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Über dieses Buch

Auch im deutschen Schul- und Bildungssystem gewinnen Fragen nach Struktur, Funktion und Stellenwert des bürgerschaftlichen Engagements in zivilgesellschaftlichen Organisationsformen wie Vereinen zunehmend an Gewicht. Vor der Folie aktueller Debatten über bürgerschaftliches Engagement und Vereine in Deutschland fokussiert die Studie Strukturbesonderheiten und Vereinspraxis von Schulfördervereinen. Zu diesem Zweck wurde eine schulbezogene Sonderauswertung der bundesweit repräsentativen Freiwilligensurveys von 1999 bis 2009 mit einer quantitativen Vereinsbefragung und qualitativen Interviews mit Funktionsträgern von Schulfördervereinen verknüpft. Die Analysen lassen erkennen, dass sich in den letzten zwei Jahrzehnten eine weitreichende zivilgesellschaftliche Infrastruktur im deutschen Schulsystem etabliert und ausdifferenziert hat. Dabei spielen Schulfördervereine eine besondere Rolle – als funktionale Dienstleister für Schulen und auch als Themenanwälte für Eltern und Lehrer im Hinblick auf bildungsspezifische Anliegen von Schülern.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Konzeption und Anlage der Untersuchung

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Auf die Rückkehr des engagierten Bürgers in das staatliche Bildungs- und speziell auch Schulsystem scheinen aktuelle bildungspolitische Debatten zu verweisen. Kaum ein Tag, an dem man nichts über das bürgerschaftliehe Engagement jenseits der Erwerbsarbeit, des im engeren Sinne staatlichen Verwaltungshandelns und der Privatsphäre in bildungsbezogenen Kontexten lesen kann. Das Spektrum bürgerschaftlich Engagierter reicht beispielsweise von jüngeren Engagemenformaten wie Bildungspaten, Mentoren oder Senior Experts über ältere und neuere Varianten der ehrenamtlichen und freiwilligen Mitarbeit in Schulfördervereinen bis hin zu etablierteren Formen der Mitwirkung in Eltemvertretungen bzw. -pflegschaften im Rahmen schulischer Selbstverwaltungsstrukturen.
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

2. Methodische Anlage der empirischen Untersuchungen

Zusammenfassung
Die vorliegende Untersuchung basiert auf zwei umfangreicheren empirischen Primärerhebungen über Schulfördervereine in Deutschland, die sich als quantitative und qualitative Teilstudie wechselseitig ergänzen sollen und deren methodische Anlage im Folgenden skizziert wird. Darüber hinaus haben wir eine sekundärstatistische Sonderauswertung der „Freiwilligensurveys“ von 1999, 2004 und 2009 mit Blick auf den Bereich „Schule und Kindergarten“ durchgeführt; die Grundstruktur dieser repräsentativen Bevölkerungsbefragungen werden im Folgenden ebenfalls skizziert.
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

Expansion und Ausdifferenzierung zivilgesellschaftlicher Infrastruktur in bildungsbezogenen Kontexten

Frontmatter

3. Vom staatlich organisierten Bildungssystem zum bildungspluralistischen Arrangement – zur Revitalisierung zivilgesellschaftlicher Reformideen

Zusammenfassung
In den letzten Jahrzehnten lassen sich auch in Deutschland Politiken und Programme erkennen, die auf eine weitgehende Neugestaltung rechtlicher und administrativer Steuerungsverfahren organisierter Bildung abzielen (vgl. z.B. Altrichter & Maag Merki, 2010; Berkemeyer, Feldhoff, & Brüsemeister, 2008). Diese Politiken und Programme umfassen ein Spektrum von Positionen, die Dimensionen der Wettbewerbssteuerung und marktförmigen Gestaltung von Bildungsangeboten akzentuieren.
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

4. Bürgerschaftliches Engagement in Schule und Kindergarten – Sonderauswertung der Freiwilligensurveys 1999, 2004 und 2009

