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Building Information Modeling

Technologische Grundlagen und industrielle Praxis

  • 2021
  • Buch

Über dieses Buch

Building Information Modeling (BIM) ist eine innovative Technologie, die auf der durchgängigen Verwendung digitaler Bauwerksmodelle für alle Planungs-, Ausführungs- und Betriebsprozesse beruht. Das Buch erläutert ausführlich die informationstechnischen Grundlagen der BIM-Methode und vermittelt dem Leser fundiertes Wissen zu allen wesentlichen Aspekten. Die stark überarbeitete zweite Auflage geht ausführlich auf neuste Entwicklungen, u. a. im Bereich der Ausarbeitungsgrade, der BIM-Rollen und der Standardisierung ein und gibt einen vertieften Einblick in die erfolgreiche Einführung von BIM bei namhaften Auftraggebern, Planungsbüros und Bauunternehmen.

Inhaltsverzeichnis

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  1. Frontmatter

  2. 1. Die BIM-Methode im Überblick

    André Borrmann, Markus König, Christian Koch, Jakob Beetz
    Der Beitrag 'Die BIM-Methode im Überblick' untersucht die Digitalisierung im Bauwesen und die Vorteile von Building Information Modeling (BIM). BIM ermöglicht eine durchgängige Nutzung digitaler Bauwerksmodelle über den gesamten Lebenszyklus, von der Planung bis zum Betrieb und Rückbau. Im Vergleich zu traditionellen Zeichnungsmethoden bietet BIM eine konsistente Datenverwaltung und -nutzung, die Fehler reduziert und die Effizienz steigert. Der Text beleuchtet die historische Entwicklung von BIM, internationale Einführungsstrategien und die technischen Herausforderungen bei der Implementierung. Besondere Aufmerksamkeit wird den verschiedenen Anwendungsfällen und den erforderlichen technischen Werkzeugen geschenkt, die für eine erfolgreiche BIM-Nutzung notwendig sind. Zudem werden die notwendigen Vertragsvereinbarungen und die Rolle von Standards wie IFC (Industry Foundation Classes) detailliert erläutert. Der Beitrag bietet somit einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen und die praktische Anwendung von BIM im Bauwesen.
  3. Technologische Grundlagen

    1. Frontmatter

    2. 2. Grundlagen der geometrischen Modellierung

      André Borrmann, Volker Berkhahn
      Der Beitrag behandelt die Grundlagen der geometrischen Modellierung im Kontext von Building Information Modeling (BIM). Ein Building Information Model (BIM) umfasst alle relevanten Informationen für die Planung, den Bau und den Betrieb eines Gebäudes, wobei die dreidimensionale Gebäudegeometrie eine zentrale Rolle spielt. Im Gegensatz zur konventionellen Zeichnungsgestützten Planung wird die Planung und Konstruktion direkt am 3D-Modell durchgeführt, was zu konsistenten Plänen und einer Reduktion von Fehlerquellen führt. Neben der reinen geometrischen Modellierung sind semantische Zusatzinformationen erforderlich, um normgerechte Pläne zu generieren. Das 3D-Modell ermöglicht Kollisionsanalysen, präzise Mengenermittlung und den Anschluss von Berechnungs- und Simulationsverfahren. Der Beitrag unterscheidet zwischen expliziten und impliziten Verfahren zur Geometriebeschreibung, wobei die Boundary Representation (BRep) und die Constructive Solid Geometry (CSG) als wichtige Methoden vorgestellt werden. Besondere Aufmerksamkeit wird der parametrischen Modellierung geschenkt, die es ermöglicht, geometrische Modelle flexibel an veränderte Randbedingungen anzupassen. Freiformkurven und -flächen werden als wichtige Werkzeuge für die Modellierung komplexer Bauwerke hervorgehoben. Der Beitrag bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Ansätze und Methoden der geometrischen Modellierung und deren Bedeutung für das Building Information Modeling.
    3. 3. Datenmodellierung

