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18.09.2017 | Change Management | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Chefs den Absprung schaffen

Autoren:
Frank Adensam, Jessica Meyer

Umstrukturierungen, Standortschließungen, angebotene Aufhebungsverträge oder einfach keine Perspektive im Unternehmen: Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, warum Führungskräfte in die Karrieresackgasse geraten können. Worauf diese bei der Umorientierung achten sollten.

Wenn einem leitenden Manager der Stuhl vor die Tür gestellt wird, fallen viele erst einmal in ein psychologisches Loch. Allerdings ist die Transitionsphase vom Jobende bis zum Suchen und Finden einer neuen Stelle von hoher Bedeutung. Länger als neun Monate sollte die Suche nach einer neuen Anstellung nicht dauern, sonst verbaut man sich die Karriere. Es kommt allerdings häufig vor, dass freigesetzte Führungskräfte erst nach sechs Monaten mit der Jobsuche beginnen. Das ist fahrlässig verlorene Zeit. In der Phase "between two jobs" sollte man von Anfang an aktiv sein. Denn die Bewerbungsphase ist kein Selbstläufer und auf dem Weg zur neuen Stelle lauern verschiedene Gefahren. Die Zeit kann schlimmstenfalls zum Karrierekiller werden.

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Fehlende Referenzerfahrung

Auch oder gerade für Manager ist es also wichtig, sich perfekt auf den Bewerbungsprozess vorzubereiten. Denn darin haben viele wenig bis gar keine Erfahrung. Wie auch - haben sie ihre Position doch oft schrittweise und durch harte Arbeit in 15 bis 20 Jahren erreicht oder wurden von Headhuntern angesprochen. Sie besitzen schlichtweg keine Referenzerfahrung für Bewerbungsprozesse auf gleicher Flughöhe für einen anderen Geschäftsführerposten. Mitunter liegen nicht einmal Zwischenzeugnisse des Arbeitgebers vor. Viele wissen einfach nicht, wie man sich heutzutage auf eine Führungsposition bewirbt.

Suche aus ungekündigter Stelle heraus

Die Jobsuche aus ungekündigter Stelle heraus birgt für leitende Angestellte ebenfalls einige Gefahren. Wenn sich beispielsweise der Kaufmännische Leiter eines Unternehmens auf den Geschäftsführerposten bei einem Wettbewerber bewirbt, sollte der Noch-Vorgesetzte davon besser keinen Wind bekommen, denn das wird schnell als illoyal verstanden. Merkt er dennoch, dass sich einer seiner leitenden Angestellten nach extern orientiert, wird er sofort den internen Informationsfluss ändern und damit beginnen, einen Nachfolger zu suchen. Die abwanderungswillige Führungskraft ist dann die "lame duck" auf dem Abstellgleis.

Wer sich also nach extern orientiert und aus noch ungekündigter Position bewerben will, kann das schlecht mit offenem Visier tun. Ein möglicher Ausweg: Die wechselwillige Führungskraft beauftragt einen auf solche Fälle spezialisierten Executive Placement-Berater. Das bietet unter anderem die Möglichkeit, sich unter dem Schutz einer Treuhandadresse innerhalb der eigenen Branche auf einen Geschäftsführerposten zu bewerben. Oft mit sehr guten Chancen.

Mal eben das Netzwerk fragen

"Als leitender Manager finde ich doch ganz leicht einen neuen Job. Ich muss nur mein Netzwerk aktivieren: Kunden, Lieferanten, Wettbewerber", ist ein typischer Satz vieler Executives auf Stellensuche. Das klingt auch erst einmal logisch. Manager der ersten und zweiten Führungsebene sind in der Regel sehr gut vernetzt. Allerdings überschätzen die meisten ihr Business-Netzwerk, denn oftmals sind die Netzwerk-Kontakte stärker an die Position des Managers geknüpft, als an seine Person selbst. Das führt dazu, dass die ausgeschiedene Führungskraft eben kein A-Kontakt mehr ist und sich das Netzwerk an den neuen Manager im Unternehmen bindet. Top-Manager sollten also nicht den Fehler machen, zu stark auf das eigene Netzwerk zu setzen. Auch um persönliche Enttäuschungen zu vermeiden.

Vorsicht vor Headhuntern: Kontrollverlust droht

Headhunter haben Konjunktur in Deutschland, was auch die Zahlen des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigen. Dennoch sollten Führungskräfte auf Jobsuche vorsichtig bei der Aktivierung eines Headhunters sein. Denn oft sind sie es, die Bewerbungen von jobsuchenden Managern transparent machen. Warum? Das Geschäftsmodell vieler Headhunter besteht darin, mit Lebensläufen attraktiver Kandidaten Aufträge zu akquirieren. CV-Trading nennt man das in Fachkreisen – und es könnte unter Umständen dem Kandidaten mehr schaden als nützen. Es kam durchaus schon vor, dass die Bewerbungsmappe eines Geschäftsführers mit Abwanderungsgedanken auf dem Schreibtisch des eigenen Gesellschafters zu liegen kam. Ein klassisches Eigentor.

Mit der Einbindung von Headhuntern laufen C-Level-Kandidaten Gefahr, die Kontrolle über den eigenen Bewerbungsprozess zu verlieren. Headhunter arbeiten für Unternehmen, nicht für Kandidaten. 

Kontrolle behalten

Für Top-Führungskräfte auf Jobsuche gibt es also viele Gefahren und Problematiken, die sie vielleicht gar nicht auf dem Schirm haben. Es ist wichtig, die berufliche Neupositionierung proaktiv zu planen und zielorientiert umzusetzen. Wer sich professionell auf den Positionswechsel vorbereitet und das eigene Selbstmarketing optimiert, behält die Kontrolle über seinen Bewerbungsprozess und erhöht die Chance, schnell wieder im Executive-Sattel zu sitzen.

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