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2023 | OriginalPaper | Buchkapitel

3. Buchführung – Zwischen wirtschaftshistorischer Quelle und Resilienz

verfasst von : Matthias Baumgartl

Erschienen in: Das Resilienz-Management von Einzelunternehmern

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

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Zusammenfassung

In den letzten Jahren rückten Rechnungsbücher als Quellen vermehrt in den Fokus der Geschichtswissenschaft. Dabei erwies sich diese spezielle Art pragmatischer Schriftlichkeit für verschiedenste Fragestellungen als aufschlussreich. Das Erkenntnispotenzial bereicherte sowohl sozial- und alltagsgeschichtliche als auch rechtsgeschichtliche oder verwaltungsgeschichtliche Themen.

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Fußnoten
1
Vgl. insbesondere die Sammelbände Gleba, Gudrun/Petersen, Niels (Hrsg.): Wirtschafts- und Rechnungsbücher des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Formen und Methoden der Rechnungslegung: Städte, Klöster, Kaufleute, Göttingen 2015; Dirmeier, Artur/Spoerer, Mark (Hrsg.): Spital und Wirtschaft in der Vormoderne. Sozial-karitative Institutionen und ihre Rechnungslegung als Quelle für die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, (=Studien zur Geschichte des Spital-, Wohlfahrts- und Gesundheitswesens, Bd. 14) Regensburg 2020; sowie Pätzold, Stefan/Stumpf, Marcus (Hrsg.): Mittelalterliche und frühneuzeitliche Rechnungen als Quellen der landesgeschichtlichen Forschung, (=Westfälische Quellen und Archivpublikationen, Bd. 30) Münster 2016. Vgl. ferner Noethlichs, Sarah: Wenn Zahlen erzählen. Ludwig von Anjou und seine Rechnungsbücher von 1370 bis 1379, Ostfildern 2018.
 
2
Vgl. Lang, Heinrich: Wirtschaften als kulturelle Praxis. Die Florentiner Salviati und die Augsburger Welser auf den Märkten in Lyon (1507–1559), (=VSWG Beihefte, Bd. 248) Stuttgart 2020, S. 74–75.
 
3
Vgl. Minaud, Gérard: La comptabilité à Rome. Essai d’histoire économique sur la pensée comptable commerciale et privée dans le monde antique romain, Lausanne 2005; Beigel, Rudolf: Rechnungswesen und Buchführung der Römer, Vaduz 1984 (Nachdr. d. Ausg. Karlsruhe, 1904).
 
4
Vgl. Mattessich, Richard: Prehistoric accounting and the problem of representation: On recent archeological evidence of the Middle East from 8,000 B.C. to 3,000 B.C., in: Accounting Historians Journal, Bd. 14/2 (1987), S. 71–91.
 
5
Vgl. Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis, S. 76–79. Für die frühesten Zeugnisse doppelter Buchführung in Italien vgl. Lee, Geoffrey Alan: Development of Italian Bookkeeping: 1211–1300, in: Abacus, Vol. 9, No. 2 (1973), S. 137–155; Ders.: The Coming of Age of Double Entry: The Giovanni Farolfi Ledger of 1305–1308, in: Accounting Historians Journal, Bd. 4 (1977), S. 79–95; Peragallo, Edward: Origin and Evolution of Double Entry Bookkeeping. A Study of Italian Practice from the Fourteenth Century (=Selected Classics in the History of Bookkeeping, Ser. I, 9), Osaka 1974 (Original von 1938).
 
6
Als zentralen Unterschied machte Sangster dabei das gegenseitige Auf-sich-Verweisen von Buchung und Gegenbuchung aus. Während die duale Buchführung zwar ebenfalls bereits Buchung und Gegenbuchung ausführte, fehlten hier noch die gegenseitigen Verweise aufeinander. Vgl. Sangster, Alan: The Genesis of Double Entry Bookkeeping, in: The Accounting Review, Bd. 91/1 (2016), S. 299–315.
 
7
Vgl. Schmidt, Sven (Hrsg.): Das Gewerbebuch der Augsburger Christoph-Welser-Gesellschaft (1554–1560). Edition und Kommentar. (=Documenta Augustana, Bd. 22) Augsburg 2015, S. 16; Denzel: Informations- bzw. Wissensmanagement und Medien des resiliencing, S. 57–59.
 
