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14.03.2018 | Brückenbau | Im Fokus | Onlineartikel

Die Gewinner des Deutschen Brückenbaupreises 2018

Autor:
Christoph Berger

Die Bleichinselbrücke in Heilbronn und die Schaukelbrücke im Park an der Ilm in Weimar sind die Gewinner des Deutschen Brückenbaupreises 2018. Während es sich bei der ersten um einen Neubau handelt, ging es bei der zweiten um eine Instandsetzung.

Die Auswahl der Preisträger bei der siebten Preisverleihung des Deutschen Brückenbaupreises ist der Jury nach Eigenaussage nicht leichtgefallen, beinhalten die jeweils drei in den beiden Kategorien "Straßen- und Eisenbahnbrücken" sowie "Fuß- und Radwegbrücken" nominierten Brücken beziehungsweise die Arbeiten der dahinterstehenden Ingenieure doch allesamt preisträchtiges Potenzial. 

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Die Bleichinselbrücke in Heilbronn

Hinter der über den Neckar in Heilbronn gehenden Bleichinselbrücke steckt Andreas Keil mit seinem Team vom Ingenieurbüro sbp Schlaich Bergermann Partner. Den Ingenieuren sei es gelungen, so die Jury, in diesem Bauwerk alle Anforderungen an ein schönes, wartungsarmes und preiswertes Bauwerk in überzeugender Form zu erfüllen. Das flache und breite Fahrdeck führe scheinbar schwebend über den Neckar. Die unterschiedlich geneigten Stützen würden einen Raum von höchster Aufenthaltsqualität unter der Brücke schaffen, so das Juryurteil. Immer wieder wurden sie, die V-förmigen Stützen, mit der Hand einer professionellen Servicekraft einer Bar verglichen, die sicher das Tablett durch den Raum bewegt. Zudem sei das Bauwerk konsequent aus dem Ort herausgewickelt worden.

Die 88 Meter lange und 24 Meter breite Brücke wurde als integrales Bauwerk – integrale Brücken werden im Kapitel "Brückenbau auf dem Weg vom Altertum zum modernen Brückenbau. Aktuelle Entwicklungen" des Springer-Fachbuchs "Handbuch Brücken", hergestellt. Die Stützen sind in den Uferbereichen gegründet, ihre Streben sind auf jeder Uferseite auf jeweils nur einen Auflagerpunkt geführt. Der Fluss wurde in einem Zug überspannt und die Widerlager sind weit in der Böschung zurückgesetzt. Die Verwendung von Fertigteilen führte zu einem günstigen Montagekonzept, gebaut wurde sie in 15 Monaten.

Die Schaukelbrücke im Park an der Ilm in Weimar


Die Erhaltungsmaßnahmen an Schaukelbrücke in Weimar wurden von Johann Philipp Jung, Klassikstiftung Weimar, sowie Oliver Hahn vom Weimarer Ingenieurbüro für Bauwerkserhaltung (Schaukelbrücke) geplant und umgesetzt. Laut der Jury handelt es sich bei der Sanierung um ein Paradebeispiel des verantwortungsvollen Umgangs mit dem baukulturellen Erbe. Die Ingenieure hätten sich mutig auf neue Wege jenseits standardisierter Pfade gewagt haben. Indem sie das historische Tragwerk in seine Elemente zerlegt, analysiert und experimentell begutachtet hätten, sei es ihnen gelungen, das historische Original voll funktionsfähig und schaukelnd erlebbar zu erhalten. "Das Ergebnis ist keine neue Brücke im alten Gewand, sondern das weitgehend erhaltene und für die Zukunft gesicherte Original", lobt die Jury.

Die Ingenieure hatten die etwa 14 Meter weit spannende, 1833 errichtete und 2013 durch ein Hochwasser schwer in Mitleidenschaft gezogene Kettenbrücke zunächst vollständig abgetragen und Gründungen sowie Kettenwiderlager wieder instandgesetzt. Da die Ketten und Hänger den Anforderungen aktueller Regelwerke nicht mehr gerecht wurden, entschied man sich statt auf einen Ersatz, mithilfe eines gestuften Vorgehens, bei dem zunächst zerstörungsfreie Prüfverfahren konfiguriert und getestet wurden, die erforderliche Trag- und Verformungsfähigkeit aller Kettenglieder versuchsgestützt nachzuweisen. Außerdem wurden in das Tragwerk zusätzliche horizontale Stahlbänder zur Absturzsicherung eingefügt.

Neben den beiden Preisträgern hatte die Jury in der Kategorie "Straßen- und Eisenbahnbrücken" die Lahntalbrücke bei Limburg und das Pilotbauwerk Greißelbach sowie in der Kategorie "Fuß- und Radwegbrücken" den Isarsteg Nord in Freising und die Hennebergbrücke in Braunschweig nominiert.

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