen

Schadstofffreie Baumaterialien sind beispielsweise beim Bau von Gebäuden immer gefragter. So heißt es dazu beispielsweise im Abschnitt "Schadstoffminimierung bei den Baumaterialien" des Kapitels "Ökologische Qualität" im Springer-Fachbuch "Nachhaltiges Planen, Bauen und Wohnen": "Bauprodukte enthalten zahlreiche organische oder anorganische Substanzen, die sie in die Innenraumluft, den Boden oder das Grundwasser abgeben und die die Umwelt und die menschliche Gesundheit gefährden können. So setzen konventionelle Lacke und Lasuren große Mengen an leicht- bis schwerflüchtigen Schadstoffen frei, angefangen bei Lösemitteln über Weichmacher bis hin zu Kunststoffmonomeren. Hinzu kommen nicht flüchtige Schadstoffe wie zum Beispiel Schwermetallverbindungen."

Nach Aussage der Entwickler lässt sich das AFA mit wasserbasierten Lacken oder UV-Schutzlacken mischen. Außerdem kann es darüber hinaus auch als Additiv in Holzwerkstoffplatten eingesetzt werden, sodass sich für holzverarbeitende Unternehmen neue Einsatzmöglichkeiten ergeben könnten – welche Brandschutzauflagen es bei Holz gibt, wird im Kapitel "Baulicher Brandschutz" des Springer-Fachbuchs "Brandschutzfibel" erläutert. Nachdem das AFA bei der Herstellung in die Celluose eingebracht worden ist, werde ein Entflammen des Werkstoffs zuverlässig verhindert

Erste Tests mit AFA seien sehr positiv verlaufen, heißt es. Nun wird das Additiv die für eine Zulassung nötigen Brandschutz- und Zulassungstests durchlaufen.

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