      Mathias Artus, Christian Koch, Markus König
      Das Kapitel beschäftigt sich mit der Datenmodellierung im Bauwesen und der Bedeutung semantischer Informationen in digitalen Bauwerksmodellen. Es wird erläutert, warum reine geometrische Daten nicht ausreichen und wie semantische Daten zur umfassenden Beschreibung von Bauwerken beitragen. Verschiedene Modellierungskonzepte wie Entity-Relationship-Diagramme, UML und XML werden vorgestellt und anhand eines Beispiels erläutert. Besondere Aufmerksamkeit wird den Herausforderungen gewidmet, die bei der Modellierung von Bauwerksinformationen auftreten, wie beispielsweise die Bestimmung des richtigen Detaillierungsgrades und die Modellierung unterschiedlicher Sichten auf ein Objekt. Abschließend werden Strategien zur Bewältigung dieser Herausforderungen diskutiert.
    4. 4. Prozessmodellierung

      Markus König
      Das Kapitel befasst sich mit der Prozessmodellierung im Kontext der BIM-Methodik. Es wird betont, dass die Betrachtung der Prozesse, bei denen digitale Bauwerksinformationen erstellt, verändert und verwendet werden, ein wichtiger Bestandteil der BIM-Methodik ist. Diese Prozesse werden von verschiedenen Fachplanern und Unternehmen ausgeführt und müssen koordiniert werden. Die Prozesslandschaft umfasst Planungs-, Kommunikations-, Datenaustausch-, Geschäfts-, Controlling-, Ausführungs- und Bewirtschaftungsprozesse. Eine erfolgreiche Einführung von BIM-Technologien erfordert eine systematische und korrekte Beschreibung dieser Prozesse und deren Zusammenspiel. Die dynamische Ergänzung und Änderung von Prozessen ist ebenfalls von Bedeutung. Die Prozessmodellierung im Bauwesen kann unabhängig von der BIM-Methode angewendet werden und wird in vielen Industrie- und Wirtschaftsbereichen bereits erfolgreich eingesetzt. Das Kapitel geht auch auf die Herausforderungen traditioneller, funktional-orientierter Organisationsstrukturen ein und betont die Notwendigkeit einer prozessorientierten Denkweise für eine erfolgreiche BIM-Implementierung. Workflow-Management-Systeme und Modellierungsansätze wie IDEF und BPMN werden vorgestellt, um die Prozesse zu beschreiben und zu automatisieren. Die Bedeutung von transparenten Prozessen für die Qualitätssicherung und Nachvollziehbarkeit wird hervorgehoben. Das Kapitel bietet eine umfassende Einführung in die Grundlagen und Anwendungen der Prozessmodellierung und Workflow-Management im Bauwesen.
    5. 5. Software-Interoperabilität im Bauwesen – Hintergrund und Motivation

      André Borrmann, Christian Koch
      Der Beitrag untersucht die Bedeutung der Software-Interoperabilität im Bauwesen, insbesondere im Kontext des Building Information Modeling (BIM). Es wird die Notwendigkeit eines einheitlichen Datenaustauschformats hervorgehoben, um die manuelle Neueingabe von Daten zu vermeiden und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Softwarewerkzeugen zu verbessern. Die Herausforderungen durch die Fragmentierung der Bauindustrie und die Vielfalt der eingesetzten Softwareprodukte werden beleuchtet. Ein zentraler Punkt ist die Einführung des IFC-Datenmodells durch die Organisation buildingSMART, das als Standard für den Datenaustausch im BIM-Kontext dient. Weitere relevante offene Standards und deren Bedeutung für die Umsetzung von Open BIM werden ebenfalls diskutiert. Das Konzept der Linked Data und dessen zunehmende Bedeutung für die Vernetzung von Datenmodellen rundet den Beitrag ab.
    6. 6. Industry Foundation Classes – Ein herstellerunabhängiges Datenmodell für den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks

