Skip to main content
main-content

28.04.2017 | Buchführung | Im Fokus | Onlineartikel

Risiken der Digitalisierung für die Buchhaltung

Autor:
Sylvia Meier

Mit der Digitalisierung können viele Prozesse in der Finanzabteilung verändert und effizienter werden. Experten fürchten, dass dies jedoch auch Fachkräfte arbeitslos machen könnte. 

Der technologische Fortschritt verändert auch die Prozesse der Buchhaltung. So können beispielsweise Daten automatisiert erstellt werden, Buchungen werden bereits dank moderner Software vom Programm vorgenommen, ohne dass der Buchhalter selbst jede einzelne Buchung eingeben muss. Auch in der Kassenbuchführung setzen Unternehmen vermehrt elektronische Lösungen ein. Der Weg zur digitalen Buchführung ist jedoch mit Aufwand verbunden. Dies fängt bereits damit an, dass alte Gewohnheiten aufgegeben werden müssen. Arbeitsprozesse, die über viele Jahre im Unternehmen etabliert waren, wie das Erstellen und Sortieren von Rechnungen, das Ausdrucken von Unterlagen für den Steuerberater und viele weitere Tätigkeiten können nun komplett verändert und digitalisiert werden.

Empfehlung der Redaktion

01.01.2017 | Information & Technologie | Ausgabe 1/2017

Mit Verfahrensdokumentationen fit für die digitale Zukunft

Die bereits bekannten alten Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung haben auch weiterhin Bestand (vergleiche Tabelle 1 ). Die aktuellen Änderungen und Hilfestellungen betreffen insbesondere den Umgang mit den IuK-System-gestützten Prozessen und …

 

Die Digitalisierung erfordert aber nicht nur die Bereitschaft, die alte Routine bei der Arbeit aufzugeben. Es heißt auch, geeignete Software einzusetzen, die den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) entspricht. Es reicht nicht aus, Prozesse zu verschlanken. Die gesetzlichen Anforderungen sind, gerade auch durch die GoB, die Basis für die Arbeitsabläufe. Die Prinzipien der GoB stellt Springer-Autor Michael Reichhardt in seinem Buch "Grundlagen der doppelten Buchführung" (Seite 28) mithilfe eines Schaubilds vor: 


Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) konkretisieren die Pflichten von Unternehmen für digitale Prozesse in der Buchhaltung. Vor allem die Anforderungen an das eingesetzte Kassensystem sind hierbei hervorzuheben. Die GoBD sind seit 1.1.2017 verpflichtend. Unternehmen sollten noch einmal genau prüfen (lassen), ob die Kasse sämtliche Voraussetzungen erfüllt.

Eingesetzte Software muss den GoB entsprechen

Die Rechtsprechung hat in jüngsten Entscheidungen die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung immer wieder auf den Prüfstand gestellt. So nahm beispielsweise das Finanzgericht Berlin-Brandenburg mit Beschluss vom 13.2.2017 (Az. 7 V 7345/16) Stellung zu den Anforderungen an eine Kassenbuchführung. In einem weiteren Urteilsfall des Finanzgerichts Münster (vom 29.3.2017, 7 K 3675/13) zur ordnungsgemäßen Kassenbuchführung kam sogar ein Gutachter zum Einsatz, der sich mit der eingesetzten Software befasst hat. Die Entwicklungen geben einen Hinweis darauf, dass die Digitalisierung der Finanzbereichs Chancen und Risiken für die Buchhaltung beinhalten. Hier sollten Unternehmen sich auch rechtlich beraten lassen, um nicht viel Zeit und Aufwand in eine Umstellung zu investieren, die am Ende möglicherweise dann nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht. 

Buchhalter werden nicht durch Software ersetzt 

Nicht nur das Rechnungswesen und die Buchhaltung selbst stehen vor Veränderungen. Auch die Fachkräfte müssen sich weiterentwickeln. Der BVBC vermutet in einer aktuellen Mitteilung, dass hunderttausende Arbeitsplätze in deutschen Finanzabteilungen vom digitalen Fortschritt bedroht sind. Wird der Buchhalter entbehrlich? Die moderne Technik kann viele der einfachen buchhalterischen Tätigkeiten erledigen. "Durch die Automatisierung gewinnen jedoch übergeordnete Tätigkeiten, wie sie beispielsweise Bilanzbuchhalter oder Controller ausüben, immer mehr an Bedeutung – diese werden auch in Zukunft nicht maschinell zu ersetzen sein", meint Markus Kessel, Geschäftsführer des BVBC. Buchhalter sind also künftig durchaus weiterhin gefragt. Sie müssen jedoch bereit sein, sich weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erlernen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

Das könnte Sie auch interessieren

Premium Partner

micromStellmach & BröckersBBL | Bernsau BrockdorffMaturus Finance GmbHPlutahww hermann wienberg wilhelmAvaloq Evolution AG

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Blockchain-Effekte im Banking und im Wealth Management

Es steht fest, dass Blockchain-Technologie die Welt verändern wird. Weit weniger klar ist, wie genau dies passiert. Ein englischsprachiges Whitepaper des Fintech-Unternehmens Avaloq untersucht, welche Einsatzszenarien es im Banking und in der Vermögensverwaltung geben könnte – „Blockchain: Plausibility within Banking and Wealth Management“. Einige dieser plausiblen Einsatzszenarien haben sogar das Potenzial für eine massive Disruption. Ein bereits existierendes Beispiel liefert der Initial Coin Offering-Markt: ICO statt IPO.
Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise