CO₂ hat seinen Preis
Warum eine wirksame Klimapolitik die CO₂-Bepreisung braucht
- Open Access
- 2026
- Open Access
- Buch
- Verfasst von
- Ottmar Edenhofer
- Cecilia Kilimann
- Christopher Leisinger
- Verlag
- Springer Fachmedien Wiesbaden
Über dieses Buch
Der Ausstoß von Treibhausgasen muss drastisch sinken, um die Folgen des Klimawandels einzudämmen. Die Klimapolitik steht dabei vor der Frage, mit welchen Politikinstrumenten dieses Ziel am besten erreicht werden kann. Dieses Open-Access-Buch bietet eine tiefgehende Analyse der CO₂-Bepreisung als zentrales Instrument moderner Klimapolitik und zeigt auf, wie Missverständnisse und Vorurteile überwunden werden können, um eine faktenbasierte Diskussion zu fördern.
Im Mittelpunkt stehen fünf weit verbreitete Irrtümer über den CO₂-Preis, die systematisch widerlegt werden. Kapitel wie „Warum sollte CO₂ einen Preis erhalten?“ und „Wie wird ein Preis auf CO₂ gesellschaftlich tragfähig?“ führen durch die komplexen ökonomischen und politischen Dimensionen der CO₂-Bepreisung. Das Buch zeigt, warum der CO₂-Preis notwendig ist, worauf es für eine sozial gerechte und erfolgreiche Umsetzung ankommt und wie die Bepreisung von Emissionen bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen helfen kann.
Inhaltsverzeichnis
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Kapitel 1. Einleitung: Fünf Irrtümer und ihre Korrektur
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PDF-Version jetzt herunterladenIn diesem Kapitel wird die Bedeutung der CO2-Bepreisung als zentrales Instrument der Klimapolitik herausgestellt. Es werden fünf häufige Irrtümer über die CO2-Bepreisung diskutiert und korrigiert, darunter die Annahme, dass sie keine Lenkungswirkung hat oder politisch nicht umsetzbar ist. Der Text beleuchtet auch die sozialen und politischen Herausforderungen der CO2-Bepreisung und zeigt auf, wie diese durch gezielte Maßnahmen ausgeglichen werden können. Zudem wird die Rolle der CO2-Bepreisung in einer klimaneutralen Zukunft und die Notwendigkeit internationaler Kooperation thematisiert. Die Autoren argumentieren, dass die CO2-Bepreisung ein unverzichtbares Werkzeug für eine ambitionierte Klimapolitik ist und dass sie durch andere Instrumente ergänzt werden muss, um soziale Gerechtigkeit und Effizienz zu gewährleisten. Der Text bietet eine fundierte Analyse und praktische Lösungsansätze für die Umsetzung einer effektiven Klimapolitik.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungDie Klimaökonomie ist sich in der Problemdiagnose einig. Der voranschreitende Klimawandel bedroht unseren Wohlstand. Durch den Anstieg der globalen Mitteltemperatur werden Stürme, Dürren, Überschwemmungen und Hitzewellen häufiger und extremer. Auch Niederschlags- und Temperaturmuster verändern sich. Schwankungen von Tag zu Tag nehmen in weiten Teilen der Welt zu. Das verursacht einschneidende ökonomische Schäden – ganz zu schweigen vom Artensterben, zunehmenden Gesundheitsrisiken für den Menschen und einer erhöhten Sterblichkeit sowie dem Verlust von Heimat, Kultur und Identität (IPCC 2023). -
2. Wo wir mit der Klimapolitik stehen