      André Borrmann, Jakob Beetz, Christian Koch, Thomas Liebich, Sergej Muhič
      Das Industry Foundation Classes (IFC) Datenmodell ist ein herstellerunabhängiges Datenmodell, das den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks abdeckt. Es wurde in den späten 1980er Jahren entwickelt, um den Datenaustausch im Bauwesen zu verbessern. Das IFC-Datenmodell basiert auf der STEP-Spezifikation und verwendet die Datenmodellierungssprache EXPRESS. Es ermöglicht die semantische Beschreibung von Bauwerken und deren geometrische Repräsentation. Das Modell ist in mehrere Schichten aufgeteilt, darunter Core Layer, Shared Layer, Domain Layer und Resource Layer. Jede Schicht hat spezifische Aufgaben und enthält verschiedene Entitäten und Beziehungen. Das IFC-Datenmodell wird in verschiedenen Formaten wie SPFF, ifcXML und ifcOWL bereitgestellt und findet breite Anwendung in der Bauindustrie. Es unterstützt die Interoperabilität zwischen verschiedenen Softwareanwendungen und ist ein wesentlicher Bestandteil der BIM-Strategie. Das Datenmodell wird kontinuierlich weiterentwickelt, um den Anforderungen der Bauindustrie gerecht zu werden.
    7. 7. Prozessbasierte Definition von Modellinhalten

      Jakob Beetz, André Borrmann, Matthias Weise
      Das Kapitel beschäftigt sich mit der prozessbasierten Definition von Modellinhalten in BIM-Modellen, die im Laufe eines Projektes erstellt werden. Es wird gezeigt, wie durch die Festlegung von Anforderungen an Bauteile, Rollen und Aufgaben der Beteiligten die Komplexität der Modelle reduziert werden kann. Besonders hervorgehoben wird die Methode der Information Delivery Manuals (IDM) und Model View Definitions (MVD), die von buildingSMART entwickelt wurde. Diese Methode ermöglicht eine standardisierte Vereinbarung über den Modellinhalt und reduziert Interpretationsspielräume. Durch die Fokussierung auf bestimmte Anwendungsbereiche wird die Implementierung vereinfacht und die Qualität der ausgetauschten Daten erhöht. Das Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der Vorteile und der zukünftigen Entwicklungen in diesem Bereich.
    8. 8. Ausarbeitungsgrade von BIM-Modellen

      Jimmy Abualdenien, André Borrmann, Markus König
      Das Kapitel beleuchtet die Bedeutung der Ausarbeitungsgrade von BIM-Modellen in der konventionellen Planung und Ausführung von Bauprojekten. Historisch wurden diese Grade durch den Planmaßstab bestimmt, während digitale Bauwerksmodelle keine Maßstäbe kennen und daher andere Konzepte wie das Level of Development (LOD) erfordern. Das LOD-Konzept unterscheidet sich vom Level of Detail (LoD) durch die Berücksichtigung der Informationsreife und Zuverlässigkeit der Modellinformationen. Das Kapitel erläutert die verschiedenen LOD-Stufen und deren Anwendung in der Praxis, sowie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu anderen internationalen Konzepten und Standards. Besonders interessant ist die Darstellung der spezifischen Anforderungen und Definitionen in verschiedenen Ländern und Branchen, sowie die Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Vereinbarung von Modellinhalten und -beschaffenheit in BIM-Projekten.
    9. 9. Zertifizierung von BIM-Software

      Rasso Steinmann
      Der Fachtext beleuchtet die Ziele und den Prozess der Software-Zertifizierung durch buildingSMART, insbesondere die Entwicklung und Anwendung des IFC-Datenformats. Die Zertifizierung soll die Qualität der BIM-Software sichern und den Anwendern Orientierung bieten. Der Text beschreibt die verschiedenen Versionen der Zertifizierung, die Weiterentwicklung der Testmethoden und die Nutzung von mvdXML zur Automatisierung. Besondere Aufmerksamkeit wird der Herausforderung gewidmet, ein hohes Qualitätsniveau zu gewährleisten und die Erwartungen der Anwender zu erfüllen. Die Zertifizierung wird als entscheidende Grundlage für den erfolgreichen Datenaustausch in BIM-Prozessen dargestellt, wobei auch die Modellierungsqualität der BIM-Daten eine wichtige Rolle spielt.
    10. 10. Ordnungssysteme im Bauwesen: Terminologien, Klassifikationen, Taxonomien und Ontologien

