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Über dieses Buch

SJ Schmidt als bekannter Geisteswissenschaftler und Walter Schwertl Praktiker im Bereich Business-Coaching nähern sich in Dialogform der Frage, wie ein Geisteswissenschaftler und ein Praktiker eine hinreichend gemeinsame Konzeption von Kommunikation erarbeiten können. Gerade zwischen hoch abstrakten Theorien selbstreferentieller Systeme und dem, was als systemische Praxis bezeichnet wird, erscheint die Kluft unüberwindbar. Die Autoren spannen einen Bogen zwischen philosophischen Diskursen und Fragen alltäglichen Handelns. Der Hinweis auf die Vorgeschichte des Buches lässt erahnen, dass die Protagonisten Neugierde auf die Argumente des Anderen, Vertrauen und respektvollen Kommunikationsstil der Kluft erfolgreich entgegensetzen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Business-Coaching: Eine Annäherung

Business-Coaching hat seine Wurzeln in jüngerer und älterer Geistesgeschichte. Deshalb ist im Gespräch von Sokrates, den Hauslehrern der Antike, von Jesuiten, Hofräten und Staatssekretären als Vorläufern des Konsultantentums die Rede. Business – Coaches, die meist als Kleinunternehmer agieren, bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz. Wer sich dabei nur dem Kommerz verschreibt, wird Defizite in der Kunst d. h. im Wissen aufweisen, wer aber nur die Kunst liebt, läuft Gefahr, in Schönheit zu sterben.
Siegfried J. Schmidt, Walter Schwertl

Kapitel 2. Kommunikation

Im Sinne N. Luhmanns wird Kommunikation als soziales System verstanden. Traditionellen Sender – Empfänger-Vorstellungen von Kommunikation wird damit widersprochen. Kommunikationspartner sind in diesem Theorierahmen autonom und daher nicht linear instruierbar. Bildlich gesprochen: Wir sehen Kommunikationspartnern nur vor den Kopf, aber nicht ins Gehirn. Daher brauchen wir, um erfolgreich zu kommunizieren, Vertrauen und kommunikative Kompetenz. Business-Coaching findet im Modus von Kommunikation statt und benötigt entsprechend professionelle Vorstellungen von den Bedingungen des Gelingens von Kommunikation.
Siegfried J. Schmidt, Walter Schwertl

Kapitel 3. Kann Coaching scheitern und wenn ja: wie?

Eine gewisse geistige und historische Nähe von Business-Coaching zu Pädagogik, Theologie und Medizin ist unverkennbar und manifestiert sich im Anspruch, komplexe Probleme erfolgreich zu lösen. Die oft zu beobachtende Sehnsucht des Praktikers, von der Philosophie oder von Wissenschaften objektiv richtige Instrumente der Problemlösung zu bekommen, wird schlicht als unerfüllbar zurückgewiesen.
Siegfried J. Schmidt, Walter Schwertl

Kapitel 4. Unternehmenskultur als Problemlösungsprogramm

Unternehmenskultur wird als Programm für Problemlösungsprozesse in alltäglich gelebten Entscheidung in Bezug auf fünf Dimensionen modelliert:
  • Umwelten und alle darin wichtigen Gegebenheiten und Ressourcen;
  • Aktanten in der Umwelt, die als Interaktionspartner eine Rolle spielen;
  • Vergesellschaftungsformen, also geregelte Handlungsmöglichkeiten bzw. -beschränkungen;
  • Emotionen;
  • moralische Orientierungen.
Jedes Unternehmen muss ein Programm entwickeln und realisieren, wie das Handeln und Kommunizieren im Rahmen dieser Dimensionen verbindlich realisiert und bewertet wird. Dieses Programm wird als Unternehmenskultur bezeichnet. Unternehmensphilosophie ist dagegen das, was viele Berater Unternehmen als sogenanntes Leitbild anbieten und was dann in den berüchtigten Hochglanzbroschüren erscheint.
Siegfried J. Schmidt, Walter Schwertl

Kapitel 5. Moral – Ethik

Moralische Orientierungen sind in einer Zivilgesellschaft für jeden Aktanten unverzichtbar und unvermeidbar. Problematisch ist es aber, wenn moralische Prinzipien ständig zum Inhalt von Kommunikation gemacht und Forderungen an andere gestellt werden, die eigenen Prinzipien zu übernehmen. Wenn moralische Urteile kommuniziert werden, entsteht der Verdacht, dass andere und zum Teil weniger moralische Absichten dahinterstecken. Moralische Orientierungen beinhalten kognitive, kommunikative und normative Komponenten, die unterschiedlich gewichtet werden können.
Siegfried J. Schmidt, Walter Schwertl

Kapitel 6. Kontingenz und die Folgen

Die Geschichte der Philosophie ist seit Aristoteles begleitet von der Einsicht in die Kontingenz unseres Handelns, also von der Einsicht, dass nicht sein muss, was ist. Einsicht in Kontingenz wird interpretiert als Risiko und Unsicherheit, aber auch als Freiheit zu Kreativität und als Verpflichtung zu Toleranz und Liberalität. Die vornehmste Aufgabe einer Gesellschaft besteht darin, in allen Bereichen Kompetenz im Umgang mit Kontingenzbewusstsein zu entwickeln.
Siegfried J. Schmidt, Walter Schwertl

Kapitel 7. Systemisch

Die Autoren verstehen die modisch gewordene Bezeichnung systemisch nicht als Interventionstechnologie, sondern als argumentativ abgesicherte Einstellung zu folgenden Themenbereichen:
  • Umgang mit Kontingenz
  • Einstellung zur Beobachterrelativität unseres Handelns und Kommunizierens
  • Einschätzung und Praktizierung konsensueller Wahrheitsbildung
  • Behandlung von Kommunikation als soziales System
  • Ernst nehmen Kognitiver Autonomie und ihre Konsequenzen
Ein Business-Coach, der Kontingenz als Grundverfassung individuellen wie sozialen Lebens anerkennt, wird – um eine Metapher von WS zu benutzen – eher Hofnarr als Reparaturingenieur sein wollen.
Siegfried J. Schmidt, Walter Schwertl

Kapitel 8. Was haben wir uns beigebracht?

Wenn wir uns am Ende unserer Gespräche fragen, was wir uns beigebracht haben, worauf wir uns gegenseitig aufmerksam gemacht, und was wir für eine akzeptable Business-Coach Tätigkeit für wichtig halten, dann lassen sich folgende Überlegungen anführen.
Siegfried J. Schmidt, Walter Schwertl

Backmatter

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