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachbeitrag beleuchtet die aktuelle Lage der Klimapolitik und die wissenschaftlichen Grundlagen der Klimawissenschaften. Er beginnt mit einer Analyse der CO2-Emissionen und deren Auswirkungen auf das Klima, insbesondere durch die Nutzung fossiler Brennstoffe. Der Text erklärt, wie natürliche Senken wie Ozeane, Böden und Wälder CO2 aufnehmen, aber an ihre Grenzen stoßen, was zu einer zunehmenden Erderwärmung führt. Ein zentrales Thema ist die Bedeutung des globalen CO2-Budgets und die Notwendigkeit, die Emissionen drastisch zu reduzieren, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen. Der Beitrag diskutiert verschiedene Klimapolitiken wie Standards, Subventionen, Verbote und CO2-Bepreisung und bewertet ihre Effektivität und Effizienz. Besonders hervorgehoben wird die Bedeutung der CO2-Bepreisung als zentrales Instrument zur Reduzierung der Emissionen. Der Text schließt mit der Feststellung, dass eine Kombination verschiedener Instrumente notwendig ist, um die Klimaziele zu erreichen, und betont die Notwendigkeit einer langfristigen und verlässlichen Klimapolitik.KI-Generiert
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ZusammenfassungBei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas werden Treibhausgase freigesetzt, vor allem Kohlenstoffdioxid (CO2). Ein übermäßiger Ausstoß überlastet die natürlichen Kohlenstoffsenken und treibt den Klimawandel voran. Die Politik versucht, der Erderwärmung mit Standards, Subventionen, Verboten und Preisen bzw. Maßnahmenkombinationen zu begegnen. Im Orchester der Klimapolitik ist die CO2-Bepreisung allerdings das zentrale Instrument. Denn in Kombination mit anderen Klimaschutzmaßnahmen sorgt sie dafür, dass diese ihre volle Wirkmacht entfalten. Im Ergebnis bedeutet das: Die CO2-Bepreisung hat entscheidende Lenkungswirkung für die Klimapolitik. -
Kapitel 3. Warum sollte CO2 einen Preis erhalten?
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachbeitrag beleuchtet die Bedeutung der CO2-Bepreisung als Instrument zur Bekämpfung des Klimawandels. Er beginnt mit einer Analyse des Marktversagens und der externen Effekte, die durch den Klimawandel verursacht werden. Dabei wird die Rolle des Staates bei der Korrektur dieser Marktversagen durch Instrumente wie die Pigou-Steuer und den Emissionshandel diskutiert. Der Text geht auch auf die historischen und aktuellen Entwicklungen der CO2-Bepreisung ein, insbesondere auf den Europäischen Emissionshandel und die Einführung eines nationalen Brennstoffemissionshandels in Deutschland. Zudem werden die verhaltensökonomischen Aspekte und die politische Umsetzbarkeit der CO2-Bepreisung behandelt. Abschließend wird die globale Perspektive der CO2-Bepreisung dargestellt, einschließlich der Koordinierungsbemühungen und der Herausforderungen bei der Einführung in verschiedenen Ländern. Der Beitrag zeigt, dass die CO2-Bepreisung ein wirksames Instrument zur Reduzierung von Emissionen ist, das jedoch sorgfältig gestaltet und politisch umsetzbar sein muss, um soziale und wirtschaftliche Akzeptanz zu finden.KI-Generiert
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ZusammenfassungIn der Marktwirtschaft spiegeln Preise nicht immer die ökologischen Knappheiten wider. Fehlt dem Kohlenstoff das Preisschild, tragen nicht die Verursacher*innen, sondern Dritte die Folgekosten des Treibhausgasausstoßes. CO2-Steuern oder ein Emissionshandel können die Fehlsteuerung des Markts beheben. Doch obwohl die Bepreisung von CO2 es ermöglicht, die Klimaziele zu den gesellschaftlich geringsten Kosten zu erreichen, galt sie lange Zeit als politisch schwer umsetzbar. In Europa und Deutschland wurde diese Annahme 2005 bzw. 2019 mit Inkrafttreten der jeweiligen Emissionshandelssysteme widerlegt. Der EU gelang es sogar, sich inmitten der Energiekrise auf einen zweiten Emissionshandel zu einigen. Auch international wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits etliche Varianten der CO2-Bepreisung eingeführt und immer mehr Regierungen bekunden ihre Absicht, entsprechende Systeme auf nationaler oder auf regionaler Ebene einzurichten. -
Kapitel 4. Wie wird ein Preis auf CO2 gesellschaftlich tragfähig?
