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23.11.2018 | Brückenbau | Im Fokus | Onlineartikel

Ertüchtigung der Rheinbrücke Maxau

Autor:
Christoph Berger

Bei der Inbetriebnahme der Rheinbrücke Maxau im Jahre 1966 rechnete man noch mit etwa 18.000 Fahrzeugen pro Tag, die sie überqueren würden. Inzwischen sind es um die 80.000. Dieser Zuwachs hinterließ an der Brücke seine Spuren.

Die Rheinbrücke Maxau zählt laut dem Kapitel "Brückenbau auf dem Weg vom Altertum zum modernen Brückenbau. Aktuelle Entwicklungen" im Springer-Fachbuch "Handbuch Brücken" mit zu den ersten Schrägkabelbrücken mit großen Spannweiten. Die 1955 gebaute Strömsundbrücke in Schweden mit 182 Metern Spannweite sowie die in den Jahren 1955 bis 1957 gebaute Theodor-Heuss-Brücke in Düsseldorf mit 260 Metern Spannweite hatten das Tor für diesen Brückentypus geöffnet.

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Die einst für 18.000 Fahrzeuge geplante Rheinbrücke Maxau überqueren inzwischen allerdings über 80.000 Fahrzeuge pro Tag – sie ist die einzige Verbindung in einem Umkreis von 25 Kilometern zwischen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Diese Belastungszunahme hat an der Brücke ihre Spuren hinterlassen. "Bauteile und Schweißnähte ermüden und können Risse entwickeln", erklärt Dr. Daniel C. Ruff, Geschäftsführer der Versuchsanstalt für Stahl, Holz und Steine (VAKA) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ein vom KIT aufgestelltes Ingenieurteam begleitet die vom Regierungspräsidium Karlsruhe beauftragten und im November 2018 gestarteten Instandsetzungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen wissenschaftlich. Besonders die Zunahme des Schwerlastverkehrs sei problematisch. Im Kapitel "Brückeninstandsetzung und -sanierung" wird auf die mit der Instandsetzung und Sanierung von Beton-, Stahl- und Verbundbrücken einschließlich der Fahrbahnbeläge auf Brücken zusammenhängenden Probleme eingegangen.

Ein neuer Belag aus Spezialbeton

Die Rheinbrücke Maxau erhält nun einen neuen Belag aus Spezialbeton, der im Verbund mit der stählernen Fahrbahnplatte deren Tragfähigkeit erhöhen soll. Der Beton ist dabei speziell auf die örtlichen Gegebenheiten der Rheinbrücke Maxau abgestimmt worden, seine Eigenschaften waren umfangreichen Prüfungen im Labor unterzogen worden.

Die an der Brücke eingesetzte Technik wurde in den Niederlanden entwickelt und ist dort bereits weit verbreitet. In Deutschland sei das Verfahren erstmals 2014 in einem Pilotprojekt bei einer Brücke im schwäbischen Beimerstetten zum Einsatz gekommen. Dabei sei auch die Eignung für die Instandsetzung der Rheinbrücke Maxau überprüft worden, heißt es vonseiten des Instituts für Massivbau und Baustofftechnologie (IMB) und der Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (MPA) des KIT. Die beiden Einrichtungen sind für die Bewertung des hochfesten Betons verantwortlich. Die extrem hohe Festigkeit des Betons könne dessen Dicke und somit die zusätzliche Gewichtsbelastung für die Brücke deutlich reduzieren. Gleichzeitig dämpfe die Verbundfahrbahnplatte Schwingungen durch den Verkehr und schütze so die Stahlkonstruktion. Ein spezielles Gemisch aus Fasern und Stahlbewehrung wirke möglichen Rissen in dem extrem stark belasteten Beton entgegen.

Zudem kommen im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung Sensoren zum Einsatz. Mit ihnen wird das Tragverhalten der Brücke vor und nach der Instandsetzungsmaßnahme gemessen. So will man Verbesserungspotenziale identifizieren und geeignete Techniken für weitere Brücken etablieren. Die Instandsetzung der Rheinbrücke Maxau soll voraussichtlich im Dezember 2019 abgeschlossen werden.

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