8
Diese Überlegungen sind bereits in den Schriften Werner Sombarts, Max Webers und Joseph Schumpeters angelegt und wurden in der jüngeren Vergangenheit etwa von Rob Bryer oder Jacob Soll vertreten. Vgl. Sombart, Werner: Der Moderne Kapitalismus, Leipzig 1924, S. 118–124; Weber, Max: Wirtschaftsgeschichte. Abriß der universalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Berlin6 2011, S. 37, 250, 312; Schumpeter, Joseph: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. Mit einer Einführung von Heinz D. Kurz, Stuttgart 2020, S. 162; Bryer, Rob A.: Double-entry bookkeeping and the birth of capitalism: accounting for the commercial revolution in Northern Italy. Critical Perspectives on Accounting, Bd. 4 (1993), S. 113–140; Soll, Jacob: The Reckoning. Financial Accountability and the Rise and Fall of Nations, New York 2014.
 
9
Vgl. Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis, S. 75, 99 mit Anm. 155; Goldthwaite, Richard: The Practice and Culture of Accounting in Renaissance Florence, in: Entreprise & Society, Bd. 16/3 (2015), S. 633–639.
 
10
Vgl. Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis, S. 87–88.
 
11
Vgl. Yamey, Basil S.: Accounting and the Rise of Capitalism: Further Notes on a Theme by Sombart, in: Journal of Accounting Research, Vol. 2, No. 2 (1964), S. 117–136.
 
12
Vgl. Denzel: Informations- bzw. Wissensmanagement und Medien des resiliencing, S. 51.
 
13
Je nach zugrunde gelegter Definition schließt der Medienbegriff auch die Verarbeitungsdimension ein. So bezeichnete Friedrich Kittler Medien als „Technik zum Speichern, Übertragen und Verarbeiten von Informationen.“ Ders.: Aufschreibesysteme. 1800/1900, München3 1995, S. 519.
 
14
Vgl. Schmidt: Gewerbebuch, S. 57; Peragallo: Origin and Evolution of Double Entry Bookkeeping, S. 32, 35 f., 131 f.; Manzoni, Domenico: Quaderno doppio col suo giornale, novamente composto, & diligentissimamente ordinato, secondo il costume di Venezia, Venedig 1540; Pacioli, Luca: Abhandlung über die Buchhaltung 1494. Nach dem italienischen Original von 1494 ins Deutsche übersetzt und mit einer Einleitung über die italienische Buchhaltung im 14. und 15. Jahrhundert und Paciolis Leben und Werk, hrsg. v. Penndorf, Balduin, (=Quellen zur Geschichte der Betriebswirtschaftslehre, Bd. 2) Stuttgart 1933, S. 103–115.
 
15
Vgl. Weitnauer, Alfred (Hrsg.): Venezianischer Handel der Fugger. Nach der Musterbuchhaltung des Matthäus Schwarz, (=Studien zur Fuggergeschichte, Bd. 9) Leipzig/Münster 1931, S. 176–177. Auch der Genueser Mönch Don Angelo Pietra betont in seinen Ausführungen zur Buchhaltung 1586, dass die korrekte Führung des Journals eine conditio sine qua non für die Nutzbarkeit des Hauptbuchs und das Funktionieren der Buchführung an sich darstellte. Vgl. Ricker, Manfred: Beiträge zur älteren Geschichte der Buchhaltung in Deutschland, in: Schiele, Hartmut/Ricker, Manfred (Hrsg.): Betriebswirtschaftliche Aufschlüsse aus der Fuggerzeit, (=Nürnberger Abhandlungen zu den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Bd. 25) Berlin 1967, S. 158.
 
16
Vgl. Schmidt: Gewerbebuch, S. 57–58; Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis, S. 97.
 
17
Vgl. Geffcken, Peter/Häberlein, Mark: Einleitung, in: Dies. (Hrsg.), Rechnungsfragmente der Augsburger Welser-Gesellschaft (1496–1551). Oberdeutscher Fernhandel am Beginn der neuzeitlichen Weltwirtschaft (Deutsche Handelsakten des Mittelalters und der Neuzeit, 22), Stuttgart 2014, S. LXIX; Ebd., S. 67.
 
