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Über dieses Buch

Die „Brandschutzfibel“ wird dem Fachmann für Brandschutz, dem interessierten Laien und den Beratern in Versicherungen, den Feuerwehren, sowie Herstellern in der Planung künftiger Brandschutzprodukte einen fundierten Überblick über wirkungsvolle und sinnvolle Brandschutzmaßnahmen im privaten und vor allem gewerblichen Umfeld geben. Das Wort „Gewerbe“ soll, auch wenn es nicht immer passend ist, für Unternehmen, Ladengeschäfte, Banken, Kirchen, Behörden, Museen, ja sogar für einen Zirkus und den Tierpark stehen. Dabei spielt die Größe überhaupt keine Rolle. Die Brandschutzrichtlinien gelten für die Würstelbude ebenso wie für größte Industrieunternehmen, in jeweils angepasster Form.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Die Entstehung des Feuers

Feuer war und ist für die Menschheit von elementarer Bedeutung. Die Feuernutzung war der erste Schritt zur Beherrschung der Umwelt und ist auch heute noch in vielen Lebensbereichen unentbehrlich. Erste Feuernutzungen beruhten auf der Bekämpfung von Wildfeuern. Natürlich entstandene Feuer, beispielsweise durch Blitzschlag, wurden vom Menschen gesichert und zum Wärmen und Kochen genutzt. Das setzte bewusstes und zielgerichtetes Denken und Handeln voraus und die Überwindung der natürlichen Angst vor dem Feuer. Außer dem Menschen ist das keinem einzigen Lebewesen gelungen.

Adam Merschbacher

2. Baulicher Brandschutz

Der bauliche Brandschutz beinhaltet die brandschutztechnischen Anforderungen an raumabschließende Bauteile wie z. B. Wände oder Decken zur Trennung von Brandabschnitten oder Nutzungseinheiten (NE) sowie Öffnungen in diesen Bauteilen durch Türen, Fenster. Sie sind wichtig, um die Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern und die Rettung von Menschen und Tieren zu ermöglichen. Dabei hat die Ausbildung und Sicherung der baulichen Rettungswege, insbesondere der Schutz der Treppenräume vor Feuer und Rauch, oberste Priorität.

Adam Merschbacher

3. Wärmedämmverbundsysteme

Beim Großbrand im Grenfell-Tower-Hochhaus am 14. Juni 2017 (Abb. 3.1, 3.2 und 3.3) war das 24-stöckige Gebäude in West-London durch einen defekten Kühlschrank in Brand geraten, 80 Menschen starben in der Folge. Über 200 Feuerwehrleute mit 40 Löschfahrzeugen waren beim größten Brand in der britischen Hauptstadt seit Ende des Zweiten Weltkriegs im Einsatz. Sie konnten 65 Menschen aus dem Gebäude retten. Unabhängig davon, dass nicht genügend Atemgeräte und längere Leitern, mit denen das 10. Stockwerk erreichbar gewesen wäre, erst nach 30 Minuten verfügbar waren, wurden schwere Vorwürfe gegen die kommunale Hausverwaltung laut. Bei den Sanierungsarbeiten des Sozialbaus soll Kostensenkung vor Sicherheit gegangen sein.

Adam Merschbacher

4. Wer ist verantwortlich?

In Unternehmen ist der Unternehmer verantwortlich. Betriebe und Arbeitsstätten (Abb. 4.1) müssen so eingerichtet und betrieben werden, dass von ihnen keine Gefährdungen für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit ausgehen.

Adam Merschbacher

5. Der Brandschutzbeauftragte

Für den Brandschutz gilt stets der Grundsatz: „Bauliche Anlagen müssen so beschaffen sein, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind“ (§ 17 Musterbauordnung).

Adam Merschbacher

6. Der Heizraum

Viele denken, dass sich die Anforderungen an Gas- und Ölfeuerstätten so sehr gelockert haben, dass die alten „Heizraumrichtlinien“ bzw. die ehemaligen Feuerungsverordnungen der Bundesländer nicht mehr gelten und damit keinerlei Auflagen an den Brandschutz mehr verbunden sind.

Adam Merschbacher

7. Die Feuerbeschau

Eine Feuerbeschau bei bestehenden Gebäuden, Anlagen oder Sonderbauten dient dem vorbeugenden Schutz von Leben, Gesundheit, Eigentum oder Besitz vor Bränden oder Explosionen, da diese bei Eintritt eines solchen Ereignisses gefährdet sind. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Betrachtung einer vorausschauenden erfolgreichen Rettung von Mensch, Tier und unwiederbringlichem Kulturgut.

