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12.07.2019 | Building Information Modeling | Im Fokus | Onlineartikel

Erste BIM-Siedlung im Einfamilienhausbau

Autor:
Christoph Berger

Im Südraum von Leipzig, in Kesselhain/Borna, entsteht Deutschlands erste mit Building Information Modeling (BIM) realisierte Siedlung im Einfamilienhausbau. 130 Bauplätze stehen dort zur Verfügung.

Das auf dem 76.000 Quadratmeter großen Areal entstehende Siedlungsprojekt zählt zu den größten Neubaugebieten südlich von Leipzig. Zur Verfügung stehen dort 130 Bauplätze unterschiedlicher Größe – bebaut werden sie mit Einfamilienhäusern, Doppelhäusern und Bungalows. Die bautechnische Ausstattung wird je nach Wahl zwischen EnEV-Standard und KfW 55 liegen. Vorrüstungen für später zu installierende Photovoltaikanlagen und Elektroladestellen sowie der Einsatz von Wärmepumpentechnologie für die Beheizung der Gebäude sind allerdings bereits gesetzte Ausstattungen. Weiterhin werden bei innenraumrelevanten Baustoffen ausschließlich emissionsarme Baumaterialien angeboten.

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Prinzipiell gilt beim Neubau: "Der Jahres-Primärenergiebedarf des Neubaus für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung muss 25 Prozent unter einem Referenzwert liegen. Das "Referenz-Wohngebäude" hat die gleiche Geometrie, Gebäudenutzfläche und Ausrichtung sowie die gleichen Baumaße wie das geplante Wohnhaus. Die Angaben für die Ausführung und technische Ausstattung des Referenzhauses stellt die EnEV in einer Tabelle bereit", schreiben Martina Klärle und Ute Langendörfer im Kapitel "Entwicklung von Plusenergie-Siedlungen" des Springer-Fachbuchs "Aktuelle Ansätze zur Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele" zu den aktuellen gesetzlichen Vorgaben für den energetischen Gebäudestandard. Demnach muss zudem auch "der Wärmeschutz der Gebäudehülle den spezifischen auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogenen Transmissionswärmeverlust des entsprechenden Referenzhauses sowie den von der EnEV 2014 vorgegebenen Höchstwert in Bezug auf die verschiedenen Wohnhaustypen um 20 Prozent unterschreiten".

Hausbau via Wohnhaus-Konfigurator

Im Projekt "Wohnen am Lerchenberg" werden Architektenpläne und baurechtliche Vorschriften wie zum Beispiel die Abstandsgrenzen für die jeweiligen Parzellen in einem Wohnhaus-Konfigurator hinterlegt. Über diesen können die Bauherren vieles nach den eigenen Wünschen gestalten, jedoch nur das, was sich auch baulich umsetzen lässt. Das so entstehende Haus wird dann nicht nur dreidimensional dargestellt, sondern auch mit einem Fixpreis versehen, der sich mit jeder vorgenommenen Änderung aktualisiert. Der Grundstückspreis sowie die Kosten für Vermessung, Kanalanschluss, Revisionsschächte usw. sind ebenfalls in dieser Angabe enthalten, sodass die Wünsche mit dem zur Verfügung stehenden Budget abgeglichen werden können. Darüber hinaus steht den Bauherren aber auch ein Bauherrenberater zur Seite. Da in dem Konfigurator in erster Linie regionale Firmen mit ihren Dienstleistungen hinterlegt sind, wird gleichzeitig vorrangig das regionale Handwerk gestärkt.

Als digitales System kann der Konfigurator schließlich noch eine individualisierte Baubeschreibung ausgeben. Gleiches gilt für die Baupläne, die sich aus dem 3D-Modell extrahieren lassen, sodass automatisch die nötigen Unterlagen für den Notartermin, für das Genehmigungsverfahren, für die Leistungsverzeichnisse, Ausführungsplanungen und Baustofflieferungen vorliegen.

Hinter dem Projekt stehen das Bauunternehmen Florack und BayWa. Mit dem Baustart der ersten Häuser sei noch dieses Jahr zu rechnen, heißt es von dort.

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