18
StadtAA, KuH, 23, fol. 54.
 
19
Das Todesdatum Eurl ergibt sich aus einer späteren Buchung. Vgl. StadtAA, KuH, 22, fol. 236. Während der letzte Eintrag durch die alte Schreiberhand in dessen Konto vom 13. September 1589 datiert, vermerkt der darauffolgende Posten vom 31. Dezember bereits den Tod des Dieners. Dabei handelte es sich um eine Summe von 2 fl. 40 kr., die Gaugers Angestellter Christoph Georg Mayr gegenüber dem Stadtvogtschreiber und Gerichtsweibel am 24. November erlegt hatte, um eine Kiste des Verstorbenen versiegeln zu lassen. Bei der anschließenden Öffnung befanden sich 40 fl. 57 kr. in der Kiste. Vgl. StadtAA, KuH, 23, fol. 84; KuH 22, fol. 152. Aus einer weiteren Buchung vom 31. Dezember 1589 geht hervor, dass die für Gauger in Bergamo als Kommissionäre tätigen Tomaso und Gabriele Zenneroni seit dem 12. September mehrfach Arznei für Eurl besorgten und diesen schließlich auch begraben lassen mussten. Eurl war demnach bei einem Aufenthalt in Bergamo erkrankt und verstorben. Diese Tatsache spricht ebenfalls gegen Eurl als Buchhalter, da die Datierungen im Journal durchgehend mit der Ortsangabe ‚Augsburg‘ versehen sind. Für die Buchung bezüglich Eurls Tod in Bergamo vgl. StadtAA, KuH, 22, fol. 159.
 
20
Vgl. Schmidt: Gewerbebuch, S. 64; De Roover, Raymond: The Development of Accounting prior to Luca Pacioli according to the Account Books of Medieval Merchants, in: Kirshner, Julius (Hrsg.): Business, Banking, and Economic Thought in Late Medieval and Early Modern Europe, Chicago 1974, S. 136, 144.
 
21
Vgl. StadtAA, KuH, 23, fol. 19, 312.
 
22
Für die Eigenkapitalkonten vgl. StadtAA, KuH, 23, fol.
 
23
Auch Matthäus Schwarz zählt das Kassenbuch als ein separates Nebenbuch auf, für das zudem ein eigens dafür zuständiger Akteur bestimmt werden konnte. Vgl. Weitnauer: Venezianischer Handel der Fugger, S. 176–177.
 
24
So bspw. StadtAA, KuH, 22, fol. 32, 105.
 
25
Während Hans Christoph Fleckhammer demnach ein Gesellenbuch führte, notierte Bernhard Eurl seine Aktivitäten in einem Memorial. Vgl. StadtAA, KuH, 22, fol. 137, 214. Im Unkostenbüchel wurden dagegen verschiedene kleiner Ausgaben festgehalten und nach einer gewissen Zeit in das Journal übetragen. Vgl. ebd., fol. 76.
 
26
TLA, Cod. 4350, fol. 18.
 
27
Vgl. hierzu die Ausführungen in Abschnitt 7.​2.​3.​2.
 
28
So bspw. TLA, Cod. 4350, fol. 37.
 
29
An zahlreichen Stellen verweisen Buchungen auf dieses Nebenbuch. Die Transportkosten für 200 Zentner Kupfer wurden bspw. über ein Strazzo abgerechnet. Vgl. TLA, Cod. 4350, fol. 16. Aber auch die Über das Strazzo verkaufte Wagner auch Waren aus Florenz an Christoph Sattelberger, die im Hauptbuch buchhalterisch nicht weiter erfasst sind. Vgl. ebd., fol. 60.
 
30
Vgl. TLA, Cod. 4350, fol. 37, 60, 64.
 
31
Vgl. TLA, Cod. 4350, fol. 11.
 
32
Vgl. Ricker, Manfred: Beiträge zur älteren Geschichte der Buchhaltung in Deutschland, S. 117–118, 161. In der Welser-Gesellschaft fand diese Angleichung bereits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts statt. Während das Journal der Nürnberger Faktorei noch 1528 ausdrücklich auf Kapus und Schuldbuch verweist, lässt sich diese Differenzierung im nächsten überlieferten Fragment von 1548/49 nicht mehr nachweisen. Vgl. Geffcken/Häberlein: Einleitung, S. XXXI.
 
33
Vgl. TLA, Cod. 4350, fol. 32.
 
34
Vgl. ebd.
 
35
Vgl. Ricker: Beiträge zur älteren Geschichte der Buchhaltung in Deutschland, S. 117, 172.
 
36
Vgl. Penndorf, Balduin: Geschichte der Buchhaltung in Deutschland, Leipzig 1913, S. 185–186.
 
37
. TLA, Cod. 4350, fol. 19.
 
