Eine klare Strategie ist unverzichtbar
- 03.07.2024
- Cloud Computing
- Gastbeitrag
- Online-Artikel
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Getrieben durch die Markt- und Technologieentwicklungen und eine gestiegenen Innovationsbereitschaft ist Cloud Computing für viele Unternehmen längst zur Notwendigkeit geworden.
Verschiedene Bereitstellungsmodelle: Sowohl private als auch öffentliche Clouds sorgen für betriebliche Effizienz in der IT-Infrastruktur eines Unternehmens.
bluebay2014 / Getty Images / iStock
Die anfängliche Skepsis in Bezug auf Sicherheits- und Datenschutzaspekte, insbesondere bei der Public Cloud, weicht zunehmend einer positiven Haltung. Dieser Wandel ist auch bei deutschen Unternehmen zu beobachten, die traditionell zurückhaltend bei der Migration in die Cloud waren. Für viele Unternehmen stellt sich also längst nicht mehr die Frage, ob, sondern wie sie in die Cloud migrieren sollen. Wie wichtig dabei eine durchdachte Strategie ist, zeigt die aktuelle Studie „Cloud-Migration 2023“, die Research Services by Foundry (ehemals IDG Research) zusammen mit Partnern umgesetzt hat. Für knapp 90 Prozent der befragten Unternehmen kommt eine Migration in die Cloud künftig nur mit einem strategischen Ansatz in Frage. Fast vier Fünftel der Befragten, die bereits einen strategischen Cloud-Ansatz verfolgen, sind mit den durchgeführten Migrationsprojekten in die Cloud äußerst zufrieden. Diese Erkenntnis ist wichtig, denn aktuell werden nur knapp 40 Prozent aller Projekte auf Basis einer fundierten Strategie durchgeführt.
Cloud-Lösungen bieten zahlreiche Vorteile für das IT-Management eines Unternehmens. Um der raschen Einführung neuer Technologien in Unternehmen gerecht zu werden, spielen skalierbare und flexible Dienste eine entscheidende Rolle. Cloud-Angebote ermöglichen den schnellen Zugriff auf alle dafür erforderlichen technischen Ressourcen und Services. Sie sind allerdings kein Selbstzweck. Für Unternehmen ist daher eine detaillierte Kosten-/Nutzen-Analyse unbedingt erforderlich. Zusätzlich müssen sie stets im Kontext der IT-Gesamtstrategie des jeweiligen Unternehmens betrachtet werden. Dabei geht es immer zuerst um die Prozesse und erst dann um die Frage, wie Software und Anwendungen in der Cloud diese Prozesse optimal unterstützen können. Im Fokus einer jeden Strategie steht daher immer zuvorderst die IT-Gesamtstrategie. Darauf aufbauend wird geprüft, wie diese vor dem Hintergrund der eigenen Ressourcen und der bestehenden Applikations- und Prozesslandschaft durch den Einsatz von Cloud-Lösungen und den unterschiedlichen Angebotsoptionen optimal weiterentwickelt werden kann.
Jede Cloud-Umgebung hat ihre Vorzüge
Ist die Wahl für eine Public-Cloud-Lösung getroffen, sollten Unternehmen bei der Wahl ihres Anbieters nicht ausschließlich auf Infrastructure-as-a-Service-Dienste (IaaS) in der Public Cloud achten, sondern auch die Platform-as-a-Service- (PaaS) und Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) der Hyperscaler berücksichtigen, da hier gegebenenfalls die stärkere Differenzierung besteht. Hinzu kommt, dass sich jedes Unternehmen immer fragen sollte, ob es seine individuellen Bedürfnisse vollständig von einem einzigen Anbieter abdecken lassen kann bzw. will. In vielen Fällen kann es sinnvoll sein, neben der Nutzung verschiedener SaaS-Lösungen auch eine Multi-Cloud-Strategie für IaaS-nahe Dienste in Betracht zu ziehen oder eine Variante der hybriden Cloud zu wählen.
Die früheren Sicherheitsbedenken gegenüber Public-Cloud-Lösungen nehmen sukzessive ab, auch weil moderne Cloud-Anbieter erhebliche Anstrengungen unternommen haben, einen bestmöglichen Schutz vor unberechtigtem Datenzugriff und Datenverlust zu gewährleisten. Die Sicherheit in der Public Cloud steht dank hochentwickelter Designs und Überwachungsmaßnahmen den lokalen Rechenzentren in nichts nach, ist ihnen durch die hohe Priorisierung dieses Aspekts gegebenenfalls sogar überlegen. Darüber hinaus bieten standardisierte Public-Cloud-Lösungen durch Datenduplizierung und vielfältiger Redundanzmaßnahmen ein Sicherheitsniveau, das im eigenen Unternehmen oftmals nicht erreichbar ist.