Zusammenfassung
Die skizzierten konzeptionellen Überlegungen wohlfahrtspluralistischer und demokratiepolitischer Provenienz scheinen durchaus auf einen Nährboden zivilgesellschaftlicher Wirklichkeit zu stoßen, wie die im Folgenden dokumentierten empirischen Befunde unserer Sonderauswertung der Freiwilligensurveys von 1999, 2004 und 2009 erkennen lassen. Sie weisen in Ihrer Gesamtschau darauf hin, dass sich in Deutschland eine immer weitreichendere zivilgesellschaftliche Infrastruktur im Bildungssystem etabliert und ausdifferenziert hat und mutmaßlich auch weiterhin etablieren und ausdifferenzieren wird.
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

Schulfördervereine als freiwillige Vereinigungen in bildungsbezogenen Kontexten

5. Fördervereine als freiwillige Vereinigungen

Zusammenfassung
Mit der Expansion des bürgerschaftlichen Engagements im schulischen Kontext und der gleichzeitigen Pluralisierung der Organisationsformen, in denen das Engagement stattfindet, entstehen auch neue intermediäre Strukturen wie z.B. Vereine, die im schulischen Umfeld agieren. Exemplarisch dafür sind schulische Fördervereine, die – so Zimmer (2007) – in der Vereinslandschaft der Bundesrepublik Deutschland ein noch relativ junges Phänomen darstellten und die stark am quantitativen Wachstum der Vereinslandschaft der letzten Jahrzehnte insgesamt beteiligt gewesen seien.
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

6. Strukturmerkmale von Schulfördervereinen: Ergebnisse der quantitativen Vereinsbefragung

Zusammenfassung
Vor dem skizzierten konzeptionellen Hintergrund über Vereine als freiwillige Vereinigungen und der besonderen Betonung der Dienstleistungsfunktion von Schulfördervereinen zugunsten der jeweils assoziierten Schule werden in diesem Kapitel Strukturmerkmale von Schulfördervereinen auf der Basis der oulinebasierten Befragung von Funktionsträgern in den 401 untersuchten Vereinen präsentiert und diskutiert.
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

Vereinsrealitäten und Vereinstypen

7. Dimensionierung der Interviews: Vereinsarbeit in der Praxis

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der onlinebasierten Vereinsbefragung werden im Folgenden die empirischen Befunde der qualitativen Interviews mit Funktionsträgern in den ausgewählten 22 Schnlfördervereinen in Berlin, Brandenburg und Paderbom präsentiert.
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

8. Typisierung von Schulfördervereinen: Mitgliederzusammensetzung und Vereinsführung

Zusammenfassung
Die inkrementale Vorgehensweise von Schulfördervereinen zur Gewinnung von (Vorstands-)Mitgliedern wie auch zur Realisierung einer Vielfalt von Maßnahmen im schulischen Umfeld, die in Kapitel 7 beschrieben wurden, durchziehen nach unseren Ergebnissen die Vereinspraxis der untersuchten Schulfördervereine weitgehend durchgängig. Die Formen der Ausgestaltung der konkreten Vereinsarbeit unterscheiden sich zwischen den untersuchten Schulfördervereinen hingegen grundlegend, wie die qualitativen Interviews zu erkennen geben.
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

Zusammenfassung und Ausblick

Frontmatter

9. Zusammenfassung

Zusammenfassung
Die sukzessive Neugestaltung administrativ-rechtlicher Rahmenbedingungen zur Steuenmg und Koordinierung des Bildungssystems in Deutschland hat nicht nur zu einer Profilierung von Elementen der Wettbewerbssteuenmg und marktförmigen Gestaltung des staatlich regulierten Schulsystems beigetragen (vgl. z.B. Altrichter & Maag Merki, 2010; Bellmann & Weiß, 2009; Berkemeyer, Feldhoff, & Brüsemeister, 2008).
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

10. Ausblick

Zusammenfassung
Prospektiv betrachtet muss natürlich offen bleiben, in welcher Weise sich die Diskussionen über das bürgerschaftliche Engagement in schulischen Kontexten und speziell in Schulfördervereinen in den nächsten Jahren weiterentwickeln und ausdifferenzieren werden. Einen maßgeblichen Einfluss darauf dürften das sich weiterhin wandelnde Verständnis von Staatsaufgaben und die damit verbundene veränderte Aufgabenteilung im „Wohlfahrtsmix“ zwischen Staat, Wirtschaft, Nonprofit-Sektor und Privathaushalten haben (vgl. dazu schon Evers & Olk, 1996b).
Sebastian Braun, Stefan Hansen, Ronald Langner

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