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29.08.2017 | Bürobau | Im Fokus | Onlineartikel

Büroflächen für das Wohlbefinden

Autor:
Christoph Berger

Gesundheit und Wohlbefinden sind im Hinblick auf die Arbeitswelt und den Arbeitsplatz wesentliche Aspekte der Millennial-Generation. Diese Erwartungen können durch entsprechende Bürolandschaften unterstützt und befördert werden.

"Die Arbeitswelt ist in Bewegung. Menschen streben immer mehr nach Selbstverwirklichung und legen Wert auf ein Arbeitsumfeld, in dem sie ihre Potenziale optimal einsetzen können und sich wohlfühlen", schreibt Smaranda Beate Keller im Kapitel "Innovative Arbeitswelten nachhaltig gestalten" des Springer-Fachbuchs "CSR und Nachhaltige Innovation". Dabei habe gerade die Generation Y, auch Digital Natives, Millennials oder Nexters genannt, Erwartungen an Unternehmen, die diese heute oft noch nicht erfüllen könnten.

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Keller beschreibt, dass sich diese Generation vor allem durch das Aufwachsen in der digitalen Welt von vorherigen Jahrgängen unterscheide. Sie zählt für die Generation folgenden charakteristischen Eigenschaften auf: "Sie sind gut ausgebildet, selbstbewusst, offen und flexibel. Sie legen großen Wert auf technische Ausstattung sowie räumlich und zeitlich flexible Arbeitsorganisationen und nicht zuletzt auf ein inspirierendes und wertschätzendes Arbeitsumfeld." So würden laut einer Forsa‐Umfrage 90 Prozent der Befragten unter 35 Jahren für ihre Zufriedenheit die Ausstattung des Büros als für sie persönlich wichtig oder sehr wichtig bewerten. Über 60 Prozent würden bei einem Jobwechsel für ein attraktives Büro sogar ein geringeres Gehalt akzeptieren.

Wohlbefinden ist keine Modeerscheinung

Eine Bewertung, die durch den neuen Bericht "Well Workplace" von Cushman & Wakefield nun noch einmal unterstrichen wird. Das Gewerbeimmobilien-Beratungsunternehmen kommt darin zu dem Schluss, dass Projektentwickler und Vermieter profitieren, die bei der Investition in Büroflächen das Wohlbefinden der Nutzer besonders berücksichtigen.

Bewährte Instrumente sind demnach eine gute Beleuchtung, eine effiziente Flächenplanung und der Einsatz von Pflanzen. Und auch die Vermieter könnten Preiszuschläge für Immobilien fordern, die Gesundheit, Wohlbefinden und Motivation der Arbeitsplatznutzer fördern. Dabei handele es sich nicht um eine Modeerscheinung auf dem Gewerbeimmobilienmarkt, sondern um ein Zeichen von Wertschätzung. "Der Anspruch an die Immobilienwirtschaft insgesamt ist eindeutig: Die Planung und die Einrichtung von Arbeitsplätzen müssen sich ändern, um zukunftsfest zu werden", sagt die Autorin des Berichts Sophy Moffat.

Keine einfache Umsetzung

Zudem nennt sie drei Thesen, wie die Kenngröße Wellbeing, also das Wohlbefinden, die Immobilienwirtschaft zukünftig beeinflussen werde. So würden erstens die mit der Thematik zusammenhängenden Teilaufgaben – bisher liegen sie bei der Personalabteilung und dem Facility Management – an Community Manager übertragen. Dabei werde das Büro als abgeschlossene Einheit für einen bestimmten Nutzer abgelöst von durchlässigen Arbeitsplätzen für mehrere sich überlappende Organisationen. Die zweite These geht davon aus, dass es vor allem Unternehmen aus dem Wissensbereich sein werden, die mit ihren Bürogebäuden das Wohlbefinden fördern werden. Dabei werden gesundheitsförderliche und intelligente Büroarbeitsplätze für die Spitzentalente zur obersten Priorität und damit unabdingbar für die Anmietungsentscheidung von führenden Unternehmen. Und drittens werde es der technologische Fortschritt künftig erlauben, dass die Auswirkungen von Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter auf die betriebliche Performance nicht länger erst rückwirkend analysiert werden, sondern künftig vorhergesagt werden können. Zum Beispiel sei es mithilfe permanenter Gesundheits- und Wohlbefindensmessungen möglich, Krankheitstage vorherzusagen. Dann sei es möglich, Kapazitätslücken frühzeitig zu steuern sowie die zukünftigen Krankheitskosten der Mitarbeiter zu berechnen.

Dass die Umsetzung derartiger Vorhaben nicht immer ganz einfach ist, scheint sich derzeit beim Bezug der neuen Apple-Zentrale im kalifornischen Cupertino zu zeigen. Wie Wired und andere Medien berichten, soll Apples Vizepräsident Johny Srouji beim erstmaligen Sehen der Büropläne in etwa gesagt haben: "Das ist großer Mist." Er bezog sich damit auf die offen angelegten Büros mit langen Tischen und Bänken, die für eine teamübergreifende Kommunikation vorgesehen sind. Die Entwicklungsabteilung für Prozessoren bekommt daher nun ein eigens auf ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Nebengebäude.

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