Skip to main content
main-content

06.12.2016 | Cash Management | Im Fokus | Onlineartikel

Hohe Kapitalkosten beeinflussen Investitionsentscheidungen

Autor:
Sylvia Meier

Viele Unternehmen rechnen, trotz der Niedrigzinspolitik der Notenbank, mit hohen Kapitalkosten. Laut einer Studie wirkt sich das wiederum auf Investitionsentscheidungen aus.  

Die Beratungsgesellschaft KPMG hat für die Kapitalmarktstudie 2016 rund 200 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und Schweiz befragt. Bei den Befragten handelte es sich um 77 Prozent der im DAX sowie 46 Prozent der im MDAX-notierten Unternehmen. Das Studienergebnis zeigt, dass viele Firmen mit unverändert hohen Renditeforderungen der Investoren rechnen, obwohl der risikolose Basiszinssatz gesunken ist. Hintergrund ist, dass viele Firmen mit hohen Kapitalkosten rechnen. Und eine Investition macht wiederum für viele nur dann Sinn, wenn die zu erwartenden Erträge über den Kosten für das eingesetzte Kapital liegen. 

Empfehlung der Redaktion

01.10.2016 | Accounting & Reporting | Ausgabe 5/2016

Investitionsrisiko Kapitalkosten

Fremdkapital ist aktuell „billig“, doch die Investitionstätigkeit von Unternehmen bleibt zurückhaltend. Wer investieren möchte, muss in erster Linie die Höhe der Kapitalkosten berücksichtigen, die im Gegensatz zu den Zinsen nur leicht gesunken …

Die angesetzten Kapitalkosten (WACC) sind jedoch nicht gesunken und liegen laut der KPMG-Studie immer noch bei 7,1 Prozent. Das liegt daran, dass der von Investoren geforderte Risikozuschlag für Investitionen in Unternehmen auf 6,4 Prozent in Deutschland gestiegen ist.

Risikozuschläge steigen mit den Unsicherheiten am Finanzmarkt 

Warum fordern Investoren mehr Risikozuschläge? Stefan Schöniger von KPMG erklärt: "Das aktuelle Finanzmarktumfeld ist durch ein hohes Maß an Volatilität und Unsicherheit gekennzeichnet." Aktuelle Beispiele sind das Brexit-Votum und das Ergebnis der US-Wahl. Die Auswirkungen dieser aktuellen Entwicklungen sind schwer absehbar und entsprechend schwierig ist es für viele Unternehmen, Investitionsentscheidungen zu treffen. So stellt auch Dr. Andreas Taschner in seinem Beitrag "Investitionsrisiko Kapitalkosten" in der Zeitschrift Controlling & Management Review (Ausgabe 5/2016) fest: "Kapitalkosten bleiben eine zentrale Variable in jeder Investitionsentscheidung. Das Sinken der Zinsniveaus hat daran nichts geändert." Ein weiterer wichtiger Faktor: Die Fremdkapitalkosten sind laut Studienergebnissen nicht gesunken, trotz der Niedrigzinspolitik. Im Durchschnitt liegen diese weiterhin bei 3,4 Prozent. Dennoch ist das vergleichbar niedrig. So meint Taschner: "Fremdkapitalzinsen verharren seit Jahren auf historisch niedrigem Niveau, die Investitionstätigkeit deutscher Unternehmen ist jedoch nicht gestiegen." Er warnt jedoch auch: "Verwechseln Sie "niedrige Zinsen" nicht mit "niedrigen Kapitalkosten" – Kapitalkosten werden vor allem auch durch das in den Verzinsungsansprüchen des Eigenkapitals ausgedrückte Risiko beeinflusst." 

Controller können künftige Kapitalkosten abbilden 

Unternehmen müssen sich also fragen, welche geschäftlichen Risiken sie mit einer Investition eingehen. Und auf diesen Faktor sollten – so Taschner –Controller und Entscheider ein besonderes Augenmerk legen. Mit den Niedrigzinsen gehen auch Unsicherheiten einher. Mithilfe eines Business Case können Controller jedoch abbilden, wie sich die Kapitalkosten künftig entwickeln werden. 

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.10.2016 | Accounting & Reporting | Ausgabe 5/2016

Investitionsrisiko Kapitalkosten

2017 | OriginalPaper | Buchkapitel

Der Business Case Prozess

Quelle:
Business Cases

01.01.2006 | Ausgabe 1/2006

Rendite und Kapitalkosten

Das könnte Sie auch interessieren

28.11.2016 | Finanzierung | Im Fokus | Onlineartikel

Verantwortungsvolle Kapitalanlagen holen auf

24.02.2015 | Controlling | Im Fokus | Onlineartikel

Rechengrößen im wertorientierten Controlling

Premium Partner

    Bildnachweise