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19.12.2018 | Bürobau | Im Fokus | Onlineartikel

Neues Rathaus in Freiburg mit DGNB Preis "Nachhaltiges Bauen" prämiert

Autor:
Christoph Berger

Der zum sechsten Mal gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen und der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis vergebene DGNB Preis "Nachhaltiges Bauen" ging in diesem Jahr an das neue Rathaus Freiburg.

Klimaschutz, Innovation und Baukultur: Das Freiburger Rathaus sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie öffentliche Gebäude einen Vorbildcharakter für die Umsetzung ökologischer und architektonischer Standards haben können, erklärt DGNB-Präsident Prof. Alexander Rudolphi bei der Preisverleihung im Rahmen des 11. Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf.

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Energie – Gebäudeperformance in Planung und Betrieb optimieren

Die gesetzlichen und normativen Anforderungen an den Energieverbrauch, sowie die Anforderungen an die Behaglichkeit in Gebäuden nehmen stetig zu. Umso wichtiger ist es dem Thema Energie im Rahmen der integralen Planung hocheffizienter Gebäude entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen.


Das von dem Büro Ingenhoven Architects entworfene Freiburger Rathaus gilt als erstes öffentliches Netto-Plusenergiegebäude der Welt. Nullenergiegebäude bedeutet, dass der Energiebedarf neuer Gebäude auf ein Minimum reduziert und der verbleibende Endenergiebedarf zu einem großen Teil aus lokal erzeugten Erneuerbaren Energien gedeckt werden muss, so die Autoren des Kapitels "Energie – Gebäudeperformance in Planung und Betrieb optimieren" im Springer-Fachbuch "Gebäude.Technik.Digital." Demnach haben Netto-Nullenergiegebäude einen Anschluss an die Versorgungsnetze, welche die Funktion eines Speichers übernehmen. Die Autoren weiter: "Der Energiebezug (input) wird mit Gutschriften (Eigendeckung, Einspeisung) verrechnet; entsprechen die Gutschriften dem Bedarf, ist die Nullenergiebilanz erfüllt, bei einem Überschuss spricht man von einem "Plusenergiegebäude"." Im Fall des Freiburger Rathauses wird die überschüssige Energie ins Freiburger Stadtnetz eingespeist.

Mit Photovoltaik-Modulen belegte Holzfassade

Für ein Verwaltungsgebäude eher ungewöhnlich, so die Jury, seien bei dem Rathaus die energetischen Anforderungen des Passivhausstandards als Orientierung verwendet worden. "Passivhäuser sind Gebäude, in denen sowohl im Winter als auch im Sommer behagliche Temperaturen ohne ein separates Heizungs- oder Klimatisierungssystem erreicht werden", schreibt Hartmut Frey im Kapitel "Passivhausgestaltung" des Springer-Fachbuchs "Energieautarke Gebäude". Darin sind auch die Technologien aufgeführt, die prinzipiell in Passivhäusern genutzt werden. In Freiburg kommen Solar- und Geothermie zur Stromgewinnung sowie zum Heizen und Kühlen zum Einsatz: Der Primärenergiebedarf des Gebäudes für Heizung, Kühlung, Belüftung und Warmwassererzeugung liegt bei 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter.

Ein weiteres überzeigendes Argument für die Jury stellt die Lärchenholzfassade aus lokalem Waldbestand dar. Darin eingearbeitet sind bewegliche Vertikallamellen, die mit Photovoltaik-Modulen belegt sind – sie dienen sowohl der Energiegewinnung als auch der Verschattung zugleich.

In dem Gebäude finden das Verwaltungszentrum und eine Kindertagesstätte Platz – insgesamt 840 Mitarbeiter, die zuvor an 16 verschiedenen Standorten arbeiteten.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Passivhausgestaltung

Quelle:
Energieautarke Gebäude

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Solarthermie

Quelle:
Regenerative Energiesysteme

2019 | OriginalPaper | Buchkapitel

Energiekonzepte

Quelle:
Technischer Ausbau von Gebäuden

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