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02.02.2016 | Change Management | Im Fokus | Onlineartikel

E-Leadership braucht echte Chiefs

Autor:
Andrea Amerland
2:30 Min. Lesedauer

Der Chief Digital Officer könnte Unternehmen durch die digitale Transformation führen. Allerdings ist diese Funktion in Unternehmen nicht die Regel. Dabei hat die Bündelung in einer Hand viele Vorteile.

Weltweit haben nur sechs Prozent der Unternehmen einen Hauptverantwortlichen für den digitalen Wandel ernannt oder eingestellt. In Europa sind es immerhin 13 Prozent, die eine zentrale Steuerung durch einen Chief Digital Officer (CDO) für die beste Lösung halten. Das geht aus der "2015 Chief Digital Officer“-Studie der Strategieberatung Strategy&, die zu PwC gehört, hervor. Untersucht wurden 1.500 Unternehmen und die im Financial Time Global Top 500 gelisteten Firmen. Zusätzlich sind CDOs von internationalen Konzernen befragt worden. 

Auffallend ist, dass B2C-Unternehmen häufiger einen CDO einsetzen als B2B-Unternehmen. Auch bei den Branchen gibt es Unterschiede:

  • Kommunikation, Medien und Unterhaltung:  13 Prozent
  • Nahrungsmittelbranche: 11 Prozent
  • Konsumgüterbranche: 9 Prozent.
  • Banking: 8 Prozent
  • Automobil und Maschinenbau: 3 Prozent
  • Energieversorger: 2 Prozent

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"Zu den Aufgabenfeldern eines CDOs gehören zum Beispiel die Festlegung von Social-Media-Strategien , das Wirken als Change Manager bei der Implementierung von digitalen Prozessen im Unternehmen, aber auch ganz explizit die Optimierung der Leistungserstellung durch Einführung von IT-Lösungen (zum Beispiel durch "Big Data“)", schreibt Springer-Autor Rainer Zeichardt zum Thema "E-Leadership".

CDOs werden auf oberster Management-Ebene verankert

Unstrittig ist: Die Digitalisierung braucht Experten. Der Trend, diese für Führung und Digitalität auf oberster Management-Ebene zu institutionalisieren, verdeutlicht die Relevanz von E-Leadership, betont Zeichardt. Das zeigt auch das Beispiel Allianz. Der Versicherer legt die Gesamtverantwortung für die digitale Transformation in die Hände eines Managers. Dennoch reiche die Fokussierung auf einen Kompetenzträger letztendlich nicht aus. E-Leadership ist für alle Führungsbereiche und Hierarchieebenen relevant, digitales Know-how zu erwerben und zu transferieren Aufgabe aller Mitarbeiter, unterstreicht Zeichardt.

Während viele Unternehmen bislang weder über einen CDO noch über einen Chief Digital Transformation Officer (CDTO) nachdenken, macht die schnelllebige Digitalisierung bereits neue Berufsbilder auf Führungsebene erforderlich: den Chief Mobile Officer (CMOO). "Bei Personalberatern jedenfalls häufen sich die Anfragen nach dem CMOO, und da es sich bei Mobile-Experten mit dem oben skizzierten Anforderungsprofil, die sich dazu noch auf C-Level bewegen können, um eine seltene Spezies handelt, sind die Positionen entsprechend hoch dotiert", erklärt Mark Wächter in "Mobile Strategy – Tsunami-erprobt"

Digitalstrategien tangieren viele Unternehmensbereiche

Bei allen Positionen sind dabei spezielle Management-Fähigkeiten gefragt, die das Recruiting zur Suche nach der sprichwörtlichen eierlegenden Wollmilchsau werden lässt. Technische Prozesse, Organisationsstrukturen, Unternehmenskultur und das Change Management gehören unter anderem zu den Aufgaben der digitalen Supermanager. Einen einheitlichen Werdegang haben die CDOs deshalb zumeist nicht. Laut Studie kommen 34 Prozent aus dem Marketing, 17 Prozent aus dem Vertrieb, 14 Prozent aus der Technologieentwicklung  und 13 Prozent aus der Beratung. 

Welchen Background die im Vorstand, auf Direktorenebene oder auf Stufe eines Vice President verankerten Digitalmanager auch haben: Sie haben viel zu tun. Denn laut einer Accenture-Untersuchung verfügen erst 41 Prozent der Unternehmen über eine übergreifende Digitalstrategie.

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