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BIM stellt Geschäftsmodelle infrage

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Das Digitale Bauen stellt eine zentrale und globale Zukunftstechnologie an der Schnittstelle aller an der Wertschöpfungskette Beteiligten dar.


Die Methode Building Information Modeling, kurz BIM, bringt nicht nur Effizienz in die Steuerung von Bauprojekten. Laut einer aktuellen Studie stellt ihr Einsatz auch die Geschäftsmodelle vieler Unternehmen infrage.

Die von der Unternehmensberatung Roland Berger erstellte Studie "Turning point for the construction industry – The disruptive impact of Building Information Modeling (BIM)" kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Markt für BIM-Anwendungen zwischen 2014 und 2022 voraussichtlich vervierfachen wird. Dies würde einen Anstieg von 2,7 auf etwa 11,5 Milliarden US-Dollar bedeuten.

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2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Building Information Modeling

Dieses Kapitel führt in das Thema Digitales Planen, Bauausführen und Betreiben mit der Methode Building Information Modeling, kurz BIM, ein. Die Einführung erklärt Hintergründe und diskutiert Veränderungen und den Mehrwert für die Bau- und TGA-Branche im integralen Planungsprozess.


Die Berater sind vor dem Hintergrund dieses Anstiegs davon überzeugt, dass sich BIM zum einen zum Standard für die gesamte Bauindustrie entwickeln wird, zum anderen, dass Unternehmen abgehängt werden, die die Methode nicht einsetzen. Unternehmen, die auf der Plattform nicht sichtbar seien und denen der Abstimmungsprozess zu zeit- und kostenaufwändig sei, würden mittelfristig aus dem Markt gedrängt werden, heißt es.

Eine zentrale und globale Zukunftstechnologie

So heißt es auch im Kapitel "Building Information Modeling" des Springer-Fachbuchs "Gebäude.Technik.Digital.": „"Die Themen Digitales Bauen und Interoperabilität im Planungsprozess zählen zu den wichtigsten Herausforderungen im Bereich des Bauens der Zukunft. Mit der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung stellt das Digitale Bauen eine zentrale und globale Zukunftstechnologie an der Schnittstelle aller an der Wertschöpfungskette Beteiligten dar, insbesondere an den Prozessen Entwerfen und Planen (CAD), Fertigen und Produzieren (CAM), Bauausführen sowie Betreiben (CAFM)."

Doch, so die Berater von Roland Berger: Durch den BIM-Einsatz lassen sich Bauprojekte nicht nur schneller und effizienter steuern, die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen werden auch Marktteilnehmer zwingen, ihre Geschäftsmodelle zu revidieren. Beispielsweise könnten Architekten und Planer mit BIM direkt über Dienstleister und Materialien entscheiden. Im bereits erwähnten Kapitel "Building Information Modeling" schreibt Christoph von Treeck dazu: "Neben dem Austausch von Modellinhalten über ein BIM-Datenaustauschformat spielen jedoch auch Herstellerproduktdatenkataloge und Klassifikationssysteme eine wichtige Rolle." Computerlesbare Herstellerproduktdatenkataloge, die teilweise auch direkt als softwarespezifische Plug-In-Lösungen für CAD-Umgebungen erhältlich seien, würden die Modellbibliotheken in einem CAD-System ergänzen.

Produktentscheidungen rücken im Bauprozess nach vorne

Die Berater prophezeien zudem, dass etwa Bauprojekte mit niedrigen Margen noch stärker unter Druck stehen werden; lukrative Nachträge für Bauunternehmen würden wegfallen. Und auch Generalunternehmer und Baustoffhändler werden deutlich an Einfluss verlieren, da die Material- und Produktentscheidung im Bauprozess immer weiter nach vorne verlagert werde.

Kai-Stefan Schober, Partner von Roland Berger, sagt: "All das bedeutet, dass sich die Geschäftsverhältnisse innerhalb der Bauindustrie verändern: Designer und Planer werden direkt mit Baustoffherstellern in Kontakt treten. Händler sollten ihre Geschäftsmodelle überdenken und sich zum Beispiel als Anbieter modularer Baukästen für ganzheitliche Baustofflösungen auf dem Markt etablieren."

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    Digitale Transformation_/© Robert Kneschle_Fotolia