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06.04.2016 | Buchführung | Im Fokus | Onlineartikel

Kassensysteme sollen künftig geprüft werden

Autor:
Sylvia Meier

Die Bundesregierung sagt Manipulationen von Kassensystemen den Kampf an. Unternehmen droht die sogenannte Kassen-Nachschau.

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat am 18. März 2016 den „Referentenentwurf eines Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen sowie den Referentenentwurf einer Technischen Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen“ veröffentlicht. Künftig soll verhindert werden, dass beispielsweise Kassenaufzeichnungen manipuliert werden können. Ein Gesetzesvorhaben, das bereits vielfach gefordert wurde. Denn Kassenmanipulationen verursachen in Deutschland einen Milliardenschaden. Der Gesetzgeber will dem nun einen Riegel vorschieben.

Aufzeichnungssysteme müssen mehr Anforderungen erfüllen 

Mit dem Gesetzesvorhaben verschärfen sich jedoch auch die Anforderungen an das Aufzeichnungssystem eines Unternehmens.
Im Wesentlichen müssen Unternehmen sich auf Folgendes einstellen:

  1. Der Einsatz einer technischen Sicherheitseinrichtung bei Nutzung eines elektronischen Aufzeichnungssystems (keine Registrierkassenpflicht) wird verpflichtend.
  2. Es wird eine Kassen-Nachschau eingeführt.
  3. Verstöße gegen die Regelungen werden sanktioniert.

„Das Konzept ist technologieoffen, um den besonderen Verhältnissen verschiedenartiger Wirtschaftsbereiche Rechnung tragen zu können sowie zu gewährleisten, dass im Zuge technischer Innovationen Weiterentwicklungen erfolgen können“, erklärt das BMF.

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Buchhaltungssystem modernisieren 

Doch was heißt das nun? In Zukunft müssen elektronische Aufzeichnungssysteme eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung vorweisen. Welche Anforderungen hier gelten sollen, wird das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik festlegen. Unternehmen müssen dann hinterfragen, ob ihr Buchhaltungssystem noch den aktuellen Anforderungen entspricht. „Der Unternehmer ist selbst in der Verantwortung, die betroffenen Systeme zu identifizieren und die Einhaltung der Ordnungsvorschriften für die einzelnen Systeme sicherzustellen“, betont Springer-Autor Professor Stephan Götzl in seinem Buchkapitel „Anforderung an ein modernes Buchhaltungssystem aus steuerrechtlicher Sicht“ (Seite 69). Er weist zudem darauf hin: „Entscheidet sich der Unternehmer, elektronische Registrierkassen zu verwenden, muss er auch für diese Kassen die Einhaltung der Ordnungsvorschriften sicherstellen.“

Unangekündigte Prüfung: Kassen-Nachschau 

Unternehmen müssen deshalb ihre eigene Organisation infrage stellen und zeitnah Anpassungen ansteuern. Denn das Finanzamt wird hier künftig ein Auge darauf werfen. Mit der Kassen-Nachschau müssen Unternehmen mit einem weiteren unangekündigten Besuch durch einen Prüfer rechnen. Ähnlich, wie bereits bei der Umsatzsteuer- und der Lohnsteuer-Nachschau. Die Prüfer sollen mit dieser neuen Methode künftig kontrollieren, ob die Kassenaufzeichnungen ordnungsgemäß erfolgen und in die Buchführung übernommen werden.

Sanktionen vermeiden

Kommt ein Prüfer zu dem Ergebnis, dass dies nicht der Fall ist, kann es für das betroffene Unternehmen teuer werden: Steuerordnungswidrigkeiten dieser Art können mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro bestraft werden. Es lohnt sich also, das Gesetzgebungsverfahren im Blick zu behalten und bereits jetzt Gespräche zu führen: Rechnungswesen, IT und Steuerberater sollten hier eine gemeinsame Linie finden. Denn je komplexer das System ist, desto schwieriger wird es, alle Vorgaben zeitnah umzusetzen. 

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