Vergessene Ressourcen kosten Geld
Um einen ersten Überblick über die erforderlichen Aufwände und Kosten eines Cloud-Betriebs zu bekommen, kann es hilfreich sein, eine IT-Infrastrukturanalyse durchführen zu lassen. Hierbei wird automatisiert die bestehende IT-Landschaft analysiert und darauf aufbauend ein Szenario für eine Abbildung in der Public Cloud dargestellt. Auf dieser Grundlage lassen sich u.a. Budgets und Zeitbedarfe vielfach besser einschätzen. Im laufenden Betrieb der Systeme in der Public Cloud bezahlen Unternehmen lediglich für die Ressourcen, die sie tatsächlich nutzen. Mit wenigen Klicks lassen sich in der Public Cloud scheinbar unbegrenzt zusätzliche Cloud-Funktionen implementieren. Dieses On-Demand-Modell ermöglicht eine hohe Skalierbarkeit, bringt jedoch auch ein gewisses Risiko mit sich. Behält man über seinen Cloud-Konsum nicht den Überblick, kann das zu unerwarteten Kosten durch Fehlkonfigurationen und vergessene Ressourcen führen. In Wahrheit generiert jedoch jede hinzugefügte Testinstanz oder Backup-Kopie weitere Ausgaben. Mithilfe von Kostenmanagement-Tools der Cloud-Provider oder Drittanbietern, engmaschigen Kontrollen mit definierten Kostenlimits und verlässlichen Freigabeprozessen können Unternehmen ihre Kosten im Blick behalten.
Die Cloud ist für Unternehmen zunehmend unverzichtbar. Sie bietet die Möglichkeit, IT-Infrastrukturen skalierbar, wirtschaftlich und technologisch optimal zu gestalten. Ebenso unverzichtbar ist eine klare Cloud-Strategie, die im Einklang mit der IT-Gesamtstrategie die Risiken des gesamten Transformationsprozesses minimiert. Doch welche Schritte empfehlen sich für ein strategisches Vorgehen? Im ersten Schritt gilt es im Einklang mit der IT-Gesamtstrategie die grundsätzliche Frage zu klären: Cloud ja oder nein? Für eine fundierte Entscheidung müssen Unternehmen zu Beginn also sorgfältig abwägen, ob die Cloud ihren individuellen Anforderungen entspricht. Ein detaillierter Kriterienkatalog mit sämtlichen relevanten Faktoren wie Funktionsumfang, Kosten, Sicherheit und Skalierbarkeit sollte die Grundlage für die Abwägung sein.
Ein detaillierter Überblick ist unerlässlich
In einem zweiten Schritt ist eine Übersicht über die in Frage kommenden Cloud-Infrastrukturen und die entsprechenden Applikationen zu erarbeiten und abermals mit der IT-Gesamtstrategie abzugleichen. Unerlässlich ist dabei ein detaillierter Überblick über die vorhandene IT-Landschaft mithilfe von automatisierten Tools. Als letzten Schritt gilt es, das technische Design der Cloud-Landschaft zu definieren. Erst hieraus werden sich die begleitenden Parameter wie Reihenfolge, Geschwindigkeit und weiteren technischen Methoden der Migration ergeben.
Selbst wenn die Public Cloud derzeit nicht die bevorzugte Wahl ist, können ausgewählte Dienstleister mit ihren Private-Cloud-Angeboten eine ebenso sichere und flexible Alternative zur Investition in neue Rechenzentren darstellen. Diese Services werden sogar vollständig gemanagt angeboten. Grundlegend werden bei der Entscheidung für SaaS auch weiterhin der Funktionsumfang und das Angebot eine zentrale Rolle spielen, unabhängig von der jeweiligen Bereitstellungsform (On-Premises oder Cloud). Bei der Entwicklung von Software und eigenen Anwendungen ist es in jedem Fall ratsam, technische Lösungen einzusetzen, die gegebenenfalls auch mit Blick auf die Zukunft nahtlos in die Cloud migriert werden können. Ein modularer Aufbau der Anwendungen kann durch den Einsatz von Container-Technologie oder einer Micro-Service-Architektur erreicht werden. Dadurch können Funktionen wie Internet of Things (IoT) oder Datenbanken später leicht gegen Cloud-Lösungen ausgetauscht werden.