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22.12.2020 | Car-to-X | Gastbeitrag | Onlineartikel

Das vernetzte Auto mit Bluetooth

Autor:
Chuck Sabin
3:30 Min. Lesedauer

Ob Sicherheit, Komfort oder Infotainment: Bluetooth bringt in vielen Bereichen zahlreiche Vorteile für das vernetzte Auto. Dies gilt auch in Kombination mit anderen Drahtlos-Technologien. 

Schon heute haben 87 Prozent aller neu zugelassenen Autos Bluetooth an Bord. Laut Prognosen von ABI Research werden bis 2024 zwei Drittel aller Fahrzeuge auf der Straße mit der Technologie ausgestattet sein. Anwendungen wie Infotainment, passiver schlüsselloser Zugang, Reifendrucküberwachung oder Zustandswarnungen treiben die Nachfrage nach Sensoren für drahtlose Netzwerke an. So wird künftig jedes Auto durchschnittlich vier bis sechs Bluetooth-fähige Sensoren an Bord haben. Diese Technologie wird dank ihres geringen Stromverbrauchs sowie hoher Leistung und Zuverlässigkeit zum Standard für den Einsatz innerhalb und außerhalb des Fahrzeugs. 

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Kabelverbindungen eignen sich vor allem für den stationären Einsatz, sind aber im mobilen Umfeld nicht sehr flexibel. Die Bluetooth Funktechnologie bietet hier eine ideale Lösung für viele Anwendungsfälle. Um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten Bluetooth bietet, gibt dieses Kapitel zunächst einen Überblick über die physikalischen Eigenschaften des Systems, sowie den Aufbau und die Funktionsweise des Protokollstacks. Im weiteren Verlauf führt das Kapitel dann in das Konzept der Bluetooth Profile ein und demonstriert deren praktische Funktionsweise und große Anwendungsvielfalt.

Infotainment: Vom Musik-Streaming bis zum Navi 

In-Car-Infotainment-Systeme, die auf Bluetooth basieren und freihändiges Telefonieren und Audio-Streaming ermöglichen, gehören für viele Menschen beim Autofahren zum Alltag. Diese Systeme tragen dazu bei, die Ablenkung beim Fahren zu verringern und bieten eine sicherere Möglichkeit, auch auf der Straße in Verbindung zu bleiben. 

Entsprechend ist für viele Menschen die drahtlose Technologie zur Musikwiedergabe, Telefonie und Navigation selbstverständlicher Bestandteil des Innenraums. Sie verbindet sich automatisch mit dem Smartphone des Fahrers, um intuitiv und sprachbasiert die Steuerung von Anwendungen zu ermöglichen. So kann er Informationen abrufen, kommunizieren und sich unterhalten lassen – und sich gleichzeitig auf den Straßenverkehr konzentrieren.

Vernetzung erhöht den Komfort

Die Bluetooth-Technologie vernetzt die Fahrzeuge zunehmend auch mit ihrer Außenwelt. Dazu gehören etwa Positionierungssysteme, Fahrzeugortung, passive Ent- und Verriegelung, passiver Start sowie Carsharing-Dienste. Das Smartphone wird somit zum digitalen Autoschlüssel. Dank Bluetooth bietet es neben der Näherungserkennung zum automatischen Ver- und Entriegeln auch eine breite Palette von Komfortfunktionen. Dazu zählen die individuelle Sitzpositionierung je nach Fahrer sowie die Übertragung virtueller Schlüssel an weitere Personen.

Digitale Autoschlüssel ermöglichen das automatische Entriegeln des Fahrzeugs, wenn sich der Fahrer nähert. So können nur bestimmte Türen (Autotüren/Kofferraum) entriegelt und geöffnet werden, während andere geschlossen bleiben. Dies bietet insbesondere im gewerblichen Bereich große Vorteile. Zum Beispiel kommen Bauarbeiter beim Be- oder Entladen in kurzer Zeit häufig an ihr Fahrzeug. Um die Sicherheit ihrer Ausrüstung zu gewährleisten, können sie ihr Smartphone mithilfe digitaler Schlüssel so programmieren, dass das Fahrzeug automatisch ver- und entriegelt wird.

Sensorik für verbesserte Sicherheit 

Drahtlose Sensornetzwerke übertragen auch Bluetooth-Diagnoseinformationen und Warnmeldungen in Echtzeit. Dazu zählen etwa Reifendruck und Zustandswarnungen bei wichtigen Systemen. So erhält der Fahrer frühzeitig Informationen zu möglicherweise bevorstehenden Pannen. Er kann sein Auto frühzeitig in die Werkstatt fahren, bevor ein Unfall durch Materialverschleiß oder ähnliche Probleme verursacht wird.

Darüber hinaus können Wearables insbesondere für Berufskraftfahrer sicherheitsrelevante Aufgaben übernehmen. Sie erkennen erste Ermüdungserscheinungen oder Ablenkungen beim Fahren. Dazu überwachen sie den Blutdruck, die Herzfrequenz und das Aktivitätsniveau. Wenn sie Anzeichen von Schlaf oder Müdigkeit feststellen, lösen sie Warnungen aus. Im Notfall lassen sich per gekoppeltem Smartphone Notrufe absetzen. 

Höhere Effizienz

Mit steigenden Standards für die Kraftstoffeffizienz steigt auch die Notwendigkeit, drahtgebundene Systeme durch drahtlose Lösungen zu ersetzen. Dadurch werden die Herstellungskosten gesenkt und das Gewicht des Fahrzeugs reduziert, um den Kraftstoffverbrauch zu verringern. Zudem verbindet Bluetooth-Technologie drahtlose Sensorsysteme, um die Wartung sowohl in gewerblichen Fuhrparks als auch in Verbraucherfahrzeugen zu vereinfachen.

Reibungslose Integration

Bei diesen und weiteren Anwendungsfällen arbeitet Bluetooth auch mit anderen Drahtlos-Technologien wie Wi-Fi, LTE/5G, V2X oder Radar reibungslos zusammen. So erhalten Fahrer neben Infotainment und digitalen Autoschlüsseln auch einen Netzwerkzugang. Diesen können sie für das direkte Websurfen auf ihrem Smartphone oder zur Verbindung eines Notebooks mit dem Internet über das Smartphone nutzen. 

Schließlich lässt sich Bluetooth auch in die Systeme autonomer Fahrzeuge integrieren. Über 3-D-Kartierung, Radar, V2V- und V2I-Verbindungen sowie Sensor- und Positionierungssysteme fährt das Auto der Zukunft quasi von ganz alleine. So fängt die Entwicklung der digitalen Vernetzung des Autos jetzt erst richtig an!

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