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19.12.2019 | Brückenbau | Im Fokus | Onlineartikel

Die Finalisten des deutschen Brückenbaupreises 2020

Autor:
Christoph Berger
2:30 Min. Lesedauer

Aus 42 Brückenbauprojekten wurden je drei Brücken in den Kategorien Straßen- und Eisenbahnbrücken sowie Fuß- und Radwegbrücken für das Finale des deutschen Brückenbaupreises 2020 ausgewählt.

Für den vom Verband Beratender Ingenieure VBI und der Bundesingenieurkammer ausgerufenen und unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministerium stehenden deutschen Brückenbaupreises 2020 nominierte die Jury in der Kategorie Straßen- und Eisenbahnbrücken die Retheklappbrücke in Hamburg, die Brücke bei Schwaig im Zuge der A 3 bei Nürnberg und die Elster-Brücke im Zuge der L 673 bei Neudeck im Land Brandenburg.

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Gestaltung von Brücken, Wettbewerbe, Brückenbaupreise

Die Retheklappbrücke überzeugte die Jury durch ihre innovative Konstruktion zur schiefwinkligen Querung von Straße und Schiene im Hamburger Hafen. Zudem sei die vierflügelige Klappbrücke aufgrund ihres neuartigen, wartungsarmen Schließmechanismus europaweit einzigartig.
Die in integraler Bauweise errichtete Brücke bei Schwaig bestach die Jury durch ihre Einfachheit und Eleganz – gerade dadurch sei sie ein herausragendes Beispiel modernen Brückenbaus.
Mit Nominierung der Brücke über die Schwarze Elster bei Neudeck schafft es schließlich noch eine Brückensanierung ins Finale dieser Kategorie. Durch den beispielgebenden und behutsamen Bauwerksumbau werde nicht nur die vollwertige Nutzung der Brücke gesichert, sondern auch das ursprüngliche Erscheinungsbild der Stampfbeton-Bogenbrücke für die Nachwelt erhalten, erklärte die Jury ihre Entscheidung.

Ingenieurbaupreise dienen auch der aktiven Öffentlichkeitsarbeit

In der Kategorie Fuß- und Radwegbrücken sind es der Trumpf-Steg Ditzingen, die Stuttgarter Holzbrücke an der Birkelspitze in Weinstadt und die König-Ludwig-Brücke in Kempten, die um den begehrten Ingenieurpreis konkurrieren.

Beim Trumpf-Steg in Ditzingen lobt die Jury dessen Eleganz sowie die Konstruktion der Brücke, eine nur 20 Millimeter dicke, doppelt gekrümmte Edelstahlschale.
Die integrale Massivholzbrücke an der Birkelspitze in Weinstadt überzeugt hingegen mit einem frei sichtbarem und nur konstruktiv geschütztem Holzüberbau. Dadurch werde laut den Juroren der Anspruch auf nachhaltiges Bauen betont. Nicht zuletzt füge sich die Holzbrücke hervorragend in die Parklandschaft der Rems ein.
Und auch in dieser Kategorie schaffte es eine Sanierung ins Finale: Die König-Ludwig-Brücke in Kempten vereine in gelungener Weise Denkmalschutz mit den Anforderungen an eine moderne Holzbrücke. Genauso würden Bautechnikgeschichte und moderne Stadtplanung miteinander verbunden, betont die Jury.

Weshalb derartige Preise sinnvoll sind, wird im Kapitel "Gestaltung von Brücken, Wettbewerbe, Brückenbaupreise" unter anderem mit folgender Aussage begründet: "Eine wichtige Möglichkeit, kreative oder innovative Ideen für Brücken zu fördern und die Leistungen der Bauingenieure und Architekten stärker in der Öffentlichkeit darzustellen, ist die Durchführung von Planungswettbewerben, die im Brückenbau im Gegensatz zum Hochbau bisher nur in Ausnahmefällen üblich waren." Warum Öffentlichkeitsarbeit für Bauprojekte wichtig ist und wie diese aussehen sollte, darauf geht detailliert Frank Kniestedt im Kapitel "Öffentlichkeitsarbeit bei Infrastrukturprojekten" des Springer-Fachbuchs "Projektmanagement von Infrastrukturprojekten" ein.

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