Skip to main content
main-content

06.10.2016 | Carsharing | Im Fokus | Onlineartikel

Wie sich Carsharing-Geschäftsmodelle weiterentwickeln

Autor:
Christiane Köllner

Carsharing-Modelle entwickeln sich weiter. Denn die Ansprüche der Kunden sind hoch. Welche Entwicklungen in den kommenden Jahren zu erwarten sind, hat eine Frost & Sullivan-Studie herausgefunden.

Die Automatisierung von Fahrzeugen schreitet weiter voran. Gleichzeitig entwickeln Carsharing-Betreiber immer innovativere Geschäftsmodelle, um damit den sich verändernden Mobilitätsbedürfnissen gerecht zu werden. Bieten sie zunächst eine Selbstparkmöglichkeit an, die es ihren Mitgliedern erlaubt, das Carsharing-Fahrzeug an einem bestimmten Parkplatz abzustellen, werden sie allmählich zu einem Kurzstrecken-Parkservice übergehen, der das Einparken des selbstfahrenden Fahrzeugs auf dem Parkplatz umfasst. Sobald eine vollständige Automatisierung möglich ist, werden Kooperationen mit den wichtigsten Akteuren im Markt und eine Verschmelzung mit dem öffentlichen Verkehr die Mobilitätsbranche verändern. Das hat eine Studie mit dem Titel "Future of Carsharing Market to 2025" des Frost & Sullivan Mobility Teams ergeben.

Da das automatisierte Fahren die Erfordernis ein Auto zu besitzen immer weiter verringert, prognostiziert Frost & Sullivan, dass sich angestammte Fahrzeugbesitzer nach und nach den Carsharing-Diensten zuwenden werden. Hinzu komme die sich verschlechternde Verkehrssituation in Bezug auf Staus und Umweltverschmutzung. Die sich entwickelnden Mega-Städte sowie die fortschreitende Urbanisierung würden günstige Rahmenbedingungen für effiziente Reisemöglichkeiten schaffen. Carsharing ist damit bereits heute "ein ernstzunehmender Bestandteil der täglichen Mobilität vieler Verkehrsteilnehmer geworden", betonen auch die Springer-Autoren im Kapitel Carsharing ‐ ein neues Verkehrssystem! aus dem Buch Nationale und internationale Trends in der Mobilität

Empfehlung der Redaktion

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Carsharing - ein neues Verkehrssystem!

Integration von freefloating und stationsgebunden Carsharing‐Konzepten in die gesamtstädtische Verkehrsplanung

Die Bedeutung von Carsharing als Verkehrsmittel nimmt zu. Insbesondere in großstädischen Bereichen ist Carsharing Teil der städtischen Mobilität, Tendenz steigend. In Deutschland ist die Anzahl an Carsharing-Nutzern und der in den …


"Der Komfort, die Flexibilität und Sicherheit der Carsharing-Dienste schaffen eine solide Basis für die Akzeptanz von integrierten Mobilitätsdienstleistungen", sagt Frost & Sullivan Senior Mobility Research Analyst Krishna Achuthan. "Das wird wiederum zu einer Reihe von Fusionen und Übernahmen unter den wichtigsten Industrieteilnehmern führen, die die Marktvorteile durch das Angebot solcher Systeme und digitalen Plattformen sehr wohl erkennen."

Schub durch technische Fortschritte und Regierungsinitativen

Zusätzlich zur Marktkonsolidierung sollen technische Fortschritte und Regierungsinitativen den Carsharing-Diensten einen enormen Schub verleihen und die Zahl der Teilnehmer von 7,9 Millionen in 2015 auf über 36 Millionen bis 2025 ansteigen lassen. Allerdings: Um das optimale Marktpotenzial zu erreichen, dürfen die Carsharing-Betreiber die hohen Versicherungskosten und die schwache Nachfrage in Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte nicht außer Acht lassen, mahnt Frost & Sullivan. "In diesem Zusammenhang ist es ebenso denkbar und vermutlich unumgänglich, dass durch die Politik verstärkt Subventionierungen für das Mobilitätskonzept Carsharing bereitgestellt werden", schreibt Springer-Autorin Sarah Witzke im Kapitel Die Gesellschaft von Morgen – ein (umwelt-) bewusster Umgang mit Automobilität? aus dem Buch Carsharing und die Gesellschaft von Morgen. So könnten beispielsweise private Gemeinschaften, Gemeinden oder Kommunen aus ländlichen Regionen im Aufbau eines Carsharing-Angebots oder zur Ansiedlung eines bestehenden Anbieters monetär unterstützt werden, schlägt Witzke vor.

