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01.08.2019 | Building Information Modeling | Im Fokus | Onlineartikel

Erfahrungen mit BIM nehmen zu

Autor:
Christoph Berger

Wurde die Methode Building Information Modeling (BIM) anfangs von manchem noch skeptisch bewertet, nehmen die Erfahrungen mit ihr inzwischen zu. Doch es gibt weiterhin zu überwindende Hürden beim BIM-Einstieg.

"Building Information Modeling (BIM) steht für eine kooperative Arbeitsmethode. Ein digitales, meist dreidimensionales, objektorientiertes Bauwerksmodell dient als Grundlage zur konsistenten Erfassung und Verwaltung aller für den Lebenszyklus eines Bauwerkes relevanter Daten und Informationen", schreibt Sven Oettinghaus in seinem Fachbeitrag "Digitales Bauen mit Building Information Modeling – der digitale Zwilling" in der Springer-Fachzeitschrift "Wasserwirtschaft". Diese Methodik erfordert allerdings eine transparente und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller am Planungsprozess Beteiligten, wie er weiter ausführt: So würde sich durch den BIM-Einsatz nicht nur die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ändern, sondern auch die Kommunikation innerhalb der Projektteams.

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Genau diese kooperative Zusammenarbeit und Kommunikation sind es, die die Baubranche in den kommenden Jahren prägen und grundlegend verändern werden. Davon sind auch sechs von zehn durch das Beratungsunternehmen PwC für die Studie "Digitalisierung der deutschen Bauindustrie" befragten Entscheider aus den Bereichen Planung & Design, Bau und Anlagenbau überzeugt. 50 Prozent rechnen sogar damit, dass sich das Geschäftsmodell des eigenen Unternehmens aufgrund von BIM stark wandeln wird.

BIM und Infrastrukturprojekte

Ein weiteres Ergebnis der Studie: 52 der deutschen Bauunternehmen haben bereits BIM-Erfahrungen in Bauprojekten gesammelt – im Durchschnitt in 17 Prozent der Projekte. 80 Prozent der Befragten gaben an, in den nächsten Jahren mit der Methode arbeiten zu wollen. Ein hoher Prozentsatz, wobei die Meinungen über die Motivation zum BIM-Einsatz sicher unterschiedlich ausfallen dürften – auch wenn 46 Prozent der Befragten von positiven Erfahrungen, 44 Prozent von Arbeitserleichterungen, 39 Prozent von effizienteren Arbeitsabläufen und 36 Prozent von kürzeren Plan- und Bauzeiten sowie einer besseren Zusammenarbeit mit den am Projekt beteiligten Akteuren berichten.

Klar ist hingegen: Ab 2020 wird BIM bei allen neuen öffentlichen Infrastrukturprojekten in Deutschland verbindlich. Zudem gaben rund 60 Prozent der befragten Entscheider an, dass in zehn Prozent der im letzten Jahr ausgeschriebenen Projekte bereits der BIM-Einsatz gefordert worden war. In acht von zehn Ausschreibungen sei darüber hinaus nach weiteren Technologien gefragt worden: 3D-Druck (40 %), Cloud-Technologie und 3D-Laserscanning (jeweils 34 %).

Woher die BIM-Experten nehmen?

BIM wird also kommen. Und die Erfahrungen mit der Methode nehmen zu. Doch nur 18 Prozent der Unternehmen haben eine fertige und ausgereifte BIM-Strategie, nach der gearbeitet wird, wie PwC weiter festgestellt hat. 39 Prozent sind allerdings gerade dabei, eine solche zu erarbeiten, halten sie jedoch noch nicht für ausgereift. Nur zwölf Prozent haben keine BIM-Strategie und planen auch keine. Wie Unternehmen BIM in ihre Arbeit integriert haben, wird unter anderem im Springer-Fachbuch "Building Information Modeling" anhand zahlreicher Beispiele gezeigt: "Hochtief Solutions", "Max Bögl" und "Obermeyer“ berichten darin, neben einigen weiteren Firmen, von ihren BIM-Erfahrungen.

Für das noch etwas zögerliche Vorgehen bei der BIM-Einführung identifizierten die Berater mehrere Hürden: 63 Prozent der Entscheider gaben an, dass das digitale Bauen aus technischer Sicht anspruchsvoll sei; 52 Prozent halten BIM für aufwändig in der Umsetzung; ebenso nennen 52 Prozent fehlende Fachkräfte als Einstiegshindernis; und 48 Prozent nennen die hohe Investitionen als Hürde. Überhaupt können mehr als drei Viertel die Kosten der technischen Implementierung von BIM nicht einschätzen.

Gefragt nach Maßnahmen, die den BIM-Einsatz erleichtern würden, forderten 61 Prozent den einen schnelleren Ausbau der digitalen Infrastruktur. Aber auch die finanzielle Förderung durch den Bund und mehr Anreize seitens der Auftraggeber für eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit sehen mehr als die Hälfte der Befragten als sehr wichtig an. Etwa 50 Prozent fordern mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten – beispielsweise zum BIM-Modellierer und BIM-Koordinator.

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