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8. Rauchwarnmelder

In fast allen deutschen Bundesländern besteht inzwischen eine Rauchwarnmelderpflicht für Neubauten und mit individuellen Übergangsfisten mit einer Nachrüstverpflichtung für Bestandsgebäude.

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9. Bauordnungen und Brandschutz

Der Begriff Baurecht ist in Deutschland ein Sammelbegriff und unterscheidet zwischen

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10. Sicherheits- oder Notbeleuchtung

Eine Sicherheitsbeleuchtungsanlage nach EN 50 172 stellt sicher, dass bei einem Ausfall der allgemeinen Stromversorgung sofort über eine weitere Stromquelle die Beleuchtung innerhalb der Flucht- und Rettungswege hergestellt wird.

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11. Feuerlöscher

Dass eine Pfanne mit brennendem Fett nicht mit Wasser gelöscht werden soll, ist hoffentlich den meisten klar (Abb. 11.1). Zur Beantwortung der Frage, wie richtig und mit welchem Feuerlöscher zu löschen ist, sind allerdings ein paar grundsätzliche Kenntnisse hilfreich.

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12. Flucht- und Rettungswege

Selbst wenn die Begriffe Fluchtweg und Rettungsweg im gleichen Sinn verwendet werden, sind sie nicht das Gleiche. Im Gegenteil!

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13. Brandschutzkonzept und Brandschutznachweis

Die Begriffe Brandschutzkonzept, Brandschutznachweis und Brandschutzgutachten werden häufig für die gleiche Verwendung gebraucht, haben jedoch unterschiedliche Bedeutungen.

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14. Rechnerische Feuerwiderstanddauer

Da industrielle Bauten und Anlagen nicht nur nach den Bauordnungen beurteilt werden können, greift man auf die Industriebaurichtlinie (IndBauRL) zurück, die als technische Baubestimmung im Sinne der LBOʼs, in Verbindung mit dem Rechenverfahren nach DIN V 18230 anerkannt ist.

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15. Datenschutz vor Feuer

In vielen neuen Feuerversicherungsverträgen verpflichten einzelne Versicherer den Versicherungsnehmer, eine „übliche Datensicherung“ zu betreiben. Was immer darunter genau zu verstehen ist, regeln individuelle Bedingungen. Doch grundsätzlich gilt es zu beachten:

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16. Brandschutzversicherung

Das IFS hat im vergangenen Jahr etwa 1500 Brandursachenermittlungen durchgeführt. Die Untersuchungsergebnisse werden in der IFS-Schadendatenbank gesammelt und statistisch ausgewertet. Hieraus resultiert die Brandursachenstatistik. Nach welchen Gesichtspunkten die Beauftragung des IFS erfolgt, bestimmen die Auftraggeber. Insofern ist die Statistik nicht repräsentativ für das gesamte Schadengeschehen. Andererseits basieren die umfangreicheren Statistiken der Versicherer zu den Schadenursachen nur auf dem ersten Eindruck der Schadenregulierer. Dieser Eindruck muss nicht immer richtig sein.

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17. Brandmeldeanlagen

Je früher, in der Phase der Brandentstehung, ein Brand entdeckt und an die richtige Stelle gemeldet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Personen gerettet werden und das Feuer rechtzeitig unter Kontrolle gebracht wird (Abb. 17.1).

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18. Feuerwehren

Jedes Land und jeder Staat hat eine einheitliche Notrufnummer, mit der die Feuerwehr im Brandfall telefonisch verständigt werden kann.Darüber hinaus wurde in der Europäischen Union im Jahr 1991 der gemeinsame Euronotruf 112, eine einheitliche Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr, beschlossen, der sich im Rahmen der damals die EU umfassenden Staaten in der Regel durchgesetzt hat.

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19. Sprinkleranlagen

Australien ist der trockenste Kontinent der Erde. Besonders heiße und trockene Tage, mit Nordwinden, beschwören jedes Jahr für die Wälder des Südens von Australien akute Waldbrandgefahren herauf (Abb. 19.1).