38
Vgl. Arlinghaus, Franz-Josef: Zwischen Notiz und Bilanz: Zur Eigendynamik des Schriftgebrauchs in der kaufmännischen Buchführung am Beispiel der Datini / di Berto-Handelsgesellschaft in Avignon (1367–1373) (=Gesellschaft, Kultur und Schrift. Mediävistische Beiträge, Bd. 8), Frankfurt a. M. 2000.
 
39
Vgl. Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis, S. 91–96.
 
40
Vgl. Lemarchand, Yannick/McWatters, Cheryl/Pineau-Defois, Laure: The Current Account as Cognitive Artefact: Stories and Accounts of ‚la Maison Chaurand‘, in: Gervais, Pierre/Lemarchand, Yannick/Margairaz, Dominique (Hrsg.): Merchants and Profit in the Age of Commerce, 1680–1830 (=Perspectives in Economic and Social History, Bd. 30) London 2014, S. 13–32, hier S. 26.
 
41
Vgl. Sangster: The Genesis of Double Entry Bookkeeping, S. 300.
 
42
Weitnauer: Venezianischer Handel der Fugger, S. 175.
 
43
Vgl. hierzu v.a. Abschnitt 6.​3.​3.​1.​1.​3.
 
44
So bspw. Bryer: Double-entry bookkeeping, S. 113–140. Vgl. auch Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis, S. 84-85.
 
45
Vgl. Penndorf: Geschichte der Buchhaltung, S. 167–169.
 
46
Vgl. hierzu Abschnitt 7.​1.
 
47
Vgl. Stromer, Wolfgang von: Hartgeld, Kredit und Giralgeld. Zu einer monetären Konjunkturtheorie des Spätmittelalters und der Wende zur Neuzeit, in: Bagnoli, Vera Barbagli (Hrsg.): La Moneta Nell’Economia Europea. Secoli XIII-XVIII, Prato 1981, S. 105–125.
 
48
Sangster: The Genesis of Double Entry Bookkeeping.
 
49
Vgl. StadtAA, KuH, 23, fol. 70.
 
50
Vgl. Quattrone, Paolo: Is Time Spent, Passed or Counted? The Missing Link Between Time and Accounting History, in: Accounting Historians Journal, Bd. 32 (2005), S. 185–208.
 
51
TLA, Cod. 4350, fol. 105.
 
52
Vgl. Matringe, Nadia: Double-entry bookkeeping and the use of the bill of exchange as a clearing instrument in the early modern age, 2020 (abrufbar unter: https://​dx.​doi.​org/​10.​2139/​ssrn.​3733012, abgerufen am 02.06.2021), S. 5
 
53
Yamey sah das Saldieren der Konten weniger darin begründet Gewinne und Verluste zu ermitteln, als vielmehr im Sinne einer rein der Logik der Buchhaltung folgenden Vorgehensweise Ordnung zu halten und die Korrektheit der Einträge zu überprüfen. Vgl. Yamey: Accounting and the Rise of Capitalism.
 
54
Vgl. Denzel, Markus A./Schwarzer, Oskar: Art.: „Währungsraum“, in: North (Hrsg.), Von Aktie bis Zoll. Ein historisches Lexikon des Geldes, München 1995, S. 409.
 
55
Vgl. Matringe: Double-entry bookkeeping and the use of the bill of exchange.
 
56
Vgl. Yamey, Basil S.: The ‚particular gain or loss upon each article we deal in‘: an Aspect of Mercantile Accounting, 1300–1800, in: Accounting, Business and Financial History, Vol. 10 (2000), S. 4.
 
57
Für die Konten Gaugers zum Absatz der Wolle in Bozen und Bergamo StadtAA, KuH, 23, fol. 105, 150, 151, 217, 245, 274.
 
58
Vgl. Goldthwaite: The Practice and Culture of Accounting, S. 635; Ders.: Le aziende seriche e il mondo degli affari a Firenze alla fine del ’500, in: Archivio Storico Italiano 169 (2011), S. 311–319.
 