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachbeitrag untersucht die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der CO2-Bepreisung, insbesondere die Verteilungswirkung und die sozialen Auswirkungen auf einkommensschwache Haushalte. Es wird analysiert, wie die Einführung von CO2-Preisen zu sozialen Unruhen führen kann, wie die Gelbwesten-Proteste in Frankreich zeigen. Der Text diskutiert verschiedene Kompensationsmechanismen, um die Belastung für ärmere Haushalte auszugleichen, darunter Pro-Kopf-Pauschalen, Gebäudeklimageld und Härtefallkompensationen. Dabei wird die Bedeutung einer transparenten und glaubwürdigen Kommunikation der Maßnahmen hervorgehoben, um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen. Der Beitrag betont, dass eine gezielte Rückerstattung der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung nicht nur sozial gerecht, sondern auch politisch notwendig ist, um die Klimaziele zu erreichen. Zudem wird die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen durch staatliche Schulden diskutiert, wobei eine „Grün-goldene Regel“ vorgeschlagen wird, die die Aufnahme von Schulden an die Vermeidung von Klimaschäden koppelt. Der Text bietet eine fundierte Analyse der politischen und sozialen Dimensionen der CO2-Bepreisung und zeigt auf, wie eine sozial gerechte Klimapolitik gestaltet werden kann.KI-Generiert
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ZusammenfassungDass steigende Energiepreise Regierungskrisen auslösen können, haben die massiven Proteste der Gelbwesten 2018 in Frankreich gezeigt. Die Sorge der Bürger*innen war nicht unbegründet, denn Energiepreissteigerungen durch CO2-Preise belasten einkommensschwache Haushalte in vielen Fällen überproportional. Angesichts der gesellschaftlichen Sprengkraft steigender CO2-Preise ist es notwendig, die Einnahmen aus der Bepreisung für den sozialen Ausgleich einzusetzen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entscheidend ist, dass sowohl Belastungsschieflagen zwischen den Einkommensklassen als auch innerhalb einer Einkommensgruppe adressiert werden. Da viele Bürger*innen Kompensationszahlungen kritisch sehen, ist es außerdem wichtig, durch eine transparente, partizipative Kommunikation gesellschaftliche Akzeptanz für die Kompensation zu sichern. -
5. Die Zukunft der CO2-Bepreisung
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PDF-Version jetzt herunterladenDer Fachbeitrag beleuchtet die Zukunft des Europäischen Emissionshandels (ETS) und die Notwendigkeit von Negativemissionen. Ab 2039 werden keine neuen CO2-Zertifikate mehr ausgegeben, was zu einem drastischen Anstieg der Preise und einer Verknappung führen wird. Besonders betroffen sind energieintensive Industrien wie Stahl- und Zementherstellung sowie die Schifffahrt und der Flugverkehr, die bis 2040 nicht komplett emissionsfrei sein werden. Um die Klimaziele zu erreichen, müssen Negativemissionen durch CO2-Entnahme und -Speicherung ausgebaut werden. Der Beitrag diskutiert verschiedene Methoden der CO2-Entnahme, darunter Aufforstung, Direct Air Capture and Carbon Storage (DACCS) und Bioenergy with Carbon Capture and Storage (BECCS). Diese Methoden müssen bis 2050 massiv ausgebaut werden, um die notwendigen Entnahmemengen zu erreichen. Ein zentraler Lösungsansatz ist die Einführung von 'Clean-up'-Zertifikaten, die Emissionsberechtigungen mit Entnahmeverpflichtungen koppeln. Diese Zertifikate könnten den Emissionshandel stabilisieren und die Entwicklung neuer Technologien fördern. Der Beitrag betont auch die Notwendigkeit einer internationalen Kooperation und die Einführung eines Klimazolls (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) zur Vermeidung von Carbon Leakage. Durch die Schaffung von Klima-Koalitionen und die Unterstützung von Entwicklungsländern könnte ein globaler Mindestpreis für CO2-Emissionen erreicht werden. Der Fachbeitrag zeigt auf, dass der Emissionshandel nicht nur ein Instrument zur Emissionsreduktion, sondern auch ein Mittel zur internationalen Klimakooperation ist.KI-Generiert
