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05.10.2016 | Car-to-X | Im Fokus | Onlineartikel

Viele Fragen zum vernetzten Fahrzeug

Autor:
Stefan Schlott

Das Automobil von morgen soll keine mechanische Insel mehr sein, sondern Bestandteil eines umfassend vernetzten Lebens. Doch damit sind noch zahlreiche offene Fragestellungen verbunden.

Nur ein Drittel aller deutschen Autofahrer weiß, was sich hinter dem Ausdruck Connected Car verbirgt. Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage des Chipherstellers Qualcomm unter 1338 Autofahrern in Deutschland. "Das Konzept selbstfahrender Fahrzeuge ist zwar keine ferne Zukunftsvision mehr, aber noch fehlt den Konsumenten der praktische Bezug", sagt dazu Georg Schweighofer, Direktor Marketing bei Qualcomm CDMA Technologies. Dabei könnte es sich aber auch schlicht nur um Probleme mit den Begrifflichkeiten handeln. Denn die Verbraucher haben ein gesteigertes Interesse an Diensten, die ihr Fahrzeug sicherer für Passagiere und andere Verkehrsteilnehmer machen. Besonders begehrt sind nach Ausführungen im Automobilbarometer 2016 – International, herausgegeben von der Commerz Finanz GmbH, intelligente Autos, die selbstständig vor Fußgängern, Fahrradfahrern oder Hindernissen auf der Straße warnen. 86 Prozent der Deutschen legen demnach Wert auf diese Funktion. Für ein sichereres Auto würden 52 Prozent tiefer in die Tasche greifen. 

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Auch die Berater von Roland Berger haben sich des Themas angenommen. In ihrer neuen Studie "Connected Car – App based dongle solutions as shortcut towards connectivity" erläutern sie, was Automobilhersteller und Anbieter aus anderen Branchen tun müssen, um künftig mit vernetzter Mobilität profitabel wachsen zu können. Denn die OEMs bieten schon heute verschiedene im Fahrzeug integrierte Lösungen an, die nach Einschätzung der Berater allerdings oft an den eigentlichen Kundenbedürfnissen vorbeigehen und aufgrund hoher Forschungs- und Entwicklungskosten sehr teuer sind. So setzen sich vernetzte Lösungen im Fahrzeugbestand nur langsam durch – vor allem im Volumensegment. Daher drängen immer mehr branchenfremde Anbieter wie IT- und Versicherungskonzerne, Zulieferer und Start-ups in den Markt und bieten kostengünstige Adapter (Dongle) als Nachrüstlösungen an, die einfach und schnell im Fahrzeug angeschlossen und beispielsweise mit Smartphones verbunden werden können.

Fachkräftemangel verursacht Bremsspuren

Die Gefahr für die Automobilindustrie, ins Hintertreffen zu geraten, liegt auch an den Entwicklungskapazitäten rund um die neuen Themen. Denn der Hälfte der Unternehmen fällt es schwer, die Kompetenzen für die Digitalisierung intern aufzubauen und passende Fachkräfte zu rekrutieren. Dies zeigt eine Studie des Personaldienstleisters Hays und des Beratungsunternehmens PAC, für die 108 Entscheider aus der Automotive-Branche befragt wurden. Und auch die Entwicklungsmethoden passen vielfach nicht zu den aktuellen Herausforderungen. In ihrem Kapitel Innovationen intelligent nutzen aus dem Fachbuch Smart Mobility beschreibt Katrin Redmann das optimale Vorgehen so: "Oftmals findet sich eine Kombination von Forschungsprojekt, Mentoring und Start-ups, um gemeinsam das Potenzial zu eruieren. Dabei spielt die Diversifizierung der Teilnehmer eine wichtige Rolle: je unterschiedlicher die Profile in Bezug auf Kultur, Funktion und Tätigkeit, Erfahrung, Gender und Alter, desto kreativer und erfolgsversprechender die Zusammenarbeit."

Dabei ist durchaus Eile geboten. "Offensichtlich ist, dass der heute sich entwickelnde Mobilitätsmarkt nicht auf die Automobilindustrie wartet und sich auch unabhängig von ihr neu definieren kann", warnt etwa Sebastian Wedeniwski im Kapitel Digitalisierung der Industrie vom AUTOmobil zum AutoMOBIL aus dem Fachbuch Mobilitätsrevolution in der Automobilindustrie. Denn eines ist sicher: Der Trend zum vernetzten Fahrzeug ist nicht mehr aufzuhalten. Für vernetzte Fahrzeuge sprechen laut Christian Ress und Martin Wiecker vor allem zwei Gründe. In ihrem Artikel Potenzial der V2X-Kommunikation für Verkehrssicherheit und Effizienz aus der ATZ 1-2016 schreiben sie:

Zum einen nutzen Menschen immer öfter mobile Endgeräte, um untereinander und mit dem Internet verbunden zu bleiben, vor allem auch immer öfter im Automobil. Zum anderen wird als nächste technische Evolutionsstufe die Kommunikation von Fahrzeug-zu-Fahrzeug (V2V) und Fahrzeug-zu-Infrastruktur (V2I) erwartet."

Die IT-Sicherheit darf nicht zu kurz kommen

Dass bei aller Geschwindigkeit die Sicherheit nicht zu kurz kommen darf, ist für Giuseppe Serio und Dirk Wollschläger ein Aspekt, der auch in der aktuellen Situation nicht übersehen werden darf. In ihrem Artikel Vernetztes Automobil: Verteidigungsstrategien im Kampf gegen Cyberattacken aus der ATZelektronik 6-2015 bemängeln sie, dass die meisten vernetzten Autos praktisch ohne funktionierende IT-Sicherheitsmechanismen auf unseren Straßen fahren. Kein Virenschutzprogramm laufe automatisch ab, keine Überwachung der IT-Sicherheit sei aktiv. "Doch ein Fahrzeug muss aufgrund seiner starken Vernetzung gegen Hackerangriffe und Cyberkriminalität genauso geschützt werden wie die IT im Unternehmen – eine Erkenntnis, die sich bei den Herstellern erst sehr langsam durchsetzt", so die Autoren.

Auch für Heiko Herchet, Torsten Bien und Michael Pollner ist die Berücksichtigung der benötigten IT-Sicherheit ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz und die Marktdurchdringung der Idee des vernetzten Fahrzeugs. In ihrem Artikel Car-IT – Die Revolution in der Softwareentwicklung aus der ATZelektronik 6-2015 werben sie in diesem Zusammenhang für die Idee eines Car Accounts, bei dem zwischen den drei Dimensionen Privacy, Safety und Security unterschieden wird. In allen drei Dimensionen, so die Autoren, sei die IT-Sicherheit während des gesamten Fahrzeuglebenszyklus sichergestellt, um sich vor Bedrohungen wie Manipulation der Fahrzeugsoftware durch Hackerangriffe oder Weitergabe von persönlichen Daten an Dritte zu schützen.

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