59
Vgl. TLA, Cod. 4350, fol. 135.
 
60
Vgl. Goldthwaite: Le aziende seriche, S. 318–319.
 
61
In der Vormoderne wurden spezifische Sorten von Textilien oftmals nach ihrem Herkunftsort benannt. Dabei ging dieser Zusammenhang über die reine Assoziation von Herkunftsort und Qualität hinaus. Die Qualität insbesondere von Textilwaren wurde in der Regel durch städtische Obrigkeiten kontrolliert und mit einem Siegel oder Stempel zertifiziert. Vgl. Jeggle, Christof: Leinen aus Münster/Westfalen im 16. und 17. Jahrhundert, Univ.- Diss. Berlin 2009, (online abrufbar unter: https://​refubium.​fu-berlin.​de/​bitstream/​handle/​fub188/​5889/​Jeggle_​Christof.​diss.​pdf?​sequence=​1&​isAllowed=​y), (abgerufen am 28.06.2021), S. 175, 245, 249–251; Flügel, Axel: Kaufleute und Manufakturen in Bielefeld. Sozialer Wandel und wirtschaftliche Entwicklung im proto-industriellen Leinengewerbe von 1680 bis 1850, Bielefeld 1993, S. 57; Reddy, William M.: The Structure of a Cultural Crisis: Thinking about Cloth in France before and after the Revolution, in: Appadurai, Arjun (Hrsg.): The Social Life of Things. Commodities in Cultural Perspective, Cambridge 1986, S. 267. Für die Textil-Schauen in Ulm vgl. Filtzinger, Barbara: Ulm. Eine Stadt zwischen Reformation und Dreissigjährigem Krieg. Studien zur gesellschaftlichen, politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung, München 1993, S. 347-353.
 
62
Vgl. TLA, Cod. 4350, fol. 142.
 
63
Vgl. TLA, Cod. 4350, fol. 230.
 
64
Vgl. TLA, Cod. 4350, fol. 124. Zu dieser Übergabe siehe Abschnitt 6.​3.​4.​1.
 
65
Vgl. Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis, S. 95.
 
66
Vgl. Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis, S. 100–101.
 
67
Vgl. Yamey: The ‘particular gain or loss upon each article we deal in’, S. 6.
 
68
TLA, Cod. 4350, fol. 141.
 
69
Vgl. StadtAA, KuH, 23, fol. 151, 171, KuH, 22, fol. 157. Vgl. hierzu auch Abschnitt 7.​2.​1.​2.
 
70
Vgl. Goldthwaite: The Practice and Culture of Accounting, S. 641; Ders.: Le aziende seriche, S. 319.
 
71
Für die ‚Schafwoll-Unkosten-Konten‘ vgl. StadtAA, KuH, 23, fol. 107, 237. Für das ‚Schafwoll-Fuhrlohn-Konto‘ vgl. ebd., fol. 110.
 
72
Vgl. StadtAA, KuH, 22, fol. 52; KuH, 23, fol. 70.
 
73
Vgl. StadtAA, KuH, 23, fol. 150.
 
74
Vgl. Denzel: Informations- bzw. Wissensmanagement und Medien des resiliencing, S. 21.
 
75
Siehe hierzu Abschnitt 7.​1.
 
76
Vgl. Weitnauer: Venezianischer Handel der Fugger, S. 175–176.
 
77
Zu dieser auf Federigo Melis zurückgehende Analyse-Methode vgl. Lang: Wirtschaften als kulturelle Praxis, S. 110–111.
 
78
Vgl. Reinhard, Wolfgang (Hrsg.): Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts. Prosopographie wirtschaftlicher und politischer Führungsgruppen 1500–1620, Berlin 1996.
 
79
Zum Notariatsarchiv Sprengs vgl. Becker, Christoph: Vollmachten, Forderungsverfolgungen, Kredite und andere Vermögensangelegenheiten im frühneuzeitlichen Ausgburger Notararchiv Johann Spreng, in: Wüst, Sabine (Hrsg.): Schätze der Welt aus landeshistorischer Perspektive. Festschrift zum 65. Geburtstag von Wolfgang Wüst, St. Ottilien 2018, S. 31–42; Ders.: Die Akten des Augsburger Notars Johann Spreng (1524–1601) – Ein Einblick in das Rechtsleben eines frühneuzeitlichen europäischen Wirtschaftszentrums, in: Hermann, Hans-Georg/Gutmann, Thomas/Rückert, Joachim/Schmoeckel, Matthias/Siems, Harald (Hrsg.): Von den LEGES BARBARORUM bis zum IUS BARBARUM DES NATIONALSOZIALISMUS. ‚Festschrift für Hermann Nehlsen zum 70. Geburtstag, Köln [u. a.] 2008, S. 477–509.
 