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Zusammenfassung2039 wird im EU ETS1 das letzte Emissionszertifikat ausgegeben. Doch damit hat der CO2-Preis in Europa nicht ausgedient. Zum einen werden bestimmte Wirtschaftsaktivitäten auch nach 2040 noch sogenannte schwer vermeidbare Restemissionen verursachen. Zum anderen muss nach Überschreiten des für die 1,5 °C-Grenze verfügbaren Emissionsbudgets in der Atmosphäre „aufgeräumt“ werden. In den Emissionshandel integrierte „Clean-up“-Zertifikate mit Entnahmeverpflichtung könnten für die Finanzierung von CO2-Entnahmen (Carbon Dioxid Removal) genutzt werden und so auch den Emissionsmarkt bei steigendem Dekarbonisierungsdruck stabilisieren. Und noch eine wichtige Aufgabe kommt der CO2-Bepreisung in der Zukunft zu: Das Instrument hat das Potenzial, die internationale Klimakooperation zu verbessern. Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism) der EU bewegt schon heute Handelspartner*innen dazu, ebenfalls die Einführung eines CO2-Preises zu erwägen. Einige Länder haben bereits in Reaktion auf die Ankündigung des EU-Mechanismus Schritte für den Aufbau oder die Anpassung nationaler Preismechanismen eingeleitet. -
Kapitel 6. Fazit
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PDF-Version jetzt herunterladenIn diesem Kapitel wird die zentrale Rolle des CO2-Preises in der Klimapolitik untersucht. Es wird argumentiert, dass der CO2-Preis ein effektives Instrument ist, um Emissionen zu reduzieren und die Kosten der Klimaschäden zu internalisieren. Der Text analysiert die sozialen Auswirkungen des CO2-Preises und zeigt auf, wie er gerecht gestaltet werden kann, um Geringverdienende nicht überproportional zu belasten. Zudem wird die Bedeutung des CO2-Preises in einer Netto-Null-Welt diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre. Die internationale Dimension des CO2-Preises wird ebenfalls beleuchtet, einschließlich der Herausforderungen und Möglichkeiten einer globalen Umsetzung. Das Kapitel schließt mit der Feststellung, dass der CO2-Preis ein essenzieller Baustein einer erfolgreichen Klimapolitik ist und dass seine Ausgestaltung sowie begleitende Maßnahmen entscheidend für seinen Erfolg sind. Der Text bietet eine umfassende Analyse der Wirksamkeit, sozialen Gerechtigkeit und globalen Auswirkungen des CO2-Preises, die ihn zu einem unverzichtbaren Instrument der Klimapolitik macht.KI-Generiert
Diese Zusammenfassung des Fachinhalts wurde mit Hilfe von KI generiert.
ZusammenfassungDer Klimawandel kostet. Steigende Durchschnittstemperaturen, Extremwetterereignisse und veränderte Niederschlagsmuster verursachen ökonomische Schäden in Billionenhöhe – ganz zu schweigen von den fatalen Konsequenzen für Ökosysteme und menschliches Leben. Die durch Klimaschäden verursachten Kosten übersteigen die der Emissionsvermeidung dabei um ein Vielfaches.
- Titel
- CO₂ hat seinen Preis
- Verfasst von
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Ottmar Edenhofer
Cecilia Kilimann
Christopher Leisinger
- Copyright-Jahr
- 2026
- Electronic ISBN
- 978-3-658-50400-7
- Print ISBN
- 978-3-658-50399-4
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-658-50400-7
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