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08.12.2016 | Car-to-X | Nachricht | Onlineartikel

Audi vernetzt Autos mit Ampeln

Autor:
Benjamin Auerbach
2:30 Min. Lesedauer

Audi will seine Fahrzeuge in den USA mit der Infrastruktur einiger Städte vernetzen. Die erste Funktion wird eine Ampelinformation sein, die signalisiert, ob die Ampel bei Ankunft rot oder grün zeigt.

Audi of America kooperiert mit mehreren Metropolen in Nordamerika, um die Infrastruktur für die Car-to-X-Technik aufzurüsten. Die erste angebotene Funktion heißt "Time-to-Green" und wird erstmals in Las Vegas eingesetzt. Der Fahrer sehe damit im Audi Virtual Cockpit oder Head-up-Display, ob er im Rahmen der erlaubten Geschwindigkeit die nächste grüne Ampel erreicht. Ist das nicht der Fall, zählt ein Countdown die Zeit bis zur nächsten Grünphase – der Fahrer kann frühzeitig den Fuß vom Gas nehmen. "In unseren Tests ist die Zahl der Autos, die im Verkehr bis zum Stillstand abbremsen müssen, um rund 20 Prozent gesunken. Dies schont das Zeitbudget der Fahrer und hat im Pilotprojekt etwa 15 Prozent Kraftstoff gespart", sagt Michael Zweck, Projektleiter Audi Ampelinformation.

Zunächst sollen alle seit Juni 2016 für den US-Markt produzierten Audi A4 und Q7 die Funktion an Bord haben, die mit Audi Connect ausgestattet sind. In den USA übermitteln die städtischen Verkehrsmanagement-Zentralen die Ampeldaten an den Projektpartner Traffic Technology Services TTS. Hier werden die Daten aufbereitet und über eine schnelle Internetverbindung, beispielsweise 4G/LTE, in Echtzeit an den Bordcomputer im Audi geschickt.

Weitere Services folgen

"Erstmals tauschen unsere Autos in Echtzeit Daten mit der Verkehrsinfrastruktur aus. Der Fahrer kann sein Fahrverhalten situationsbedingt anpassen und ist im Stadtverkehr deutlich souveräner und entspannter unterwegs", sagt Andreas Reich, Leiter der Elektronikvorentwicklung bei Audi. "Wir steigern die Energieeffizienz, wenn wir unsere Audi-Modelle mit Smart Cities vernetzen. Weitere Car-to-X-Services werden folgen, die das Auto zum interaktiven Mobile Device machen. Am Ende dieser Entwicklung sehen wir das autonome Fahren."

Zunächst sollen Audi-Kunden den Ampelservice nutzen. Die Entwicklungsarbeit, die Audi in Ampelsysteme investiert, komme in Zukunft aber auch Kunden anderer Marken zugute. Die zunehmende Verbreitung der Technologie soll städtischen Verkehrsplanern helfen, die Ursachen für Staus besser zu verstehen und Ampeln optimal zu schalten. Die Ampelinformation lasse sich in Zukunft beispielsweise mit intelligenter Navigation koppeln und für neue Antriebskonzepte nutzen. So könnten grüne Wellen in die optimale Routenführung einfließen. Auch sei denkbar, dass Audi E-tron-Modelle beim Ausrollen an der roten Ampel verstärkt die Bremsenergie zum Laden der Batterie nutzen.

Pilotprojekte in Europa geplant

In Europa will Audi die Technik ebenfalls einführen. In Berlin, Ingolstadt, Garmisch-Partenkirchen oder Verona gab es bereits umfangreiche Pilotprojekte. Allein in Berlin waren rund 700 Ampeln im Innenstadtbereich an den Service angebunden. Flächendeckend fehlt es in Europa allerdings an einheitlichen Datenstandards und digitaler Infrastruktur: "In Europa ist sehr unterschiedliche Verkehrstechnik im Einsatz, da sich die Infrastruktur lokal und dezentral entwickelt hat. Wir arbeiten daran, die bereitgestellten Daten zu vereinheitlichen. Danach können wir Ampelinformation auch in Europa anbieten", kündigt Michael Zweck an.

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