80
Zum Zustand des Wolkenstein-Archivs vgl. Andrian-Werburg, Irmtraud Freifrau von: Das Archiv der Familie Wolkesntein-Rodenegg. Ein Werkstattbericht, in: Pfeifer, Gustav/Andermann, Kurt (Hrsg.): Die Wolkensteiner: Facetten des Tiroler Adels in Spätmittelalter und Neuzeit, (=Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs, Bd. 30) Innsbruck 2009, S. 395–400.
 
81
So bspw. GNM, HA, Familien: Wolkenstein-Rodenegg, von, 419: Rechnungsbuch („Contobuch“) Sigismunds Freiherrn zu Wolkenstein 1600–1623; 420: Einnahme- und Ausgabe-Buch („Schuldbuch“) Sigismunds Freiherrn zu Wolkenstein 1597–1622; 425: Kassabuch Christophs d.J. Freiherrn zu Wolkenstein 1605–1613.
 
82
So bspw. für den Mittfastenmarkt 1598 GNM, HA, Familien: Wolkenstein-Rodenegg, von, 526.1: Marktbüchl zum Termin Bozner Mittfastenmarkt; 526.2: Kassabüchl zum Termin Bozner Mittfastenmarkt; 526.3: Rechnungsbüchl zum Termin Bozner Mittfastenmarkt. Teilweise wurden auch Journale angelegt, wobei die Bezeichnungen und inhaltlich-strukturellen Kriterien keinen festen Definitionen folgten. Vgl. GNM, HA, Familien: Wolkenstein-Rodenegg, von, 528.1.2: Memorial Büchel zu Corporis Christi-Markt 1600.
 
83
Vgl. GNM, HA, Familien: Wolkenstein-Rodenegg, von, 530.1.1: Memorial zum Termin Bozner Mittfasten-Markt.
 
84
Vgl. hierfür bspw. GNM, HA, Familien Wolkenstein-Rodenegg, von, 663.2.3: Rechnungsbelege über Kupferhandel, Zehrungen u. a. in der Herrschaft Lienz; 667.2.2: Verzeichnis der Kupferlieferungen an Christoph Ott in Venedig.
 
85
Vgl. GNM, HA, Familien Wolkenstein-Rodenegg, unverzeichneter Bestand, Karton 235: Geschäftsbücher Ende 16. Jh.
 
86
Vgl. Hildebrandt, Reinhard (Hrsg.): Quellen und Regesten zu den Augsburger Handelshäusern Paler und Rehlinger 1539–1642. Wirtschaft und Politik im 16./17. Jahrhundert, Teil 1: 1539–1623, (=Deutsche Handelsakten des Mittelalters und der Neuzeit, Bd. XIX) Stuttgart 1996.
 
87
Vgl. TLA, Cod 4351.
 
88
Vgl. Beimrohr, Wilfried: Mit Brief und Siegel. Die Gerichte Tirols und ihr älteres Schriftgut im Tiroler Landesarchiv, (=Tiroler Geschichtsquellen, Bd. 34) Innsbruck 1994, S. 97–101.
 
89
So bezeichnete etwa Walter Panciera die Quellenlage zur Bergamasker Kaufmannschaft der Frühen Neuzeit. Panciera, Walter: L’arte matrice. I lanifici della Repubblica di Venezia nei secoli XVII e XVIII, Treviso 1996, S. 29 Anm. 36. Eine bessere Quellenlage liegt dagegen im Hinblick auf das weitere 17. Jahrhundert vor. Der Bestand des Unternehmens Marcantonio Bonduri (1631–1761), das vor allem im Handel und der Produktion von Wolltüchern engagiert war, ist inzwischen gut erforscht. Vgl. Pizzorni, Geoffrey John: La „Marcantonio Bonduri“ di Gandino. Un'impresa laniera in controtendenza tra Sei e Settecento, Mailand 2005.
 
90
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Dott.ssa Lucia Citerio vom Archivio di Stato sowie Gianmario Petrò, ohne deren zahlreiche Hinweise und Erklärungen die Recherchen in Bergamo kaum Erfolg gehabt hätten.
 
91
Vgl. hierzu Abschnitt 6.​3.​3.​1.​1.​4.
 
Metadaten
Titel
Buchführung – Zwischen wirtschaftshistorischer Quelle und Resilienz
verfasst von
Matthias Baumgartl
Copyright-Jahr
2023
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-40253-2_3