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20. RWA-Anlagen

Etwa 95 % aller „Brandtoten“ gelten in Fachkreisen als Rauchtote; die Todesursache ist eine Rauchvergiftung.Jeder Brand ermöglicht es, Lehren und Erkenntnisse aus den Katastrophen zu ziehen. Rauch ist die Hauptgefahrenquelle, weshalb einer „Entrauchung“ besonders hohe Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Beim „neuen“ Düsseldorfer Flughafen wurde die Entrauchung an die erste Stelle aller wichtigen Rettungsmaßnahmen gestellt, denn nur wer Luft zum Atmen hat und sich bei einem Brand orientieren kann, hat eine Überlebenschance.

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21. Brandschutz-Generalübernehmer

Man kennt den Begriff des Generalübernehmers aus der Bauindustrie. Ein vergleichbarer Begriff wäre Koordinator, also Brandschutz-Koordinator.Der Brandschutz-GÜ übernimmt die Ausschreibung der einzelnen Gewerke, die Auswahl der Subunternehmer und die zeitliche sowie qualitative Überwachung der Baustelle. Der Unterschied zwischen einem Generalunternehmer (GU) und einem Generalübernehmer (GÜ) besteht darin, dass der GU mindestens ein Gewerk selbst übernimmt und die anderen vergibt; der GÜ dagegen vergibt alle Gewerke an Subunternehmer und versteht sich lediglich als Koordinator.

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22. Überdruck-Anlagen (RVA)

Eine Überdruckanlage (Rauchschutz-Druck-Anlage, RDA, oder Rauch-Verdrängungsanlage, RVA) dient im Brandfall der Rauchfreihaltung von Rettungswegen in vertikaler und horizontaler Richtung.

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23. Kalkulation von Personalkosten im Brandschutz

Weiterbildung im Bereich Brandschutz erweist sich immer wieder als sinnvolle Zusatzqualifikation. Nicht nur Feuerwehrleute benötigen entsprechende Kenntnisse, sondern unter anderem auch Sachverständige, die die Einhaltung der Regelungen und Richtlinien im Brandschutz kontrollieren. Im betrieblichen Umfeld bedarf es zudem qualifizierter Fachkräfte, die diese Verordnungen kennen und die betreffenden Maßnahmen umsetzen. Demnach bietet sich eine Brandschutz-Fortbildung für eine recht große Zielgruppe an und macht vor allem dann Sinn, wenn man in einem Bereich tätig ist, in dem die Brandschutzverordnung eine zentrale Rolle spielt. Dies ist unter anderem im Bauwesen der Fall.

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24. Das Problem mit den Schnittstellen

Die Kunst der Planung besteht darin, den Schwierigkeiten bei der Ausführung zuvorzukommen.Der französische Schriftsteller und Philosoph Luc de Clapiers, Marquis de Vauvenargues (1715–1747), erkannte bereits vor mehr als 250 Jahren, dass Probleme deutlich kleiner werden, wenn der Ablauf zuvor gut geplant ist.

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25. Zertifizierungen

Eine BMA (Brandmeldeanlage) oder RWA (Rauch- und Wärme-Abzugsanlage) kann gut oder schlecht projektiert, die Geräte anerkannt oder nicht anerkannt, das ganze System durch den Hersteller zertifiziert oder nicht zertifiziert und das Fachunternehmen bestens qualifiziert oder völlig unqualifiziert sein (Abb. 25.1 und 25.2).

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26. Brandschutz im Krankenhaus

Unter dem Sammelbegriff Krankenhaus lassen sich alle Behandlungszentren, Senioren- und Pflegeheime, Fach-, Reha- und Kurkliniken sowie Sanatorien und Einrichtungen zusammenfassen, die außerordentlich hilfsbedürftige Menschen beherbergen oder betreuen (Abb. 26.1).

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27. Entrauchungsanlagen in Mehrfamilienhäusern

In Mehrfamilienhäusern ist das Treppenhaus der 1. Fluchtweg (Abb. 27.1). Im Brandfall steigt Rauch von unten nach oben und versperrt damit die Fluchtmöglichkeit nach außen. Die Feuerwehr und alle Fachleute fordern deshalb, dass dieser Fluchtweg so lange wie möglich rauchfrei bleiben soll.

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28. Fluchtwegpläne und Dokumentationen

Die Erstellung von Fluchtwegplänen nach DIN ISO 23 601 sowie der ASR A2.3 erfolgt entweder auf behördliche Anordnung oder in Eigenverantwortung von Unternehmen, Betreibern, Hausverwaltungen oder Trägern öffentlicher Einrichtungen (Abb. 28.1, 28.2, 28.3 und 28.4).

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Backmatter

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