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14.09.2016 | Building Information Modeling | Im Fokus | Onlineartikel

BIM für den Bestand

Autor:
Christoph Berger
2:30 Min. Lesedauer

Nicht nur für neue Bauprojekte ist Building Information Modeling geeignet, um Termine und Kosten im Blick zu haben. Auch beim Bauen im Bestand kann die Methode eingesetzt werden.

Laut Dr. Andreas Bahner, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht, liegt es auf der Hand, dass für bereits bestehende Bauwerke keinerlei Modellierung vorliegt. Trotzdem ist er davon überzeugt, dass Building Information Modeling, kurz Bim, im Bestand ein Thema und möglich ist.

Bahner beschreibt, dass hierfür zunächst ein Bestandsmodell erstellt wird, um es dann mit einem BIM-Modell zu überlagern. Auf diese Weise sei es auch für Bestandsobjekte möglich, den Ist-Zustand präzise darzustellen.

Voraussetzungen für BIM im BiB

Klaus Entzian und Rolf Scharmann werden im Buchkapitel "BIM für Bauen im Bestand" des Springer-Fachbuchs "Building Information Modeling" präziser. Sie schreiben: "Grundsätzlich lässt sich die nach DIN ISO 7518 auf zwei Planvarianten basierende Arbeitsweise auch mit BIM umsetzen. Das heißt, es wird in zwei verschiedenen Modellen gearbeitet. Dies hat jedoch zur Folge, dass für Auswertungen wie zum Beispiel für die Ermittlung von Mengen und Kosten Daten aus beiden Modellen getrennt ermittelt und danach zusammengefasst werden müssen." Doch dadurch würden die Vorteile der modellbasierten vernetzten Arbeitsweise zum erheblichen Teil wieder aufgegeben.

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BIM für Bauen im Bestand

Bauen im Bestand (BiB) gewinnt zunehmend an Bedeutung und stellt besondere Anforderungen an Planung und Bauausführung. In der Regel beinhaltet BiB verschiedene Kombinationen der Zustände bzw. Prozesse „Neubau“, „Bestandserhaltung“ und „Abbruch“. Zunä


Alternativ ermögliche BIM für Bauen im Bestand, den gesamten Umbauprozess in einem Modell darzustellen. Dazu müssten die vom Umbau betroffenen Bauteile, die BIM‐Objekte, aber so gestaltet werden, dass diese die verschiedenen Zustände – Bestand, Abbruch oder Neubau – im Modell repräsentieren können. Die Zustände steuern laut den beiden Autoren die Farbdarstellung im Modell und die Zuordnung der Objektdaten zu den Modellauswertungen wie Leistungsbeschreibung, Kostenermittlung oder auch die Ermittlung von Entsorgungsaufwand für Abbruchmaterial.

Für die praktische Modellerstellung sei es zunächst erforderlich, den vorhandenen Baubestand abzubilden – was aber wiederum einen geeigneten BIM‐Objektkatalog mitsamt den erforderlichen Bauwerksinformationen voraussetze.

Auch für das Facility Management vorteilhaft

Doch schließlich ziehen auch Entzian und Scharmann das Fazit, dass die Anwendung von BIM beim Bauen im Bestand für alle Beteiligten erhebliche Vorteile bringen kann. "Durch die modellbasierte Arbeitsweise entsteht eine aktuelle, qualifizierte und wiederverwendbare digitale Gebäudedokumentation, die beim Bauen im Bestand oder im Facility Management für Planung, Angebotskalkulation, Arbeitsvorbereitung und Auftragsdokumentation sowie für VOB‐konforme Abrechnung genutzt werden kann." Sie erwähnen jedoch auch, dass effektives BIM‐Arbeiten die konsequente Anwendung nationaler und internationaler Standards (IFC, GAEB, STLB‐Bau) erfordert. Nur dann verstehen sich Beteiligte und deren EDV‐Systeme untereinander. Und: "Um mit dem BIM‐Gebäudemodell die notwendige Rechtssicherheit und VOB‐Konformität zu erreichen, sind STLB‐Bau‐ und DIN‐konforme Objekt‐ und Datenkataloge erforderlich."

Die im Fazit erwähnten Vorteile für BIM im Facility Management erwähnt auch Andreas Bahner. Das Modell "As-built-BIM" bringe dabei erhebliche Vorteile mit sich – es dokumentiere den tatsächlichen Ist-Zustand. "Dieser kann von den zugrundeliegenden Plänen mitunter erheblich abweichen, dabei ist für ein effektives Facility Management erforderlich, möglichst detailgetreue und exakte Informationen über das Objekt zu erhalten", erläutert er.

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