      Jakob Beetz
      Das Kapitel untersucht die Bedeutung von Ordnungssystemen im Bauwesen, die seit den Zeiten des römischen Ingenieurs Marcus Vitruvius Pollio eine zentrale Rolle spielen. Es beleuchtet die Entwicklung von Terminologien, Klassifikationen, Taxonomien und Ontologien, die heute unerlässlich sind für die effiziente Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachplanern, Produktherstellern und Bauausführenden. Besonders hervorgehoben werden moderne Anwendungen wie das buildingSMART Data Dictionary und die Industry Foundation Classes, die durch maschinenlesbare Formalisierung des Wissens die Automatisierung und Interoperabilität im Bauwesen vorantreiben. Die Integration dieser Systeme in BIM-Modelle und die Nutzung von Semantic Web und Linked Data werden als zukunftsweisende Technologien dargestellt, die die Effizienz und Präzision im Bauwesen weiter steigern.
    11. 11. Linked Data im Bauwesen

      Jakob Beetz, Pieter Pauwels, Kris McGlinn, Seppo Tormä
      Das Kapitel 'Linked Data im Bauwesen' beleuchtet die Herausforderungen und Lösungen im Bereich der Informationsintegration und -austausch im Bauwesen. Es wird erläutert, wie Linked Data auf den Grundlagen des Semantic Web aufbaut und wie diese Technologie die Interoperabilität zwischen verschiedenen Datenquellen und -modellen verbessert. Besonders wird auf die Anwendung von Linked Data im Bauwesen eingegangen, einschließlich der Verwendung von Ontologien und Vokabularen zur semantischen Anreicherung von Gebäudedaten. Der Text beschreibt auch die Möglichkeiten zur Verknüpfung von Multi-Modellen und die Nutzung von Linked Data in Common Data Environments. Abgerundet wird das Kapitel durch die Darstellung von Anwendungsfällen und die Diskussion über die Vorteile und Herausforderungen der Implementierung von Linked Data im Bauwesen.
    12. 12. 3D-Stadtmodellierung: CityGML

      Sebastian Ebertshäuser, Thilo Brüggemann, Petra von Both
      Das Kapitel beleuchtet die Bedeutung von 3D-Stadtmodellierung und die Rolle des CityGML-Standards in diesem Bereich. CityGML ermöglicht eine vereinheitlichte Abbildung urbaner Strukturen und unterstützt vielfältige Anwendungen wie Telematik- und Navigationssysteme sowie Augmented-Reality-Applikationen. Die Standardisierung von CityGML durch das Open Geospatial Consortium (OGC) und seine Integration in internationale Normen wie ISO 191xx werden detailliert beschrieben. Besonders hervorgehoben wird die Flexibilität und Interoperabilität von CityGML, die es zu einem wichtigen Werkzeug für die fachübergreifende Zusammenarbeit macht. Die Entwicklung und Anwendung von CityGML in verschiedenen Kontexten, einschließlich der INSPIRE-Richtlinien der Europäischen Union, zeigen die zunehmende Bedeutung und Akzeptanz dieses Standards in der Geoinformatik und Stadtplanung.
    13. 13. BIM-Programmierschnittstellen

      Julian Amann, Sebastian Esser, Thomas Krijnen, Jimmy Abualdenien, Cornelius Preidel, André Borrmann
      Das Kapitel behandelt die verschiedenen Methoden und Verfahren zum Zugriff auf IFC-Daten im Bauwesen. Es wird sowohl auf den Early-Binding-Ansatz eingegangen, bei dem Entitäten des EXPRESS-Schemas in eine Hochsprache abgebildet werden, als auch auf den Late-Binding-Ansatz, der ein generisches, datenmodellunabhängiges Interface verwendet. Darüber hinaus werden XML-basierte IFC-Daten und deren Verarbeitung mittels SAX und DOM erläutert. Visuelle Programmiersprachen und webbasierte Schnittstellen werden ebenfalls thematisiert, um die Nutzung von BIM-Daten zu erleichtern. Besonders interessant sind die praktischen Beispiele und die Diskussion über die Vorteile und Herausforderungen der verschiedenen Ansätze.
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Titel
Building Information Modeling
Herausgegeben von
Prof. Dr. André Borrmann
Prof. Dr. Markus König
Christian Koch
Dr. Jakob Beetz
Copyright-Jahr
2021
Electronic ISBN
978-3-658-33361-4
Print ISBN
978-3-658-33360-7
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-33361-4

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