Wachstumspotenzial und neue Geschäftsfelder bieten aber auch die internationalen Märkte. Neben Europa locken laut Frost & Sullivan vor allem Nordamerika und Asien:

  • Europa: Das Angebot konzentriert sich auf 192 Städte mit mehr als 300.000 Einwohnern. Lediglich in 27 davon werden Einweg-Carsharing-Dienste angeboten. Frost & Sullivan erwartet daher, dass sich die wichtigsten Carsharing-Betreiber, Autohersteller und Industrieteilnehmer auf diese Städte konzentrieren und dort innovative Carsharing-Dienste lancieren und ausdehnen werden.
  • Nordamerika: In Nordamerika gibt es mehr als 75 Städte mit über 300.000 Einwohnern. Einweg-Carsharing-Dienste gibt es derzeit jedoch nur in 16 Städten, was ein enormes, bisher noch ungenutztes Marktpotenzial darstelle.
  • Asien: Im Jahr 2015 gab es in fünf Ländern und insgesamt 122 Städten in Asien Carsharing-Angebote. Ein großes öffentliches Verkehrssystem, eine enorme Verkehrsbelastung und eine Anzahl von bisher noch nicht avisierten Märkten sollen nach Ansicht von Frost & Sullivan voraussichtlich ausländische Carsharing-Betreiber anlocken. 
  • Afrika: In Südafrika gibt es 14 Städte mit mehr als 300.000 Einwohnern und neun Städte mit einer Einwohnerzahl von über 100.000. Carsharing-Angebote gibt es seit 2015 in drei Städten: Kapstadt, Durban und in der Provinz Gauten Metro, wozu auch Johannesburg, Pretoria und Ekurhuleni gehören. Die bisher noch nicht avisierten Märkte werden voraussichtlich zur Einführung neuer Carsharing-Angebote nach 2017 ermutigen.
  • Lateinamerika: Lediglich in zehn von 188 Städten mit mehr als 300.000 Einwohnern gibt es Einweg-Carsharing-Dienste. Das fehlende Angebot einer Anschlussmöglichkeit “auf der letzten Meile” werde voraussichtlich das Wachstum bei klassischen Carsharing-Angeboten (Rückgabe des Fahrzeugs am Ort der Abholung) bremsen.

Pool von Wettbewerbern wird sich vergrößern

DriveNow und ReachNow von BMW, Car2Go von Daimler, Zipcar, Bollore Group und GM sind derzeit die bekanntesten Akteure im Markt. Dieser Pool von Wettbewerbern soll sich voraussichtlich durch Fortschritte im öffentlichen Verkehrssystem vergrößern, prognostiziert Frost & Sullivan.

"Die physische Integration von Carsharing ins öffentliche Verkehrssystem wird den Nutzern die Möglichkeit geben, sowohl Autos als auch Zugfahrkarten mithilfe einer einzelnen mobilen App zu buchen und dadurch für mehr Komfort und wachsende Mitgliederzahlen sorgen," erklärt Achuthan. "In Zukunft werden sich Carsharing-Modelle wahrscheinlich weiterentwickeln und sowohl privates Carsharing als auch Dienste im Rahmen der Unternehmensmobilität auf einer einzigen Plattform anbieten und sich zudem mit benachbarten Mobilitätskonzepten, wie Leasing, Autovermietung und auch Bike-Sharing vereinen."

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Carsharing - ein neues Verkehrssystem!

Integration von freefloating und stationsgebunden Carsharing‐Konzepten in die gesamtstädtische Verkehrsplanung
Quelle:
Nationale und internationale Trends in der Mobilität

2016 | OriginalPaper | Buchkapitel

Das Smart Mobility-Ökosystem

Quelle:
Smart Mobility

Das könnte Sie auch interessieren

25.01.2016 | Carsharing | Im Fokus | Onlineartikel

Nachholbedarf beim Carsharing

21.04.2016 | Carsharing | Im Fokus | Onlineartikel

Carsharing soll die E-Mobilität treiben

Premium Partner

BorgWarnerdSpaceSimensZF TRW

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Zur B2B-Firmensuche

Whitepaper

- ANZEIGE -

Kompaktes Kupplungssystem für den elektrifizierten Antriebsstrang

Immer strengere Richtlinien zum CO2-Ausstoß, die allein mit konventionellen Antrieben auf Basis von Verbrennungsmotoren schwer zu erfüllen sind, zwingen Hersteller in aller Welt zum Umdenken und rücken zunehmend elektrifizierte Antriebskonzepte ins Blickfeld. Zur weiteren Verringerung von Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen nutzen immer mehr Fahrzeuge verschiedene Lösungen, wie beispielsweise eine Start-Stopp-Automatik, Mildhybrid- oder Plug-In-Hybrid-Systeme sowie Systeme für reine Elektrofahrzeuge.

Jetzt gratis downloaden!

Gastartikel

-ANZEIGE-

Moderne Dieselmotoren erfordern im Spannungsfeld zwischen Mobilitäts- und Umweltanforderungen hocheffiziente Kraftstofffiltersysteme. Hengst stellt hierzu abgestimmte Vor-und Hauptfilterkombinationen mit besonders guter Gesamtperformance vor.

Mehr