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05.02.2019 | Car-to-X | Nachricht | Onlineartikel

Testsoftware vergleicht künftige Funktechnik für Car-to-X

Autor:
Christiane Köllner

Autos sollen künftig per Funk Daten austauschen. Dafür existieren unterschiedliche Funkstandards. Doch diese lassen sich kaum miteinander vergleichen. Ein neues Software-System soll Abhilfe schaffen. 

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI haben ein Software-System entwickelt, mit dem sich künftige Funktechnologie untersuchen lässt. Interessante Funk-Applikationen sollen sich so frühzeitig testen lassen.

In der Kommunikationstechnik-Branche werden derzeit zwei vielversprechende Funktechnologien für die Fahrzeugkommunikation der Zukunft diskutiert. Zum einen der WLAN-Standard 802.11p, zum anderen das sogenannte LTE-V2X-Sidelink. Anders als beim WLAN-Standard 802.11p sind aktuell für LTE-V2X-Sidelink aber noch keine Chips auf dem Markt verfügbar. Für die Autohersteller und Entwickler von Kommunikationstechnik sei das ein Hindernis, denn sie möchten so schnell wie möglich testen, wie sich die beiden Standards 802.11p und LTE-V2X-Sidelink in der Praxis verhalten, so die Forscher. Vergleichende Untersuchungen seien derzeit also nicht möglich.

Funktechnik in Software nachgebaut

Entwickler vom Fraunhofer HHI in Berlin haben jetzt eine Lösung gefunden, um diese Hürde zu überwinden. Sie haben ein Testsystem entwickelt, mit dem sich die beiden Technologien vergleichen lassen, obwohl bislang noch keine LTE-V2X-Sidelink-Bauteile verfügbar sind. "Wir nutzen keine spezielle Funkhardware, sondern haben die Funktechnik komplett in Software nachgebaut", sagt Projektleiter Jens Pilz vom Fraunhofer HHI. "Alle Funktionalitäten, alle Datenverarbeitungsebenen, die sich normalerweise auf dem Chip befinden, haben wir als Algorithmen repräsentiert", sagt Jens Pilz. "Damit sind wir in der Lage, die Technologien direkt zu vergleichen."

Und dies nicht nur im Labor: Jens Pilz und sein Team können die Software auch direkt an ein Fahrzeug koppeln, den Computer mit der Bordantenne verbinden. Die Fraunhofer-HHI-Software ist in der Lage, Fahrzeugdaten im ETSI-ITS-Datenformat zu lesen und lässt sich damit in jedem modernen Fahrzeug einsetzen.

Testplattform wird 5G-Mobilfunkstandard unterstützen

Der Wissenschaftler betont, dass die Software auch den neuen 5G-Mobilfunkstandard beherrschen wird, der in den nächsten Jahren auf den Markt kommen wird. "Dieser Standard ist aktuell international in der Abstimmung – Hardwarelösungen gibt es bislang kaum. Insofern bieten wir hier schon sehr früh eine Möglichkeit, Ideen für künftige 5G-Anwendungen auszuprobieren." Das Fraunhofer HHI wird seine Software vom 25. bis zum 28. Februar 2019 auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorstellen.

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